Crowd Sourcing: Mobileye und BMW als Daten-Sammler-Duo

Sonstiges | 23.02.2017 von 15

Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist die Firma Mobileye einer der wichtigsten Partner für die Autoindustrie. Der Spezialist für hochsensible Kameratechnik kooperiert bereits seit …

Auf dem Weg zum autonomen Fahren ist die Firma Mobileye einer der wichtigsten Partner für die Autoindustrie. Der Spezialist für hochsensible Kameratechnik kooperiert bereits seit einigen Monaten offiziell mit der BMW Group und Intel, nun intensivieren BMW und Mobileye ihre Zusammenarbeit und wollen gemeinsam in kürzerer Zeit größere Datenmengen sammeln. Crowd Sourcing nennt sich die Technik, bei der das Potenzial großer Gruppen optimal ausgenutzt werden soll.

Die anonymisierten Daten aus dem realen Fahrbetrieb werden genutzt, um das Kartenmaterial von HERE weiter zu verfeinern. Verläuft eine Straße vielleicht doch ein wenig anders als von HERE gedacht oder ändert sich die Verkehrsführung, könnten autonom fahrende Autos schnell in Schwierigkeiten kommen – ein möglichst exaktes Abbild der Realität in den digitalen Karten des Navigationssystems ist daher eine der Grundvoraussetzungen für selbstfahrende Autos.

Pro Fahrzeug und gefahrenem Kilometer sollen im Durcschnitt nur 10 Kilobyte Daten in die von BMW und Mobileye betriebene Cloud geschickt werden – denn natürlich sollte die Masse der Fahrzeit kaum relevante Abweichungen mit größerem Erkenntnis-Potenzial bieten. Die anonymisierten und hochkomprimierten Daten genügen jedoch, um die real gefahrenen Strecken menschlicher Autofahrer mit dem vorhandenen Kartenmaterial abzugleichen und eventuelle Abweichungen innerhalb kürzester Zeit zu entdecken.

Die benötigte Sensorik zum Erfassen der benötigten Daten steuert Mobileye bei – und ab 2018 soll die Road Experience Management oder kurz REM genannte Technik in neuen BMW-Modellen verbaut werden. Fahrzeuge wie die nächste 3er-Generation G20 könnten demnach ab Werk mit Mobileye-Sensorik ausgerüstet werden, um innerhalb kurzer Zeit die Daten von vielen Millionen ganz real gefahrenen Kilometern auf unzähligen Straßen sammeln und auswerten zu können.

Zu den per Crowd Sourcing gesammelten Daten gehört auch die in Echtzeit ermittelte und in die Cloud geschickte Verkehrssituation, Informationen zu Hindernissen auf der Fahrbahn oder schwieriger Witterung, freie Parkplätze am Straßenrand und dergleichen mehr. Das Ergebnis ist eine hochauflösende Karte, die neben der Lage von Straßen und Parkplätzen auch zahlreiche weitere Informationen beinhaltet und in Echtzeit aktualisiert. Nur so können autonom fahrende Autos später innerhalb kurzer Zeit von Veränderungen erfahren und ihre Verhaltensmuster entsprechend anpassen.

 

15 responses to “Crowd Sourcing: Mobileye und BMW als Daten-Sammler-Duo”

  1. M. Power says:

    Und was kann ich tun, wenn ich nicht möchte das meine Daten aufgezeichnet werden ?
    Schon heute sammelt BMW viele Daten über unser Verhalten beim Autofahren, viele wissen das gar nicht.

    Gemäss Test vom ADAC werden z.B. heute schon folgende Daten von uns gesammelt:

    BMW 320d:
    Mittels Last State Call (automatisch nach dem ausschalten der Zündung und Abschliessen des Autos)

    Maximaldrehzahl des Motors mit jeweiligem Kilometerstand (erlaubt Rückschlüsse auf den Fahrstil).
    Fahrstrecken bis 5, bis 20, bis 100 und über 100 Kilometer (erlaubt Rückschlüsse auf das Nutzungsprofil).
    Dauer der Fahrt in den jeweiligen Modi des Automatikgetriebe (Rückschlüsse auf Fahrstil)
    Betriebsstunden der Fahrzeugbeleuchtung, getrennt nach Lichtquellen
    Zahl der Fahrersitz-Justierungen (erlaubt Rückschlüsse auf Anzahl Fahrer)
    Anzahl der eingelegten Medien ins CD- / DVD-Laufwerks.
    Zahl der elektromotorischen Gurtstraffungen z.B. aufgrund starker Bremsmanöver (Erlaubt Rückschlüsse auf den Fahrstil).
    Bei Anbindungen des Handys via Bluetooth Kontaktdaten (je nach Telefonmodell)
    Ins Navigations-System eingegebene Ziele.
    Vor Airbag-Auslösung Beschleunigung, Geschwindigkeit, Gas- und Bremspedalstellung.

    BMW i3:
    Mittels Last State Call (automatisch nach dem ausschalten der Zündung und Abschliessen des Autos)

    Detaillierte Daten der Antriebsbatterie (wie Ladezustand, Zelltemperatur usw.
    Intermodale Verbindungspunkte (wo wurde aufs ÖV umgestiegen)
    Gewählter Fahrmodus (eco, eco plus, sport)
    Einsatzdaten des Range Extenders (REX)
    Wie oft wurde der Ladestecker eingesteckt?
    Wie und wo wurde geladen, wie stark war die Antriebsbatterie entladen
    Kilometerstand bei Bedienvorgängen wie z.B. Laden.
    Position der 16 zuvor benutzten Ladestationen
    Rund 100 letzte Abstellpositionen des Fahrzeugs.

    Ich finde diese Datensammlerei sehr bedenklich, was haltet ihr davon ?

    • Meo says:

      Das Problem verstehe ich, kritisch wird es jedoch m. M. n. wenn die Daten gespeichert und v. a. personenbezogen werden. Sonst ist es ja eigentlich nur i. S. d. Wissenschaft.

      • M. Power says:

        Ja das sehe ich auch so. Sehr bedenklich finde z.B. das BMW Zugang zu meinen Kontaktdaten vom Handy hat via Bluetooth.

        • Quer says:

          Wenn es nach dem gehen würde, dann darfst kein neues Auto kaufen, oder kann man nur bei Autos von BMW das Handy mit Bluetooth verbinden. Zudem sind diese Kontaktdaten nur im Auto sichtbar, wenn du Bluetooth ausschaltest sind die Kontaktdaten im Auto verschwunden.

        • B3ernd says:

          Datensammlung at its best. Was damit gemacht wird ist unklar. Fest steht auch, dass Bmw die meisten Daten nicht benötigt, dennoch fleißig sammelt und auf alles Zugriff haben möchte. Damit lässt sich letztendlich viel Geld verdienen.

          • Mini-Fan says:

            Schwachsinn.

            BMW heißt nicht Google oder Microsoft.
            Und verkauft deswegen diese Daten auch nicht.
            Im Übrigen hat man in die Speicherung eingewilligt.

            BMW will Geld verdienen mit dem Verkauf von Autos und Mobilitätsdienstleistungen.

            Man heißt ja schließlich nicht Audi. Denen gehen die Kunden ja bekanntlich am Ars** vorbei.

        • Mini-Fan says:

          Die Frage ist ja:
          WO werden diese Daten gespeichert?
          Im Fahrzeug? Oder aber auf dem Server von BMW?
          Und:
          Kann irgendjemand BMW zwingen, diese Daten herauszugeben (verschlüsselt werden sie sowieso sein)?
          Oder kann irgendjemand BMW zwingen, den Schlüssel herauszugeben?

          Ich denke: nein.

          Ebensowenig wie auch Foltermethoden unzulässig sind, um z.B. ein Versteck eines entführten Kindes (Oetker!) heraus zu bekommen, um dessen Leben zu retten.

      • Mini-Fan says:

        nicht nur Wissenschaft.

        Die Daten werden ja auch zum Nutzen des Fahrers verwendet.
        Und BMW gibt die Daten n Niemanden weiter.
        Schon gar nicht an Google etc.

      • Mini-Fan says:

        Dazu müsste BMW ja erstmal wissen, WER das Auto überhaupt führt.
        Wie und warum uberhsupt sollte BMW dies überhaupt tun, personenbezogen abspeichern (können).

        Und um die “Wissenschaft* geht es nur insofern, als dass man aus dem Nutzerverhslten zukünftige Kundenwünsche bzw. Entwicklungen ablesen kann.

    • Quer says:

      Andere Autobauer sammel auch Daten, nicht nur BMW.
      Kontaktdaten via Bluetooth sind nur im Auto sichtbar und werden nicht an Autobauer weitergegeben, weil das vom Gesetzgeber verboten ist.

      • M. Power says:

        Ja natürlich sammeln andere Autobauer auch Daten, z.T. noch mehr als BMW. Meine Kritik richtet sich nicht nur an BMW sondern an alle neuen Autos.
        Gemäss dem Test den ich gesehen haben, werden aber eben auch meinen Kontaktdaten an den Autobauer gesendet. Sind also nicht nur im Auto sichtbar, wie du das meinst.
        Alle aufgezeichneten Daten werden ausgelesen und automatisch übersendet, ohne das wir das merken. Die Autobauer sind leider auch nicht transparent und informieren offen darüber.
        Ist mir schon klar das heutzutage überall Daten von uns gesammelt werden, aber das dies auch beim Auto so ist war mir neu.

    • Mini-Fan says:

      Solange BMW Daten sammelt, sollte man davon ausgehen dürfen, dass dies letztlich dem Wohl des Fahrers (bzw. dessen Auti ) dient.

      Anders sieht es aus, wenn der Staat es tut.
      DIES und nichts anderes ist nämlich der Grund für die Einführung der Pkw-Maut: wir werden überall gefilmt und geknipst, auch auf Landstrassen.
      Dem Staat entgeht keine Kfz.-Steuer mehr, kein Bußgeld, kein Fahren bei entzogenem Führerschein, kein Straftäter mehr. Mit der Gesichtsscannung und dem Datenabgleich mit Einwohnermeldedaten/ digitalen Pass- und Führerscheinfotos wird alles möglich.
      Orwell 2018.
      Es geht NICHT um die Einnahmen aus der Maut …

    • Mini-Fan says:

      Du kannst beim Kauf deines BMW (nicht nur beim i3!) der Speicherung der Daten widersprechen. Mit der Anerkennung der AGB’s hast du der Speicherung namlich zugestimmt.

      Bei Widerspruch mit Nachteilen bei Navigation, Stauumfahrung, Wartung, automatischer Unfallmeldung, Finden der nächsten E-Ladestation und vielem anderem.

    • Mini-Fan says:

      Was Du tun kannst?

      Ganz einfach: bei BMW der Speicherung widersprechen (sofern überhaupt Daten über Dein Nutzerverhalten gespeichert werden, bzw. , Du überhaupt darin eingewilligt hast.

    • Mini-Fan says:

      Heute kam das Urteil im Berliner
      Prozess gegen zwei offensichtlich hirnamputierte “Sportwagenfahrer”, die mit über 160 km/h durch die Stadt rasten: Verurteilung wegen Mordes!

      “Techniker konnten aus den elektronischen Daten der Autos recht genau die Geschwindigkeiten bei dem Rennen und dem Aufprall auslesen”.

      Hier diente das Auslesen der gespeicherten Daten wohl unzweifelhaft der Überführung der beiden Täter (ja, das sind sie: Sie sind Mörder, die ihre Autos als Waffe gegen einen Menschen einsetzten, zum Zwecke der Befriedigung ihrer Selbstsucht!)
      Aber sicher wird es trotzdem auch hier Menschen geben, die das Nutzen der Daten gegen “ihre Besitzer” als höchst ungerecht empfinden …

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