USA: Doch noch Diesel-Ärger für BMW und Mercedes?

News | 22.03.2016 von 1
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Gerät BMW nun doch noch in den Strudel des Abgas-Skandals bei Volkswagen? Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche geraten Mercedes und BMW ins Visier der amerikanischen …

Gerät BMW nun doch noch in den Strudel des Abgas-Skandals bei Volkswagen? Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche geraten Mercedes und BMW ins Visier der amerikanischen Umweltorganisation ICCT, weil die Systeme zur Abgasreinigung angeblich nur in einem bestimmten Temperaturfenster vollumfänglich aktiv sind. Sinkt die Außentemperatur unter 10 Grad Celsius, seien Teile der aufwändigen Abgasreinigung nicht oder nur noch teilweise aktiv, was zu deutlich erhöhten Stickoxid-Emissionen führt.

Aus Sicht der ICCT würde eine Abschaltung von Reinigungssystemen bei einer durchaus gewöhnlichen Temperatur von 10 Grad Celsius dem Ausnutzen einer Gesetzeslücke entsprechen und könnte unvereinbar mit geltendem US-Recht sein. Ob BMW und Mercedes hier tatsächlich gegen Gesetze verstoßen oder nur eine zweideutige Regelung zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben, muss von den Behörden geklärt werden und bleibt abzuwarten.

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Im US-Visier: Dreckige Diesel auch bei BMW & Mercedes?

Bisher konnten BMW und Mercedes alle Verdächtigungen, die im Zuge des VW-Skandals auch zahlreiche andere Autobauer in den Fokus rückten, zurückweisen und entkräften. Die BMW Diesel-Motoren wurden in diesem Zusammenhang immer wieder als vorbildlich bezeichnet und erfüllten unter den vorgeschriebenen Bedingungen alle Anforderungen. Das könnte auch im nun von der ICCT kritisierten Szenario mit relativ niedrigen Temperaturen der Fall sein, wenn die vorgeschriebenen Grenzwerte nur bei höheren Temperaturen zwingend eingehalten werden müssen.

Laut Wirtschaftswoche wurden bisher keine formalen Untersuchungen gegen BMW und Daimler eingeleitet, sowohl die US-Umweltbehörde EPA als auch die kalifornische Behörde Carb hätten den Sachverhalt aber im Blick. Zentral dürfte letztlich die Fragestellung sein, ob die deutschen Autobauer im Rahmen der strengen US-Gesetze gehandelt haben oder diese auf eine unzulässige Art und Weise interpretiert haben.

Vergleichbare Vorwürfe wie gegen Volkswagen und andere Marken des VW-Konzerns, wo aller Anschein nach mit Hilfe einer sogenannten Defeat-Device Testfahrten auf Rollenprüfständen gezielt erkannt wurden, um nur in diesem Sonderfall eine wirksame Abgasreinigung zu aktivieren, wurden gegen BMW und Mercedes bisher nicht erhoben. Sollte sich allerdings herausstellen oder zumindest der Eindruck verfestigen, dass auch die beiden süddeutschen Premium-Anbieter auf irgendeine Art amerikanische Gesetze umgangen haben, wären ein weiterer Image-Schaden für den deutschen Automobilbau und ein Rückgang der Verkaufszahlen auf dem US-Markt kaum zu vermeiden.

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