Ernst & Young: BMW weltweit margenstärkster Autobauer

Sonstiges | 26.08.2016 von 3
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Die Finanz- und Wirtschafts-Experten von Ernst & Young (EY) haben einen genauen Blick auf den Automobilmarkt im Jahr 2016 geworfen und nun das Fazit ihrer Analyse veröffentlicht. …

Die Finanz- und Wirtschafts-Experten von Ernst & Young (EY) haben einen genauen Blick auf den Automobilmarkt im Jahr 2016 geworfen und nun das Fazit ihrer Analyse veröffentlicht. Auch die BMW Group wird dabei mehrfach erwähnt, denn die Münchner punkten nicht nur mit Zuwächsen bei Absatz und Umsatz, sie sind auch der margenstärkste unter den 16 größten Autokonzernen der Welt. Dass besonders exklusive Einzelmarken anderer Konzerne, namentlich Ferrari und Porsche, noch höhere Margen erzielen können, hatten wir bereits vor ein paar Tagen angemerkt.

Betrachtet man jedoch die Gesamtkonzerne, kann kein anderer Autobauer weltweit auf eine größere Marge verweisen als BMW. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Ebit-Marge der BMW Group im zweiten Quartal 2016 von 10,5 auf 10,9 Prozent, beim schärfsten Verfolger Toyota sank die Marge im gleichen Zeitraum von 10,8 auf 9,7 Prozent. Mercedes rangiert mit einer Ebit-Marge von 8,4 Prozent auf dem dritten Rang.

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BMW setzt sich damit einem Trend entgegen, denn trotz der guten Stellung deutscher Autobauer hatte die Mehrheit der Konzerne im betrachteten Zeitraum mit einem Rückgang des operativen Gewinns zu kämpfen. Während BMW 8 Prozent zulegen konnte, büßte Daimler 12 Prozent ein. Bei Volkswagen schrumpfte das Ebit in Folge des Diesel-Skandals sogar um 46 Prozent.

Sowohl in den letzten Monaten als auch in der nahen Zukunft dürften laut Ernst & Young hohe Rabatte für sinkende Margen sorgen. Gerade im Volumen-Segment, aber mit Sicherheit auch bei Premium-Autobauern werden Rabatte immer wichtiger, um Kunden für die Marke zu gewinnen.

Peter Fuß (Partner bei EY): “Der weltweite Automarkt hat einen Gang zurückgeschaltet. Nachdem die Umsätze der größten Autokonzerne im Vorjahresquartal noch um zehn Prozent nach oben geschnellt waren, legten sie im abgelaufenen Quartal gerade einmal um ein Prozent zu. Einige wichtige Absatzmärkte – etwa Russland und Brasilien – befinden sich in einer tiefen Krise, in den USA stagnieren die Verkäufe auf hohem Niveau, derzeit sorgen nur noch Westeuropa und China für Wachstum.
Die Weltkonjunktur schwächelt, der weltweite Pkw-Absatz wächst nur noch leicht, viele wichtige Absatzmärkte bleiben im Krisenmodus – da greifen die Anbieter gerade im Volumensegment vermehrt zu Rabatten, um die Verkäufe anzukurbeln und Marktanteile zu verteidigen oder zu gewinnen. Das belastet die Marge massiv.
In den USA dürfte der Zenit des jahrelangen Aufschwungs erreicht sein, dort wächst der Markt vorläufig nicht mehr. Und auch Europa wird beim Wachstum voraussichtlich bald das Ende der Fahnenstange erreichen – da ist nicht mehr viel Luft nach oben. Die Autokonzerne müssen sich auf niedrigere Zuwächse einstellen – der Verdrängungswettbewerb dürfte zunehmen.
Der Dieselantrieb steht derzeit massiv unter Druck, die Diskussionen über ein Diesel-Fahrverbot in Innenstädten oder über den Abbau von steuerlichen Vergünstigungen sorgen für Verunsicherung bei den Käufern. Obendrein dürften sich Dieselfahrzeuge aufgrund zusätzlicher technischer Maßnahmen zur Abgasreinigung und angesichts strengerer Grenzwerte und neuer Messmethoden zukünftig verteuern.
Die deutschen Autobauer müssen jetzt umdenken, sie müssen ihr Engagement für Elektromobilität und für Innovationen im Bereich Vernetzung und Autonomes Fahren massiv erhöhen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein und zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.”

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