DTM 2016: BMW-Pilot Marco Wittmann holt zweiten Titel

Motorsport | 16.10.2016 von 11

Marco Wittmann ist am Steuer seines BMW M4 DTM zur Meisterschaft 2016 gefahren! Der Fürther hatte aus den vorangegangenen Rennen genügend Vorsprung, um beim Saisonfinale …

Marco Wittmann ist am Steuer seines BMW M4 DTM zur Meisterschaft 2016 gefahren! Der Fürther hatte aus den vorangegangenen Rennen genügend Vorsprung, um beim Saisonfinale in Hockenheim mit einem vierten Platz alles klar zu machen, der Sieg seines schärfsten Rivalen Edoardo Mortara konnte am Ausgang der Fahrermeisterschaft nichts mehr ändern. Dass es im letzten Rennen kein BMW auf das Podium geschafft hat, ist vor diesem Hintergrund locker zu verschmerzen – der vierte Platz wurde mit Recht gefeiert wie ein Sieg.

Insgesamt präsentierte sich Marco Wittmann in der DTM-Saison 2016 als effektivster Punkte-Hamster, erlaubte sich in 18 Rennen nur eine einzige Nullnummer und konnte letztlich über diese Konstanz die Meisterschaft holen. Der zweite Titel nach 2014 macht Marco Wittmann auch zum jüngsten Doppel-Champion der DTM-Geschichte, was den Münchnern einen weiteren Grund zum Feiern gibt. In der Gesamtwertung hat Wittmann 206 Punkte, Audi-Pilot Mortara kommt auf 202.

Das mit Timo Glock, Maxime Martin, Tom Blomqvist und Martin Tomczyk noch vier weitere BMW-Piloten in die Top-10 fahren konnte, verkam angesichts der anstehenden Meisterfeier für Marco Wittmann zur Nebensache. Für Martin Tomczyk ist es dennoch besonders erfreulich, dass er in seinem letzten DTM-Rennen und am Ende einer schwierigen Saison noch einmal einen Meisterschaftspunkt erringen konnte.

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): “Das war einfach nur mega, Marco! Das heutige Rennen war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Marco hat sich keine Fehler geleistet und das Optimum aus seinem Red Bull BMW M4 DTM herausgeholt. Bei der Ausgeglichenheit der Pakete in dieser DTM-Saison hat Marco den entscheidenden Unterschied gemacht. Sein Topspeed, seine Nervenstärke, aber auch seine Konstanz haben Marco zum verdienten Champion 2016 gemacht. Er ist in der aktuellen DTM die Messlatte für alle anderen Fahrer im Feld und kann auf seine Leistung sehr stolz sein. Wir sind es auch. Marco ist der erste BMW Fahrer in der Geschichte der DTM, der zweimal den Fahrertitel gewinnen konnte – und das in seinem erst vierten Jahr in dieser hochkarätig besetzten Serie. In so kurzer Zeit hat noch nie ein DTM-Fahrer zwei Titel eingefahren. Marco hat mit diesem Erfolg bereits jetzt seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern der DTM und von BMW Motorsport sicher. Er ist ein außergewöhnlicher Rennfahrer, und wir sind sehr froh, dass er ein Teil der BMW Familie ist. Glückwunsch auch an die übrigen BMW Piloten, die es in die Punkteränge geschafft haben. Das gilt besonders für Martin Tomczyk, der in seinem letzten DTM-Rennen noch einmal punkten konnte. Schade, dass António Félix da Costa nach großartiger Leistung durch eine unnötige Kollision um die Chance auf ein hervorragendes Ergebnis bei seinem DTM-Abschiedsrennen gebracht wurde. Seine beiden Polepositions beim Saisonfinale waren beeindruckend. Wir haben in jedem Jahr seit unserem DTM-Comeback 2012 mindestens einen Titel errungen. Was für eine fantastische Bilanz! Jetzt wird in jedem Fall ausgelassen gefeiert. Das haben sich alle Teammitglieder nach dieser Saison verdient. Jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Dafür möchte ich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen.”

Marco Wittmann (BMW Team RMG, DTM-Champion 2016): “Was für ein Gefühl! Zum zweiten Mal in vier Jahren DTM-Champion zu sein, das ist einfach unglaublich. Es war eine harte Saison, aber jetzt sind die Emotionen unbeschreiblich. Wir haben bis zum letzten Rennen gekämpft und hätten vor der Saison niemals geglaubt, am Ende ganz oben stehen zu können. Jetzt ist es geschafft. Einfach Wahnsinn. Ein riesiges Dankeschön geht an mein Team, BMW Motorsport und alle Beteiligten. Großer Respekt auch für Edoardo Mortara. Er hat eine tolle Saison gezeigt. Am Ende hat es für uns gereicht. Jetzt wird gefeiert.”

Stefan Reinhold (Teamchef BMW Team RMG): “Ich bin einfach sprachlos. Ein großer Dank geht an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Marco ist ein mega Champion – und mein Team ist einfach sensationell. Natürlich auch Danke an BMW Motorsport für den tollen Support. Die Saison war extrem anstrengend, aber jeder bei uns hat super mitgezogen. Das war nach 2014 wieder ein richtiges Meisterstück.”

Bart Mampaey (Teamchef, BMW Team RBM): „Zunächst einmal Glückwunsch an BMW und an Marco Wittmann. Das war wieder einmal eine tolle Leistung von ihm heute. Ich denke, wir als Team haben in dieser Saison eine gute Rolle gespielt. Das Finale ist dabei ein gutes Beispiel: Wir haben es im Qualifying mit beiden Autos in die Top-5 geschafft. So war es regelmäßig in diesem Jahr. Platz drei in der Teamwertung ist sehr positiv für uns. Ich bin sehr zufrieden.“

Charly Lamm (Teamchef, BMW Team Schnitzer): „Für uns war es ein sehr emotionales Rennen, da beide unsere Fahrer heute ihre DTM-Karrieren beendet haben. António Félix da Costa hat uns mit seinen zwei Polepositions begeistert. Schade, dass er diese Ausgangslage ohne eigenes Verschulden nicht in ein Top-Ergebnis verwandeln konnte. Das hätte ich ihm gewünscht. Martin Tomczyk hat wieder das gezeigt, was ihn einfach auszeichnet: Kampfgeist. Dafür wurde er mit einem Punkt belohnt. Ich bin sicher, dass er die letzten Runden sehr genossen hat. Der zweite Meistertitel für Marco Wittmann überstrahlt jedoch alles. Herzlichen Glückwunsch an Marco, das BMW Team RMG und an BMW Motorsport.“

Ernest Knoors (Teamchef, BMW Team MTEK): „Herzlichen Glückwunsch an Marco Wittmann zum Titel. Für BMW war es insgesamt eine gute Saison, wir als Team können jedoch nicht zufrieden sein. Wir hätten uns 2016 mehr erwünscht. Die Jungs haben die besten Boxenstopps gezeigt, aber irgendwie hat zu selten alles zusammengepasst.“

Timo Glock (BMW Team RMG, So.: 5. Platz, Sa.: 7. Platz): „Heute ging es für uns ausschließlich darum, Marco zum Gewinn des Fahrertitels zu verhelfen. Das ist uns perfekt gelungen. Ich hatte gegen Ende des Rennens einen sehr guten Speed und habe mich gefreut, Marcos ‚Wingman’ sein zu dürfen. Glückwunsch auch an mein Team und an BMW Motorsport. Alle haben diesen Erfolg verdient. Das ist der perfekte Saisonabschluss.“

Maxime Martin (BMW Team RBM, So.: 6. Platz, Sa.: 13. Platz): „Positiv ist, dass ich im Saisonverlauf konstant unterwegs gewesen bin. Es war wie immer alles sehr eng, und ich war immer bei den besten BMW dabei. Marco Wittmann hat großartige Arbeit geleistet und sich diesen Titel absolut verdient. Jetzt bereiten wir uns auf 2017 vor – und werden stark wiederkommen.“

Tom Blomqvist (BMW Team RBM, So.: 7. Platz, Sa.: 9. Platz): „Das war zum Schluss noch einmal ein insgesamt gutes Wochenende. Glückwunsch an Marco Wittmann zum Titel. Und ich freue mich auch, dass wir noch einmal punkten konnten. Der Schlüssel war unsere Performance im Qualifying. So konnten wir im Rennen zumindest kämpfen, obwohl das Auto vielleicht nicht unbedingt herausragend gewesen ist. Platz sechs in der Gesamtwertung ist für mich ein gutes Ergebnis. 2015 war ich noch ein Rookie. Jetzt hoffe ich, dass ich nächstes Jahr einen weiteren Schritt nach vorn machen kann.“

Martin Tomczyk (BMW Team Schnitzer, So.: 10. Platz, Sa.: 20. Platz): „Zum Ende meiner DTM-Karriere war das hier noch mal ein tolles Rennen. Dass ich dann noch mit einem Punkt belohnt wurde, entschädigt für die eigentlich enttäuschende Saison, die hinter mir liegt. Vor dem Aussteigen habe ich mir die Zeit genommen, noch einmal ein paar Momente Revue passieren zu lassen. Jetzt bin ich erleichtert. Der Titel für Marco Wittmann ist natürlich fantastisch. Ich kann jetzt ruhigen Gewissens Servus sagen und mich meinen neuen Aufgaben widmen.“

Bruno Spengler (BMW Team MTEK, So.: 12. Platz, Sa.: 14. Platz): „Glückwunsch an alle in München, die hart für diesen Titelgewinn gearbeitet haben. Besonders natürlich an Marco Wittmann und das BMW Team RMG, die das ganze Jahr über extrem konstant ihre Leistung gebracht haben. Meine eigene Saison war leider extrem enttäuschend. Von daher gibt es dazu gar nicht viel zu sagen.“

Augusto Farfus (BMW Team MTEK, So.: Ausfall, Sa.: 11. Platz): „Das war sicher nicht das beste Rennen für mich. Der erste Reifensatz war furchtbar. Ich war sehr langsam und musste kämpfen. Am Ende haben sie dann auch noch abgebaut. Später gab es ein Problem im Cockpit. Das war unglücklich und frustrierend. Ich musste für einen langen Stopp rein kommen und später dann sogar aufgeben. Pech hat meine gesamte Saison geprägt. Das war ein sehr schwieriges Jahr für uns. Das gibt es manchmal. Du gibst in jedem Rennen 100 Prozent, aber es soll trotzdem nicht sein. Natürlich freue ich mich sehr für Marco über seinen Titelgewinn. Glückwunsch an ihn, denn er ist fantastisch gefahren und hat den Titel mehr als verdient. Das ist auch toll für BMW Motorsport, und wir werden es gebührend feiern.“

António Félix da Costa (BMW Team Schnitzer, So.: Ausfall, Sa.: 4. Platz): „Mein letztes DTM-Rennen von der Poleposition zu beginnen, war natürlich ein Traum. Aber dann kam es zu der Situation mit Gary Paffett. Er war einfach ungeduldig. Das ist extrem schade. Ein Podium wäre zum Abschluss für mich toll gewesen. Glückwunsch an Marco Wittmann, er ist der Champion. Es war ein hartes Jahr für uns – aber mit dem Ausklang können wir definitiv zufrieden sein.“

11 responses to “DTM 2016: BMW-Pilot Marco Wittmann holt zweiten Titel”

  1. Pro_Four says:

    …Konstanz siegt, der beste BMW Mann seit 3 Jahren. Cooler sympathischer Typ

    • Der_Namenlose says:

      Der wirkt sehr bodenständig und ist zudem noch sehr fair. Er kann durchaus noch einige Meisterschaften gewinnen. Hoffentlich bleibt er bei einem der BMW-Teams.

      Ich habe den Fehler gemacht, statt über dtm.com diesmal ARD zu schauen und habe mich über den Moderator geärgert. Er hat Wittmann nicht einmal gratuliert. Das ist schon sehr peinlich. Stattdessen hatte er nur abwertende Fragen übrig:
      – “Fazit wie 2014 lieber clever als spektakulär”?
      Und dann die unverschämte Frage:
      – “Fühlen Sie Sich als würdiger Meister, …”
      Da hat Wittmann höflich aber deutlich geantwortet und gesagt, was er von der Frage hält.
      Danach kam der ebenfalls sehr sympatische Mortara, der heute grandios gesiegt hat. Ihm hat aber der Moderator Glückwünsche auszusprechebn nicht vergessen.

      • drochtersen_assel says:

        Claus Lufen scheint nach seiner Degradierung von 2011 als Fußball Moderator des wdr durch den Wechsel von ProSiebens Matthias Opdenhövel zur „Sportschau“ immer noch kein neues Steckenpferd in seiner Kommentatoren Laufbahn gefunden zu haben.

        Er stand wieder einmal im Abseits. Selbst Norbert Haug wirkte gelangweilt wie selten zuvor in seiner “Experten Karriere”.
        Schade, dass so ein packendes Finale offensichtlich mit frustrierten Moderatoren der dritten Liga enden musste.

      • Wombat says:

        Die Streckensprecher – und somit auch der Kommentar auf dtm.com – sind auch nicht besser. Ich war dieses Jahr bei 5 Rennen live vor Ort, unter anderem jetzt beim Finale in Hockenheim. Es ist leider schon seit Jahren zu beobachten, dass BMW-Bashing offensichtlich zum guten Ton gehört. BMW mag “man” einfach nicht, warum auch immer. Auch an der Strecke (Streckensprecher, Interviews, etc.). Mercedes wird auch nur so… naja… behandelt. Es herrscht absolutes Audi-Gehype vor. Ich habe mir schon manches Mal überlegt, wieviel wohl die Marketing-Abteilung der Ringe da an der einen oder anderen Stelle wohl “versehentlich” fallen lässt.

        Die Krönung war 2014 vor dem Rennen, als die meisten Besucher schon auf ihren Plätzen sassen, die ach so tolle Präsentation eines RS7, der autonom ohne Fahrer einmal in überschaubarem Tempo die Strecke umrundete. Eine bis auf den letzten Zentimeter vermessene, abgesperrte Rennstrecke ohne andere Verkehrsteilnehmer, ohne Gegenverkehr, ohne Hindernisse, etc. Das wurde gehyped wie die Erfindung des Rades.

        Dass BMW schon Jahre zuvor die Nordschleife (!) autonom umrundet hat (in Renntempo am Limit und zur Show auch mit Drifts) und Mercedes schon autonom von Mannheim nach Pforzheim gefahren ist (über öffentliche Strassen! Mit Hindernissen, Radfahrern, Kreisverkehren, etc. — DAS ist wirklich beeindruckend, einfach mal bei Youtube suchen!), interessiert natürlich niemanden. Hauptsache wir stellen uns wieder mal als die besten und geilsten hin. Schon fast peinlich.

        Auch am diesjährigen Finale ging es den Sprechern wieder nur die ganze Zeit darum, ob und wie denn Mortara Wittmann in der Meisterschaft noch einholen könne. Und am Ende hat man sich nicht für/mit Wittmann gefreut, sondern war nur traurig, dass Mortara es nicht geschafft hat: “Ooohhh, trotz aller Anstrengungen hat es leider am Ende um 4 Punkte nicht gereicht…” — solche unverschämten Sätze hallen dann durchs Motodrom. Furchtbar.

        Genau so wenig, wie ein Rennen in der ersten Kurve gewonnen wird, wird eine Meisterschaft im letzten Rennen gewonnen.

        • Quer says:

          Beim Audi Gehype sind aber die öffentlich rechtlichen auch nicht schlecht, jedesmal wenn über Autos berichtet wird ist es ein Audibericht. So z.B. beim autonomen Fahren wurde gezeigt wie der Freund des VW Konzerns Minster Dobrindt mitfuhr, obwohl BMW bereits vor ein paar Jahren mit einer Flotte von 5er’n autonom von München über Ingolstadt nach Nürnberg fuhr und Audi nicht mal wusste wie so was funktionierte.

        • Der_Namenlose says:

          dtm.com ist aber in der Regel fairer als ARD. Und tatsächlich auch witziger.
          Das BMW-Bashing nehme ich genauso wahr, aber eine Erklärung dafür habe ich bis heute nirgends gefunden. ZDF hat hierbei die Vorreiterrolle.

          Der RS7 dreht ja noch bis heute seine Werberunden. Die Aktion war damals “echt Audi”. Völlig unwichtig, dass andere das Gleiche Jahre vorher demonstriert haben: einfach so tun, als ob Audi der Vorreiter wäre.

      • Quer says:

        Der Lufen hat ganz einfach Marco den Titel nicht gegönnt, aber wie er die dumme Frage gekontert hatte war schon geil. Bin heute über seinen Auftritt bei Blickpunkt Sport im Bayerischem Staatsfernsehen gespannt.

  2. quickjohn says:

    Ich finde beim Herrn Lufen weiß man nie so recht ob er überhaupt weiß was er wirklich fragen und hören will. Ich halte ihn für einen der Schlechtesten im ÖR-Bereich. Auch im Winter – bei Bob und Rodel – ist er eine einzige Peinlichkeit.

    Neben seinen – schon von Anderen genannten Schwächen – fand ich insbesondere das Interview mit Scheider dumm und frech zugleich.
    – Dumm weil sich hier der TV-Partner mit seiner zahlenden Kundschaft (den Werken) anlegt
    – Frech weil er den Scheider eiskalt in die Falle laufen lassen wollte. Hätte Scheider wirklich über Audi losgezogen, wäre er doch als Profi-Rennfahrer erledigt gewesen.

    Aber noch ein Wort zu dem der es wirklich verdient: Wittmann war klar der stärkste BMW-Pilot und damit vermutlich auch der beste Pilot im Feld. Audi konnte trotz überlegenem Fahrzeug die Meisterschaft nicht für sich entscheiden.

  3. stupid_man_suit says:

    Wieso wird eigentlich die Team- und Herstellerwertung mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt? Ich finde sie schon auch interessant.

    • Pro_Four says:

      …nebensächlich ;D

    • Der_Namenlose says:

      Keine Sorge. Audi wird ab heute bis Ende der nächsten Saison bei jeder Gelegenheit es erwähnen, DTM-Meister zu sein. Das Highlight wird wieder die Dauerwerbung auf AMS sein: “Angriff ist die beste Titelverteidigung”. Diese Werbung bringt Audi unabhängig davon, welchen der 3 Titel sie geholt haben.

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