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Follow this categoryDie offizielle Ankündigung des BMW X4 F26 war nur eine Frage der Zeit, nun hat BMW die Erweiterung der X-Palette in einer Mitteilung zum Ausbau des Werks in Spartanburg untergebracht. Das Werk im US-Bundesstaat South Carolina soll bis 2014 auf eine Kapazität von etwa 350.000 Einheiten jährlich erweitert werden, wofür nun 900 Millionen US-Dollar investiert werden.
Grund für die Erweiterung ist einerseits die hohe Nachfrage nach den in den USA gebauten Modellen X3, X5 und X6, andererseits aber auch das neue SUV-Coupé BMW X4. Der kleine Bruder des X6 basiert technisch auf dem BMW X3 und wird das Erfolgsrezept des Sports Activity Coupé übernehmen: Genügend Platz für vier Personen, eine elegante Dachlinie samt sportlicherer Fahrwerksabstimmung und die hohe Sitzposition eines SUV werden auf ansehnliche Art und Weise miteinander kombiniert, um der Kundschaft eine deutliche Differenzierung von normalen SUVs zu ermöglichen.
Die zweite Generation des BMW X3 mit der internen Bezeichnung F25 wird bekanntlich gemeinsam mit X5 und X6 im US-Werk Spartanburg in South Carolina gebaut, aber momentan genügen die Produktionskapazitäten hinten und vorne nicht, um die große Nachfrage zu bedienen – zuletzt war offiziell von einer 102-prozentigen Auslastung der Werke zu hören. Für die Kunden bedeutet das Wartezeiten von mehreren Monaten, was schon einige Kunden dazu gebracht hat, das neue Auto doch bei einer anderen Marke zu bestellen.
Aus diesem Grund denkt BMW laut der Kleinen Zeitung bereits seit längerer Zeit intensiv darüber nach, freie Kapazitäten bei Magna in Graz zu nutzen und den F25 auch dort bauen zu lassen. Die Österreicher hatten bereits die erste Generation des BMW X3 (E83) gebaut – über 600.000 Einheiten liefen in Graz vom Band – und sind momentan für die Produktion des MINI Countryman R60 verantwortlich.
Das Werk Spartanburg bereitet der BMW Group derzeit immer wieder Sorgen: Bedingt durch die hohe Nachfrage nach den Modellen X3, X5 und X6 ist es unmöglich, allen Kunden akzeptable Lieferzeiten zu bieten. Speziell im Fall des BMW X3 F25 gehen einige Kunden verloren, weil sie verständlicherweise nicht viele Monate auf ihr neues Auto warten wollen. Natürlich handelt es sich dabei um ein Luxusproblem, aber auch solche Probleme müssen behoben werden.
Wie Dr. Reithofer bei der heutigen Telefonkonferenz zur Vorstellung des Quartalsberichts Q2 2011 sagte, denke man daher darüber nach, das Werk Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina erneut zu vergrößern. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, aber im Grunde liegt die Notwendigkeit auf der Hand.
Die BMW Group legt nicht nur bei den fertigen Fahrzeugen für die Straße großen Wert auf Nachhaltigkeit und Effizienz, auch bei der Produktion spielt die Umweltfreundlichkeit eine große Rolle. Seit Jahren wird der CO2-Ausstoß und Wasserverbrauch je produziertem Fahrzeug signifikant reduziert, was unter anderem zu sechs Siegen in Folge beim Dow Jones Sustainability Index geführt hat. Der gesamte Energieverbrauch lag 2010 bei weniger als 84 Prozent des Wertes von 2006 und einige andere Einzelfaktoren konnten sogar noch deutlicher gesenkt werden.
Das Werk Spartanburg in South Carolina wurde nun von der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA auf den vierten Platz bei der Nutzung regenerativer Energien gesetzt und damit für das auf dem Werksgelände untergebrachte Methangaskraftwerk belohnt, das von einer Mülldeponie gespeist wird.
Das US-Werk Spartanburg wird für die BMW Group von Jahr zu Jahr wichtiger. Der Automarkt in Nordamerika hat sich mittlerweile relativ gut von der Wirtschaftskrise erholt und BMW geht davon aus, dass die USA auch in den kommenden Jahren einer der größten Märkte für Premium-Automobile sein werden. Zwar könnte China schon bald an den USA vorbeiziehen, aber dennoch bleibt der Markt natürlich sehr groß und somit auch sehr wichtig für die BMW Group.
Um der Nachfrage in Nordamerika nachkommen zu können und dabei auch den dort herrschenden Kostendruck zu überstehen, erwägt BMW laut einem Bericht der FAZ nun offenbar, auch die 3er- und 5er-Reihe direkt in Spartanburg zu bauen. Die FAZ beruft sich dabei auf Gespräche mit Ian Robertson am Rande der NAIAS Detroit 2011. Entscheidungen darüber seien noch nicht gefallen, aber wenn solche Überlegungen bereits öffentlich kommuniziert werden, scheint es zumindest handfeste Tendenzen in diese Richtung zu geben.
In der Nähe von Atlanta findet auf der Painted Rock Farm – rund 160 Meilen vom Werk Spartanburg, in dem der X3 gebaut wird, entfernt – derzeit der Media-Launch des BMW X3 F25 statt und unsere Freunde von BMWblog.com sind natürlich vor Ort. Neben beinahe unendlich vielen Bildern gibt es nun natürlich auch endlich die ersten Fahrberichte zum neuen Geländewagen von BMW.
Wie zu erwarten war, demonstriert BMW dabei neben den Fähigkeiten auf Asphalt auch die Geländegängigkeit des X-Modells. Die anwesenden Journalisten durften den BMW X3 mit dem bekannten Sechszylinder-Benziner xDrive35i bewegen, der vor allem in den USA seine Kunden finden dürfte. Der Motor mit der internen Bezeichnung N55 schöpft seine Kraft von 306 PS aus drei Litern Hubraum und wird dabei von einem TwinScroll-Turbolader unterstützt. Genau wie der Vierzylinder-Turbodiesel xDrive20d ist auch der Benziner mit der neuen Achtgang-Automatik erhältlich, die erstmals bei BMW mit einer Auto-Start-Stopp-Funktion kombiniert wird.
Erst vor wenigen Tagen haben wir über den umfangreichen Ausbau des BMW Werks in Spartanburg berichtet, denn dieses muss künftig neben BMW X5 und BMW X6 auch den neuen BMW X3 produzieren können. Offenbar gehen die Pläne von BMW aber noch weiter und man überlegt derzeit auch, die 3er-Reihe für den US-Markt direkt vor Ort zu bauen.
Ein solcher Schritt wäre wohl als Reaktion auf den Beschluss von Mercedes zu verstehen, die C-Klasse künftig in Alabama zu fertigen. Während bei Mercedes rund 1.800 Stellen im Werk Sindelfingen von dieser Entscheidung betroffen waren, möchte BMW einen Stellenabbau in den deutschen Werken vermeiden. Neben den Stuttgartern will auch Volkswagen Teile der Produktion nach Nordamerika verlagern und plant dafür ein völlig neues Werk in Tennessee.
Anlässlich der Erweiterung des Standorts Spartanburg in South Carolina / USA hat BMW auch ein rund fünfminütiges Video veröffentlicht, das uns die Geschichte des Werks im Schnelldurchlauf zeigt. Angefangen vom Beschluss zum Bau des Werkes am 22. Juni 1992 – damals noch unter der Führung Eberhard von Kuenheims – über die ersten Fahrzeuge bis hin zur heutigen Größe bietet das Video zu allen wichtigen Etappen bewegte Bilder.
Bereits am 30. September 1992 folgte der erste Spatenstich und ermöglichte, dass weniger als zwei Jahre später der erste BMW aus US-Produktion vom Band rollen konnte. Damit ist Spartanburg bis heute das am schnellsten gebaute Werk in der Automobilindustrie, denn an keinem anderen Standort verging weniger Zeit zwischen Grundsteinlegung und erstem produzierten Fahrzeug. Beim Erstlingswerk handelte es sich übrigens um einen weißen BMW 318i der Generation E36. Der Vierzylinder wurde genau wie der BMW 318is auch in Europa gebaut und fand in Nordamerika nicht besonders viele Freunde.
Im US-Werk Spartanburg wurde heute eine Erweiterung auf 111.500 Quadratmetern Fläche in Betrieb genommen, die einerseits die Montagehallen für den neuen BMW X3 F25 beherbergt und andererseits zusätzliche Kapazitäten in den Bereichen Karosseriebau und Lackiererei schafft. Die Gesamt-Kapazität des Werks wächst damit um 50 Prozent von 160.000 auf 240.000 Einheiten jährlich. Die BMW Group hat damit allein seit dem Jahr 2008 eine Milliarde US-Dollar in den nordamerikanischen Standort investiert – 750 Millionen in Spartanburg sowie 250 Millionen zur Modernisierung des Nordamerika-Hauptsitzes in New Jersey und für zwei neue regionale Vertriebszentren im Nordosten und Mittleren Westen der USA.
Seit Gründung des Werks im September 1994 verließen nicht weniger als 1,6 Millionen Fahrzeuge das Werk in South Carolina, wovon gut 70 Prozent in den Export gehen. Mit der zweiten Generation des BMW X3 wird nun neben BMW X5 und X6 ein weiteres X-Modell in den USA vom Band laufen. Mit Ausnahme des in Leipzig produzierten BMW X1 E84 werden somit alle X-Modelle in den USA gebaut.
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