Formel E statt DTM: Mercedes Motorsport stellt sich neu auf

Motorsport | 25.07.2017 von 12

Diese Nachricht dürfte auch bei BMW Motorsport mit Spannung zur Kenntnis genommen worden sein: Mercedes steigt aus der DTM aus und engagiert sich stattdessen in …

Diese Nachricht dürfte auch bei BMW Motorsport mit Spannung zur Kenntnis genommen worden sein: Mercedes steigt aus der DTM aus und engagiert sich stattdessen in der Formel E! Die Stuttgarter sind neben Audi und BMW eine von nur drei Marken, die derzeit in der DTM aktiv sind – und entsprechend essenziell für den Fortbestand der Serie. Nachdem in den letzten Jahren immer wieder vergeblich versucht wurde, weitere Hersteller für ein Engagement in der DTM zu begeistern, könnte der Aussiteg von Mercedes nach der Saison 2018 auch zum Ende der DTM werden.

Noch ist es zwar zu früh für derartige Schlussfolgerungen, denn mit dem neuen Reglement samt 2,0-Liter-Turbo-Motoren könnte die Serie auch für weitere Hersteller interessant werden, ein positives Signal für die DTM ist der Ausstieg von Mercedes aber ganz sicher nicht. Ganz anders sieht die Sache im Fall der Formel E aus, denn die Zahl der großen Werksteams in der Elektro-Rennserie wächst derzeit rasant. Auch BMW wird demnächst gemeinsam mit Andretti als offizielles Werksteam an den Start gehen und sich dann auch in der Formel E mit Mercedes-Benz messen können.

Toto Wolff (Mercedes Motorsport-Chef): “Die Jahre in der DTM werden immer ein großer Teil unserer Motorsport-Geschichte bleiben. Mein Dank geht an alle Mitarbeiter, die über Jahre hinweg in der DTM tolle Arbeit geleistet und Mercedes-Benz zum erfolgreichsten Hersteller der Serie gemacht haben. Auch wenn so ein Abschied natürlich schwer fällt, werden wir in dieser und nächster Saison alles dafür tun, uns mit so vielen Titeln wie möglich aus der DTM zu verabschieden. Das sind wir unseren Fans und uns selber schuldig.
Wie in jedem anderen Bereich wollen wir im Motorsport Benchmark im Premiumsektor sein und auch neue innovative Wege bestreiten. Das decken wir perfekt mit Formel 1 und Formel E ab. Die Formel E ist mit einem spannenden Start‑up-Unternehmen vergleichbar: Sie bietet ein brandneues Format, das Rennen mit einem starken Eventcharakter kombiniert, um aktuelle und zukünftige Technologien zu bewerben. Für einen Hersteller ist die Formel E eine interessante Plattform, um die Elektrifizierung einem neuen Publikum vorzustellen. Und das in einem ganz anderen Format als es jede andere Motorsportserie bietet. Ich freue mich, dass wir die bestehende Einstiegsoption um ein Jahr bis zur Saison 2019/20 erweitern konnten. So haben wir die Zeit, die Serie kennenzulernen und uns adäquat auf den Einstieg vorzubereiten.”

Alejandro Agag (Gründer und CEO der Formel E): “Heute ist ein großartiger Tag, weil wir Mercedes in der Formel E-Familie begrüßen dürfen. Damit wächst die steigende Zahl der Hersteller, die sich an der elektrischen Revolution beteiligen. Der heutige Schritt zeigt, wie sehr sich die Welt verändert – nicht nur im Motorsport, sondern in der gesamten Automobilindustrie. Wir sind Zeugen eines Wandels, der zuerst unsere Städte und dann unsere Straßen transformiert. Die Formel E ist die Meisterschaft, die diese Veränderung verkörpert. Gemeinsam mit allen unseren Teams und Herstellern werden wir weiter nach Technologien streben, um bessere und günstigere Elektroautos zu bekommen.”

Jens Thiemer (Vice President Marketing Mercedes-Benz Cars): “Mit dem Ausstieg aus der DTM geht für uns eine langjährige Motorsport-Ära zu Ende. Wir blicken mit Stolz auf das Engagement unserer Teams, Fahrer, Partner und den zahlreichen Helfern hinter den Kulissen zurück, die die DTM oft genug zu einer faszinierenden Plattform für unsere Kunden und Markenfans gemacht haben. Nun ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen.
Mercedes-Benz vermarktet künftige batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge unter dem Label EQ. Die Formel E ist für uns ein konsequenter Schritt, um die Leistungsfähigkeit unserer attraktiven batterieelektrischen Fahrzeuge zu demonstrieren und die Technologiemarke EQ im Motorsport und Marketing emotional aufzuladen.”

(Fotos & Infos: Mercedes)

12 responses to “Formel E statt DTM: Mercedes Motorsport stellt sich neu auf”

  1. M. Power says:

    Das bedeutet wohl das Ende der DTM in der heutigen Art, echt schade.
    Ich finde man müsste die DTM ab 2019 ganz neu machen, so wie früher mit Autos die nahe an der Serie sind. Zum Beispiel BMW M4, Audi RS5, Alfa Gulia etc. mit Schaltgetriebe und weniger Elektronik. So kommt der Fahrer mehr zu Geltung und die Rennen werden spannender.
    Bin gespannt was die Zukunft bringt.

    • Quer says:

      Da wird vermutlich Audi alleine fahren, ja dann können die sich gegenseitlich aufhalten, so wie es diese Unfaire Truppe am Sonntag wieder gezeigt hat.
      Berger spricht über Gewichte, möchte immer unter der Saison das Reglement ändern, aber diese Schweinerei von Audi lässt er durchgehen.

      • M. Power says:

        Ja da hast du Recht, Audi hat die Führenden bewusst eingebremst damit Ekström aufholen kann. Und auch das Abdrängen von Farfus am Samstag war sehr unfair, keine Strafe nur eine Verwarnung.!!
        So du glaubst das ist das Ende der DTM ?

        • Quer says:

          Welcher Hersteller soll den nachkommen, aber warten wir mal ab.

          • M. Power says:

            Klar, wenn ein BMW Fahrer das gemacht hätte wäre er bestimmt bestraft worden. Diese Tendenz ist mir auch schon aufgefallen in der DTM.
            Es gäbe noch einige Hersteller die nachkommen könnten, Opel, Alfa Romeo, Bentely, Porsche… Aber die DTM müsste günstiger werden und attraktiv sein.

    • Wombat says:

      Die Autos “näher an der Serie” gäbe es ja genau genommen schon: GT…
      M6 GT3, M4 GT4, der neue M8 GT …. Auf dieser Basis könnte man ja ganz einfach weiterdenken. Wäre auch finanziell kein Riesen-Thema.

      Interessant auch, daß man offenbar auch schon in dieser Richtung nachdenkt…
      Hier das offizielle Presse-Statement von BMW / Jens Marquardt:

      “Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass Mercedes-Benz sein Engagement in der DTM nach der Saison 2018 einstellen wird. Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die DTM. Es ist aber noch zu früh, um über die langfristigen Auswirkungen für die DTM zu spekulieren. Nun gilt es, die Situation zu bewerten und gemeinsam mit der ITR Szenarien für die Zukunft zu diskutieren, ob nun auf Basis des bestehenden Reglements oder aber eines anderen, wie beispielsweise des GT-Reglements. Die Fans haben es in jedem Fall verdient, dass man um die Zukunft der DTM kämpft. Das tun wir. Natürlich freuen wir uns, dass wir Mercedes-Benz in der Formel E bald wiedersehen. Wir sind seit der ersten Stunde auf dieser attraktiven und innovativen Plattform vertreten und freuen uns, dass nun immer mehr Hersteller folgen.”

  2. Mini-Fan says:

    .. und schon wieder ein Kartell??

    Audi, BMW, Mercedes …

    Zum Glück will BMW eigene Motoren bauen.

  3. Torsten Windbeutel says:

    Zitat: “Die Formel E ist für uns ein konsequenter Schritt, um die Leistungsfähigkeit unserer attraktiven batterieelektrischen Fahrzeuge zu demonstrieren und die Technologiemarke EQ im Motorsport und Marketing emotional aufzuladen.”

    Ja, in den zirka hundert Werbepausen erlebt der TV-Zuschauer die ganze wunderschöne digitale Shopping Welt, während auf der Rennstrecke die E-Modelle zum Aufladen in die Boxengassen “geschoben” werden, die wiederum mit Meter hohen Werbebanner für das Live Publikum nicht einsehbar sind.

    Um das ganz Prozedere nicht als 24 Stundenrennen ausufern zu lassen, wird der Streckenverlauf auf sieben Runden stark reduziert, schließlich würde mit Eintreten der Dunkelheit sich die Aufladeprozedur der Formel E Vehikel nochmals verlängern, währenddessen die Einschlafquote der Zuschauer rapide zunimmt.

    • Wombat says:

      Sehr gut auf den Punkt gebracht!
      Ich kann diesen Hype um diesen Akkuschrauber-Club auch nicht nachvollziehen.

      Neue und alternative Antriebsformen im Motorsport? Auf jeden Fall! Bin ich sofort dabei!
      Freue mich auf viele technische Highlights und neue Entwicklungen, die da in den nächsten Jahren kommen werden.

      Furchtbar finde ich es aber, wenn zwanghaft aus Motorsport eine reine Werbeveranstaltung der Hersteller gemacht wird. Hier wird mit allen Mitteln versucht, aus einem Sport mit einer definierten Zielgruppe ein “Event-Happening” für die ganze Familie zu machen, wo auch die Oma zusammen mit den kleinen Enkeln noch ihr Wochenende verbringen soll. Da ist bei der Formel-E schon von Anfang an genau das geplant und erreicht, wohin die DTM in den letzten Jahren mehr und mehr strebt. Noch dazu wird nicht auf richtigen Rennstrecken gefahren, sondern irgendwo in der City über Supermarkt-Parkplätze. Lächerlich.

      Als echter Motorsport-Fan, der schon in den 80er/90er Jahren bei der “alten” DTM und der F1 vor Ort dabei war und dieses Jahr z.B. 6 DTM-Wochenenden und 3 GT-Masters-Wochenenden an der Strecke besucht, hat mich die Entwicklung der DTM in den letzten Jahren schon mehr und mehr abgeschreckt und ich fahre inzwischen hauptsächlich noch wegen der Rahmenrennen zur DTM hin, die noch echten Motorsport bieten. Die Formel-E wird sicher keine Alternative sein, eher im Gegenteil. Nicht wegen der Technik, die ist hochinteressant und hält in der Zukunft mit Sicherheit noch einige Aha-Effekte bereit, sondern eben genau wegen diesem “Werbefilm-Feeling” und diesem hochgelobten “Event-Charakter”.

      Als Motorsport-Begeisterter möchte ich spannenden und fairen Motorsport erleben. Mich interessieren keine “Autogramm-Stunden mit den Stars” (welche “Stars” eigentlich…? Wenn ich ein Autogramm eines Fahrers haben möchte, dann bekomme ich den in anderen Rennserien direkt in der Box und kann gleich noch testweise im Auto Platz nehmen… Abgesehen davon: Wer über 12 Jahren sammelt eigentlich Autogramme..?).
      Und wenn ich ein Konzert sehen oder ein Festival besuchen möchte, dann gehe ich dort hin.

      Ist ein Teufelskreis.
      Dies ganze Tamtam und Getue kostet Geld (auch die ganzen “Promis”, die zwar ein DTM-Auto nicht von einem F1 unterscheiden können, aber da wie dort zu hunderten in der Startaufstellung rumlaufen… Auf “Einladung”…). Um mehr Geld zu verdienen, müssen mehr Tickets verkauft werden. Um mehr Tickets zu verkaufen, muß mehr “Event-Charakter” her und die ganze Familie angelockt werden. Dafür muß mehr Tamtam und Getue gemacht werden. Das kostet mehr Geld…

    • Wombat says:

      Sehr gut auf den Punkt gebracht!
      Ich kann diesen Hype um diesen Akkuschrauber-Club auch nicht nachvollziehen. Neue und alternative Antriebsformen im Motorsport? Auf jeden Fall! Bin ich sofort dabei! Freue mich auf viele technische Highlights und neue Entwicklungen, die da in den nächsten Jahren kommen werden.
      Furchtbar finde ich es aber, wenn zwanghaft aus Motorsport eine reine Werbeveranstaltung der Hersteller gemacht wird. Hier wird mit allen Mitteln versucht, aus einem Sport mit einer definierten Zielgruppe ein Event-Happening für die ganze Familie zu machen, wo auch die Oma zusammen mit den kleinen Enkeln noch ihr Wochenende verbringen soll. Da ist bei der Formel-E schon von Anfang an genau das geplant und erreicht, wohin die DTM in den letzten Jahren mehr und mehr strebt. Noch dazu wird nicht auf richtigen Rennstrecken gefahren, sondern irgendwo in der City über Supermarkt-Parkplätze. Lächerlich.
      Als echter Motorsport-Fan, der schon in den 80er/90er Jahren bei der alten DTM und der F1 vor Ort dabei war und dieses Jahr zB. 6 DTM-Wochenenden und 3 GT-Masters-Wochenenden an der Strecke besucht, hat mich die Entwicklung der DTM in den letzten Jahren schon mehr und mehr abgeschreckt und ich fahre inzwischen hauptsächlich noch wegen der Rahmenrennen zur DTM, die noch echten Motorsport bieten. Die Formel-E wird sicher keine Alternative sein, eher im Gegenteil. Nicht wegen der Technik, die ist hochinteressant und hält in der Zukunft mit Sicherheit noch einige Aha-Effekte bereit, sondern eben genau wegen diesem Werbefilm-Feeling und diesem hochgelobten Event-Charakter.
      Als Motorsport-Begeisterter möchte ich spannenden und fairen Motorsport erleben. Mich interessieren keine Autogramm-Stunden mit den Stars (welche “Stars” eigentlich…? Wenn ich ein Autogramm eines Fahrers haben möchte, dann bekomme ich den in anderen Rennserien direkt in der Box und kann gleich noch testweise im Auto Platz nehmen… Abgesehen davon: Wer über 12 Jahren sammelt eigentlich Autogramme..?). Und wenn ich ein Konzert sehen oder ein Festival besuchen möchte, dann gehe ich dort hin.
      Ist ein Teufelskreis. Dies ganze Tamtam und Getue kostet Geld (auch die ganzen “Promis”, die zwar ein DTM-Auto nicht von einem F1 unterscheiden können, aber da wie dort zu hunderten in der Startaufstellung rumlaufen… Auf Einladung…). Um mehr Geld zu verdienen, müssen mehr Tickets verkauft werden. Um mehr Tickets zu verkaufen, muß mehr Event-Charakter her und die ganze Familie angelockt werden. Dafür muß mehr Tamtam und Getue gemacht werden. Das kostet mehr Geld…

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