Premium-Absatz Q1 2016: BMW, Audi und Daimler feiern Rekorde

News | 14.04.2016 von 2

Premium-Absatz im März 2016: BMW, Mercedes und Audi vermelden neue Rekorde, die Münchner sind wie im Februar erfolgreichster Premium-Anbieter.

Das 1. Quartal 2016 beendeten die drei deutschen Premium-Hersteller BMW, Mercedes und Audi mit einem dreifachen Paukenschlag: jeder Einzelne erzielte im Monat März sein bisher bestes monatliches Verkaufsergebnis überhaupt. Und außerdem – es erscheint schon beinahe selbstverständlich – erreichte 2016 auch jeder einen neuen Verkaufsrekord für ein Q1.

Die Ausprägungen sind bei etwas genauerer Betrachtung aber dennoch unterschiedlich: Mercedes Benz wuchs im März mit 15.500 Einheiten am Stärksten – aber die Rekordmarken setzte BMW: mit über 200.000 Einheiten für die Marke und über 240.000 Einheiten für den Hersteller. Gespalten dürfte die Stimmung in Ingolstadt sein: trotz Auslieferungs-Rekord von über 186.000 Fahrzeugen wuchs der Rückstand gegenüber den Pacemakern weiter an. Die Absatzzahlen im März 2016 stellen sich wie folgt dar:

BMW-Audi-Mercedes-Maerz-2016-Q1-Premium-Absatz-Vergleich-Verkaufszahlen

Einheitlich bei allen 3 Konkurrenten erweist sich die Verkaufsregion Europa wieder als erstarkter Wachstumsträger. Das langjährige Sorgenkind liegt seit der 2. Jahreshälfte 2015 nicht nur absatzseitig deutlich im Aufwärtstrend, sondern ermöglicht laut jüngsten Aussagen auch wieder steigende Margen. Leader in Europa ist die BMW-Group – Audi als Europas ehamalige Nummer 1 ist auf Platz 3 abgerutscht.

Auf dem chinesischen Festland – dem dominierenden Markt in Asien – sind Audi und BMW auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. BMW wuchs dabei mit über 10% allerdings deutlich stärker als der Leader Audi (+4,7%). Noch stärker fiel in China das Wachstum bei Daimler aus – dennoch befindet man sich absolut noch immer auf Rang 3. Aufgrund der hohen Basiseffekte des Vorjahres wird sich das Daimler-Wachstum zwangsläufig abschwächen müssen und es könnte durchaus sein, dass sich im Jahresverlauf in China an der aktuellen Reihenfolge keine Änderungen ergeben werden. Audi jedenfalls kann mit dem neuen A4 in den kommenden Monaten auf sein bestes Pferd im Stall setzen.

In Amerika – sprich den USA – scheinen die Kaufinteressenten derzeit wenig Lust auf mittelgroße bis große Sedans zu haben. Bei BMW und Daimler sind diese Typen in Folge im zweistelligen %-Bereich eingebrochen. Die Kompakt-Sedans ala A3 und CLA hingegen verkaufen sich nach wie vor gut. Niedrige Sprit-Preise wirken im SUV-Segment wie Booster – die Nachfrage liegt bei allen Dreien über der verfügbaren Menge. Wir werden uns damit noch im Rahmen eines US-Specials näher befassen.

In den Absatzmeldungen per März zeigen sich die deutschen Premiumhersteller hinsichtlich der Absatzchancen für den weiteren Verlauf des Jahres optimistisch. Daimler-CEO Zetsche sah sich anlässlich der Hauptversammlung am 06.04. sogar veranlasst, für das 2. Halbjahr aufgrund des Marktstarts der E-Klasse eine weitere ‚Dynamisierung des Geschäftes’ zu prognostizieren. Dies ist – wie wir meinen – in Anbetracht der hohen Basiswerte von Daimler aus dem Vorjahr eine alles andere als konservative Botschaft und aus diesem Grund auch unsererseits durchaus mit dem Prädikat “Spruch des Monats” zu versehen.

Ob der Zetsche-Spruch als Vorgriff auf einen Leaderwechsel bei den Marken zu verstehen sein soll, wissen wir nicht. BMW jedenfalls hat im Februar und März Stärke bewiesen und dagegen gehalten und es ist schon davon auszugehen, dass die weiß-blaue Marke im 100. Jahr ihres Bestehens durchaus noch für die eine oder andere Überraschung gut sein wird.

BMW-Audi-Mercedes-Maerz-2016-Premium-Absatz-Vergleich

2 responses to “Premium-Absatz Q1 2016: BMW, Audi und Daimler feiern Rekorde”

  1. Expert says:

    Nur 3 kurze Anmerkungen:

    – Audi: A4 als künftiges neues Zugpferd in China? Habe ich meine Zweifel, der Wagen scheint für einen Mittelklasse-Frontantriebler aus dem Hause VW zu teuer zu sein. Außerdem fehlt eine hinreichend wahrnehmbare optische Abgrenzung zum Vorgängermodell (vgl.http://www.br.de/nachrichten/audi-absatz-probleme-a4-100.html ).

    – Mercedes-Benz: Die E-Klasse war bislang das mit Abstand älteste Volumen-Modell im aktuellen Produktportfolio und wirkte gegenüber der neuen Desginlinie schlicht altbacken. Auch bei den Verkaufszahlen lag sie (anders als C und S-Klasse) mitunter deutlich hinter dem Premiumwettbewerb. Die Prognose von Zetsche, dass die Markteinführung der neuen E-Klasse zu einer weiteren Dynamisierung führen wird, halte ich daher nicht für den “Spruch des Monats”, sondern simple Logik. Das für Deutschland und Europa wichtige Kombi-Modell startet aber erst im Herbst und wird daher frühestens in Q1/2017 auf die Statistiken einzahlen.

    – BMW: Beim Kampf um die größte Premiummarke den zweiten Monat in Folge vor Mercedes-Benz, wenn auch nur sehr knapp. YtD liegt Mercedes nach dem überragenden Januar nur noch mit knapp 5k Fahrzeugen vorne. Der Kampf um die Markenkrone bleibt also spannend wie selten. Am Ende des Jahres wird es wohl ein “Foto-Finish” geben, mit einer “handvoll” Fahrzeugen mehr mit Niere oder Stern. Auf Markenebene herrscht somit faktisch Gleichstand. Auf Hersteller-Ebene bleibt die Position von BMW Group in 2016 hingegen ungefährdet.

  2. quickjohn says:

    Die Anmerkung zum ‘Spruch des Monats’ erscheint mir – besonders vor dem Kontext des Artikels – eher etwas oberflächlich ausgefallen.

    Klar ist das die neue E-Klasse gegenüber den Verkaufszahlen des Vorjahres-Modells Verkaufssteigerungen erzielen wird. Aber – nur darum – geht es nicht.

    Daimler hat ab Ende QII/2015 seine Verkaufszahlen (nicht zuletzt wg. China) enorm nach oben geschraubt was im weiteren Vergleich zu 2016 zu sehr hohen Basiswerten führt. Wenn nun von einer ‘weiteren Dynamisierung des Geschäftes im 2. HJ 2016’ gesprochen wird, dann bedeutet dies nichts Anderes als daß die Steigerungsrate des QI/2016 (Mercedes +12,3%) auch prozentual noch stärker (also mit mehr als + 12,3%) wachsen wird.

    Und das war ein mehr als mutiger – und vor dem Hintergrund des aktuellen Erfolges auch nicht notwendiger – Ankündigungs-Spruch.

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