Dieselgate-Report: BMW zählt zu den saubersten Marken

News | 20.09.2016 von 13

Vor rund einem Jahr kam der sogenannte Diesel-Skandal des Volkswagen Konzerns ans Licht der Öffentlichkeit, seitdem scheint in Sachen Diesel vieles nicht mehr wie zuvor zu sein. …

Vor rund einem Jahr kam der sogenannte Diesel-Skandal des Volkswagen Konzerns ans Licht der Öffentlichkeit, seitdem scheint in Sachen Diesel vieles nicht mehr wie zuvor zu sein. Nachdem die Wolfsburger Schritt für Schritt zugeben mussten, dass die Software von zahlreichen Motoren Prüfstands-Messungen erkennt und nur dann für die Einhaltung aller vorgeschriebenen Abgas-Grenzwerte sorgt, mussten sich auch viele andere Autobauer ähnliche Vorwürfe anhören. Auch BMW wurden von der Auto Bild entsprechende Vorwürfe gemacht, was für einen zeitweisen Einbruch des Aktienkurses sorgte – obwohl sich die Vorwürfe nicht auf den Normzyklus bezogen und daher völlig haltlos waren.

Nachdem sich die Wogen in der Zwischenzeit ein wenig geglättet haben, der Skandal aber längst nicht aus dem Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist, hat sich das Institut Transport & Environment ausführlich mit den Emissionen aktueller und früherer Modelle befasst. Im Dieselgate-Report werden zahlreiche Fahrzeuge aller Relevanten Hersteller überprüft und analysiert. Die Diesel des VW-Konzerns sind dabei aus Sicht der Verfasser nur die Spitze eines Eisbergs, der noch immer größer wird und praktisch die gesamte Branche betrifft.

dieselgate-report-2016-02

Der Dieselgate-Report stellt auch fest, dass es keine technischen Ursachen für die Nichteinhaltung der EU-Grenzwerte gibt. Nicht nur, weil viele Hersteller auch die deutlich strengeren US-Grenzwerte einhalten können, sondern auch weil es eine ganze Reihe von Autos gibt, die hierzulande das Gegenteil beweisen. Namentlich führen die Verfasser dabei 18 Modelle auf, von denen mit BMW 318d, BMW X5 xDrive30d, BMW X1 xDrive20d, BMW 218d, BMW 220d und BMW 118d ein Drittel aus München stammt.

Aus Münchner Sicht ist außerdem erfreulich, dass BMW im Gegensatz zu den Wettbewerbern nicht in der Liste der 40 dreckigsten EU5-Diesel auftaucht. Bei den aktuellen EU6-Dieseln sieht es allerdings nicht ganz so gut aus, hier tauchen mit 216d, 530d, 420d und X3 xDrive20d gleich vier BMW-Modelle in der “Dirty 50”-Liste auf.

Insgesamt zählt BMW trotz dieser Ausreißer zu den saubersten Marken im Branchen-Vergleich: In der Auflistung rangieren BMW und MINI bei den Euro-5-Dieseln auf Rang drei der saubersten Hersteller, in der Euro-6-Klasse liegen BMW und MINI auf dem vierten Rang. Die große Überraschung dürfte für viele Leser des Dieselgate-Reports allerdings sein, dass Volkswagen in den meisten Rankings und auch in der Gesamtwertung extrem gut abschneidet und insbesondere für seine Euro-6-Diesel ausdrücklich gelobt wird.

(Grafiken & Infos: Transport & Environment)

13 responses to “Dieselgate-Report: BMW zählt zu den saubersten Marken”

  1. simons700 says:

    Das ist ja fast schon wirtschaftliche Kriegsführung was die USA da macht!

    • Coyote says:

      Nein, genauso muss man mit Verbrecherkonzernen umgehen. Leider kommen die wahren Verantwortlichen ungeschoren davon. Ein Konzern manipuliert Libor Zinssätze, der andere vergiftet die Menschheit im großen Stil und wer weiß was sonst noch getrieben wird. Die Strafen sollten noch drakonischer sein. Nur so kann Veränderung stattfinden.

  2. Ringrichter says:

    Grenzt dies nicht an ein Wunder? Die größten Dreckschleudern der Vergangenheit, Volkswagen, Audi, Seat, sind lt. Institut Transport & Environment (was ist das für ein Verein?) plötzlich die Musterschüler bezüglich des Abgasverhaltens. Was mag diese Studie VW wohl gekostet haben? Heißt es doch: Glaube nicht an eine Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Neulich war bei der Rangreihe der Umweltshilfe (ein dubioser deutscher Abmahnverein), Mercedes mustergültig, jetzt liegen sie im hinteren Drittel.

    Man hat den Eindruck: je mehr eine Firma im Feuer steht, desto mehr dubiose Studien und Statistiken von unbekannten Instituten werden hervor gezaubert, die das Gegenteil belegen sollen.
    Vergesst am besten diese Studien und wartet auf staatliche Erhebungen.

  3. drochtersen_assel says:

    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/duesseldorf-gericht-regt-fahrverbote-fuer-dieselautos-an-a-1112159.html

    Wenngleich BMW offensichtlich mithin die saubersten Diesel der Branche stellt, wird es für alle Diesel Fahrer schon in Kürze “ungemütlich”, wenn Fahrverbote in vielen Großstädten ausgesprochen werden.

    Selbst EU5 betreffende Diesel, die größtenteils erst vor eineinhalb, zwei Jahren neu zugelassen wurden, könnten demnach aus weiten Teilen des Großstadt Straßennetz verbannt werden, einhergehend ein rasant ansteigender Wertverlust dieser Fahrzeuge, der so manche Kalkulation massiv beeinträchtigen wird, vom Vertrauensverlust der Eigner gegenüber der ganzen Branche mal ganz zu Schweigen !

    • Quer says:

      Dann dürfen aber Transporter und LKW’s auch nicht mehr in die Städte wenn es gerecht zugehen soll.

      • McIntyre's (un)official page says:

        Deshalb will Mercedes ja auch den E-Truck bauen. Mittelfristig werden die Elektro-LKWs die Diesel-LKWs aus der Stadt verdrängen. Wenn der Diesel bleibt, dann nur auf der Autobahn. Langfristig wird man den Diesel natürlich ganz abschaffen.

      • drochtersen_assel says:

        Jein, dieses ist nur bedingt zutreffend, oftmals verkehrt sich diese naheliegende Vermutung glatt ins Gegenteil, denn zum Beispiel stellt Chemiker Axel Friedrich, der Umweltorganisationen berät fest, dass Lkw´s und Busse oftmals tatsächlich sauberer seien als ein PkW, seitdem die EU die Abgasnormen für diese Fahrzeuge verschärft hat und seit die Emissionen unter realistischen Bedingungen auf der Straße und nicht nur nach einem praxisfremden Zyklus im Labor gemessen werden.

        Für Pkw hingegen verlangen die Behörden lediglich Tests auf einem Rollenprüfstand, bei denen zum Beispiel nie Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h pro Stunde simuliert werden.

        Deshalb scheinen sich die Hersteller von Lkw´s, wenn auch zwangsweise verordnete mehr Mühe zu geben.

        Ferner kommen norwegische Forscher in einem anspruchsvollen Zyklus im Labor nach Prüfung einiger Dutzend Busse, Lastwagen sowie Pkw´s zu dem Ergebnis, bei Bussen/Lks werden vor allem mithilfe von SCR-Katalysatoren die Abgase gereinigt.

        Die realistischen Testergebnisse zeigten, dass es technisch möglich sei, auch die Abgase von Pkw mit dieses Ausstattung zu reduzieren, aber das kostet eben mehr bei der Produktion und wurde bislang mangels Druck auf die Hersteller nicht ernsthaft verfolgt.

        Mich persönlich stört vor allem der Vertrauensverlust, wenn aufgrund drohender Fahrverbote Halter von relativ neuen Diesel von der Automobilindustrie im Stich gelassen werden und einhergehende Kosten von Nachrüstungen, massiv überproportionalen Wertverlusten selbst zu schultern haben !

        • Quer says:

          Aber wieviele LKW oder Busse gibt es die sauber sind. Wenn du vor einer Ampel stehst die auf Grün umschaltet und ein LKW befindet sich auf der anderen Seite wenn der beim Wegfahren Gas gibt und dir die schwarze Wolke rüberbläst das dir im Auto schlecht wird, das sind immer noch die Mehrzahl der LKW’s.

          Oder die Sprinter die sind doch auch nicht so sauber, darum ist es was leichtes immer alles den PKW Diesel in die Schuhe zu schieben.

  4. McIntyre's (un)official page says:

    Moment mal, die Amis haben doch die ganze Geschichte hier gestartet. Wie sieht’s aber mit US-Autos in Sachen CO2-Emissionen denn aus? Wollen die wirklich sagen, dass eine Dodge Viper oder Chevy Corvette weniger CO2 produziert als ein Golf? Habe ich da was verpasst?

    • timbo76 says:

      Es geht in der letzten Diskussion mehr um Stickoxide. Nicht um CO2. CO2 hängt direkt am Verbrauch. Die Stickoxide aber nicht, da es hier vor allem mit der “Nachbehandlung” mit AdBlue kräftig gesenkt werden kann. Der Dieselgate Skandal wurde durch die mangelnde Nachbehandlung, oder aber auch Abschaltung dieser Systeme ausgelöst.

      • McIntyre's (un)official page says:

        Die Amis sollen doch lieber ihre eigenen Dieselfahrzeuge prüfen. Schaut man sich ein Video aus den USA an, wo es um Dieselfahrzeuge geht, she ich nur dunklen Rauch.

  5. 740d says:

    Benzin ist cool aber ich liebe Diesel … mmhhh Diesel *fap* *fap* *fap*

  6. Ringrichter says:

    Der Volkswagen-Konzern hat ein neues Abgasproblem.Seat stoppt den Verkauf eines Dieselmodells in letzter Sekunde. Im gerade vorgestellten Ateca muss ein Katalysator nachgerüstet werden. Betroffen sind Fahrzeuge mit 2,0 Liter 150 PS-Dieselmotor und Vorderradantrieb, mithin eine beliebte Kombination. Diese Fahrzeuge sind nicht mit der modernsten Abgasreinigungstechnik entwickelt worden. Der Konzern hat auf den Einbau eines SCR-Katalysators mit Harnstoffeinspritzung (Handelsname Ad Blue) verzichtet, weil die Ingenieure in der Annahme waren, die Grenzwerte ließen sich auch ohne diese zusätzliche Kosten verursachende Technik einhalten. Dem war nicht so. (FAZ 21.9.)

    Wie verträgt sich diese Meldung mit obiger Seat Hurra-Statistik?

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