BMW Kartellvorwürfe: Keine weiteren Kooperationen mit Wettbewerbern?

News | 24.10.2017 von 13

Als Reaktion auf die jüngsten Kartellvorwürfe gegen deutsche Autohersteller will BMW vorerst auf neue Kooperationen mit Konkurrenten verzichten

Nach Informationen der “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” unter Berufung auf BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann plant BMW vorerst keine neuen Kooperationen mit Konkurrenzunternehmen. Bestehende Verträge sollen aber fortgeführt werden.

Hintergrund der Ankündigung sind die Selbstanzeigen von Volkswagen und Daimler im Zusammenhang mit dem Vorwurf illegaler Kartell-Absprachen. Laut dem Bericht zeigten sich BMW-Manager nach Bekanntwerden der Selbstanzeigen verärgert. Man habe noch mit den Wettbewerbern über mögliche Kooperationen gesprochen, während die Juristen der Konkurrenz bereits die Anzeige dieser Gespräche vorbereitet hätten.

Die EU-Kommission hatte in Reaktion auf die Vorwürfe in der letzten Woche eine sogenannte “Nachprüfung” in der Münchner BMW Konzernzentrale durchgeführt, um Beweismaterial zu sammeln und sich einen Überblick zu verschaffen. Daimler hofft derweil mit der frühen Selbstanzeige und einem entsprechenden Antrag in Brüssel auf eine Kronzeugenregelung und – sollten sich die Vorwürfe erhärten – auf niedrigere Strafzahlungen.

13 responses to “BMW Kartellvorwürfe: Keine weiteren Kooperationen mit Wettbewerbern?”

  1. Dailybimmer says:

    Sollten illegale Absprachen zwischen den OEM’s tatsächlich stattgefunden haben, müssten alle gleichermaßen bestraft werden. Die Selbstanzeige Daimler’s, als auch VW’s, war alles andere als edel und ehrenhaft. Kooperationen sollte Bmw in Zukunft nur noch mit Toyota und McLaren eingehen.

    • Moo says:

      Da sind wir uns ausnahmsweise mal 100% einig 😉
      Für mich hat das den Faden Beigeschmack BMW mit in den öffentlichen Verruf zu bringen, nachdem es beim Thema Diesel nicht so Recht gelungen ist.

    • DropsInc. says:

      Man kann nur hoffen, dass BMW den Bedarf einer Selbstanzeige bewusst nicht wahrgenommen hat, da wissentlich der Rahmen im Legalen gehämmert wurde. Wenn nicht, sieht es schlecht aus und BMW ist der dumme dritte. Was widerum deutlich macht, man wollte zum Vorteil handeln und still schweigen. Der Kronzeugenquark ist Konform. Ich würde es mit einer Geständigkeitsaussage vor Gericht vergleichen, jene Leute können meist auch Straflindernd behandelt werden. Sei es drum, man muss abwarten und die Profis walten lassen. Was die Zusammenarbeit angeht, schwere Sache. Dennoch sollte Daimler und VAG Ihren Teil dazu beitragen. Evtl. erweist sich das Ganze als Legal. Dann wiedermal viel Wind und Beschmutzung des Images.

    • Mini-Fan says:

      Der Hoeneß hat’s auch versucht, mit einer Selbstanzeige. Dummerweise war er dabei nicht ehrlich genug.
      Und sogar im Strafprozess hat er gerade nur DAS zugegeben, was man ihm eh’ schon bewiesen hatte.

  2. Daniela Wolf says:

    die Wahrheit wird bitterer sein als man es sich vorstellen möchte.

    • manuelf says:

      Oh Kassandra, sprich… was hast Du für unglaubliches Insiderwissen?

    • Mini-Fan says:

      Entweder sind alle – BMW, Mercedes, VW, Audi und Porsche – gleichermaßen schuldig. Oder eben gar keiner.

      Davon abgesehen hat sich zumindest BMW gerade eben NICHT an die von VW/ Audi in der Selbstanzeige behauptete Maximalgröße des AdBlue-Tanks gehalten. Und selbst DAS impliziert noch lange nicht, daß vereinbart worden sei, daß weniger Harnstoff als für die optimale Reinigung der Dieselabgase erforderlich einzuspitzen sei.

      Was die anderen Punkte angeht (Preisabsprachen) – ist ja noch nichts nach außen gedrungen. Also bis jetzt alles reine Spekulation.

      • DropsInc. says:

        Mich wundert nur, warum da Daimler so schnell nach vorne gesteuert ist. Klar man hat Erfahrung (LKW-Kartell) oder nur reine Vorsichtsmaßnahme? Wie du schon beschrieben hast, momentan reine Spekulation inclusive Rainer Wahnsinn.

        • Mini-Fan says:

          Auf jeden Fall, denke ich, werden die Kartellbehörden in einer Grauzone bei der Daimler AG WENIGER ein Auge zudrücken als bei der BMW AG – die “Verurteilung” der Daimler AG im Lkw-Kartell wirkt da wie eine einschlägige Vorstrafe im Strafprozess.
          Ein Kaufhausdieb wird beim zweiten Mal auch härter bestraft. Und das zweite Verfahren dann wohl eher NICHT eingestellt werden.
          Und es kann sein, daß die BMW-Juristen eine andere, vielleicht eine nicht so übervorsichtige Einschätzung wie die Kollegen bei Daimler haben.

  3. Mini-Fan says:

    Das muß man sich ‘mal auf der Zunge zergehen lassen:

    “Während (!) Gesprächen von BMW mit den Wettbewerbern über mögliche Kooperationen haben die an der Konferenz teilnehmenden Juristen [der Wettbewerber] die Anzeige just jener gerade geführten Gespräche bei den Kartellbehörden vorbereitet.”

    Das ist ja noch schlimmer als “jemanden in einen Hinterhalt zu locken”.

    • Schoenwetterkiter says:

      2014 Selbstanzeige erstattet und bis 2017 weiter an den Kooperationen festgehalten, diese erweitert und neue abgeschlossen. Wenn bei sowas die Kronzeugenregelung greift, dann weiß ich auch nicht weiter.

      • Mini-Fan says:

        also so wie:
        “Ich zeige mich jetzt mal wegen einer Straftat an. Und mache dann 3 Jahre damit weiter. Weil, ich genieße ja Straffreiheit”

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