BMW M2 Coupé: F87 nutzt N55-Motor mit S55-Teilen und 370 PS

BMW M2 | 19.10.2015 von 9

Das Herzstück des neuen BMW M2 Coupé steckt unter einer schwarzen Kunststoff-Abdeckung, hat sechs Zylinder in Reihe und 3,0 Liter Hubraum. Wie angekündigt nutzt der …

Das Herzstück des neuen BMW M2 Coupé steckt unter einer schwarzen Kunststoff-Abdeckung, hat sechs Zylinder in Reihe und 3,0 Liter Hubraum. Wie angekündigt nutzt der BMW M2 eine weiterentwickelte Variante des Reihensechszylinder-Triebwerks N55, das mit zahlreichen Komponenten aus dem Motor von M3 und M4 (S55) verfeinert wurde.

Die Nennleistung fällt mit 370 PS noch etwas stärker als beim technisch eng verwandten Motor des BMW X4 M40i aus. Auch beim Blick auf das maximale Drehmoment gibt es Unterschiede zwischen beiden Varianten, obwohl beide zunächst mit 465 Newtonmeter angegeben werden. Dieser Höchstwert liegt beim M2-Motor marginal später, aber dafür noch etwas länger an und kann zudem per Overboost kurzzeitig auf 500 Newtonmeter angehoben werden. Einen direkten Vergleich der beiden Drehmoment- und Leistungs-Diagramme erlaubt unsere Bildergalerie, allerdings hat BMW auf das Einzeichnen des nur kurzzeitig verfügbaren Overboost-Moments verzichtet.

BMW-M2-Motor-N55-01

Im Vergleich mit dem gewöhnlichen N55-Motor verfügt das modifizierte Triebwerk des BMW M2 über eine geschmiedete Stahl-Kurbelwelle, die Kurbelwellenlagerschalen sowie spezielle Kolben und Hochleistungs-Zündkerzen aus dem Biturbo-Motor S55. Dank eines zusätzlichen Wasserkühlers für den Motor und einem weiteren Ölkühler für das Getriebeöl des optionalen 7-Gang-DKG soll der Antriebsstrang auch extreme Belastungen wie den Rennstrecken-Einsatz klaglos überstehen.

Auch das manuelle Getriebe mit Trocksumpfschmierung und speziellen Carbon-Reibbelägen ist auf die besonderen Belastungen ausgelegt, die ihm an Bord des BMW M2 bevorstehen. Genau wie in M3, M4 und vielen anderen Modellen verfügt das Sechs-Gang-Schaltgetriebe über eine automatische Zwischengasfunktion, die Schaltkomfort und Stabilität des Fahrzeugs durch eine elektronische Anschlussdrehzahlregelung weiter verbessert.

Von zentraler Bedeutung für den Einsatz auf der Rennstrecke ist auch die Sicherstellung der Ölversorgung von Motor und Turbolader bei extremen Querbeschleunigungen. Hierfür verbaut BMW eine modifizierte Ölwanne und eine zusätzliche Ölabsaugpumpe. Auch die Ölabsaugung im Bereich des TwinScroll-Turboladers wurde im Detail verbessert und so auf die zu erwartende Nutzung vorbereitet.

Unterm Strich dürfen sich BMW M2-Fahrer auf ein Triebwerk freuen, das trotz seiner Nähe zum Großserien-Motor N55 viel Know-how der M GmbH nutzt und umfangreich modifiziert wurde, um bei Trackdays und intensiver Nutzung nicht zum Spielverderber zu werden.

9 responses to “BMW M2 Coupé: F87 nutzt N55-Motor mit S55-Teilen und 370 PS”

  1. M54B25 says:

    Hallo Benny,

    wie kann ich mir die “automatische Zwischengasfunktion, die Schaltkomfort und Stabilität des
    Fahrzeugs durch eine elektronische Anschlussdrehzahlregelung weiter
    verbessert.” im Detail vorstellen? Gibt die Motorsteuerung ständig immer Zwischengas? Nur bei Vollast? Beim Hoch und/oder Runterschalten? Was passiert, wenn ich selbst Zwischengas gebe?

    Fragen über Fragen, früher hat man das noch alles selbst gemacht, in der Generation Playstation gehört es wohl eher zum guten Ton, dies durch einen “Computer” machen zu lassen… 🙁

    • Benny says:

      Hallo und sorry für die langsame Reaktion!
      Die Elektronik sorgt für eine Drehzahlanpassung zwischen Motor und Getriebe. Wenn Du also beispielsweise mit 50 km/h auf eine Kurve zufährst, auskuppelst und den zweiten Gang einlegst, wird die Motordrehzahl so weit angehoben, dass Du beim einkuppeln exakt im richtigen Drehzahlbereich bist. Ohne diese Anpassung (und ohne klassisches Zwischengas, wie man das früher mal gelernt hat) würden in diesem Moment relativ hohe Kräfte auf die Kupplung wirken, während sich die Drehzahlen von Motor und Getriebe aneinander anpassen. Außerdem kann es dabei zu Schlupf an den Hinterrädern kommen, was im Grenzbereich bei hoher Kurvengeschwindigkeit mitunter etwas kitzlig werden kann. Im Grunde ist es also eine Hilfestellung für alle, die nicht selbst Zwischengas geben wollen oder können – und schont nebenbei die Kupplung. Wenn Du den Ganghebel in der gleichen Situation nicht in die Gasse für den zweiten Gang schiebst, sondern quasi andeutest den vierten einzulegen, wird die Drehzahl entsprechend reduziert um auch in dieser Situation ein sanftes Einkuppeln zu ermöglichen.

      • M54B25 says:

        Danke für die Antwort!

        Wenn dann immer die Elektronik über die Drehzahlen wacht, sollte selbst Zwischengas geben also kein Problem sein, da die Sensoren ja die Differenz (so denn bei eigenem Zwischengas geben noch vorhanden) erkennen und anpassen.

        Also wieder eine Errungenschaft der Technik die dem Normalo-Fahrer entgegenkommt – ihn also weiter verbl*den läßt. Ein Fall für § 17 Abs. 6 FeV. Sollte BMW langsam mal als Bestelloption zur Typenbezeichnung fürs Heck anbieten “318i §17Abs6FeV”… (Sorry für die derbere Art von Marken-Humor, diese eigene Steilvorlage wollte ich nicht ungenutzt lassen.)

  2. Wolle Bolle says:

    Wird wohl wie üblich sein, damit kein Lastwechsel stadtfindet und das Auto somit stabiler in und vor den Kurven steht, wird das Gas zum nächsten Gang angepasst. Dadurch verläuft der Schaltvorgang sauberer, es bremst nicht ungewollt ab und die Fahrsicherheit und Stabilität wird dadurch erhöht.

    Dies geschieht bei JEDEM Schaltvorgang. Sollte man selbst Gas geben wird dies natürlich dem entsprechend reguliert, sodass Technik und Fahrer sich nicht in die Quere kommen.

    Am Ende hält die Kupplung länger und das Fahrzeug liegt stabiler, beim Gangwechsel in der Kurve.

    • quickjohn says:

      Wird wirklich bei ‘JEDEM’ Schaltvorgang Zwischengas gegeben?

      Beim Hochschalten kann ich einen Sinn kaum erkennen. Ebenso beim Runterschalten und einer Einkuppel-Drehzahl von ca. <3.000/min. In diesem Bereich ist das Motor-Schleppmoment so gering daß Zwischengas – außer sportlichem Touch – m.E. nichts bringt.

      • Benny says:

        Ja, wird bei jedem Gangwechsel gemacht. Einerseits aus Komfort-Gründen, andererseits dürfte die Haltbarkeit sämtlicher Getriebe-Komponenten davon profitieren.

        • FilipMPower says:

          Ja, aber anscheinend soll das system ausgehen im Sport Plus modus, so habe ich das irgendwo gelesen, damit man halt selber heel and toe machen kann.

      • FilipMPower says:

        Beim hochschalten soll es ja nicht passieren, sondern nur beim runterschalten, so habe ich das verstanden.

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