Am Ende seiner Nutzungsphase ist jedes Auto ein Sammelsurium von hunderten Kilogramm Rohstoffen, doch in der Praxis ist das Recycling mit diversen Herausforderungen verbunden. BMW hat deshalb jetzt eine langfristige strategische Kooperation mit PreZero begonnen und will die nächsten Schritte in Richtung einer Kreislaufwirtschaft offenbar gemeinsam gehen. BMW wird dabei die bereits im eigenen Recycling- und Demontage-Zentrum (RDZ) gesammelten Erfahrungen mit der Expertise von PreZero zusammenführen, denn letztlich verfolgen beide Unternehmen das gleiche Ziel: geschlossene Material-Kreisläufe für Altfahrzeuge bieten ein enormes Potenzial zur Gewinnung günstiger Rohstoffe, wenn das spätere Recycling schon bei der Fahrzeug-Entwicklung von Anfang an mitgedacht wird.

BMW und PreZero wollen deshalb gemeinsam ein Geschäftsmodell zur Verwertung von ausgedienten Fahrzeugen entwickeln und dabei einen geschlossenen Material- und Verwertungs-Kreislauf etablieren. Perspektivisch lässt sich damit nicht nur bares Geld sparen, sondern auch die Abhängigkeit von anderen Rohstoff-Lieferanten reduzieren: Wenn Lithium und andere Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Hochvoltspeichern zum Teil aus Altfahrzeugen gewonnen und nicht mehr vollständig von Dritten gekauft werden müssen, verbessert sich auch die Resilienz der Lieferkette deutlich. Gleiches gilt natürlich auch für Stahl, Aluminium und andere Rohstoffe. "

Die Nutzung alternativer Ausgangsmaterialien spielt bei BMW schon länger eine wichtige Rolle. Das zeigt sich nun auch am BMW iX3, bei dem zahlreiche Komponenten schon heute aus Sekundärmaterialien bestehen. Beispiele hierfür sind nicht nur der zu 100 Prozent aus recyceltem PET bestehende Garn für die Textilien der Stoffsitz-Bezüge, sondern unter anderem auch die zu 80 Prozent aus Sekundäraluminium gefertigten Radträger und Schwenklager. Auch im Akku kommen bereits bis zu 50 Prozent Sekundärrohstoffe zum Einsatz. Maßnahmen wie diese tragen dazu bei, dass der Carbon Footprint des BMW iX3 wesentlich kleiner als mit klassischen Primär-Rohstoffen ausfällt.

Ganz nebenbei liefert uns das Thema ein interessantes Bild von der Zerlegung eines aktuellen BMW i4 (G26), der bereits erste Schritte der Demontage hinter sich hat.

Ralf Hattler (Senior Vice President Customer Support und Aftersales, BMW Group): “Die Zusammenarbeit mit PreZero ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, die Kreislaufwirtschaft als echtes Geschäftsmodell zu etablieren. Für die BMW Group ist sie schon jetzt zentrales Element der Unternehmensstrategie und ein Schlüssel zur Reduktion von CO2 und Ressourcenschonung. Gemeinsam mit PreZero schaffen wir die Voraussetzungen, um die gesamte Wertschöpfungskette eines Fahrzeugs so zu gestalten, dass Materialien und Komponenten möglichst lange und hochwertig im Kreislauf bleiben. Unser Ziel ist es, den Bedarf an Primärmaterial deutlich zu senken und die Lieferketten resilienter zu gestalten.”

Carsten Dülfer (CEO von PreZero Deutschland): “Nach dem Kauf von Europas größter Batterie-Recycling-Anlage im Jahr 2025 gehen wir mit der BMW Group den nächsten Schritt zum Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie. Gemeinsam entwickeln wir skalierbare Lösungen, die nicht nur die strengen Anforderungen an Compliance und Nachhaltigkeit erfüllen, sondern die Dekarbonisierung der Industrie in ganz Europa aktiv vorantreiben. Wir schließen damit die Lücke zwischen Automobilentwicklung und Recycling-Realität.”