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DTM-Saison 2015 im Rückblick: Interview mit Jens Marquardt

Hockenheim (DE) 18th October 2015. BMW Motorsport, Race 18, Jens Marquardt (DE) BMW Motorspoirt Director. This image is copyright free for editorial use © BMW AG (10/2015).

In einem ausführlichen Interview blickt BMW Motorsport-Chef Jens Marquardt auf die abgelaufene DTM-Saison 2015 zurück. Das vierte Jahr seit dem Comeback der Marke im Jahr 2012 ist auch das vierte Jahr, in dem mindestens ein Titel nach München ging – allerdings lieferten die BMW DTM-Boliden in den Jahren zuvor meistens eine bessere Vorstellung und hinterließen bei mehr Rennen einen siegfähigen Eindruck als 2015.

In der abgelaufenen Saison waren es vor allem die vier Rennen in Zandvoort und Oschersleben, die BMW Motorsport zum Sieg in der Herstellerwertung verholfen haben. An beiden Wochenenden profitierten die BMW M4 DTM von vergleichsweise niedrigem Gewicht und konnten somit aus dem schwachen Abschneiden in den Rennen zuvor Kapital schlagen. Außerdem profitierte BMW maßgeblich vom Punktabzug für Audi nach der Funkspruch-Affäre um Wolfgang Ullrich.

Herr Marquardt, BMW ist der erfolgreichste Hersteller der DTM-Saison 2015. Wie stolz sind Sie auf Ihre Mannschaft?
Jens Marquardt: „Natürlich bin ich sehr stolz auf jeden Einzelnen – ganz gleich ob bei BMW Motorsport oder in unseren vier Teams. Für uns ist der Herstellertitel von großer Bedeutung. Trotz schwieriger Bedingungen haben wir uns erneut gegen unsere direkten Wettbewerber aus dem Premium-Segment durchgesetzt und gezeigt, dass man im Motorsport für seinen Kampfgeist belohnt wird. Zu Beginn der Saison hatte es aus unterschiedlichen Gründen nicht unbedingt danach ausgesehen, dass wir ein erfolgreiches DTM-Jahr haben würden. Dann konnten wir uns aber steigern und den Rückstand auf unsere Konkurrenten aufholen. Das war eine echte Energieleistung.“

Was war der Schlüssel zum Erfolg?
Marquardt: „Das waren eindeutig unsere Geschlossenheit und unsere Effizienz. Wenn sich uns die Chance geboten hat, an einem Rennwochenende Top-Ergebnisse einzufahren, dann haben wir sie eiskalt genutzt – und das nicht nur mit einem oder zwei Fahrern, sondern als gesamte Mannschaft. Nur so war es möglich, einen historischen Erfolg wie den Siebenfachsieg in Zandvoort zu feiern. Genau das war vor der Saison unser Ziel: Unser Gesamtpaket sollte möglichst vielen Fahrern die Möglichkeit geben, um Siege zu kämpfen. Das hat wunderbar funktioniert – und uns den Herstellertitel eingebracht.“

Fünf verschiedene Sieger im BMW M4 DTM, das hat es seit dem DTM-Comeback 2012 noch nicht gegeben…
Marquardt: „Ganz richtig. Und das zeigt, auf welch hohem Niveau und wie ausgeglichen unsere Piloten in dieser Saison unterwegs gewesen sind. Marco Wittmann, Timo Glock, António Félix da Costa, Maxime Martin und unser Rookie Tom Blomqvist: Sie alle haben sich ihre Siege mit fehlerfreien Leistungen absolut verdient. Bruno Spengler und Augusto Farfus haben zahlreiche Podestplätze gesammelt. Martin Tomczyk hatte mehr als einmal Pech, konnte jedoch einmal mehr mit großem Kämpferherz für einige besondere Momente sorgen. Ich bin mit unseren Fahrern in dieser Saison rundum zufrieden.“

Sieben Titel in vier Jahren: Was ist das Rezept für eine solche Konstanz?
Marquardt: „Es ist in der Tat so, dass wir bisher in jedem Jahr nach unserem Comeback 2012 mindestens einen Titel erringen konnten. Diese Konstanz zeigt einfach, wie gut und hart alle Beteiligten an diesem Projekt arbeiten. Die DTM ist so hart umkämpft, dass man nicht erwarten kann, in jedem Rennen ganz oben zu stehen. Vielmehr muss man alle noch so kleinen Stellschrauben im Blick behalten und optimieren, um dann, wenn sich die Gelegenheit bietet, maximale Punkte zu sammeln. Das ist uns seit 2012 regelmäßig sehr gut gelungen.“

Die Saison bot auch zahlreiche kontroverse Szenen. Wie haben Sie diese Momente wahrgenommen?
Marquardt: „Das stimmt, 2015 haben die Zuschauer in der DTM besonders viel Action erlebt – und dabei wurde in bestimmten Situationen in punkto Sportlichkeit und Fairness der Bogen überspannt. Ich bin glücklich darüber, dass wir dabei eher in der Zuschauerrolle zu finden waren. Wir haben den Fans spannenden und fairen Rennsport geboten. Jeder Fahrer hat für seine eigenen Erfolge gekämpft – und in der Summe hat uns diese Herangehensweise den Herstellertitel eingebracht.“

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