Der Allrad-Anteil an den deutschen BMW-Neuzulassungen lag 2025 höher als jemals zuvor: Laut Statistiken des Kraftfahrtbundesamts bestellten 54,94 Prozent der Kunden ihren BMW mit vier angetriebenen Rädern und entschieden sich damit für eine der diversen BMW xDrive-Varianten. Nachdem die Allrad-Quote von BMW Deutschland erst 2022 erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten hatte, liegt sie nun zum vierten Mal in Folge über dieser Schwelle. Unser Blick auf die Jahre zuvor zeigt einen deutlichen Trend, denn die Bedeutung des Allradantriebs hat bei BMW Deutschland im Lauf der letzten Jahre erheblich zugelegt.
Wie stark die Entwicklung ist, zeigt der Vergleich mit dem Wettbewerb: Wer in den 90er-Jahren behauptet hätte, dass BMW eines Tages einen höheren Allrad-Anteil als Audi habe, hätte wohl auch außerhalb Ingolstadts nur ein müdes Lächeln geerntet. 2025 ist aber genau das passiert, denn der quattro-Anteil bei Audi lag “nur” bei 51,18 Prozent. In absoluten Zahlen ist der Abstand sogar noch größer: Mit 138.802 Einheiten liegt BMW xDrive über 30.000 Einheiten vor Audi quattro. Auch bei Mercedes hat der 4Matic-Anteil in den letzten Jahren deutlich zugelegt, mit zuletzt 44,06 Prozent bleibt er aber relativ deutlich hinter den bayerischen Rivalen zurück.

Eine Abkehr vom Allrad-Trend lässt sich weder bei BMW noch andernorts erahnen, stattdessen werden gerade starke Motorisierungen und mitunter auch ganze Baureihen nur noch mit Allradantrieb angeboten, sodass die Kunden effektiv gar keine andere Wahl haben. Unser Blick auf den xDrive-Anteil der einzelnen Baureihen zeigt die unterschiedliche Relevanz des Themas deutlich auf: Während die meisten Kunden in der Kompaktklasse mit 1er und 2er weiter auf eine angetriebene Achse setzen, spielt xDrive mit zunehmender Größe eine immer wichtigere Rolle.
Bei den großen SUV-Baureihen liegt der Allrad-Anteil sogar bei 100 Prozent, wenn man von einem X6 ohne xDrive in der KBA-Statistik absieht, bei dem es sich entweder um einen Versuchsträger oder einen Fehler handelt. Während die Kunden hier auf den meisten Märkten gar keine Option ohne xDrive haben, sieht es beim BMW Z4 umgekehrt aus – den Roadster gibt es ausschließlich mit klassischem Hinterradantrieb. Im Fall des BMW X3 sorgen noch einige Neuzulassungen des “alten” iX3 (G01 LCI) für das Verfehlen der 100-Prozent-Marke.
Seit 2014 ist die Unterscheidung in der Statistik etwas weniger klar als zuvor: Trieben alle Nicht-Allradler von BMW bis hierhin die Hinterräder an, kamen nun aufgrund des 2er Active Tourer (F45) erstmals auch Fronttriebler hinzu. Weil es in der 2er-Reihe aber sowohl Heck- als auch Fronttriebler gab und gibt, ist mit Hilfe der Zahlen des KBA keine exakte Aufschlüsselung der Modelle mit nur einer angetriebenen Achse möglich.

