Plug-in-Hybride gelten als Übergangstechnologie, die die Stärken von Elektroautos und Verbrennern in einem einzigen Auto vereinen können. Der doppelte Antrieb erlaubt es, die meist kürzeren Strecken des Alltags rein elektrisch und somit lokal emissionsfrei zu fahren, während für längere Strecken jederzeit auf einen Verbrennungsmotor zurückgegriffen werden kann. Arbeiten beide Motoren Hand in Hand, stehen den Fahrern bei BMW je nach Modell bis zu 748 PS zur Verfügung – denn mit dem aktuellen M5 und dem XM Label sind neben Volumen-Modellen wie dem 330e auch die bisher leistungsstärksten Serien-BMW aller Zeiten als Plug-in-Hybrid ausgeführt.

Dank der Option zum elektrischen Fahren genießen die Plug-in-Hybride in vielen Ländern Steuervorteile, die mitunter allerdings auch missbraucht werden: Immer wieder ist von PHEV-Rückläufern zu hören, die noch über originalverpackte Ladekabel im Kofferraum verfügen und offensichtlich rein verbrennungsmotorisch betrieben wurden – obwohl die Steuervorteile natürlich vor einem ganz anderen Hintergrund gewährt wurden. In einem Interview mit der Zeit bringt der ehemalige Finanz-Vorstand und heutige BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter nun einen durchaus radikalen Umgang mit diesem Kundenverhalten ins Spiel: Wer den Akku seines Plug-in-Hybriden praktisch nie auflädt und dem Fahrzeug nur in Form von Benzin frische Energie zuführt, könnte künftig mit einer gedrosselten Leistung bestraft werden.

Bisher droht ein solcher Malus kaum, denn je nach Fahrmodus kann der Akku auch mit der Energie des Verbrennungsmotors aufgeladen werden. Zusätzlich trägt die Rekuperation von Energie beim Bremsen dazu bei, dass auf jeder Fahrt etwas Energie in den Akku fließt. In der Praxis müssen PHEV-Kunden deshalb selbst dann nicht auf die volle Leistung verzichten, wenn sie die Option zum Laden an der Steckdose konsequent ignorieren.

Was Nicolas Peter nun ins Spiel bringt, wäre eine relativ einfach umsetzbare technische Maßnahme: Die Leistung von Plug-in-Hybriden könnte künstlich gedrosselt werden, um bisher säumigen Hybrid-Kunden die Nutzung der elektrischen Antriebskomponente schmackhafter zu machen. Was die Kunden von einer solchen Erziehungsmaßnahme halten würden, steht freilich auf einem anderen Blatt.