Kartendienst Here: Chip-Riese Intel tritt Autobauer-Allianz bei

Sonstiges | 4.01.2017 von 15

Intel tritt an die Seite von Audi, BMW und Mercedes und sichert sich 15 Prozent an Here. Die Autobauer erhoffen sich mehr Rechenleistung für das autonome Fahren.

Wie angekündigt sind die deutschen Autobauer BMW, Audi und Mercedes als Besitzer des von Nokia übernommenen Kartendiensts Here offen für weitere Einsteiger. Ein prominenter neuer Partner ist der amerikanische Chip-Hersteller Intel, der sich jetzt offenbar gleich 15 Prozent an Here gesichert hat. Genau wie die deutschen Autobauer sieht auch Intel großes Potenzial im besonders hochauflösenden Kartenmaterial von Here, das unter anderem für autonom fahrende Autos von großer Bedeutung sein wird.

Aus Intel-Sicht werden die exakten Daten von Here aber nicht nur für Autofahrer, sondern auch für alle anderen Menschen große Vorteile mit sich bringen. Zahllose Endgeräte des Internet of Things (IoT) sind auf eine möglichst genaue Positionsbestimmung angewiesen, um ihre Nutzer mit optimal passenden Informationen versorgen zu können.

HERE-Uebernahme-2015-BMW-Audi-Mercedes

Intel sieht sich dabei aber nicht nur als Profiteur einer guten Vorarbeit, sondern möchte auch aktiv an der Weiterentwicklung und Verbesserung der Here-Daten mitwirken. Sobald die Übernahme des Anteils von 15 Prozent abgeschlossen ist, wird Intel auch mit einem Sitz im Aufsichtsrat von Here vertreten sein und kann so Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des Karten-Dienstleisters nehmen.

Brian Krzanich (Intel CEO): “Autos entwickeln sich rasant zu einigen der weltweit intelligentesten vernetzten Geräte. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Here und seinen Partnern aus der Automobilbranche, um eine wichtige technologische Grundlage für die intelligenten und vernetzten Autos der Zukunft zu schaffen.”

Edzard Overbeek (HERE CEO): “Eine hochauflösende, auf Echtzeit-Daten basierende und sich selbst aktualisierende Entsprechung der realen Welt ist essenziell für das autonome Fahren. Um dieses Ziel erreichen zu können, benötigen wir erheblich leistungsfähigere Computer-Systeme an Bord unserer Automobile. Intel kann unsere Anstrengungen dabei beschleunigen und uns so dabei unterstützen, eine universell einsetzbare und ständig aktualisierte Plattform zur Nutzung in Fahrzeugen und allen anderen vernetzten Geräten zu schaffen.”

15 responses to “Kartendienst Here: Chip-Riese Intel tritt Autobauer-Allianz bei”

  1. /// Rick Supertrick says:

    Es bleibt spannend wie es mit der Digitalisierung weitergeht und welche Blüten das noch austreibt. Ich werde bis dahin die Zeit geniessen um noch wirklich Hand und Fuß anzulegen beim fahren.

    Evtl. braucht die AG in ein paar Jahren dann einen neuen Claim, wie z.B. “Freude am fahren lassen”, o.ä. 😉 No offence!

    • der_ardt says:

      Als halbwegs großer Autobauer kann man sich dem autonomen Fahren nicht verschließen. Man kann ja weiterhin das “echte” Fahren des Fahrers ermöglichen.
      Anders als Elektromobilität würde ich auch ohne Subvention dem autonomen Fahren in kurzer Zeit einen Eintritt in die Oberklasse zutrauen und auch das Herabwandern in die niedrigeren Reihen. Wenn das G11 LCI nicht autonom fahren kann, wäre das schon sehr überraschend (evtl. mit so einem gesetzlichen Firlefanzeinschränkungen wie “alle 60 sek. einmal bestätigen, dass man nicht schläft”)

      • /// Rick Supertrick says:

        Du hast Recht, man sollte als Großunternehmen Trends nicht ignorieren. Hatte es bereits erwähnt dass die Entwicklung sehr spannend bleibt.

        Da kommen mir einige Gedanken in den Kopf:

        Wäre es nicht denkbar, dass in zwanzig Jahren das manuelle Fahren aus Sicherheits- und Verkehrsflussgründen untersagt werden könnte, da es durch die KI kaum mehr Verkehrstote gibt?

        Wie würde sich ein autonomer Sportwagen fortbewegen, wenn er den Regeln einer KI gesteuerten Verkehrsregelanlage unterworfen wird?

        • der_ardt says:

          ich denke eher, dass eine Entwicklung dahin geht, dass man selbst fahren kann, wenn man denn will. Das Auto könnte dennoch entscheiden, ob ein bestimmtes Fahrmanöver keinen Sinn macht/gefährlich ist und dieses korrigieren bzw. ganz unterbinden. Dies auch, indem eben Autos miteinander kommunizieren. Schwierig wird es natürlich dann, wenn ein Oldtimer durch die Gegend fährt, der nicht vernetzt ist

      • M54B25 says:

        Ich hatte das schon mal in einer ähnlichen Diskussion angebracht, dass ich auf Anhieb 5 Stellen in meinem näheren Wohnumfeld des Randbezirkes einer wirklichen Großstadt aufzeigen kann, wo keine KI eine gefahrenfreie Verkehrsführung und Spurhaltung unter den jetzigen Bedigungen hinbekommt. Daher bin ich der festen Überzeugung und auch durch meine beruflichen Erfahrungen (SW-Design/Entwicklung) das wir unter Beibehaltung der derzeitigen Verkehrsrahmenbedingungen auch in 20 Jahren keine vollautonomen Fahrzeuge haben werden. Auf Autobahnen mit Geschwindigkeitslimitierungen ja, auf Landstraßen bedingt und in Städten nein!

        Wir dürfen hier auch nicht good old Germany mit den Staaten vergleichen, bei denen sind ja 150km/h schon ludicrous speed, also da wo es in Deutschland auch auf ABs schon mal lustig wird mit den derzeitigen Regelsystemen.

        Persönlich bin ich der Meinung, dass nur über eine Anpassung der Strassenleitsysteme und der vollkommemem Vernetzung von Fahrzeugen eine solche Fahr-Autonomie hergestellt werden kann. Nur wird es in 20 Jahren dann in Deutschland immer noch genügend Autos geben, die das nicht können – wie sollen die dann behandelt werden? Fahrten nur am Wochenende oder geraden Tagen und autonome Fahrzeuge an ungeraden? Das wären mal Sachen wo der Herr Minister D. sich mal um was verdient machen könnte – insbesondere auch im Sinne der Führerschaft der deutschen Automobilhersteller – und nicht das aktuelle EU/Ösi-Maut-Bashing.

        • der_ardt says:

          Meiner Erfahrung nach sind Menschen die Fehlerquelle #1 und dass ein Mensch am Steuer einer ausgereiften KI (sagen wir Stand 2025) überlegen sein soll, kann ich mir schlicht nicht vorstellen. Eine KI kann, sofern man sie richtig programmiert oder besser “trainiert”, eine nahezu unendliche Zahl von Faktoren berücksichtigen (Ampeln, Mündungen, Temperatur, Fehler Menschen) und dementsprechend Fahrweise anpassen. Ein Mensch hat Erfahrung, Instinkt und einen viel zu lange dauernden Denkprozess. Zusätzlich kann eine KI je nach Kamerasystem auch wesentlich weiter sehen. Gefahrenbremsung bei 250 km/h etwas über 300 m. In der Distanz muss man einen Stau oder einen Unfall erstmal erspähen und dann noch reagieren. Was KI mittlerweile kannte, hätten vor 10 Jahren auch die meisten nicht für möglich gehalten.
          Ich sehe einfach keinen Aspekt, in dem ein Fahrzeug von einem Mensch gesteuert sicherer und schneller ist als ein KI-gesteuertes.
          Optimierung der Straßenleitsysteme fände ich auch super: Counter an alle Ampeln, wie in vielen chinesischen Großstädten. Dann weiß man, ob man auf eine Ampel bremsend oder mit gleichem Tempo zufahren muss und kann mehr im Verkehr schwimmen. Davon ab kann man eigentlich nur durch mehr Vernetzung effektiv etwas bewirken, aber da müsste man eine große Zahl Autos einbeziehen, also nichts mit Autos älteren Baujahres ohne Nachrüstung.

          • M54B25 says:

            Ich denke angesichts Deiner sehr guten Ausführungen, dass es unumgänglich ist, das Thema autonomes Fahren von verschiedenen Sichtweisen aus zu betrachten:

            Aus Sicht der technologischen Aspekte hast du Recht, das in naher Zukunft eine KI (Software) zusammen mit der in ein Fahrzeug integrierbaren Hardware jeden Fahrer ersetzen kann und die Unfallgefahr erheblich reduziert werden kann.

            Aus Sicht des Gesamt-Raumes Straßenverkehr wird es jedoch in der von mir angegebenen Zeit von 20 Jahren keine Fahrzeugautonomie allgegenwärtig geben können. Fußgänger, Radfahrer, ältere (also auch aus heutiger Sicht aktuelle Autos, wie 1er BMW oder Golf 7) sind nicht integriert und lassen sich auch schlecht mittels Nachrüstungen integrieren. Damit wird es immer zwei Teilnehmergesellschaften geben, die einen nahezu unfehlbar -siehe oben- die anderen KI-mäßig unberechenbar. Wenn man dann als Vergleich für die Einführung einer Technologie mal das Thema ESP nimmt, ’97 mit der Elch-Klasse von Mercedes ein Thema geworden aber erst 2014 vom Gesetzgeber verpflichtend – dann kann man ungefähr abschätzen, wie lange uns diese Übergangszeit mit ihrem Problemsituationen noch erhalten bleiben wird. Der ZV Chef Sommer hat das in einem aktuellen AMS Interview (http://www.auto-motor-und-sport.de/news/zf-chef-stefan-sommer-im-interview-724512.html
            ) auch ähnlich gesehen, dass wir uns derzeit eher um die Lösung von Teilaspekten zu kümmern haben, bis der Gesamtfortschritt so weit ist, dass die Fahrzeugautonomie flächendeckend kurzfristig einführbar ist – bis auf Sonntags, da dürfen die R6 Sauger dann noch mal auf die Straße 😉

            Aber ähnlich wie mit den Smartphones die vor 10 Jahren mit den ersten iPhone auf dem Markt kamen und das Leben der meisten Menschen grundlegend bestimmen und z.T. verändert haben, ist es derzeit spannend mit zu erleben, wohin sich das Ganze entwickeln wird und ich freue mich das hautnah erleben zu dürfen. Meinen Enkeln werde ich sicherlich mal -mit Freuden!- erklären dürfen, was es denn mit der NNoS so auf sich hatte, in der Zeit als es noch Lenkräder und Benzintanks in Autos gab…

  2. McIntyre's (un)official page says:

    Interessant.

  3. Aloys Haydn says:

    Da arbeiten Audi, BMW und Daimler längst zusammen und hier bekriegen sich Schwachköpfe wie dailybimmer, quer, mini-fan u.a. wegen ein paar Stückzahlen hin und her, Lüftungsdüsen etc. Auch ams schreibt, daß keiner ohne den anderen kann um weitere wichtige Projekte zu stemmen

    • Mb2win says:

      Also jetzt habe ich endgültig die Hoffnung verloren, dass du weißt, was du von dir gibst 😀

      • Aloys Haydn says:

        Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber was haben Sie an meiner Aussage auszusetzen. Evtl. weil ich Sie nicht genannt habe?

        • Mb2win says:

          Dass du ja wohl immer der erste bist, der aufschreit, wenn ein Hersteller 10 Autos mehr verkauft hat als BMW. Erinnerung? Nein? Nicht schlimm

          • Aloys Haydn says:

            Nein, das tue ich nicht. Lesen Sie mal meine Kommentare. Ich betone sogar, daß es mich freut, wenn es allen Herstellern gut geht. Aufschreien tun stets quer, dailybimmer mit “Sprinter raus” BMW-Group und Mercedes cars” und Audi Betrügerkarren usw. Sie sollten schon ein wenig kritischer und fair bleiben

  4. Crazy Russian Decker says:

    autonomes fahren gibt es seit kutschen gibt und heisst chauffeur. oder in gulf-klasse: taxi.

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