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Michelin Winter Essentials 2012: Neue Winterreifen auf dem Prüfstand

Reifen ist nicht gleich Reifen: Das schwarze Gold spielt nicht nur im Sport oft die entscheidende Rolle, auch im Alltag kann der Reifen in brenzligen Situationen den Ausschlag geben. Während die meisten Autofahrer bei Trockenheit nur selten ungewollt das Limit ihrer Reifen erkunden, können die witterungsbedingt niedrigeren Reibwerte im Winter schon bei erheblich geringen Geschwindigkeiten für Gefahr sorgen.

Insbesondere auf nassem Asphalt sowie auf verschneiter Straße gibt es zwischen den Fabrikaten teils eklatante Unterschiede bei Bremswegen und Seitenführungskräften – auch wenn die meisten Autofahrer diese Grenzen nie erfahren wollen und sich der Bedeutung nicht bewusst sind, kann ein guter oder weniger guter Winterreifen von einer Sekunde auf die andere genau jenes Element am eigenen Auto sein, an dem man lieber nicht gespart hätte.


Ganz ohne Angst: Gute Winterreifen nehmen den Winter-Dämonen den Schrecken

Bei den Michelin Winter Essentials 2012 hatten wir bereits zum Ende des vergangenen Winters auf der Teststrecke Bikernieki die Gelegenheit, uns von den Fähigkeiten der neuen Winterreifen-Generation von Michelin zu überzeugen. Im Fokus standen dabei die Varianten Michelin Latitude Alpin LA2 für SUVs sowie Michelin Pilot Alpin PA4 für Fahrer, die auch im Winter sportlich unterwegs sein wollen.

Da man im normalen Leben nie die Chance hat, ähnliche Reifen auf vergleichbaren Fahrzeugen im direkten Vergleich zu erleben, gestaltet sich selbst der zu Beginn absolvierte Bremstest aus 50 km/h interessant: Lassen sich auf einem Audi A5 Sportback bei einer Schnee-Bremsung auf gerader Strecke wirklich Unterschiede zwischen verschiedenen Reifen “erfahren”? Eine klare Antwort fällt schwer, denn der erste Eindruck ist bei allen getesteten Reifen ähnlich: Bis das Fahrzeug endlich steht, vergeht im Ernstfall zu viel Zeit. Erst ein Blick auf die Messgeräte offenbart, dass die neuen Reifen von Michelin bei Gesamtbremswegen um die 30 Meter in der Lage sind, bis zu drei Meter besser abzuschneiden als ihre wichtigsten Wettbewerber.

Die Fähigkeiten eines guten Reifens waren allerdings nur wenige Minuten später deutlich besser erlebbar: Moderne SUV gelten allgemein als wenig geländetauglich und kaum für den Einsatz abseits befestigter Straßen geeignet, was natürlich in erster Linie an den Wünschen der Kundschaft liegt: Kompromisse beim Fahren auf Asphalt möchte schließlich kaum jemand eingehen, der ohnehin fast nie diesen Untergrund verlässt.

Ein typischer Vertreter für diese von Offroad-Fans belächelte Fahrzeuggattung ist der Range Rover Evoque, der vor allem mit dynamischem Design und britischem Lifestyle-Flair punktet, aber eher selten wegen seiner Fähigkeiten im Gelände gekauft werden dürfte. Dennoch wählte Michelin genau dieses Auto, um die Wälder im Osten von Riga unter die mit Michelin Latitude Alpin LA2 bereiften Räder zu nehmen.

Wer auf den verschneiten und matschigen Waldwegen nun einen Kampf um Traktion erwartet hat, sah sich allerdings getäuscht. Der Evoque meisterte den Ausflug ins Gelände mit Bravour und wurde dabei von uns auf eine Art und Weise bewegt, die mindestens 99 Prozent der Evoque-Kunden ihrem Auto niemals zumuten würden. Selbst bei steilen Anstiegen glänzte das SUV mit unerwartet guter Traktion – und erledigte selbst absichtlich gestellte Fallen wie das Anhalten und anschließende Anfahren mitten an einer rutschigen Steigung völlig problemlos.

Auch wenn sich der Evoque durchaus unterhaltsam bewegen lässt, sucht so mancher Autofahrer auch im Alltag nach deutlich mehr Kraft und Dynamik. Eine beliebte Alternative zum BMW M5 ist dabei der Mercedes E 63 AMG. Die sportlichste Variante der E-Klasse aus Stuttgart stand in Bikernieki ebenfalls parat, um uns die sonstigen Vorteile guter Winterreifen näherzubringen.

Im Fokus steht dabei ein gutes Gleichgewicht zwischen drei besonders wichtigen Aspekten: Ein Reifen muss einerseits kurze Bremswege ermöglichen, andererseits auch auf schlechtem Untergrund hohe Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen und schließlich ein Profil bieten, dass selbst eine mit 525 PS in gewisser Weise übermotorisierte Limousine mit Hinterradantrieb zügig in Fahrt bringen kann.

Um diese Quadratur des Kreises zu erreichen, arbeiten die Reifenhersteller mit immer neuen Methoden. Die einzelnen Profil-Blöcke der Reifen werden immer zahlreicher, in ihnen befinden sich immer mehr Lamellen. So verfügt der Reifen über mehr Stellen, an denen er sich mit dem Untergrund verzahnen kann. Noch vor wenigen Jahren wären die heutigen Konstruktionen nicht möglich gewesen, ohne erhebliche Probleme beim Fahrverhalten auf trockenem Untergrund sowie geringe Laufleistungen in Kauf nehmen zu müssen.

Einer der Schlüssel zum Erfolg heißt bei Michelin Sonnenblumenöl, denn durch das Beimengen dieser natürlichen Ressource haben die Forscher eine Gummi-Mischung realisiert, die auch bei tiefen Temperaturen weich genug für gute Traktion ist, ohne bei höheren Temperaturen mit erhöhtem Verschleiß aufzufallen. Gegenüber dem Vorgänger-Reifen Pilot Alpin 3 konnte der neue Michelin PA4 daher mit rund einem Viertel mehr Profil-Blöcken und sogar fast 75 Prozent mehr wirksamen Profil-Kanten designt werden.

Die Vorteile dieser Technik lassen sich auch am Steuer eines Porsche 911 Carrera S erleben: Die dank Heckmotor mit überlegener Traktion gesegnete Sportwagen-Legende vermittelt auch auf Schnee ein sehr sicheres Fahrgefühl und glänzt mit einem direkten Einlenkverhalten. Zwar durfte im 911 nicht komplett auf die helfende – oder doch eher störende? – Hand des bei Porsche PSM genannten ESP verzichtet werden, aber im Vergleich mit dem Wettbewerb war dennoch ein Unterschied spürbar: Die Geschwindigkeit, bei der sich das PSM zum Eingreifen gezwungen sah, lag mit den Michelin Pilot Alpin 4 deutlich höher als in jenen Fahrzeugen mit anderer Bereifung – ein Ergebnis der gemeinsamen Arbeit von Porsche und Michelin, denn beide Firmen haben schon während der Entwicklung des Fahrzeugs Hand in Hand an den passenden Reifen für verschiedene Einsatzzwecke gearbeitet.

Mehr Eindruck haben an diesem Tag trotzdem andere hinterlassen: Sowohl die Drift-Übungen mit dem Mercedes E 63 AMG – was ab Werk nicht gewollt ist, gelang den Technikern von Michelin über Umwege doch: ESP OFF! – als auch die Gelände-Fahrt mit dem Range Rover Evoque zeigten auf unterhaltsame Art, wie kontrolliert und sicher man mit guten Reifen auf Schnee unterwegs sein kann. Während wir uns in Bikernieki von den spaßigen Folgen guter Traktion und hoher Seitenführungskräfte überzeugen konnten, steht im Alltag meist die Sicherheit im Vordergrund. Der richtige Reifen kann hier wie da den entscheidenden Unterschied machen!

Wir danken Michelin für die Einladung zu den Michelin Winter Essentials 2012!

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