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Wasserstoff-Brennstoffzelle: BMW iX5 ist vielleicht nur der Anfang

Schon Ende 2022 geht mit dem BMW iX5 ein erstes Serienfahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzelle an den Start, aber die Kleinserie auf X5-Basis ist möglicherweise nur der Anfang. Wie dem Jahresbericht zu entnehmen ist, halten die Münchner an ihren Plänen für eine mögliche Großserie fest und wollen diese in der zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts auf den Markt bringen. Voraussetzung hierfür ist allerdings – und das ist durchaus ein großes Aber – eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und mithin der Infrastruktur, die bisher zumindest in vielen Teilen der Welt die Achillesferse der Brennstoffzelle ist.

Die Botschaft ist klar: Wenn sich die Rahmenbedingungen so verändern, dass Wasserstoff zu einer realistischen Option für eine ausreichend große Zielgruppe wird, steht die BMW Group bereit und wird auch entsprechende Fahrzeuge anbieten. Mit dem BMW iX5 werden hierfür ab Ende des Jahres tausende Kilometer Praxis-Erfahrung im Alltags-Einsatz gesammelt, die die BMW Group im Lauf der nächsten Jahre zum Angebot eines Großserien-Fahrzeugs befähigen sollen.

Klar ist, dass die Attraktivität der Wasserstoff-Brennstoffzelle je nach Fahrzeugklasse und Nutzungsverhalten sehr unterschiedlich ist: Im Vergleich zu einem reinen Elektroauto ergeben sich praktisch nur dann zählbare Vorteile, wenn regelmäßig sehr lange Strecken am Stück gefahren werden sollen und das Fahrzeug so groß ist, dass dem komplexen Antrieb zum Trotz noch genügend nutzbarer Raum verbleibt. Mit der Brennstoffzelle, dem Wasserstoff-Tank, einem Lithium-Ionen-Akku als Zwischenspeicher und mindestens einem Elektromotor zum Antrieb der Räder ist der Antriebsstrang komplex und platzintensiv.

Die Vorteile der Technik liegen vor allem darin, dass sich der Wasserstoff-Tank ähnlich wie ein Tank für fossile Brennstoffe innerhalb von 3 bis 4 Minuten vollständig befüllen lässt – davon sind selbst modernste Elektroautos wie der BMW iX noch weit entfernt. Dass die hierbei gewonnenen Minuten im echten Leben regelmäßig ein entscheidender Vorteil sind, dürften aber nur echte Langstrecken-Pendler ernsthaft mit Ja beantworten – und die Praxis zeigt, dass sich auch mit einem i4 M50 im skandinavischen Winter enorme Distanzen wie 1.000 Kilometer in kaum mehr als 10 Stunden bewältigen lassen.

 

Oliver Zipse (Vorsitzender des Vorstands der BMW AG): “Der BMW X5 ist heute weltweit die Nummer 1 in seinem Segment. Wir erweitern das Angebot nun um eine lokal in China gefertigte Variante des X5, ebenfalls mit extra langem Radstand und extra Komfort.
Neben der Elektromobilität bleibt Wasserstoff für uns relevant. Wir halten Wasserstoff-elektrische Antriebe für eine ideale Ergänzung zu Batterie-elektrischen Antrieben. Nur so kann maximale Flottenwirkung für den Klimaschutz entstehen. Deshalb unterstützen wir die Pläne der EU-Kommission, Ladestationen und Wasserstoff-Tankstellen entlang europäischer Fernstraßen parallel auszubauen.
Unser BMW iX5 Hydrogen durchläuft bereits seine finalen Entwicklungsschritte. Gerade haben wir seine Wintererprobung unter extremen Bedingungen abgeschlossen. Das Ergebnis: volle Reichweite und Leistung, selbst bei minus 20 Grad. Ab Herbst produzieren wir eine Kleinserie. Und schon heute bereiten wir die nächste Generation unseres Brennstoffzellenantriebs vor. Eine Förderung im Rahmen des IPCEI würde die Entwicklung und Industrialisierung dieser zusätzlichen Antriebsgeneration in Deutschland voranbringen. BMW ist übrigens der einzige Pkw-Hersteller, der sich im Rahmen dieses Programms dazu bekannt hat, ein Fahrzeug zu bauen.”

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