Die seit einiger Zeit anhaltenden Gerüchte um den BMW Rugged (G74) erhalten neue Nahrung, denn M-Chef Frank van Meel hat in einem Interview mit dem australischen Magazin CarExpert.com.au mehrere interessante Andeutungen gemacht. Ein Offroad-Modell der BMW M GmbH, die sich bisher konsequent auf Asphalt-Performance fokussiert hatte, ist demnach nicht länger ausgeschlossen. Der M-Chef führt aus, dass die Rallye Dakar in der Welt des Motorsports eine ähnliche Bedeutung habe wie die WEC- und IMSA-Serie mit Rennwagen vom Schlage eines BMW M Hybrid V8 oder M4 GT3 Evo – und folglich auch ein Offroad-M mit High Performance-Anspruch durchaus seine Berechtigung hätte.

Als Basis für den neuen Power-Offroader könnte der unter dem Codenamen Rugged in Entwicklung befindliche G74 dienen, der dem Vernehmen nach auf Edel-Geländewagen vom Schlage eines Land Rover Defender oder der Mercedes G-Klasse zielen soll. Beide sind auch in Sport-Varianten erhältlich, wobei der Land Rover Defender Octa sogar von einem BMW M V8-Biturbo angetrieben wird. Dass es eine Nachfrage nach Fahrzeugen wie dem Mercedes-AMG G 63 gibt, weiß man nicht nur in Affalterbach seit vielen Jahren. "

In Garching könnte ein High-Performance-Offroader in die Fußstapfen des BMW XM treten, der aller Voraussicht nach keinen direkten Nachfolger erhalten wird. Zwar kommt der XM als Power-SUV möglicherweise mit ganz ähnlichen Abmessungen wie ein rustikaler Power-Geländewagen, sein Fokus liegt aber unstrittig auf Asphalt-Performance und zielt eher auf Rivalen wie den Lamborghini Urus oder den Aston Martin DBX.

Welcher Antrieb für den Offroader geplant sein könnte, ist derzeit noch relativ offen. Mit Blick auf den zu erwartenden Hauptmarkt USA ist ein Diesel allerdings sehr unwahrscheinlich und auch ein reiner Elektroantrieb dürfte kaum erste Wahl sein. So gesehen ist es gut möglich, dass der Rugged-M ganz ähnlich wie der XM auf Plug-in-Hybrid-Power setzt – aber bis zu einer offiziellen Antwort auf Detail-Fragen wie diese ist mit Sicherheit noch Geduld gefragt.