Die minimale Reichweite von Elektroautos zählt seit Jahren zu den meistdiskutierten Themen rund um die Elektromobilität, gerade im Winter spielt der Aktionsradius eine zentrale Rolle: Kaum jemand ist bereit, seine gewohnten Mobilitäts-Muster und Routinen von der Reichweite seines Fahrzeugs einschränken zu lassen. In den Niederlanden hat BMW kürzlich eine Studie unter 655 Flottenkunden und Dienstwagen-Fahrern in Auftrag gegeben, die das daraus abgeleitete Minimum in Zahlen fassen sollten – und das Ergebnis ist eine klare Zahl: 400 Kilometer Reichweite sind für die Zielgruppe, die beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist, das Mindeste.
Für ein Drittel der Befragten liegt das Minimum sogar bei 500 Kilometern. Die Hauptgründe für die Reichweiten-Wünsche sind allerdings eher in der Vergleichbarkeit mit der Reichweite von Verbrennern und subjektiver Flexibilität bei Berufs- und privaten Urlaubs-Fahrten. Klar ist, dass auch die meisten Dienstwagen-Fahrer in ihrem Alltag keine Reichweite von 400 oder mehr Kilometern benötigen – doch gerade bei den gelegentlichen Langstrecken-Fahrten hält sich die Kompromissbereitschaft für zusätzliche Ladestopps in sehr überschaubaren Grenzen, weil schnell lange Strecken überwunden werden sollen.

Passend zu den steigenden Ansprüchen der Kunden hat BMW auch die tatsächliche Reichweite seiner Elektroautos kontinuierlich gesteigert. Was 2013 mit kaum mehr als 100 Kilometern im ersten i3 begann und sich primär für den urbanen Alltag eignete, ist inzwischen mit über 1.000 Kilometern im BMW iX3 absolut Langstrecken-tauglich geworden. Großen Anteil daran haben auch die immer schnelleren Ladegeschwindigkeiten, die ohnehin notwendige Pausen mit schnellem Nachladen kombinieren – im Fall des iX3 genügen 10 Minuten Ladestopp für bis zu 372 Kilometer zusätzliche Reichweite.
Auch die Bestseller unter den BMW-Elektroautos kommen seit kurzem auf über 500 Kilometer WLTP-Reichweite: Mit der Modellpflege 2026 haben BMW iX1 und iX2 genau wie der MINI Countryman auch diese psychologisch wichtige Marke übersprungen.
Keine Überraschung ist, dass die Frage nach der Eignung eines Elektroautos für den eigenen Alltag im Zusammenhang mit den bereits gesammelten Erfahrungen zu stehen scheint. Insgesamt wollen 60 Prozent der Befragten ein Elektroauto als nächsten Dienstwagen wählen. Die Wechselbereitschaft ist dabei überschaubar: 70 Prozent derer, die bei ihrem nächsten Dienstwagen ein Elektroauto wählen wollen, sind schon heute elektrisch unterwegs. Von den 40 Prozent der Befragten, die kein Elektroauto als nächsten Dienstwagen wählen wollen, ist die große Mehrheit bisher mit Benziner, Diesel oder Plug-in-Hybrid unterwegs und will offenbar auch bei einem dieser Antriebskonzepte bleiben.

