BMW muss den nächsten großen Rückruf für mehrere wichtige Baureihen starten, weil erneut eine Brandgefahr besteht. Im Fokus steht dieses Mal ein möglicherweise mangelhaft verlegter Cockpit-Kabelbaum, der beim Wechsel eines Mikrofilters beschädigt werden kann. Passiert das tatsächlich, kann ein Kurzschluss und in der Folge auch Rauchentwicklung oder sogar ein Brand nicht ausgeschlossen werden. Betroffen sind dieses Mal die großen Baureihen 5er (Limousine G60 und Touring G61) und 7er (G70) sowie die davon abgeleiteten Modelle, konkret also der BMW i5 (G60/G61), der BMW i7 (G70) und der BMW M5 (Limousine G90 und Touring G99).
In der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrtbundesamts wird das Thema unter der KBA-Referenznummer 16187R geführt. Demnach sind weltweit 337.374 Fahrzeuge betroffen, 29.441 davon sind in Deutschland zugelassen und fallen damit in den Zuständigkeitsbereich des KBA. Alle betroffenen Fahrzeuge wurden zwischen dem 9. Juni 2022 und dem 5. Dezember 2025 gebaut, die Brisanz des Fehlers beziehungsweise das Risiko wurden also erst kürzlich erkannt.

Die gute Nachricht: Bei allen Fahrzeugen, die noch nicht für einen Mikrofilter-Wechsel in der Werkstatt waren, besteht kein unmittelbares Risiko und folglich auch kein akuter Handlungsbedarf. In diesen Fällen wird die Verlegung des Cockpit-Kabelbaums beim regulären nächsten Mikrofilter-Wechsel überprüft und gegebenenfalls nachgebessert, um eine Beschädigung der Kabel auszuschließen.
Fahrzeuge, bei denen der Mikrofilter bereits gewechselt wurde – beispielsweise im Rahmen eines Ölwechsels bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor – ist jedoch eine umgehende Überprüfung des Kabelbaums empfehlenswert. Bisher sind laut Kraftfahrtbundesamt keine Fälle mit Sach- oder Personenschäden bekannt, das Risiko scheint also in der Praxis überschaubar. Da BMW die Thematik offenbar dennoch für wichtig genug hält, um einen weltweiten Rückruf auszulösen, sollte die Gefahr auch von den Kunden der betroffenen Baureihen nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

