24h Nürburgring 2016: BMW M6 GT3 stark, aber nicht stark genug

Motorsport | 29.05.2016 von 7

Bei seinem ersten 24 Stunden-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife musste sich der neue BMW M6 GT3 nur dem Mercedes-AMG GT3 geschlagen geben und liefert somit …

Bei seinem ersten 24 Stunden-Rennen auf der Nürburgring Nordschleife musste sich der neue BMW M6 GT3 nur dem Mercedes-AMG GT3 geschlagen geben und liefert somit durchaus Grund zur Zufriedenheit bei BMW Motorsport. Dennoch ist die Stimmung nach dem Rennen etwas gedrückt, schließlich hätte man im Jahr des 100. Geburtstags der Marke gerne den 20. Gesamtsieg gefeiert.

Wie so oft war auch das 24h-Rennen 2016 vom einmaligen Eifel-Wetter geprägt, neben Sonnenschein und Starkregen hatten die Teams und Fahrer auch mit einem heftigen Hagel-Schauer und stellenweise dichtem Nebel zu kämpfen. Der BMW M6 GT3 konnte seine Nordschleifen-Tauglichkeit dabei vollumfänglich unter Beweis stellen, auch wenn das V8-Triebwerk des Fahrzeugs mit der Startnummer 18 schon nach 16 Runden den Geist aufgab – die übrigen fünf Fahrzeuge konnten die generell vorhandene Zuverlässigkeit des Rennwagens in den folgenden Stunden demonstrieren.

Trotz des letztlich erfolglosen Rennens konnten viele Fans von BMW Motorsport ein tolles Wochenende genießen und wurden dabei mit einem vielfältigen Programm auf dem BMW M Festival unterhalten. Neben der Weltpremiere des Sondermodells “30 Jahre BMW M3” konnten die Teilnehmer beim M Corso auch eine Fahrt über die Rennstrecke erleben. Außerdem standen Helikopter-Flüge über die Grüne Hölle und viele interessante Gespräche auf dem Programm.

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): „Natürlich sind wir etwas enttäuscht vom Rennergebnis und hatten uns bei der Premiere des BMW M6 GT3 bei diesem Langstreckenklassiker mehr erhofft. Aber so ist es nun einmal im Langstreckensport, speziell hier auf der Nordschleife: Die Vorbereitung lässt sich planen, eine Rennstrategie auch – der Rennverlauf nicht. Und der Nürburgring hat wieder so ziemlich alles gezeigt, was zu seiner Legendenbildung beigetragen hat: Sonne, Regen, Hagel, extreme Witterungsbedingungen und eine Rennunterbrechung. Das Glück war dabei leider nicht auf unserer Seite. Zwischenzeitlich konnten wir das Potenzial des BMW M6 GT3 zeigen, lagen sogar in Führung. Technische Probleme und zwei Unfälle führten dann im Rennverlauf dazu, dass wir am Schluss nur noch ein Fahrzeug in der Spitzengruppe hatten. Das war gegen die Konkurrenz leider nicht genug. Sie war sehr stark, stärker, als das noch bei den Vorbereitungsrennen der Fall war. Unsere Auftritte bei den ersten VLN-Rennen hingegen haben für sich gesprochen: Wir haben das gezeigt, was wir zu leisten imstande waren. Ich möchte unseren Teams ein großes Kompliment aussprechen. Obwohl es sich im Ergebnis nicht widerspiegelt, haben Schubert Motorsport, ROWE Racing und Walkenhorst Motorsport eine großartige, tadellose Leistung gezeigt. Das gilt auch für unseren Fahrerkader. Die Zusammenarbeit hat viel Spaß gemacht, und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Jahr. Ich bin zuversichtlich, dass wir dann mit einem Ergebnis abschneiden, das unseren Teams, den Fahrern und dem BMW M6 GT3 mehr gerecht wird. Gratulation an Mercedes-Benz zum Sieg.“

Alexander Sims (ROWE Racing, #23 BMW M6 GT3, Platz 5): „Ich denke, wir haben unter den gegebenen Umstände das Maximum herausgeholt. Ein reibungsloses Rennen war es wohl für niemanden. Das Wetter hat einfach verrückt gespielt. Dann gab es die Unterbrechung und einen turbulenten Neustart. Wir sind toll zurückgekommen und haben uns noch auf Rang fünf zurückgekämpft. Ich bin stolz auf das gesamte Team.“

Dirk Werner (ROWE Racing, #23 BMW M6 GT3, Platz 5): „Wir haben gekämpft und alles gegeben. Bei diesen schwierigen Bedingungen war es zunächst einmal wichtig, das Rennen zu überstehen. Das haben wir geschafft. Unser Team hat sehr gute Arbeit geleistet. Es ist schade, dass wir beim Re-Start auf Rang 50 zurückgefallen sind. So war es nicht möglich, noch weiter nach vorn zu kommen. In den vergangenen zwei Jahren bin ich jeweils früh ausgeschieden. Deshalb tut es gut, dass wir nun auf Platz fünf ins Ziel gekommen sind. Die Nordschleife hat wieder gemacht, was sie will.“

Philipp Eng (ROWE Racing, #23 BMW M6 GT3, Platz 5): „Die Mercedes waren dieses Mal sehr stark. Deshalb können wir grundsätzlich schon damit zufrieden sein, das Feld der anderen Hersteller anzuführen. Leider haben wir am Anfang genau die Zeit eingebüßt, die uns am Ende gefehlt hat. Ansonsten war der BMW M6 GT3 sehr verlässlich und hat eine tolle Performance gezeigt. Ein großes Kompliment noch mal an das gesamte Team. Jeder hat insbesondere bei unserem Problem zu Beginn wirklich perfekt gearbeitet.“

Maxime Martin (ROWE Racing, #23 BMW M6 GT3, Platz 5): „Das Ergebnis ist nach solch einem Rennverlauf sicher in Ordnung. Aber natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn es für uns noch etwas weiter nach vorn gegangen wäre. Das technische Problem beim Neustart hat uns leider Zeit gekostet. Sonst hätten wir um einen Podestplatz kämpfen können. Jetzt werden wir hart arbeiten, damit es 2017 noch besser läuft. Das Potenzial ist beim BMW M6 GT3 in jedem Fall da.“

Tom Blomqvist (Walkenhorst Motorsport, #999 BMW M6 GT3, Platz 12): „Solch ein Rennen habe ich noch nie erlebt. Hier ist einfach alles einzigartig. Das war eine großartige Erfahrung. Leider haben wir wegen eines Problems vier Runden in der Box verloren. Wäre das nicht gewesen, dann hätten wir es noch weiter nach vorn geschafft. Der BMW M6 GT3 war schnell. Ich bin einfach nur glücklich, dass wir es nach diesem unglaublichen Rennverlauf ins Ziel geschafft haben.“

Augusto Farfus (Schubert Motorsport, #18 BMW M6 GT3, Platz 120): „Es hat natürlich weh getan, dass wir schon relativ früh keine Chance mehr auf ein gutes Ergebnis hatten. Wir lagen zu dem Zeitpunkt des Motorproblems in Führung und hatten einen sehr guten Speed. Den hatten wir auch nach der Reparatur über Nacht wieder. Mein großes Kompliment gilt dem Team von Schubert Motorsport. Sie haben die ganze Nacht hart gearbeitet, um unser Fahrzeug wieder auf die Strecke zu bringen. Sie sind für mich die wahren Helden.“

Lucas Luhr (Schubert Motorsport, #100 BMW M6 GT3, DNF): „Ich bin ein positiver Mensch – also nehme ich auch von diesem Rennen positive Dinge mit. Der brandneue BMW M6 GT3 hat sein Potenzial unter Beweis gestellt und gezeigt, dass er auf der Nordschleife konkurrenzfähig ist. Darauf können wir mit Blick auf die Zukunft aufbauen. Der Unfall war dann natürlich unnötig. Das andere Auto kam aus dem Nichts und ist in mich hinein geknallt. Ich hatte keine Chance, und der Aufprall war heftig. Schade, dass wir die starke Leistung, die wir im Rennverlauf gezeigt haben, nicht in ein gutes Ergebnis verwandeln konnten.“

7 responses to “24h Nürburgring 2016: BMW M6 GT3 stark, aber nicht stark genug”

  1. Thomas says:

    Erstmal muss ich zugeben, dass Mercedes bei der Zuverlässigkeit einen sehr guten Job gemacht hat.
    Gleichzeitig sieht man aber auch, dass die Verantwortlichen bei der BoP wieder total versagt haben.
    Die Mercedes waren durch die Bank deutlich schneller als alle Konkurrenten, unter allen Bedingungen, das ganze Wochenende.

    • M54B25 says:

      Den Verantwortlichen die Schuld zu geben, ist zu kurzsichtig. Mercedes hat es in den diesjährigen VLN-Läufen einfach geschafft die wahre Performance unten zu halten – durch die Bank weg. Ich gehe sogar soweit, dass hier ähnlich zur F1 die von Mercedes vorgegebenen Motorsettings eine wichtige Rolle gespielt haben. Auch bei einem Sauger wie im AMG GT3 lässt sich die Motorleistung recht exakt dosieren und bei Bedarf reduzieren. BMW musste hingegen das brandneue Fahrzeug testen & einstellen und war somit quasi gewzungen das Potential offen zu legen.

      Zur BoP – die WEC macht es hier besser mit einer EoB also einer Gleichstellung der Antriebskonzepte über die Energiemenge – Das liesse sich auch in der GT3 Klasse weltweit hinbekommen, wenn für 100 Renn-Km eine spezfische Treibstoffmenge zur Verfügung gestellt werden würde, dann würde auch wieder das am besten designte Fahrzeug (Motor, Areodynamik, Fahrwerk) vorne weg fahren – notfalls auch mit Rundenvorsprung. Dieses Ganze “Balance” Geschiebe erzeugt eher Frustverlierer statt motivierte Gegner – imho.

      • Thomas says:

        Das Problem an der BoP ist schlicht, dass sich das System einfach austricksen lässt.
        Das Qualitätsmanagement, falls überhaupt vorhanden, hat in der Expertengruppe der BoP schlicht versagt.
        In Zeiten wo Mercedes 1/4 der SP 9 Klasse stellen kann, wo ein Fahrzeug sogar doppelt besetzt ist, könnte man vor allem die großen Vier mal auffordern, ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, damit eine unabhängige Gruppe aus Ingineuren und Fahrern die Fahrzeuge mal in der Praxis vergleicht und die Grenzen auslotet.

        • M54B25 says:

          Ja da gebe ich Dir Recht – ein unabhängiger Test im Vorfeld würde sicherlich andere Ergebnisse bringen. Jedoch wird keiner der Tester oder Ingenieure die Motor- und Regelelektronik so detailliert prüfen können, dass Änderungen nachweisbar sind (Stichwort in der aktuellen Dieselaffäre “Motorschutzmodus”).

          Nimm die AMS Supertest, da liefert ein offiziell 560PS starker M5 600PS auf dem Prüfstand ab, ein M2 mit nominell 370PS bringt es auf 400PS. transferiert man nun diese Möglichkeiten auf die GT3 Fahrzeuge lassen sich für die NOS mit den richtigen elektronischen Settings 10 Sekunden so (negativ) einstellen, das jeder Tester glaubt den Wagen am Limit bewegt zu haben. Fürs Rennen dann geben die Fahrzeughersteller die Software frei und umgesetzt auf die Rennstrecke sind die Wagen wieder jene 10 Sekunden schneller.

          Würde also nur was bringen, wenn die Motoren verplomt und die Software nach diesem Balance-Test eingefroren wird. Mir stellt sich da aber immer die Frage, was man eigentlich möchte: ein ausgeglichenes Feld und der den Umständen entsprechend Glücklichste gewinnt oder performante Fahrzeuge im offenen Wettbewerb und das beste Fahrzeugkonzept innerhalb eines -wie auch immer definierten Igenieurs-Rahmen- gewinnt. Aktuell glaube ich dass die VLN die goldene Mitte versucht zu finden…

          Vielleicht bringt ja ein Leistungsprüfstandtest + Verplomben direkt nach dem Qualifying mehr Klarheit darüber, was die Teilnehmer so drauf haben und was per Elektronik eingestellt ist. Aber auch da kann geschummelt werden und wenn es per Datumsangabe in der Motorsoftware ist, so ungefähr : Wenn Qualifyingtag = 95%, wenn Renntag = 100% Power freigeben.

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  3. timbo76 says:

    Die BMW’s waren ja auch insgesamt gar nicht so schlecht. Zweiter Platz in der Quali und ein fünfter Platz am Ende des Rennes (man bedenke, dass die Nummer 23 die auf Platz 5 gekommen ist eigentlich nach den Startproblemen beim zweiten Start von Startplatz 50!!! ins Rennen ging) ist nicht überragend, aber fürs erste Jahr auch nicht unbedingt schlecht. Die beiden anderen M6 die während des Rennes ausgefallen sind lagen ja auch nur zwei, bzw. fünf Minuten hinter dem Führenden.
    Also wenn der Motorschaden… Entschuldigung: Das Problem mit dem Antriebsstrang, nicht gewesen wäre, hätte wahrschenlch auch ein Podestplatz rausspringen können.
    Warten wir mal das 24h Rennen in Spa ab, vielleicht gibt es da eine neue Chance!

  4. bayern-express says:

    Schade, das ein kurzer Aussetzer eines Privatfahrers den erfolgversprechenden Platz des Lohr-M6 GT3 zunichte gemacht hat. Aber das ist Rennsport.
    Das BMW mit dem M6 GT3 zumindest bereits Porsche und Audi in Schach hält, verblüfft mich umso mehr, da er für mich eigentlich nicht ein geeigneter Kandidat war, den Z4 GT3 zu ersetzen. Danke an Schubert, danke an BMW, es war trotz allem eine tolle Vorstellung, eure Zeit für Siege kommt noch.

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