Februar 2016: BMW mit starkem Comeback im Absatz-Dreikampf

News | 12.03.2016 von 17
BMW-Audi-Mercedes-Februar-2016-Premium-Absatz-Vergleich

Premium-Absatz im Februar 2016: Während Mercedes und Audi nicht an ihre starken Januar-Zahlen anknüpfen können, gelingt BMW ein starkes Comeback.

Im Februar 2016 konnte die BMW Group die gewohnte Hackordnung der deutschen Premiumhersteller auf dem Weltmarkt wieder zu Recht rücken und sich dank einer rund achtprozentigen Ausweitung des Absatzes wieder als klare Nummer 1 in Position bringen. Dies hatte zum Jahresauftakt 2016 noch ganz anders ausgesehen als man die Führung (bei der Kernmarke) – wenn wohl auch nur vorübergehend – an Daimler abgeben musste und sogar hinter Audi rangierte.

Für die deutschen Premiumhersteller – Audi, BMW und Daimler – erbrachte aber der Monat Februar 2016 dennoch erneut jeweils einen weltweiten Rekordabsatz. Die Zahlen für Februar 2016 stellen sich konkret wie folgt dar:

BMW-Audi-Mercedes-Februar-2016-Premium-Absatz-Vergleich-Verkaufszahlen-2

Wenn man die – gemeldete – Verkaufsentwicklung in den beiden ersten Monaten des Jahres kritisch betrachtet, drängt sich der Eindruck auf, daß die Absatzzahlen der Hersteller in nicht unerheblichem Maße durch unternehmenspolitische Eingriffe gestaltet wurden. Dies gilt insbesondere für Daimler und Audi; wobei man bei Letzterem diese Entwicklung schon seit einigen Jahren beobachten konnte.

Was ist damit gemeint? Nun, sowohl Audi als auch Daimler verzeichneten im Februar 2016 – im Verhältnis zum Januar – einen relativ deutlichen Absatzrückgang von rund 12 Prozent. Da aber Januar und Februar 2016 die gleiche Anzahl von Verkaufstagen aufwiesen und im Monat Januar auf Grund der geringeren Anzahl von Lagerfahrzeugen und einer gewissen Kaufzurückhaltung in Folge des traditionell starken Jahresendegeschäftes ein eher unterdurchschnittlicher Ad-Hoc-Abverkauf stattfindet, ist diese bei Audi und Daimler dennoch gegenläufige Entwicklung nur durch eine gewisse Absatzgestaltung der Hersteller zu erklären. Diese könnte zum Beispiel in Form von Auslieferungsverlagerungen in den Januar erfolgen.

Da aber das Verhalten des Marktführers BMW als eher gegenläufig – und damit im eigentlichen Sinne als marktüblich – zu bezeichnen ist, ergaben sich starke Verzeichnungen in den ersten Monaten des Jahres, die sich bis zum Ende des ersten Quartals auswirken können. Als Ableitung aus dieser Entwicklung wollen wir deshalb erst am Ende von Q1/2016 wieder in eine Betrachtung der verschiedenen Märkte und Absatzregionen einsteigen.

Auf einen anderen Trend, wie er sich seit Beginn des Q4/2015 abzeichnet, wollen wir aber kurz eingehen. Bei allen 3 Herstellern befinden sich derzeit die Baureihen der Mittelklasse, Oberen Mittelklasse und Oberklasse unter einem gewissen Druck, während die SUV’s und die Kompakt-Modelle nahezu boomen. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Daimler wo sich C-, E- und S-Klasse per Ende Februar allesamt im Minus zum Vorjahr befanden. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden erhebliche strukturelle Veränderungen die Konsequenz sein müssen, denn gerade diese Baureihen erwirtschaften traditionell die höchsten Deckungsbeiträge und tragen gleichzeitig den größten Anteil an den Entwicklungsaufwendungen innerhalb der gesamten Produktpaklette.

Abschließend wollen wir dieses Mal noch so etwas wie den ‚Spruch des Monats’ aus den Kommentaren der Hersteller zu ihren Absatzmeldungen präsentieren – er kommt von Audi. Dort lässt sich Dietmar Voggenreiter, der Vorstand für Vertrieb und Marketing, zu den weiteren Absatzchanchen in 2016 wie folgt zitieren: “Darüber hinaus werden wir uns 2016 im SUV-Wachstumssegment mit drei zusätzlichen Modellen weiter verstärken: dem Audi Q2, dem Q7 e-tron* und dem SQ7*.”

Einmal davon abgesehen, daß der Beitrag des künftigen V8-BiTurbo-Elektro-Diesels SQ7 zum Gesamtabsatz der Marke Audi bestenfalls als homöopathische Dosierung verstanden werden kann, ringt dem Leser allerdings die Fußnote zu diesem Fahrzeug durchaus ein Schmunzeln ab. Dort heißt es nämlich: “*Audi SQ7 TDI Das Fahrzeug wird noch nicht zum Kauf angeboten. Es besitzt noch keine Gesamtbetriebserlaubnis und unterliegt daher nicht der Richtlinie 1999/94/EG.” (aus Audi Media Info Audi AG: Europa-Absatz plus 8,1% im Februar vom 10.03.2016) – Was man daraus lernen kann: Ein Hersteller auf Wachstumskurs hat jedes noch so kleine Klein-Segment in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

BMW-Audi-Mercedes-Februar-2016-Premium-Absatz-Vergleich

  • Jan

    Wie kommen die Zahlen der bmw Group zustande? Ich komme beim überschlagen auf mindestens 163.000

    • Ringrichter

      Hat alles seine Richtigkeit. Bimmer hat das gute Monatsergebnis von BMW in der Addition (1. + 2.) versteckt.

    • quickjohn

      Stimmt – Febr. Total lautet bei der BMW-Group auf 163.965.

  • Ringrichter

    Es bewahrheitet sich mal wieder. Man soll nicht vor dem Abend gackern, gell Miercedes. Ein guter Monat macht noch keinen Sommer. Im übrigen bin ich bei der Statistik-Systematik der Auffassung, dass man bei Audi den A1 (reines Polo-Derifat) unter der Rubrik Kleinwagen, eben Mini, Smart, getrennt ausweisen soll. Wenn schon Kernspalter, dann richtig Kernspalter.

    • TESTOSTERON ANABOL SOLDIER

      Eine optimale Vergleichbarkeit wird nie gegeben sein. BMW hat dafür Vans, die zum Beispiel Audi nicht hat.

      • Pro_Four

        …man muss auch bedenken, das BMW Audi schon immer einen Schritt voraus war.

      • M54B25

        Ich würde in der mir eigenen Art sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen: BMW hat Fahrzeuge mit Triebwerken, Audi – naja halt eben diese Singleframe-Silouetten-Skalierungs-Frontkratzer.

        Der Audi-Van -also ein umgelabelter Premium-Spaltmaß-reduzierter Touran- steht wohl aber schon in den Startlöcher und scharrt mit der Vorderachse um auf die Ü65 Generation losgelassen zu werden.

        • TESTOSTERON ANABOL SOLDIER

          Dann kann er ja mit dem 2er Active um die Wette scharren 🙂

    • M54B25

      Wenn Du Kerne spalten willst, mache das bitte aber lasse den Audi A1 bei Audi! Mini und Smart sind quasi andere Hersteller (ja ich weiss bei Mini steht auch BMW als Hersteller im Fahrzeugschein) – sie weisen ein eigenes Logo sowie eigene Marketing- und Vertriebsbereiche auf. Der A1 nicht, der wird ganz normal neben A3, A4, A5 A6, A7 und A8 und der Q-Herde im Showroom angeboten – kein eigener Bereich, kein eigenes Logo.

      • Ringrichter

        Wenn wir etwas zählen, sollten wir (Premium-)Fahrzeugklassen (Größe und Preis) zählen. Dazu zählt meinetwegen der Audi A1, obwohl 100%iges Polo-Derifat und natürlich auch der Mini, der vielfach preislich an einen A3 oder die A-Klasse heran reicht. Ob Smart und Mercedes Kleintransporter (Sprinter usw.) zum Premium zählen, ist dagegen höchst umstritten.

        • M54B25

          Das ist doch genau der springende Punkt: Entweder man vergleicht schlicht alle Fahrzeuge eines Mitbewerber oder man differenziert nach Klassen – wobei ja hier auch vortrefflich gestritten werden kann, welches Fahrzeug in welche Klasse gehört. Die Sprinter sind ja nun sicherlich ein Grenzfall – aber ist es die V-Klasse auch? Wenn Audi sich mal entschließt einen T6 umzumodeln und als Business-Van anbietet, passt der Vergleich wieder- Mercedes steht ja auch davor einen PickUp anzubieten – wo ordnen wir den dann ein?

          Im Weltmarkt wird ja auch die Volkswagen-Gruppe mit Toyota verglichen – das geht dann von den japanischen Kei-Cars zum Up! bis hin zu den Full-Blown Pickups Toyota Tundra gegen den Amorak und da streitet keiner drüber ob das sinnhaft ist.

          Persönlich finde ich die derzeitige Differenzierung nach Kern und Submarken gut und sinnvoll. Wenn BMW oder Audi mal einen PickUp bringen und das Logo bzw. die Ringe draufpappen, darf der Wagen auch in die Statistik einfließen – schließlich hat die Entscheidung der Markenzugehörigkeit ja der Vorstand vorher schon getroffen.

    • Pitt83

      A propos vor dem Abend gackern: Wenn ich richtig sehe ist Mercedes-Benz ytd immer noch die erfolgreichste Premiummarke (284k vs 277k). Oder habe ich das was falsch verstanden?

  • Pro_Four

    ..Hanns, Daumen hoch, weiter solche Artikel, gefällt mir und zeigt auch die Wahrheit.

  • Pingback: Am 12. März 2016 gefunden … | wABss()

  • Zo77

    Wird bei Mercedes eigentlich der Vito und die V-Klasse auch mit eingerechnet? Nur so aus Neugier.

    • Wooziee89

      Ich glaube die V-Klasse schon, da sie als Großraumlimousine angepreist wird. Der Vito ist ein Nutzfahrzeug.

  • quickjohn

    Die Position von Bimmertoday zu den gezeigten Zahlen der Premiumanbieter zeigt sich m.E. klar in der Fußnote zur Tabelle (ist leider etwas schlecht zu lesen):

    “Die Marke Smart gehört nicht zur Gattung der Premiumfahrzeuge – wird aber hier aus Gründen der
    Vollständigkeit gezeigt”

    Ich finde das beschreibt die Situation ebenso umfassend wie zutreffend.

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