DTM-Zukunft: ARD steigt aus, BMW fürchtet Wettrüsten

Motorsport | 11.10.2017 von 39

Die Zukunft der DTM steht mehr denn je in den Sternen. Nach 18 Jahren in der ARD ist derzeit unklar, welcher TV-Sender die DTM 2018 …

Die Zukunft der DTM steht mehr denn je in den Sternen. Nach 18 Jahren in der ARD ist derzeit unklar, welcher TV-Sender die DTM 2018 übertragen wird – die ARD ist es zumindest nach Informationen von Motorsport-Total.com nicht. Damit steht die Rennserie vor einem weiteren Problem, denn die Übertragung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war bisher ein Garant für gute Zuschauerzahlen im TV und entsprechend wichtig für die Attraktivität der Serie aus Sicht von Herstellern und Sponsoren. Ob ein neuer TV-Partner ähnliche Reichweiten bieten kann, bleibt abzuwarten. Interessiert sind allem Anschein nach die Pro Sieben Sat 1 Media AG und der Red Bull-Haussender ServusTV.

Unabhängig von der Frage des TV-Partners hat sich BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt in einem ausführlichen Interview zur Zukunft der Rennserie geäußert. Er unterstreicht dabei die Suche nach weiteren Herstellern, die Bereitschaft zu neuen Technik-Konzepten mit Turbo-Motoren und die Sorge vor einem Wettrüsten, wenn die Performance der Rennwagen nicht durch eine Balance of Performance angeglichen wird. Marquardt erklärt außerdem, warum die bisherige Saison aus Sicht von BMW Motorsport nicht optimal gelaufen ist und wo er Raum für Verbesserungen im nächsten Jahr sieht.

Herr Marquardt, die DTM-Saison 2017 geht am Wochenende zu Ende. Welches sportliche Fazit ziehen Sie?
Jens Marquardt: „Seit unserem DTM-Comeback im Jahr 2012 haben wir in jedem Jahr mindestens einen Titel gewonnen. Und auch vor den beiden abschließenden Rennen in Hockenheim bestehen noch rechnerische Chancen, dass Marco Wittmann den Fahrertitel holen kann. Solange das so ist, werden wir alles geben – und wie immer bis zur letzten Runde kämpfen.“

Woran liegt es, dass in diesem Jahr die Konkurrenz vorne steht?
Marquardt: „Auf der Suche nach den Ursachen können wir zwei große Faktoren ausmachen. Da sind zum einen die eigenen Fehler: Es darf uns nicht passieren, dass wir – wie in Zandvoort – durch einen halben Liter Benzin 25 Punkte verlieren. Wenn das nicht passiert, dann sieht es in der Fahrerwertung schon wieder ganz anders aus. Zum anderen haben wir in den vergangenen Rennen das wahre und um die Performance-Gewichte bereinigte Kräfteverhältnis in der DTM 2017 gesehen. Dies hat ein grundlegendes Problem der DTM mit seinem Homologationszyklus von zwei Jahren offenbart: Wenn es zu Ungleichgewichten kommt und korrigierende Elemente wie das Performance-Gewicht nicht greifen, dann kann das nicht im Sinne der Fans sein.“

Wie lässt sich so etwas für die Zukunft verhindern?
Marquardt: „Da gibt es letztlich drei Möglichkeiten. Zunächst käme der Ausgleich durch Performance-Gewichte in Frage. Aber wir haben uns im Sinne des Sports richtigerweise geeinigt, darauf künftig zu verzichten. Ein weiteres Szenario ist, dass die beiden anderen Hersteller ihren Ressourcen-Einsatz erhöhen, um das Defizit auf den Mitbewerber auszugleichen. Die Folge einer solchen Situation ist ein technisches Wettrüsten, wie wir es auch in der Formel 1 oder in der LMP1-Klasse gesehen haben. Das kommt für uns jedoch in der DTM nicht in Frage, nicht zuletzt deshalb haben wir uns auf lange Homologationszyklen geeinigt. Der dritte Ansatz umfasst die Vereinheitlichung von Teilen im sichtbaren und für die Fans nicht sichtbaren Bereich sowie die Reduzierung der Aerodynamik. Dies hat viele positive Effekte: Unter anderem wird das Racing verbessert, da die Autos aerodynamisch weniger sensibel sind. Und wir senken die Kosten.“

Welches ist der von Ihnen bevorzugte Weg?
Marquardt: „Wir vertreten den dritten Ansatz als ganz klare BMW Position. Er repräsentiert zugleich unsere Vision für die Zukunft der DTM: Die Rolle der Serie kann nicht darin liegen, dass sie für einen Hersteller als LMP1-Ersatz dient. Ein Wettrüsten muss unbedingt verhindert werden – und das findet nun einmal zu großen Teilen in der Aerodynamik statt. Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der DTM muss es sein, einen spektakulären, engen Wettkampf aller involvierten Hersteller zu ermöglichen bei dem der Fahrer im Vordergrund steht. Die Leistung der Piloten soll am Ende den Ausschlag geben. Denn die DTM muss für ein Renn-Spektakel der besten Tourenwagen-Fahrer der Welt stehen – und nicht für einen teuren Wettstreit der Ingenieure. Dazu ist es unerlässlich, die Aerodynamik endlich signifikant zu reduzieren. Es darf nicht mehr möglich sein, etwa durch den Einsatz von in anderen Rennserien freigewordenen Ressourcen das System auszuhebeln. Deshalb haben wir uns schon von Beginn an für den so genannten Berger-Vorschlag ausgesprochen – und freuen uns, dass uns die anderen auf diesem Weg folgen.“

Wie kann ein Hersteller unter solchen Voraussetzungen noch seine Kernkompetenzen demonstrieren?
Marquardt: „Wenn wir wie in der DTM Motoren mit Turbo-Technologie einsetzen, die besten Boxenstopps absolvieren, das beste Set-up finden und im gleichen Zuge die Komplexität die Fahrzeuge in einem für die Fans praktisch nicht sichtbaren Bereich reduzieren, dann gewinnt am Ende jeder – und vor allem der Zuschauer. Und darum muss es uns doch letztlich gehen: Was wollen die Fans sehen und was nicht? Wir sind der Überzeugung, dass die Fans Sekundenbruchteile, die im Aerodynamik-Bereich gewonnen werden, kalt lassen. Sie wollen spektakulären Motorsport und bestenfalls ihren Lieblingsfahrer oder Lieblingsmarke gewinnen sehen. Für die Fans sitzen die Helden nun einmal im Cockpit, nicht an den Laptops.“

Welche Rolle kann die DTM dann künftig innerhalb der BMW Group einnehmen, auch im Vergleich zu anderen Rennserien?
Marquardt: „Wir sind bei BMW hervorragend aufgestellt: Mit der DTM wollen wir spektakuläre, stark fahrerorientierte Sprintrennen auf hohem Niveau bieten, bei denen sich die besten Tourenwagenfahrern der Welt untereinander messen. Mit dem BMW M8 GTE stellen wir die Innovationskraft des Unternehmens in den anspruchsvollsten GT-Rennserien der Welt unter Beweis. Die Formel E nutzen wir als Technologie-Labor für die Entwicklung künftiger BMW iNEXT Modelle und zeigen Innovations- und Integrationskompetenz in der Elektromobilität auch auf der Rennstrecke. Und mit dem Kundensport sind wir ganz nah an der Serie. Das Portfolio ist in seiner Bandbreite einzigartig. Jedes Engagement erfüllt eine ganz eigene Funktion mit individuellen Zielsetzungen.“

Glauben Sie also an eine Zukunft der DTM?
Marquardt: „Natürlich stellt der angekündigte Mercedes-Ausstieg die DTM vor große Herausforderungen. Wenn man sich im Fahrerlager umschaut, dann wird einem aber die ganze Dimension der DTM bewusst – mit all den Zulieferern und Partnern, mit den vielen Fans auf der Tribüne und vor den Fernsehern und mit ihrer Bedeutung in der internationalen Motorsport-Szene insgesamt. 2012 sind wir in die DTM eingestiegen, weil wir an diese Serie glauben. Wer weiß, ob es die DTM ohne diesen Einstieg heute überhaupt noch geben würde. Wir müssen nun für den weiteren Erhalt der Serie kämpfen – und genau das tun wir mit Hochdruck. Die kommenden Monate werden in jedem Fall sehr spannend.“

39 responses to “DTM-Zukunft: ARD steigt aus, BMW fürchtet Wettrüsten”

  1. Dailybimmer says:

    Wenn man die DTM abschaffen würde, wäre ich nicht traurig.

    • Quer says:

      Du meinst die Audi DTM, warum wohl wurde kurz vor Schluss das Reglement geändert, obwohl die Herren genau wissen das der M4 DTM mit die C-Klasse DTM
      die schwersten Autos sind.
      Mir würde es schon reichen wenn endlich die DTM ein anderer Sender übertragen würde, der Lufen und Sohmer mit ihren Geschwafel sind ja nicht mehr auszuhalten.

      • Dailybimmer says:

        Ich meine die DTM der Langweile, mit den vielen schwachsinnigen Regelements die Audi zugute kommen. Im übrigen fände ich die DTM spannender wenn die Hersteller mit Serienautos antreten würde, also Audi mit FWD.

        • Luc says:

          Bin ja BMW Fan durch und durch aber wo bitte wird ein Reglement zu Gunsten Audis gemacht in der DTM??
          Und wo bitte sind BMW und Mercedes schwerer als Audi?

          Bitte erst informieren dann schreiben, Audi’s Auto ist einfach besser Punkt aus! Das muss man (als Fan leider) akzeptieren.

        • M54B25 says:

          Also wenn dann würde Audi wie in den 90er dem V8 DTM Quattro oder später in der STW mit dem A4 als AWD antreten und bei Regenrennen alle umrunden. Oder es würde wieder einen im Radstand gestreckten TT geben, der wie ein Dragster auf seinen hinteren Stützrändern aussah…

          Spannend waren die alten Serien durch die verschiedenen Techniken auf alle Fälle – nur eben waren einige Rennen auch langweilig, weil im Regen ein AWD nunmal erheblich bessere Traktion hat, ein RWD auf schnellen Strecken einen signifikant höheren Topspeed hatte. Die heutige DTM macht alles gleich und nur der Zeitpunkt des Reifenwechselns ist als Spannungsmoment geblieben – LEIDER!

          • Dailybimmer says:

            Bmw ist nicht der schwächste. Das Problem bei Bmw sind die Reifen, die leider Gottes schneller abbauen als bei der Konkurrenz.

            • Markus Mittwoch says:

              Geniale Logik:

              Die Reifen sind für alle gleich, nur der BMW baut schneller ab -> also sind die Reifen schuld!
              Das beste Fzg. (im Moment) in der DTM ist der Audi, dann kommt der Mercedes und dann erst der BMW. Ist leider so.
              Und das hat in diesem Fall nichts mit Bevorteilung und Benachteiligung von irgendjemand zu tun.

              Das kann sich natürlich nächstes Jahr wieder ändern.

            • Daniela Wolf says:

              damit implizierst du, das BMW nicht 1:1 die gleichen Autos führen… tuen nebenbei alle anderen Marken.

        • Daniela Wolf says:

          Dir ist schon bewusst, das alle das gleiche in der DTM fahren? ( ausgenommen die Hülle)

          • Dailybimmer says:

            Ich bezichtigt Audi ausserdem eine verbotene Software zu benutzen, das die tatsächliche Motorenleistung nicht zu erkennen gibt, sondern nur die Leistung auf dem Prüfstand aufzeigt was der Hersteller als Leistung angibt.

      • Markus Mittwoch says:

        Habe ich richtig gehört:

        2016: BMW niedrigstes Basisgewicht, breiterer Heckflügel -> Meister -> OK

        2017: BMW ständig leichtestes Auto -> Abstaubersiege weil leichtestes Auto -> Regeländerung dass ALLE gleiches Gewicht haben -> BMW keine Chance mehr -> nicht OK?

        Quer: Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt…..

        Fassungslos….Kopfschütteln…

        • Quer says:

          Hey Du Hans Wurst tauchst auch nur manchmal zum stenkern auf, komm steig in deinen alten Dacia und hau endlich ab, einen BMW kannst du dir sowieso nicht leisten, armes nirnlosen Würstchen.

          • Daniela Wolf says:

            genauso wenig, wie du…. für einen einigermaßen schönen BMW müsste man nämlich 100 000€ + hinlegen.

        • Daniela Wolf says:

          Quängelnde BMW Fans – Chemtrails are real, 9/11 was a inside job, Audi betrayed DTM racingship…..

      • Rolf Reichardt says:

        Die Regeln mussten wohl ständig für BMW angepasst werden um überhaupt mithalten zu können. Wenn alle drei Hertseller mit dem gleichen Gewicht fahren ist der BMW seit Jahren das schwächste Auto. Einzig BMW hat massiv von der Regel mit Zusatzgewichten profitiert in den letzten Jahren.

        • Quer says:

          Ach ja, darum durfte Mercedes vor zwei Jahren eine komplette Saison nachbessern.
          Übrigens wenn man die Strafen die Audi bekommt ansieht ist das ein Witz, da durfte der Müller mit einem Schrotthaufen andere Fahrer aufhalten und wird nicht mal bestraft, jeder BMW und Mercedes Fahrer würde beim nächsten Rennen zurückversetzt werden. Aber das schärfste war noch das die es abgestritten haben eine Safticarfase zu profiziren. Darum sollte BMW auch aussteigen, dann können sich die unfairen Audi Fahrer gegenseitig plockieren.

          • Daniela Wolf says:

            1. Ich bin ein schlechter Verlierer.
            2. BMW wurde mit Samthandschuhen angefasst
            ( bei Audi versauten exorbitante Strafen ganze Rennen )
            3. Wer trotz Punkt 2. verliert, sollte sich schleunigst erneuern

        • Daniela Wolf says:

          ich pflichte dir bei!

      • Daniela Wolf says:

        Ich denke nur an diverse Strafversetzungen der Audis durch Nörgelei der MB und BMW crews….. Unds trotzdem hatte es ihnen nicht zum Sieg verholfen

    • Quer says:

      Ist schon klar, weil der VW Konzern weltweit außer Europa die geprellten Dieselfahrer mit billigen Neuwagen ködert.

  2. Dailybimmer says:

    @Quer
    Stalkt der irrer Skoda Fahrer M.Mittwoch mir immer noch nach?

  3. Dailybimmer says:

    Dieser hinterhältige M.Mittwoch muss wohl ein Slowake sein oder mit einer Slowakin verheiratet, das der mich unter seinem 2 Acount alias “Max” auf BB belästigt, nur weil ich meine Bedenken gegen Kaban (ehemals Skoda) geäußert habe. Kranker Typ dieser M.Mittwoch.

  4. Dailybimmer says:

    Ist jemand schon aufgefallen das dieser M.Mittwoch sich hauptsächlich nur dann zur Wort meldet wenn ich meinen Unmut gegenüber Kaban (Skoda) als neuen Bmw Designchef äussere. Hat dieser stalkende Skodafahrer noch alle Tassen im Schrank?

    • Markus Mittwoch says:

      Dein Unmut besteht allerdings ausschließlich darin Hr. Kaban aufgrund seiner Herkunft zu diskriminieren – das ist Rassismus in Reinform. Im Prinzip bist du nichts weiter als ein Rassist.

      Und hier werde ich mich dazu äußern so oft ich will, denn Rassismus darf nie ein Chance haben.

      Gerne kannst du mich auch weiter beleidigen solange du dich rassistisch äußerst werde ich ein Auge auf dich haben….

      Eine Schande für dieses Forum! Mein kleiner rechter Freund.

  5. Twizy says:

    BMW sollte auch aussteigen,und Audi mal alleine da rumgurken lassen, ist eh mörder langweilig. Das Geld kann man sinnvoller einsetzen.

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