Deutsche BMW-Händler und der Konzern streiten um die Zukunft

Sonstiges | 26.09.2018 von 37

Der Streit zwischen den deutschen BMW-Händlern und der Konzernzentrale in München droht zu eskalieren: Werden ab Montag keine BMW mehr verkauft?

Seit Wochen streiten sich BMW Deutschland und die deutschen BMW Händler über die zukünftigen Verträge. Was an sich nicht ungewöhnlich ist und als Machtkampf bei vielen Autobauern regelmäßig stattfindet, droht nun erstmals auch bei BMW zu eskalieren: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wollen die 550 eigenständigen Händler die ihnen angebotenen Verträge nicht unterzeichnen – was dazu führen könnte, dass sie ab Montag weder Autos noch Ersatzteile von BMW verkaufen dürfen, weil die bisherigen Verträge Ende September auslaufen.

Die neuen Verträge sehen vor, dass die eigenständigen Händler in Zukunft deutlich weniger Geld verdienen und ein größerer Anteil des Gewinns direkt nach München fließt. Die Händler halten davon wenig, haben die neuen Verträge nicht unterzeichnet und lassen wohl auch eine Frist auslaufen, die diesen Mittwoch endet. Da nur 50 der 600 deutschen BMW-Verkaufshäuser dem Konzern gehören, betrifft der Konflikt über 90 Prozent des deutschen Vertriebs – und bedroht damit einen Umsatz in Höhe von rund 11 Milliarden Euro jährlich.

Die Konflikte zwischen BMW auf der einen und den Händlern auf der anderen Seite haben schwierig aus dem Weg zu räumende Ursachen. Der Konzern möchte in Zukunft mehr Kunden direkt betreuen, seien es Großkunden wie die Schwarz Gruppe oder Privatkunden über das Internet. Beides umgeht den Händler vor Ort und raubt diesem die Möglichkeit, selbst Umsatz und Gewinne zu machen. Auch beim Service nach dem Verkauf zeichnet sich ab, dass die Kunden mehr und mehr Dinge online erledigen können und für manchen Wunsch nicht mehr zum lokalen Händler fahren müssen. Gleichzeitig wünscht der Konzern, dass die Händler investieren und ihre Showrooms ansehnlicher gestalten.

Peter Reisacher, Präsident des Verbandes Deutscher BMW Vertragshändler, spricht gegenüber der Süddeutschen Zeitung Klartext: “Die uns vorgelegten Verträge über ein Geschäftsmodell 2018+ werden wir so nicht unterschreiben.” Welche Annäherungen es in den verbleibenden Tagen gibt und ob sich bis Montag tatsächlich eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden lässt, steht in den Sternen. Klar ist aber auch: Sollte BMW nicht auf die Händler zugehen und eine Einigung ausbleiben, ist weder dem Konzern noch den Händlern geholfen – denn ein weitgehender Verkaufsstopp auf dem drittgrößten Einzelmarkt des Unternehmens ist ganz sicher nicht dafür geeignet, den gestern reduzierten Ausblick auf den Rest des Jahres 2018 aufzubessern.

37 responses to “Deutsche BMW-Händler und der Konzern streiten um die Zukunft”

  1. M. Power says:

    “Leben und Leben lassen” ist für BMW wohl ein Fremdwort, es kann ja nicht sein das die Händler immer weniger verdienen sollen. Gleichzeitig verlangt BMW von den Händlern immer mehr Investitionen, für die Modernisierung der Verkaufsräume, Werkstatt etc. Das kann kann ja nicht aufgehen.
    Ein gutes und rentables Händlernetz ist für BMW sehr wichtig, dass hat man in München wohl nicht verstanden.
    Bin gespannt wie dieser Konflikt gelöst wird.

    • Dariama says:

      Was hat denn die Liberalitas Bavariae damit zu tun?
      So Leid es mir tut, aber Händler in dieser Art und Weise wird es in ein paar Jahren (leider) eh nicht mehr geben.
      Muss Ihnen aber Recht geben damit, dass BMW auch auf die Händler zugehen muss und nicht nur fordern kann. So etwas geht nicht in einer “Partnerschaft”.
      Bin auch auf die allgemeine Entwicklung gespannt.

      • M. Power says:

        Ach ja..? Und wie bitte soll das in Zukunft ohne Händler funktionieren ?
        Bestelle ich meinen BMW per Internet und der wird mir mit DHL geliefert ? Für Reparatur und Wartung muss ich nach München fahren ?
        Kannst du mir das bitte mal erklären, danke.

        • cisi says:

          Genau, ich bestellt ihn online und hol ihn in der BMW Welt z.b. ab..
          nicht mal so abwegig. Für mich wäre das kein Problem. Die absurden Service – Preise hier in Münchens “offiziellen” Werkstätten sind eh eine Frechheit.

          Oder du bestellst ihn online und er wird dir nach Hause gefahren/geliefert. So wie bei online Autohändlern auch jetzt schon möglich auch für BMWs.

          • M. Power says:

            Na ja, wenn du in der nähe von München lebst ist das ja möglich. Was machen die BMW Kunden aus z.B. Hamburg.?
            Ich glaube ein gutes Händernetz ist unverzichtbar, da die wichtige Aufgaben beim lokalen Kunden übernehmen. Die ganze Beratung, lokales Marketing, Probefahrten und eben technische Unterstützung nach dem Kauf.

            Ich vermute da hat wieder einmal so ein Controller die Idee gehabt. man könne auf Kosten der Händler das Ergebnis von BMW optimieren… Das könnte aber auch sehr negativ enden für BMW.

            • cisi says:

              Wie gesagt, es gibt bereits jetzt Onlinehändler, die dir das Auto in ganz Deutschland vor die Tür stellen. Und freie Werkstätten gibt es überall.

              BMW macht doch nur mehr “negative” (für einen BMW Fan als negativ einzustufen) Entscheidungen, um Kosten zu optimieren. Wäre halt eine mehr. Solange die Zahlen stimmt haben sie für die Aktionäre alles richtig gemacht. Ist doch schon seit Jahren das BMW Prozedere.

              • M. Power says:

                Also ich kann mir nicht vorstellen, ein Auto Online zu kaufen. Da gehört eine Probefahrt und die Kaufberatung dazu. Bei einem Neuwagen geht es um viel Geld.
                Aber jeder wie er möchte.
                Das mit den freien Werkstätten ist das nicht so einfach, damit die Garantie gültig bleibt muss ein BMW bei einem offiziellen Händler gewartet werden.

                • cisi says:

                  Und wer könnte das ändern indem er es einfach frei gibt 😉
                  Ganz ehrlich wenn die das machen wollen und durchziehen, ist halt so. Sehe überhaupt kein unüberwindbares Problem darin. Dann gibts halt nen BMW approved siegel für Werkstätten die 2 Stunden bei BMW ne Weiterbildung gemacht haben. Kostenpflichtig natürlich. 😀

                • Max Göggele says:

                  Händler und Werkstätten müssen nicht zwangsläufig ein und das selbe sein, es kann von BMW zertifizierte Werkstätten geben, die keine Neuwägen verkaufen.

                  BTW: Du hast grundsätzlich keine Garantie sonder Gewährleistung (erheblicher Unterschied) und die gesetzliche Gewährleistung besteht auch dann wenn du dein Auto in “irgendeiner” Werkstätte warten lässt.

                  • M. Power says:

                    Ja natürlich, so ist das schon auch möglich.

                    In der Schweiz ist das etwas anders, alle in der Schweiz gekauften BMWs haben 3 Jahre volle Garantie und 10 Jahre/max 100’000 Km Wartung inkl. (man muss nur die Flüssigkeiten zahlen, alles andere ist inkl.)
                    Somit muss man zu einem offiziellen BMW Händler, um diesen Dienstleistungen zu bekommen.

                  • Kommissar Freytag says:

                    Gibt´s bei uns in D auch, heißt bei “BMW Service-Inklusive-Paket”, in unterschiedlichen Lauf- wie km-Leistungen bestellbar – einziger Unterschied, hier sind die Pakete aufpreispflichtig, dennoch zum einzelnen Service ohne Order eines Pakets immer noch sehr preiswert.
                    Garantieverlängerung ist ebenso gegen Aufpreis in D zu ordern

                    Aber, ein realer Vergleich, wo es sich am preisgünstigsten lebt ist dennoch kaum möglich, da die UVP´s von den Herstellern in allen Ländern unterschiedlich hoch sind und sich nach der jeweiligen Marktlage, Angebot -und Nachfrage orientieren.

                  • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

                    „ein realer Vergleich, wo es sich am preisgünstigsten lebt ist dennoch kaum möglich, da die UVP´s von den Herstellern in allen Ländern unterschiedlich hoch sind und sich nach der jeweiligen Marktlage, Angebot -und Nachfrage orientieren“

                    STIMMT!

                    So kostet die 2er Packung Seife „Cien“ in Spanien – bei LIDL – 1,19 Euro
                    – und in D. das identische Produkt meiner Erinnerung nach 0,65 Euro – also bei LIDL- D.

                    Spanier waschen sich eben nicht. Anscheinend keine Nachfrage!

                    Und Ordnung halten tun sie (oder wollen sie) auch nicht. Ein Ordner kostet dort 1,99 – und bei LIDL – D der exakt selbe ca. 1,29 Euro.

                    DAFÜR gehen Frauen dort mit 60 in Rente, ganz aktuell. In D. eher mit 67. WOLLEN in D. anscheinend LÄNGER arbeiten, die Fachkräfte ja sowieso.

                    GUT für die SÜDländer, es gibt ja die EU-Umverteilung.

                    KEINE Nachfrage also – in D. – , AUCH mit 60 in Rente gehen zu wollen.

                    UND:
                    BMW´s sind dort so gut wie Fehlanzeige (gilt auch für merc. oder audi).

                    Braucht man dort nicht, nicht mal in wohlhabenden und sauberen Küsten- und Touristenstädten, wie z.B. im Baskenland.

                  • Kommissar Freytag says:

                    Mir ging es in erster Linie darum, die Bemerkung von @disqus_bzYZTkcZRS:disqus

                    sein Zitat_
                    “in der Schweiz ist das etwas anders, alle in der Schweiz gekauften BMWs haben 3 Jahre volle Garantie und 10 Jahre/max 100’000 Km Wartung inkl. (man muss nur die Flüssigkeiten zahlen, alles andere ist inkl.)”

                    soweit zu widerlegen, aus seinem eben nur auf dem ersten Blick scheinbaren Preisvorteil der bmw.ch lässt sich eben nicht automatisch schlussfolgern, der Schweizer BMW Fahrer fährt günstiger, als der Deutsche Halter.

                    Und das aus zwei wesentlichen Gründen:

                    1. sind die UVP der Hersteller auf den Märkten grundsätzlich unterschiedlich, ausgerichtet nach Angebot und Nachfrage/bzw. Kaufkraft des jeweiligen Marktes.
                    Im konkreten Beispiel, sinnbildlich für alle Vergleiche stehend, z.B. eines 320i Automatic (Basis Aussattung CHF 50.830 umgerechnet zirka EUR 44.760 iVgl. zu Deutschland mit EUR 40.000 also sogar rund 11% höher) ist somit für den Schweizer BMW Fahrer die Anschaffung deutlich teurer als in Deutschland !

                    2. Müssten alle Faktoren, wie Löhne/Gehälter, Sozialversicherungssysteme, Immobilen Preise für Erwerb oder Miete, Altersversorgung/Alterssicherung, Gesundheitswesen/-versorung , u.v.m., ergo die gesamten Faktoren einer Lebensqualität des jeweiligen Landes gegenüber gestellt werden, um hier eine abschließende valide Beurteilung zu treffen.

                    Und selbst dann, kämen vermutlich unterschiedliche Urteile zu Stande, da viele “weiche” Faktoren, von unterschiedlichen Standpunkten aus anders, gegensätzlich beurteilt werden.

                    Bildlich gesprochen: 10 Studien mit möglicherweise 10 unterschiedlichen Ergebnissen in der Gesamtbeurteilung wären denkbar.

                  • M. Power says:

                    Ja absolut, das hast du sehr gut ausgerechnet.
                    Aus dem Grund hat BMW Schweiz die “Gratis Service” auch eingeführt, um Direktimporte aus Deutschland zu reduzieren. So sind die Unterschiede kleiner, ganz genau gerechnet ist wohl ein BMW in Deutschland noch immer günstiger (je nach EUR/CHF Kurs).

            • Kommissar Freytag says:

              Zitat: “Was machen die BMW Kunden aus z.B. Hamburg.?……”

              Derjenige kann sich entweder über einen externen Dienstleister das Auto direkt vor die Tür anliefern lassen oder der Kunde holt es selbst ab (haben Bekannte in der Vergangenheit schon öfters gemacht).
              Dann fallen zwar Kosten für Sprit/ggf. Übernachtung an, aber es entfallen die Überführungskosten (zumindest in voller Höhe) und zudem ist das Auto praktisch gleich eingefahren.

              • Mini-Fan says:

                Statt Überführungskosten fallen dann aber Kosten für die Bereitstellung/ Abholung in München an – die nicht wesentlich geringer sind.
                Und Einfahren auf der Autobahn/ bei konstanten Geschwindigkeiten: sind wohl das Falscheste, was man machen kann.

                • Kommissar Freytag says:

                  Mit dem richtigen Lesen ist das so eine Sache – Beispiele in Gesamtzusammenhänge verstehen und begreifen ist nicht jedem gegeben !

                  Noch mal im Klartext: Es ist völlig wurscht, wo der Kunden seinen Wohnsitz hat, ob München, Hamburg, meinetwegen Görlitz, Aachen oder sonstwo, Mehrkosten für den Kunden fallen nicht!

          • Mini-Fan says:

            nein, der kommt autonom zu dir!

            Nur im Falle einer Panne sagt er: “Hey, Bring Mich Werkstatt”.
            Galgenhumor.

        • Dariama says:

          Warum der aggressive Unterton?
          Hier würde leben und leben lassen wohl besser passen.
          Es war eine Vermutung, ich habe ja extra geschrieben ,,in diese Art und Weise“. Ich persönlich muss nicht mehr zu einem Händler fahren, um mir dort mein KFZ zusammenstellen zu lassen, aber Meinungen sind ja verschieden. Wollte Sie in keiner Weise persönlich angreifen.
          Außerdem meinte ich nicht die Werkstätten, sondern die Händler mit ihren Showrooms.

      • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

        „Vorbild“ TESLA???

        NACH dem online-Kauf funktioniert DORT nichts mehr – lediglich die exorbitanten Service- und Reparaturkosten.

        ….. von wegen, günstiger Unterhalt …..

        • Steffen Kirsamer says:

          Also so ein Quatsch habe ich noch nie gelsen. Kein Mensch bestellt sein Auto online. Das ergaben so viele Studien. Man konfiguriert sich einen und geht dann zu seinem Händler und macht Preise aus Probefahrten usw. Ich würde mir nie ein Auto online bestellen. Ab einer gewissen Summe sind die Menschen nicht bereit online Verträge abzuschließen und das wird auch so bleiben. Auch kann nicht jeder Kunde seinen BMW in der BMW Welt abholen. Die sind jetzt schon am ende der Kapazität bei 150 Auto pro Tag. Die Händelrnetze muss man noch mehr stärken die müssen besser werden gerade als Premiumherstellen wie BMW. Da ist vieles nicht on Ordnung daher sind die Verkäufe in D nicht mehr so gut. Einen Händler oder Niederlassung wird man immer brauchen Service Kauf usw..

          • DerOssi says:

            ” Kein Mensch bestellt sein Auto online.”

            Stimmt nicht… alle Dienstwagenfahrer tun das wahrscheinlich, mich eingeschlossen… ich brauche die Niederlassungen nur zur Probefahrt vorab und den Service… Verkäufer brauche ich nicht, meistens nicht mal zur Beratung, weil ich durch die Homepages eh mehr weiß als die… und der Preis/Leasingrate ist auch vorgegeben und keine Verhandlungssache…

            • Steffen Kirsamer says:

              Da ist aber eine sehr von sich selber überzeugt leider sind meine Erfahrungen anders

              • DerOssi says:

                Bei Detailfragen musste bisher jeder Verkäufer passen… z.B. ob man zwei Handys in einem Fahrzeug GLEICHZEITIG koppeln kann und von beiden raustelefonieren und angerufen werden kann… wofür brauche ich die Jungs dann? …dann lieber einfach selbst ausprobieren…

          • Coyote says:

            Sorry, aber mein Kollege hat sich erst letztens ein 420d GC online bei Sixt gekauft und es in München abgeholt. Service macht er wo er möchte. Wo ist das Problem? Ich habe bisher immer nur Gebrauchtwagen gekauft, aber am online Kauf sehe ich nichts schlechtes.

            Wenn man z. B. bei SIXT ein Auto mietet bekommt man oft eine klasse höher und ein Auto was “zu einem passt” und anschließend wird man nach der Meinung gefragt und auf SIXT Kaufangebote verwiesen. Letztens 2 Wochen Roadtrip durch England mit einem X1 der klasse ausgestattet war. Danach habe ich ihn besser Probe gefahren als bei irgendeinem Händler und ja, würde ihn auch bei SIXT dann online bestellen. Das sind halt die neuen Vertriebskanäle, da kann man sich nicht vor schützen.

            Übrigens, wenn ein Händler gut ist und Leistung bringt sowie fair ist, dann fahre ich auch gerne dort hin. Wie z. B. bei meinem Mercedes Händler. Ich bin gerne bereit den Aufpreis zu zahlen. Die Zeiten des Geld druckens bei den Premiumherstellern ohne Leistung zu bieten ist vorbei. Damit müssen leider auch die BMW Händler leben.

            • Steffen Kirsamer says:

              Dss sieht jeder anders die Autos die ich kaufe kauft keiner so. Und da es um Neuwagen und Premium geht macht das keiner. Sixt klasse Beispiel brauche 3 Stunden kein Service online niemand erreicht finde dein beispiel klasse da sieht man das nix funktioniert wenn man an allen Stellen Service und Mitarbeiter wegrationlaisiert.

              • Kommissar Freytag says:

                Sixt ist sicher ein weniger zutreffendes Beispiel, aber Fakt ist, zunehmend mehr Kunden schauen ihr Wunschauto mit allen dazugehörigen Informationen zwar stationär an, aber bestellen dann doch online, da die Rabatte dort idR. spürbar höher sind.

                Die Auslieferung des Neuen erfolgt dann zumeist über einen externen Dienstleister, selbstverständlich mit kompletter Garantie wie vor Ort beim stationären Händler.

                Einziges echtes Hindernis, eine Inzahlungnahme ist online, wenn überhaupt nur über einen Vermittler möglich, dann zu einem erheblich ungünstigeren EK-Preis des bisherigen Fahrzeuges, ein Ankaufpreis, der idR. spürbar unterhalb des DAT-Schwacke EK liegt.

                Mögliche Folge: Der höhere online Rabatt kann bei der tatsächlichen Zuzahlung (alt vs. neu) komplett ins Gegenteilige kippen.
                Und bei einem Privatinserat (mobile.de etc.) ist letztlich auch kein vernünftiger EK sicher garantiert, während der hiesige Händler vor Ort bereits beim Kaufvertrag den EK des “Alten” final fixiert.

                Zudem ist eine taggleiche Übergabe (Verkauf des Bisherigen bis zur Abholung des Neuen) beim online Deal nahezu ausgeschlossen.

                Dennoch stellt sich die berichtigte Frage, ob im Zeitalter des Internethandel sich noch kostspielige Showrooms wie heute üblich, rentieren ?
                Sollten die Händler/Niederlassungen sich nicht auf wesentliche Kernpunkte im Sinne einer zielgerichteten Kundenorientierung beschränken?
                Ein Weiter so darf und wird es sicher auch nicht geben !

            • Steffen Kirsamer says:

              Ich rede von deutlich teuren autos als ein 420 d und wenn du dein auto nicht in eine bmw werkstatt tust und service machst kauft sein auto keine sau mehr

            • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

              „Die Zeiten des Geld druckens bei den Premiumherstellern ohne Leistung zu bieten ist vorbei. Damit müssen leider auch die BMW Händler leben“

              Andere Branchen haben auch sehr lange gebraucht, bis sie es kapiert haben – oder gar ÜBERFLÜSSIG werden, wie z.B. die Banken.

              WOZU soll ICH -uninformierten- „Fritzen“ in Nadelstreifen (in Banken wie auch in Autohäusern) ihr Provisions-Leben finanzieren?

              Verkäufern, nein – Werkstätten, solange fair, ja.

    • Mini-Fan says:

      Geht BMW den “Tesla-Weg”?

  2. Fagballs says:

    Hmm, schwieriges Thema. Einerseits möchte BMW mehr Gewinn machen, andererseits wollen die Händler auch von was leben und sind essenziell für Verkauf und Service.

    Aber es gibt seit Jahren einen großen Umschwung in der Handelswelt, die weg vom Händler hin zum Online-Vertrieb gehen. Das ist natürlich bei einer DVD oder einem Buch was anderes als bei einem Auto, aber ich habe mich schon gefragt, warum ich mit ner fertigen Konfiguration zu nem Händler gehe und nicht direkt zum Hersteller. Ich habe mich selber mit dem Wagen und seinen Features beschäftigt, ich habe mir selber heraus gesucht, was ich an Extras haben möchte, außer einer möglichen Probefahrt kann mir der Händler eigentlich nichts anbieten. Also worin besteht dann die Dienstleistung, die er mir erbringt, für die er Geld haben möchte? Wenn der Hersteller direkt an mich verkauft kann er mir ein besseres Angebot machen und macht trotzdem selber mehr Gewinn, wir haben beide gewonnen. Nur der Händler verliert halt.

    Ich habe auch schon zwei BMWs blind bestellt (als Dienstwagen wohlgemerkt, ist was anderes als privat, schon klar). Und bei beiden Übergaben wusste ich über die Features des Wagen besser bescheid als der Freundliche. Und oft genug kann man bei der einzigen Dienstleistung, die nur ein physischer Händler erbringen kann, nämlich der Probefahrt, auch nicht alles ausprobieren. Denn ein Händler kann gar nicht alle Motorisierungen da haben und sämtliche Ausstattungsvarianten. Das würde ich auch nicht verlangen, ich sage nur: Das wäre für mich ein Grund, zum Händler zu gehen.

    PS: Vermutlich wird der nächste Wagen auch weitgehend blind gekauft, weil ich zeitig bestellen muss, damit er rechtzeitig da ist.

    • DerOssi says:

      Habe alle 3 Jahre das gleiche “Luxusproblem” 🙂

      Ich verstehe die Händler selbstredend auch und möchte sie nicht benachteiligt sehen, aber mehr als für die Abholung des Wagens und den Service bräuchte ich sie auch nicht… und zum vorher vielleicht noch die Farbe aussuchen (wirkt in echt doch oft ganz anders als im Konfigurator)

  3. Hans Wurst says:

    Bei aller Streiterei vergesst Ihr, wer die Nachteile durch schlechtere Händlermargen nachher auszubügeln hat: Der Kunde! Wenn der Händler weniger Spielraum im Preis hat, zahl ich als Käufer am Ende drauf.
    Ich finde es sowieso immer erstaunlich wie oft man liest, dass die Hersteller durch diesen oder jenen Baukasten so und so viel sparen, oder auch beim Wechsel auf FWD beim 1er. Der Kunde hat absolut nichts davon! Nur der Profit der Hersteller wird immer größer.

  4. Kommissar Freytag says:

    Hier noch eine interessante (dpa) Pressemitteilung zum Thema:

    Zitat:
    “BMW droht gefährliche Lage: Ferdinand Dudenhöffer sieht Krise der Autohäuser
    Der Münchner Autobauer teilte mit, er habe den europäischen Händlern „eine vertragliche Grundlage für die nächsten fünf Jahre vorgelegt, die die Interessen des Handels und des Herstellers gleichermaßen berücksichtigt“. Die Bereitschaft zur Erneuerung sei unabdingbar. Außerhalb Deutschlands würden die neuen Händlerverträge positiv gesehen und seien „bereits weitestgehend unterzeichnet“.
    Auto-Experte Prof. Ferdinand Dudenhöffer sieht in dem Streit zwischen BMW und seinen Händlern die tieferliegende generelle Krise der Autohäuser: „Wenn Sie bei BMW ein Auto für 50 000 Euro kaufen, zahlen Sie als Kunde 5000 Euro allein für die Kosten des Autohauses. Bei Tesla, die auf Online-Handel und Servicepunkte außerhalb der Städte setzen, zahlt der Kunde nur 2000 Euro für die Vertriebskosten. Das klassische, palastartige Autohaus ist nicht für die Zukunft gebaut…“, so der „Auto-Papst“. Dudenhöffer geht aber davon aus, dass sich die Streithähne im aktuellen Konflikt einigen werden: „Den Verkaufsstopp können sich beide Seiten nicht leisten.“
    (Ende Zitat)

    Einleuchtend erscheint mir vornehmlich die Passage, dass der Kunde im klassischen Autohaus “draufzahlt” – 5.000 Euro (also 10% vom brutto-Preis) beim Kauf eines Neuwagens im klassischen Autohaus, bisherigen stationärem Handel, während am genannten Beispiel Tesla hier weniger als die Hälfte der Kosten anfallen (2.000 Euro)

    Fazit: eine zeitgemäße Neuausrichtung aller Händler ist demnach dringend, wie zwingend notwendig, auch im Sinne der Verbraucher !

  5. sprflws says:

    Was hier leider einige zu vergessen scheinen ist, dass es eben nicht mehr ohne weiteres möglich sein wird ohne Händlerstandorte und/oder Niederlassungen sich sowohl beraten zu lassen, als auch Fahrzeuge “mal eben” zur probe zu fahren. Gerade die Dinge, die häufig von Onlinekäufern, oder Dienstwagennutzern eben getan werden, woran leider der Standort selbst erstmal nichts verdient.
    Dem Konzern nurtzt es prinzipiell schon, zumindest kurzfristig, da die Fahrzeuge trotzdem abgesetzt werden – weswegen z.B. die immer wiederkehrenden Spekulationen weitere Niederlassungstandorte zu schließen nicht wirklich nachvollziehbar sind.
    Der Onlinekauf nutzt letztendlich, auf Kosten vieler Arbeitnehmer und einiger kleinerer Arbeitgeber, sowohl dem Kunden, als auch dem konzern und dementsprechend (vermutlich am wichtigsten) dem Aktionär, da die Profitablität steigt, selbst bei geringerem Absatz (bis sich das Ganze eingespielt hätte, dann könnte der Absatz sogar in Summe steigen).
    Wäre also schon denkbar, dass sich eben genau diese Strategie hinter den Verhandlungen verbirgt – friss oder stirb, oder besser gesagt: friss, oder wir ersetzen dich im Vertrieb und du darfst weiter reparieren!
    Dudenhöfer ist natürlich wieder einer der ersten welche sich zu Wort melden und feuert wie immer gerne leere Worthülsen in die Menge – kennt man ja schon. Der selbsternannte Automobilexperte, der vor Schadenfreude vermutlich kaum an sich halten kann.

  6. manuelf says:

    Ist natürlich immer sehr schwer von subjektiven eigenen Erfahrungen beim Autokauf auf eine valide Gesamtsicht zu kommen.
    Im bestehenden “System” wird ein Kunde, der eh bereits informiert/interessiert ist, die Konfiguration in der Tasche hat und nicht der begnadete Feilscher ist, der auf dem Basar aufgewachsen ist, eher im Nachteil sein. Er “finanziert” den Händler mit, ohne einen entsprechenden Gegenwert zu haben.

    Dann gibt es sicher Kunden, die von dem Händlernetz profitieren:
    – im Falle eines kombinierten Kaufs/Inzahlungnahme
    – Entscheidungsfindung anhand von Probefahrten oder einfach physisch erleben.

    Die Frage: Kann BMW das adäquat anbieten, ohne dass diejenigen, die es nicht nutzen implizit dafür zahlen?

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