Premium-Absatz Mai 2016: Wonnemonat für die Deutschen

News | 14.06.2016 von 3

Premium-Absatz im Mai 2016: Mercedes wächst stärker als Audi und BMW und setzt sich auch dank der Erfolge in China von der bayerischen Konkurrenz ab.

Die Großwetterlage in den Marketingabteilungen der deutschen Premiumhersteller verhielt sich im Monat Mai 2016 so ziemlich diametral zur realen Wetterlage – an der Verkaufsfront herrschte nämlich nur eitel Sonnenschein. Im Schwabenland vermutlich noch etwas mehr als in Oberbayern, denn bei Daimler entwickelte sich das Wachstum doppelt so schnell wie bei den Wettbewerbern.

Weltweit führender Premiumhersteller blieb jedoch auch in 05/2016 mit deutlichem Vorsprung die BMW Group mit ihren Marken BMW, MINI und Rolls-Royce. Neue – absolute – Rekordmonate also für Audi, BMW und Daimler; mittlerweile sind sie fast schon zur Normalität geworden. Im Mai 2016 standen konkret die folgenden Absatzzahlen zu Buche:

BMW-Audi-Mercedes-Mai-2016-Premium-Absatz-Vergleich-Verkaufszahlen

Wenn man die Verkaufstätigkeiten des abgelaufenen Monats in den großen Verkaufsregionen Europa, Asien (China) und Nordamerika (USA) betrachtet fällt zunächst auf, dass sich die Trends der letzten Monate mit zunehmender Gewichtung fortsetzten:

• In China wächst Daimler sprunghaft mit annähernd 40 Prozent, Audi und BMW auf hohem Basisniveau im oberen einstelligen Prozent-Bereich.

USA ist der zur Zeit schwierigste Markt für die Deutschen – Audi, als der Anbieter mit dem kleinsten Volumen schafft noch ein kleines Plus, während es für Daimler moderat und für BMW deutlich rückwärts geht.

• Europa ist für alle drei mit zweistelligen Zuwächsen die aktuelle Absatzlokomotive – woran noch vor einem Jahr kaum Jemand geglaubt hätte.

Mit dem Monat Juni dürfte nun ein spannender Halbjahresabschluß ins Haus stehen. Im Juni 2015 begann nämlich mit einem Wachstum von sagenhaften +21,1% die herausragende Wachstumsphase von Daimler, welche im Herbst 2015 bereits zur Ablösung der Nummer 2 (Audi) führte und mittlerweile – zumindest im Bereich der Kernmarken – an BMW vorbeigeführt hat. An diesen eigenen – anspruchvollen – Basiswerten wird sich Daimler fortan messen müssen.

Hinsichtlich der eigenen Öffentlichkeitsarbeit scheint man in Stuttgart aktuell noch nicht ganz auf Topniveau zu sein. Wir hatten für April in unserer Rubrik „Spruch des Monats“ darauf hingewiesen, dass man verbal im Absatzkommentar für 04/2016 den Verkaufserfolg des GLA gleich 2 mal – als Kompaktwagen und als SUV – feierte während die tabellarische Aufstellung das Model den SUV’s (richtigerweise nur einmalig) zugeordnet hatte.

Wir waren der Meinung, dass Dergleichen „ja mal passieren könne“ und kommentierten entsprechend. Aber da lagen wir falsch! Beim Lesen des Daimler-Kommentars für den Monat Mai erlebten wir nämlich ein Deja-vu. Dort steht auf Seite 2.: “Die Verkäufe der Kompaktwagen von Mercedes-Benz stiegen auf einen neuen Bestwert im Mai: Insgesamt gingen 53.618 Fahrzeuge in Kundenhand über (+15,6%). Besonders beliebt waren die A- und B-Klasse, der CLA, CLA Shooting Brake und der GLA in China.”

Und weiter unten auf der gleichen Seite: “Die SUVs tragen weiterhin stark zum Wachstum von Mercedes-Benz bei. Im vergangenen Monat lag der Absatz bei 58.517 Einheiten. Damit wurde der bisher stärkste Mai aus dem Vorjahr um 42,0% übertroffen.” Nur Tabellarisch finden sich auf der Seite 3 die korrekten Zahlen: Kompaktwagen 36.663 Stück (+6,7%), SUV’s 58.517 Stück (+42,0%). Vielleicht könnte irgendjemand bei Daimler diese Irreführung beenden – bevor noch jemand auf böse Gedanken kommt.

BMW-Audi-Mercedes-Mai-2016-Premium-Absatz-Vergleich

3 responses to “Premium-Absatz Mai 2016: Wonnemonat für die Deutschen”

  1. Expert says:

    MB wird wohl nach fast 10 Jahren zum erstenmal wieder die weltweite Premiummarke Nr.1 werden. Zumal die neue E-Klasse als Volumenmodell ja gerade erst (Limousine) bzw. im Herbst (Kombi) anfängt, in den Statistiken aufzutauchen. Hoffe ja nur, dass BMW den Abstand zu Audi halten kann, der neue A4 scheint jetzt ja doch besser zu laufen als es zunächst ausgesehen hat. Aber abgesehen von “sportlichem Ehrgeiz” dürfte es wirtschaftlich fast egal sein, wer in den nächsten Jahren auf welchen Plätzen landet: Alle 3 Hersteller sind auf Rekordniveau, die Unterschiede (inb. zwischen MB und BMW) sind gemessen am Gesamtvolumen marginal, und letzte Endes dürften “Zufälligkeiten” (Wann werden welche BR neu eingeführt bzw. gefaceliftet, etc.) über die Platzierungen entscheiden. Die größte Zukunftsbedrohung für jeden der deutschen Premiums sehe ich daher nicht in den jeweils beiden anderen deutschen Premiums, sondern in der künftigen Gesamtentwicklung in Sachen Mobilität (E-Technologie einschl. Tesla, Dieselgate, kommunale Einfahrverbote für Verbrenner, shared mobility etc.). Wenn ich richtig gelesen habe, hat nun ja Norwegen (ok – ein kleiner Markt, aber einer ist immer der Erste und dann folgen alle) als erstes Land per Gesetz beschlossen, dass ab 2025 keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr neu zugelassen werden dürfen. Das sind die Herausforderungen, denen sich alle werden stellen müssen, und nicht die Frage,ob nun München, Stuttgart oder Ingolstadt diesen oder jenen Monat ein paar hundert PKW mehr oder weniger verkauft haben.

    • Ringrichter says:

      Mit der angeblichen Führung von MB hat es ja so seine Bewandtnis. Wenn man nur die Autos der Marken BMW und MB (also Namen) zählt, liegt MB momentan etwas vorne. Wenn man die Premium(sub)marken wie Mini, RR oder Smart und Sprinter (eigentlich keine Premium) mit zählt, liegt BMW immer noch deutlich vor Mercedes.
      Jetzt kann man darüber streiten, ob Mini als Premium zählt. Wenn man die erheblichen Substanzsteigerungen bei den Neuauflagen und auch die Preisedie dafür bezahlt werden sieht dürfte jeder Zweifel daran verfliegen. Minis kosten vielfach schon soviel wie eine Mercedes A Klasse in Basisausführung. .

      • Expert says:

        Ich habe daher auch ausdrücklich von Mercedes -Benz als der PremiumMARKE Nr. 1 gesprochen und nicht von Daimler als größter Hersteller von Premiumfahrzeugen. Mit seiner ganzen Anzahl an Premiummarken wird BMW Group klar der PremiumHERSTELLER Nr. 1 bleiben, es sei denn, die Konsequenzen des Brexit für die britischen Konzernmarken liefen völlig aus dem Ruder (wovon ich nicht ausgehe). Mini ist von Preis, Technik, Verarbeitung und Qualitätsanmutung klar eine Premiummarke, Smart hingegen nicht. Daimler hat mit Mercedes-Benz nur eine einzige Premiummarke im Portfolio.

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