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Automarkt Deutschland: BMW mit wenigen Eigenzulassungen

Eigenzulassungen sind ein seit vielen Jahren bewährtes Mittel der Autobauer, um die eigenen Verkaufszahlen besser aussehen zu lassen und den Verkauf ausgewählter Modelle zu fördern. Wenn Hersteller ihre Neuwagen nicht direkt an Kunden, sondern zunächst an Händler und Niederlassungen verkaufen, können die eigentlichen Kunden wenig später attraktive Schnäppchen machen: Die häufig als Tageszulassung beworbenen Modelle sind deutlich günstiger als ein Neuwagen, obwohl sie im Grunde brandneu sind.

Auf dem Automarkt Deutschland liegt der Anteil dieser Eigenzulassungen mittlerweile bei 30,6 Prozent, fast ein Drittel aller Neuwagen wird demnach zunächst an einen Autohändler verkauft. Je nach Hersteller werden dabei unterschiedliche Strategien gefahren, denn natürlich entspricht die Förderung des Verkaufs von Tageszulassungen einer Subventionierung, die den Verkauf von Neuwagen zum Listenpreis erschwert.

Laut einer Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen sinkt der Preis eines Fahrzeugs allein durch die Eigenzulassung um 10 bis 15 Prozent, so wird der Verkauf an tatsächliche Kunden deutlich leichter. Ganz nebenbei lassen sich mit den Eigenzulassungen auch die Verkaufszahlen beschönigen, denn das Kraftfahrtbundesamt unterscheidet nicht zwischen Neuwagen-Verkäufen an echte Kunden und solchen an Händler oder Niederlassungen.

Mit einem Eigenzulassungs-Anteil von 23,9 Prozent gehört BMW zu jenen Herstellern, die ihrem Absatz am wenigsten unter die Arme greifen. Unter allen deutschen Herstellern lassen die Münchner die wenigsten Neuwagen auf sich selbst zu, Mercedes liegt laut CAR bei 25,6 Prozent und Volkswagen mit 30,7 Prozent ziemlich genau im Durchschnitt des deutschen Markts. Mit einer Eigenzulassungs-Quote von 23,1 Prozent liegt nur der Ford-Konzern noch unterhalb von BMW.

Die vergleichsweise wenigen Eigenzulassungen gehören zur Strategie der BMW Group, möglichst wenige Fahrzeuge mit hohem Rabatt zu verkaufen. Dass dabei die Verkaufszahlen auf einzelnen Märkten leiden und rabattwilligere Wettbewerber hier mehr Autos absetzen können, ist vor dem Hintergrund der weltweiten Verkaufszahlen verschmerzbar und nützt letztlich der Rendite, schließlich können viele Modelle auf anderen Märkten mit weniger Rabatt als in Deutschland verkauft werden.

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