1. Halbjahr 2017: Mercedes lässt BMW und Audi hinter sich

News | 18.07.2017 von 14

Premium-Absatz im 1. Halbjahr 2017: Mercedes-Benz hat sich in den ersten sechs Monaten einen soliden Vorsprung auf die Verfolger BMW und Audi erarbeitet.

Der Wettstreit der drei deutschen Premium-Marken scheint 2017 bereits nach dem 1. Halbjahr so gut wie entschieden zu sein. Mercedes hat sich mit einer starken Performance in den ersten sechs Monaten in eine Position gebracht, die für das zweite Halbjahr kaum noch Zweifel an der endgültigen Reihenfolge der drei Autobauer lässt: Daimler wird das Absatz-Rennen aller Voraussicht nach für sich entscheiden, dahinter folgen die BMW Group und mit relativ großem Rückstand Audi.

Zwar konnte die Kernmarke BMW erstmals schon nach sechs Monaten die Marke von einer Million verkauften Einheiten überspringen und weltweit 1.038.030 Fahrzeuge verkaufen, Mercedes-Benz verkaufte im gleichen Zeitraum aber mit 1.144.274 Einheiten nochmals deutlich mehr. Der Schlüssel zum Erfolg der Schwaben liegt in China, denn dort wächst die Marke derzeit erheblich stärker als die bayerischen Rivalen. Und wer auf seinem größten Einzelmarkt fast doppelt so stark wächst wie die Rivalen, hängt sie logischerweise auch bei den weltweiten Zahlen ab.

Konkret konnte Mercedes-Benz im 1. Halbjahr 2017 allein in China 292.679 Fahrzeuge verkaufen und damit den Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent überbieten. Auch bei der BMW Group laufen die Geschäfte in China gut, ein Wachstum um 18,4 Prozent auf 293.280 Einheiten inklusive MINI ist in diesem Fall aber nicht genug. Die in China noch vor wenigen Jahren scheinbar uneinholbar führenden Ingolstädter können sich den Kampf um die Premium-Krone derzeit nur aus der Perspektive des Verfolgers ansehen, Audi verkaufte im 1. Halbjahr 254.785 Fahrzeuge und lag damit 12,2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Für das zweite Halbjahr hat die BMW Group immerhin gute Chancen, den Rückstand auf Mercedes-Benz zu verkürzen. Da der vor allem in Europa wichtige BMW 5er Touring erst am 22. Mai seinen Marktstart feierte und die seit Februar erhältliche 5er Limousine ebenfalls noch brandneu ist, könnten sich die Zahlen aus Münchner Sicht positiv entwickeln. Die jüngsten Modellpflegen für die 1er-Reihe sowie 2er Coupé und Cabrio sollen ebenfalls frischen Wind in die Verkaufszahlen bringen. Zum Ende des Jahres werden der 6er GT und vor allem der neue BMW X3 G01 weitere Impulse setzen.

Dr. Ian Robertson (Mitglied des Vorstands der BMW AG, zuständig für Vertrieb und Marke BMW): “Der Monat Juni rundet unser bestes Halbjahr aller Zeiten ab und die BMW Group bleibt der weltweit führende Premiumfahrzeug-Hersteller. Im Laufe dieses Jahres haben wir bereits über eine Million BMW Fahrzeuge verkauft. Das ist ein neuer Rekord für ein erstes Halbjahr. Im Juni haben wir außerdem unsere erfolgreiche Elektrifizierungs-Strategie auf MINI ausgeweitet, womit die Kunden nunmehr die Auswahl aus neun elektrifizierten Modellen der BMW Group haben. Nachdem der Absatz dieser Modelle im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres um 80 Prozent gestiegen ist, freuen wir uns bereits darauf, im Verlauf dieses Jahres die Auslieferung des zweihunderttausendsten elektrifizierten Fahrzeugs der BMW Group zu feiern.”

Britta Seeger (Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Mercedes-Benz Cars Vertrieb): “Mit deutlich mehr als einer Million ausgelieferten Pkw haben wir das absatzstärkste Halbjahr in der Geschichte von Mercedes-Benz abgeschlossen. Dazu hat nicht nur die Beliebtheit unserer E-Klasse Familie beigetragen, sondern auch die Nachfrage nach unseren SUVs ist in allen Regionen ungebrochen hoch.”

Dietmar Voggenreiter (Vorstand für Vertrieb und Marketing der AUDI AG): “Der Juni hat bestätigt, dass sich der Trend für Audi in allen Weltregionen positiv entwickelt. Nach einer schwierigen ersten Jahreshälfte erwarten wir angesichts der aktuellen Auftragslage ein stärkeres zweites Halbjahr. Darüber hinaus läuten wir mit dem neuen Audi A8 unsere breit angelegte Prestige-Offensive in den Oberklasse-Segmenten ein.”

14 responses to “1. Halbjahr 2017: Mercedes lässt BMW und Audi hinter sich”

  1. Meo says:

    Der Kommentar des Audi-Vertreters klingt ja vielversprechend…
    Für BMW läuft es gut, für Daimler noch besser – was will man viel mehr dazu sagen.
    Meine persönliche Meinung: So richtig verstehen kann ich den ungebrochenen Erfolg von Daimler irgendwie nicht. Wenn ich ca. 5 Jahre zurück blicke, ist es für mich einfach nicht ganz schlüssig, was auf den Märkten so passiert. Das alleinige Erfolgsrezept kann doch nicht Design und – in diesem Fall – eine sportliche Submarke AMG sein?

    • Moo says:

      Doch kenn es… Im Premiumsegment wird mindestens genauso auf Emotionen wie auf Objektive Eigenschaften geschaut… Und sorry, aber ein AMG GT ist einfach geil, genauso wie ein C63 AMG… Usw… Das Design funktioniert bis auf ein paar Ausnahmen sehr gut und mit den AMG Modellen schafft man die nötige Emotionen…

    • Frank Schmidt says:

      Ich denke auch, dass das Design (neben dem Markenimage) ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Technisch bewegen sich die Unternehmen doch mehr oder weniger auf Augenhöhe, die Detailunterschiede sind für die Masse der Kunden doch weder zu verstehen noch von Interesse. Und auch wenn ich mir nie hätte vorstellen können, das einmal sagen zu müssen: Gegen die aktuelle Designlinie von MB sehen die meisten BMW doch relativ altbacken aus (vielleicht hat man sich an dem Design auch einfach nur sattgesehen). Wobei es MB mit dem “Wow”-Effekt in den letzten Jahren natürlich einfach hatte, die kamen ja designtechnisch quasi aus dem Nichts (eckige Rentnerkisten mit 4 Glubschaugen). Ich denke, dass sich BMW (übrigens auch Audi) hier wirklich weiterentwickeln muss um wieder auf MB aufzuschließen und hätte mir schon für den neuen 5er (der ja absatzmäßig auch hinter der älteren E-Klasse liegt) deutlich mehr Mut zu Neuem gewünscht. Aber auch beim Interieur muss sich dringend was tun: Wenn ich mir heute die MB ab A-Klasse aufwärts anschaue (z.B. auch C vs. 3er) muss ich wirklich zugeben, dass hier ein echter Klassenunterschied besteht. Ich hatte neulich den 1er als Mietwagen, außen schick aber innen – vor lauter Hartplastik dachte ich, in einem Opel Corsa oder Ford Fiesta zu sitzen. Sorry Leute, aber das geht gar nicht, das Auge ist ja bekanntlich auch mit, und die meisten Kunden schauen lieber in den Innen- als in den Motorraum. Die Wertanmutung sollte also auch bei BMW hier endlich dem Premiumanspruch und den Premiumpreisen entsprechen.

  2. Polaron says:

    Allein schon aufgrund staatlicher Regularien wird in China die E-Mobilität immer mehr zur Trumpfkarte bei den Absatzzahlen. Momentan scheint auch hier Mercedes von allen Premiumherstellern am schnellsten zu reagieren.

    Von BMW und Audi gibt es in diesem Bereich nicht mal Studien bzw. nur vage Ankündigungen. MB scheint mit dem EQ-Label den Ernst der Lage erkannt zu haben und nun Tesla ernsthaft Paroli bieten zu wollen. BMW, mit der i-Submarke lange Zeit vorangeschritten, scheint die Weichenstellung zu lange hinausgezögert zu haben. Ich bin mal sehr neugierig, ob bzw. was auf der IAA in Sachen E-Mobilität angekündigt bzw. in seriennaher Form präsentiert wird (E-3er, E-X3?)…höchste Zeit wird es…

  3. Mini-Fan says:

    Die Beiträge unter bimmertoday.de sind meist sehr gut recherchiert. Und auch sprachlich schön abgefaßt.
    Im Gegensatz zum Großteil der sog. (Auto-) Fachpresse.
    Das muß hier mal gesagt werden.
    Insbesondere der 3-Teiler “BMW 4er Cabrio Roadtrip” hat mir sehr gut gefallen.

    Dennoch: Der Behauptung von BT,
    “wer auf seinem größten Einzelmarkt fast doppelt so stark wächst wie die
    Rivalen, hängt sie logischerweise auch bei den weltweiten Zahlen ab”,
    vermag ich von der Logik her nicht so richtig zu folgen – auch wenn es zufällig beim Vergleich BMW Group – Mercedes-Benz Cars (knapp) zutreffen mag.
    Aber es ist nicht zwangsläufig so.

  4. Ringrichter says:

    “Daimler wird das Absatz-Rennen aller Voraussicht nach für sich entscheiden,” Hier wird mal wieder bei den Absatzzahlen gefaked. Warum werden nicht die Gesamtzahlen von BMW und Daimler genannt? Wenn ich die Grafik richtig deute, liegt BMW mit seinen Premiummarken Mini und RR immer noch vor Mercedes+ Smart, wobei der “Rollschuh” Smart beileibe kein Premium ist. Die Propaganda von Zetsche und Umdeutung der Zahlen reicht also bis in die Redaktion von Bimmer Today.

    Bevor Daimler die großen Siegesfanfaren anstimmt, sollen die erst mal ihre 3 Milionen abgasgefakten Autos nachbessern. “Nur das Beste oder nichts”. Man hat sich bei Mercedes offenbar fürs “Nichts” entschieden. .

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