FastCharge: BMW und andere forschen an 450 kW-Ladetechnik

BMW i | 5.12.2017 von 2

Die BMW Group forscht gemeinsam mit mehreren anderen Unternehmen an der Entwicklung einer 450 kW FastCharge Ladetechnik für Elektroautos. Das auf drei Jahre angelegte Projekt …

Die BMW Group forscht gemeinsam mit mehreren anderen Unternehmen an der Entwicklung einer 450 kW FastCharge Ladetechnik für Elektroautos. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird von der BMW Group als Konsortialführer geleitet, außerdem sind die Allego GmbH, die Phoenix Contact E-Mobility GmbH, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG und die Siemens AG als weitere Partner beteiligt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt mit insgesamt 7,8 Millionen Euro.

Ziel der FastCharge-Kooperation ist eine Antwort auf eine der wichtigsten Fragen rund um Elektroautos und Elektromobilität: Wie lassen sich die Akkus der Fahrzeuge innerhalb einer möglichst kurzen Zeit wieder aufladen? Könnte man die Batterien ähnlich schnell auffüllen wie den Kraftstofftank eines Autos mit Verbrennungsmotor, könnten die Akkus in kommenden Elektroautos viel kleiner dimensioniert werden, was den Entwicklern völlig neue Möglichkeiten bei der Gestaltung des Fahrzeugs bringen würde.

Begonnen hat die Arbeit am FastCharge-Projekt bereits im Juli 2016, seitdem wurde die Technik intensiv erforscht und weiterentwickelt. Um die Ladezeit von Elektroautos in Zukunft dramatisch verkürzen zu können, müssen die Volt- und Amperezahlen deutlich höher ausfallen als bei heutiger Ladetechnik.

Im Rahmen von FastCharge peilen die BMW Group und ihre Partner eine Ladeleistung von bis zu 450 kW an, das ist rund drei Mal so viel Leistung wie an heutigen Ladesäulen. Die angepeilten 900 Volt Spannung und 500 Ampere Stromstärke sind nicht nur eine Herausforderung für den Akku des Fahrzeugs und die Ladesäule, sondern für alle beteiligten Komponenten. Selbst für eine Aufladung in unter 15 Minuten müssten Ladekabel, Stecker und Fahrzeugsteckdose während des FastCharge-Vorgangs gekühlt werden.

Die Ladekabel mit CCS-Stecker sollen dennoch flexibel und dünn ausgeführt sein, um sich ähnlich gut handhaben zu lassen wie heutige Kraftstoffschläuche an Tankstellen für konventionell angetriebene Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Natürlich sollen die kommenden Schnellladestationen abwärtskompatibel sein und auch für Fahrzeuge geeignet sein, deren Batterien nicht für eine derart schnelle Aufladung konzipiert wurden.

Schon 2018 wollen die beteiligten Unternehmen die FastCharge-Technik in Prototypen umsetzen und der Öffentlichkeit vorstellen. Wir dürfen also bereits gespannt sein, ob dann ein Fahrzeug der BMW Group oder ein Porsche zur Demonstration der neuen Ladetechnik genutzt wird. Sicher ist schon jetzt, dass Elektroautos mit FastCharge-Technik endlich die gleiche Langstreckentauglichkeit wie heutige Benziner und Diesel erhalten würden.

2 responses to “FastCharge: BMW und andere forschen an 450 kW-Ladetechnik”

  1. mb81 says:

    Es belastet nicht nur Bauteile und Batterie, es belastet vielmehr auch das Stromnetz. Wenn man bsp.weise 20 Ladesäulen mit je 450kW Ladeleistung aufbauen würde, entspräch dies sagenhaften 9MW. Dies kann man in nicht wenigen Fällen, wo die Raststation irgendwo in der Peripherie angesiedelt ist, nicht ohne massive Netzverstärkungen im Mittelspannungsnetz zur Verfügung stellen. I.d.R. wird für diese Leistung, v.a. wenn sie n-1 sicher angeboten werden muss (wovon ich mal ausgehe), ein Netzknoten in Form einer Schaltstation mit entsprechende Kabelquerschnitten in der Nähe erforderlich, im worst-case sogar eine Einspeisung aus der Hochspannungsebene. Dabei geht es auf alle Fälle in den einstellige Millionenbereich.

    • Fagballs says:

      Zusammenfassung: “Elektroautos für die Masse” ist eine Scheißidee 🙂

      Ich hatte ja schon mal sowas ähnliches durchgerechnet, wie viel Strom durch ne Ader flieißen muss, um für 600km Reichweite Strom in 5 Minuten zu tanken. Das sind gruselige Zahlen. Langsamer laden bedeutet im Gegenzug, dass entsprechend mehr “Tank”-säulen zur Verfügung stehen, weil die Autos länger parken müssen. An der Autobahn kann ich mir als Lösung nur vorstellen, dass alles Rasthofparkplätze eine Stromsäule bekommen, der “Uplink” wird aber so oder so lustig.

      Ich hoffe einfach, dass irgendwer nochmal etwas Verstand verwendet, bevor Unsummen in diesen Bullshit investiert werden…

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