BMW i3: “Von Anfang an profitabel” trotz Grundpreis unter 35.000 Euro?

BMW i | 1.08.2013 von 10

Noch vor wenigen Wochen war der Tenor zum Preis des BMW i3 eindeutig: Das Elektroauto für die Stadt wird zu teuer, um in den von …

Noch vor wenigen Wochen war der Tenor zum Preis des BMW i3 eindeutig: Das Elektroauto für die Stadt wird zu teuer, um in den von BMW gewünschten Stückzahlen verkauft werden zu können. Nachdem BMW vor ein paar Tagen den offiziellen Grundpreis von 34.950 Euro verkündet hatte, wandelte sich auch die Meinung zum Preis und vielerorts war zu lesen, dass BMW mit diesem Kampfpreis keine Gewinne einfahren könnte und den i3 in den Markt drücken würde.

Leider wird es für Außenstehende unmöglich bleiben, Einblick in die ungeschönten internen Zahlen von BMW zu erhalten, aber am Rande der Weltpremiere äußerte sich der BMW Group Finanzvorstand Friedrich Eichiner unmissverständlich: “Wir gehen davon aus, dass diese Unternehmung von Beginn an profitabel sein wird.”

BMW-i3-Harald-Krueger-Friedrich-Eichiner-Profitabilitaet

Welche Zahlen genau in die Kalkulation eingeflossen sind, bleibt dabei natürlich offen. Klar ist, dass BMW i für die Entwicklung von Carbon zum für die Großserie geeigneten Werkstoff viel Geld investieren musste und auch die Forschungen am Thema Elektromobilität, die in den letzten Jahren mit Fahrzeugen wie dem MINI E oder dem BMW ActiveE vorangetrieben wurden, erst jetzt Früchte tragen können.

Allerdings wäre es auch wenig zielführend, sämtliche dieser Investitionen dem BMW i3 zuzuschreiben, denn von den Erkenntnissen in Sachen Kohlefaser-Leichtbau und Elektroantrieb werden in den nächsten Jahren zahlreiche Modellen der BMW Group profitieren – nicht nur die kommenden i-Modelle (BMW besitzt Namensrechte an den Varianten i0 bis i9), sondern auch weniger auf Effizienz getrimmte Modelle wie der BMW M3 sowie die Nachfolger der aktuellen 5er- und 7er-Reihe.

10 responses to “BMW i3: “Von Anfang an profitabel” trotz Grundpreis unter 35.000 Euro?”

  1. JohnVI says:

    Man ließt tatsächlich überall, dass BMW den i3 so günstig verkauft, dass er von anderen Modellen subventioniert werden muss. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen, denn dann würde man sich ganz schön weit aus dem Fenster lehnen, wenn man erst gebetsmühlenartig wiederholt, dass er Gewinn machen wird und dann kommt es nachher wohlmöglich anders. Das wäre nicht zu vermitteln und im Gegensatz zu Politikern werden Vorstände auch daran gemessen, in wie weit ihre Vorhersagen später zutreffen. Wäre man skeptisch, hätte man eher eine Floskel wie “wir sind zuversichtlich, dass…” parat, die keine konkrete Aussage macht.

    Leider haben wir keinen Einblick in die Zahlen, welche wohl das am besten gehütete Geheimnis des Projektes sind. Ich kann mir vorstellen, dass die Produktion am Ende gar nicht so teuer ist, wie viele glauben und BMW hier tatsächlich ein kleines Wunder vollbracht hat. Immerhin sind weniger Teile zu fertigen, der Produktionsprozess ist schneller, verbraucht deutlich weniger Energie und Wasser, er benötigt weniger Arbeitskräfte und zu guter letzt muss man in der Carbonproduktion nicht nach IG Metall Löhnen bezahlen. Das dürfte einiges zur Kostensenkung beitragen. Dass Carbon bisher so teuer war, lag zum einen an den geringen produzierten Mengen an Fasern und Gelegen und dem hohen Anteil an Handarbeit bei der Fertigung, aber beides hat BMW nun gelöst.

    Wenn Eichiner sagt, der i3 wird von Anfang an profitabel sein, dann meint er damit, dass der Wagen einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaftet, wovon ich auch tatsächlich ausgehen würde, da man die ganzen Entwicklungskosten bereits “verkraftet” hat, wie Reithofer das mal ausgedrückt hat. Das ist auch durchaus ok, da die Technologie als solche dem gesamten Konzern zu gute kommen soll und nicht nur einem Modell. Ein positiver Deckungsbeitrag heißt aber nicht, dass der i3 als Projekt insgesamt profitabel ist, wie man vielleicht denken könnte, denn auf jeden Fall muss eine Mindestmenge abgesetzt werden, um die Fixkosten für die Produktionsmittel überhaupt wieder rein zu bekommen – erst wenn die erreicht ist, fängt der Konzern an Geld zu verdienen. Das wäre der eigentlich interessante Punkt, welcher Absatz der Kalkulation zu Grunde liegt.

    Bei anderen Baureihen hat BMW ja schon mehrfach gezeigt, dass man ein sehr gutes Händchen hat, wenn es darum geht einen Preis zu kalkulieren, mit dem man noch einen guten Absatz erreicht. Wohlmöglich hat man aus den vielen Testprogrammen intern zuverlässigere Daten, als viele der so genannten “Experten”, die ihre Uni praktisch nie verlassen. Es wird auf jeden Fall sehr spannend zu beobachten, wie das Teil anläuft und wer am Ende recht behält. Ich würde aber nicht gegen BMW wetten…

  2. aus der Versenkung says:

    Richtig profitabel wird der i3 (und i8) allerspätestens dann, wenn – OHNE diese beiden Modelle – aufgrund der EU-CO2-Vorgaben im Verkaufsmix CO2-ABgaben fällig werden WÜRDEN.
    BMW hat bereits angekündigt, dass diese Hürden genommen werden, OHNE dass es zu Strafzahlungen kommt.
    Dies wird nicht zuletzt i3 & Co. zu verdanken sein.
    Eine – interne – “Subventionierung” ist/wäre also in Wirklichkeit noch nicht mal eine solche!!
    Sie hätte – auch unternehmerisch – absolut voll ihre Daseinsberechtigung.
    Hingegen wird diesebezüglich es den V8-Modellen “an den Kragen” gehen, aber auch massiv den letzten verbliebenen 6-Zyl.-Benzinern, welche ja selbst durch Hybridisierung (derzeit) praktisch nicht unter die 140g-CO2-Grenze gedrückt werden können.
    Und unter die 120 bzw. 95 g-EU-Grenzen schon gar nicht.
    .
    Das heisst:
    Diese werden überproportional teuer werden – bzw. bleiben.
    In diese Richtung ist ja andererseits bereits einiges in den letzten paar Jahren geschehen.
    .
    Und bzgl. der spass-armen Modelle 114 d/i bzw. 116 d EffDyn. & Co. (und evtl. 1er City) ist es also voll vertretbar, diese „sparsamen“ Modelle über den Preis – aber auch durch Variantenvielfalt – in neue Käuferschichten zu drücken.
    „sparsamen“ Modelle
    über den Preis – aber auch durch durch Variantenvielfalt – in neue Käuferschichten zu drücken.
    Es rechnet sich.
    NUR, dass intern jetzt – buchhalterisch – “CO2-Deckungsbeiträge” auch betriebswirtschaftlich zu berücksichtigen sind.
    .
    Ganz so wie die – auf ganz anderer Ebene – an der Börse gehandelten “Verschmutzungsrechte”.
    .
    Fazit:
    JEDER BMW-Fan, der über die kommenden 3-Zylinder meckert, jeder, der an 328i & 114i & Co. herumkritisiert, der verkennt, dass er dadurch genau an seinem “6-Zylinder-Ast sägt”.
    .
    Und gewöhnen wir uns daran, dass BMW seinen 750d nicht einfach 730ttd alias Triturbodiesel genannt hat.
    Genauso wie Mercedes seinen – kommenden – 6-Zylinder-Plug-In-Benziner “S500” nennen wird.
    8-Zylinder ade. Oder A.D.??

  3. eini says:

    Kann ich mir gut vorstellen.
    Ich geh mal davon aus, dass die Investition in die Carbonfertigung allen zukünftigen Modellen (vor Allem den Ms) zugute kommen wird.
    Die Anlagen werden deshalb wahrscheinlich auf alle Modelle umgelegt, und das BMW bei einem Grundpreis von fast 35k keinen Verlust bei den Stückkosten einfährt, halte ich durchaus für machbar.

  4. derWeise says:

    Solange Benzin und Diesel bezahlbar sind, wird die Krücke keiner kaufen… warum auch, trotz vieler Bild-Leser und RTL-Gucker.. so dumm sind am Ende die Menschen dann auch nicht. ( Zumindest in Europa, Amerika, Russland )
    Jeder halb so teure Polo gewinnt absolut jeder Sparte gegen dieses 4-sitzige Etwas.
    Halber Preis, mind. 4-fache Reichweite, 5 Sitzplätze, bessere Verarbeitung, ~57% Restwert nach 3 Jahren, schneller Käuferfund bei Wiederverkauf.
    So, und nun finde mal einen Vollpfosten, der das alles ausblendet, und auch nur ein Argument für diesen Witz des Jahres hat?

    • eher der Greise says:

      Ihm gefällt der i3 und er will ein Elektroauto?

      Wenn ichs günstig will, kauf ich nichtmal einen Polo!

    • Pro_Four says:

      “Jeder halb so teure Polo gewinnt absolut jeder Sparte gegen dieses 4-sitzige Etwas. Halber Preis, mind. 4-fache Reichweite, 5 Sitzplätze, bessere Verarbeitung,
      ~57% Restwert nach 3 Jahren, schneller Käuferfund bei Wiederverkauf.”

      Du hast den Sinn vom i3 einfach immer noch nicht verstanden, schade.

      1. Polo gewinnt gg. I3. – (Thema Äpfel mit Birnen verschlafen?)

      2. halber Preis? – Ja, das stimmt, für einen kleinen Verbrenner unter tausenden ist er tatsächlich günstiger

      3. 4-fache Reichweite – Jo stimmt, wozu dann ein Elektroauto für die Stadt, hmmm, reicht doch die kleine Semmel Polo auch

      4. 5 Sitzplätze – Zumutung im Polo, nicht zu empfehlen, dann lieder den i3

      5. bessere Verarbeitung – schon den i3 getestet? Nee, schade.
      Naja, wenn ich mir das Interieur vom i3 schon in der Serienausstattung anschau und das mit Navi Pro und ich mir den Polo innen dazu (das auch in der Serienausstattung noch nicht mal CD-Radio oder gar Einparkhilfe hat) dann Himmel Herr Gott bestrafe mich wenn der Polo besser sein soll wie der i3.

      nur du bist ja “derWeise” und sicher bescheiden genug den Polo den Vortritt zu gewähren.

    • Heiko says:

      Woher weisst du das der Polo besser verarbeitet ist wie der i3?

    • Lurchkopf says:

      Man sieht doch an den Zahlen der Vorbestellungen und Probefahrtwünsche, dass Interesse besteht. Das sind sicher nicht alles irgendwelche “Geier”, die allesamt kein Kaufinteresse haben. 😉
      Der i3 wird verkauft werden und in wenigen Monaten wird er uns hin und wieder im Straßenverkehr begegnen. Einen aktuellen 7er sieht man auch selten, dennoch wird er gut und gewinnbringend verkauft.

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