Elektroauto-Förderung: 5.000 Euro Umweltbonus ab Juli 2016?

BMW i | 26.02.2016 von 44
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Ab 1. Juli 2016 drücken 5.000 Euro Umweltbonus die Preise von Elektroautos und Plug-in-Hybriden nach unten – und die Verkaufszahlen von BMW i nach oben?

Lange Zeit wurde die Förderung der Elektromobilität in Deutschland eher halbherzig betrieben, nun kommt offenbar Schwung in das Thema. Nach Informationen des Spiegel haben sich das Wirtschafts-, das Verkehrs- und das Umweltministerium auf einen sogenannten Umweltbonus in Höhe von 5.000 Euro geeinigt, mit dem die Käufer von Elektroautos und Plug-in-Hybriden ab dem 1. Juli 2016 unterstützt werden sollen. Für Autobauer heißt das zunächst, dass die Nachfrage nach Fahrzeugen wie dem BMW i3 bis Juli einbrechen wird – im Anschluss könnten die Verkaufszahlen aber spürbar über dem bisher überschaubaren Niveau liegen.

Der Umweltbonus ist laut Spiegel-Informationen befristet und soll nach aktuellem Stand nur bis zum 31. 12. 2020 ausgezahlt werden. Um die Kaufanreize zu steigern und viele Menschen von einem schnellen Umstieg zu überzeugen, soll die Kaufprämie in jedem Kalenderjahr um 500 Euro reduziert werden. Wer die vollen 5.000 Euro erhalten will, sollte also innerhalb der ersten 12 Monate zuschlagen.

Verschiffung BMW i3 in Bremerhaven 11-2015

Das Förderprogramm der Bundesregierung umfasst außerdem 15.000 neue Ladesäulen, die in den nächsten Jahren aufgebaut werden und damit die Infrastruktur für Elektroauto-Fahrer deutlich verbessern sollen. Auch der Bund will für größere Verkaufszahlen sorgen und bei mindestens 20 Prozent der künftig angeschafften Fahrzeuge auf Elektroantrieb und Plug-in-Hybride setzen.

40 Prozent der kalkulierten Gesamtkosten von 1,3 Milliarden Euro bis 2020 sollen direkt von den Autobauern getragen werden, somit wird die Staatskasse vorerst nur mit 800 Millionen Euro belastet. Zwar dürfte die Autolobby andere Vorstellungen von einer Förderung gehabt haben als diese zu einem großen Teil selbst zu bezahlen, andererseits sind die Autobauer natürlich auch die wichtigsten Profiteure des Förderprogramms.

Bei BMW wären nach aktuellem Stand alle Käufer des Elektroautos i3 sowie der Plug-in-Hybride i8, 225xe Active Tourer, 330e, X5 xDrive40e und 740e  berechtigt, die Förderung in Höhe von 5.000 Euro einzustreichen und den Kaufpreis somit signifikant zu reduzieren. Im Fall des BMW i3 sinkt der effektive Grundpreis durch den Umweltbonus auf unter 30.000 Euro, was ihn für viele Kunden deutlich attraktiver machen dürfte.

  • AE

    Ok, also fast schon wieder so ein quatsch wie die sogenannte “Umweltprämie” von 2008? Wird trotzdem keiner kaufen solange die alte Technik eigentlich alles besser kann inklusive Umweltfreundlichkeit.

    Elektroautos sind nicht zu teuer, sie sind im Moment einfach nutzlos, und jetzt kommt mir bitte keiner mit dem Tesla “500kg-Akku” Model S.

    • Hans

      Was quatsch ist entscheidest aber nicht Du, sondern unsere Regierung!!! Wenn Sie bis 2020 1 Million e-Autos haben wollen, bekommen Sie sie. Kommt nur auf die Förderung und Gegenfinanzierung an!!! E-Autos bekommen z.B. 20.000 Euro Forderung und finanziert wird es über Steuern und Abgaben von Verbrennern! Mineralölsteuer rauf, Steuer rauf, Versicherung rauf, Neuwagenstrafe von 10.000 Euro usw.. Dann sind auf einmal Diesel und Benziner Quatsch 😉 so läuft das heutzutage…

      • mb81

        Ich würde einfach die Dieselsubvention bei der Mineralölsteuer streichen und 1:1 für Elektro(Infrastruktur)förderung verwenden…

        • M54B25

          Wenn Du schon so visionäre Finanzierungsmodelle in die Diskussion wirfst, wie sehen denn Deine Ideen bzgl. der Realisierung der Ladeinfrastruktur aus? Mal angenommen wir haben einen E-Autoanteil von 10% im Jahr 2025 – macht dann ca. 4,5 Millionen Fahrzeuge, schön gleichmäßig über die Bundesrepublik verteilt also Großstädte und Flächenländer zu gleichen Anteilen. Und natürlich bitte die dann jährliche Wachstumsrate mit beachten, also sagen wir mal realistische 400.000 weitere E-Fahrzeuge ab 2015 jährlich dazu.

          • mb81

            Was ist daran visionär?

            • M54B25

              Oh – das ist nicht visionär? Na dann Sorry aber vielleicht könntest Du dennoch auf die Fragestellung eingehen. Die steht ja nun auch ohne eine Beurteilung der Finanzierung im Raum.

      • M54B25

        Lieber Hans, das Wort “Quatsch” ist doch bei AE gar nicht gefallen. Ich denke Du meinst die Aussage “nutzlos” und der Hinweis auf den Tesla?!?

        Wenn dem so ist, hast Du die Aussage von AE offensichtlich nicht vollständig erfasst: E-Autos sind bei den derzeitigen Bedingungen (Batterietechnologie, Ladestationen bzw. Ladeprozess) den herkömmlichen Verbrenner-Fahrzeugen unterlegen. Zudem ist das Thema Umweltschutz bei E-Fahrzeugen ein verdörtes Feigenblatt, die Ökobilanz der Gesamtherstellung ist katastrophal. Das sind belegte Fakten und schon häufig diskutiert und platziert.

        Und dafür jetzt noch 5000€ auszugeben, ist im angesprochen Vergleich zur “Abwrackprämie” kurzfristig sowie Öko-populär und damit nicht nachhaltig.

        Einzig bei Deiner Beurteilung der Regierung und deren Unfähigkeit langfristige und zur Not auch mal momentan unpoluläre Maßnahmen vernünftig umzusetzen, hast Du Recht – so läuft das Heute eben, schließlich sind bald Landtagswahlen…

        • AE

          Besser hätte ich es nicht erklären können, danke.
          Es ist auch kein Elektroautoproblem, es ist ein Problem der heutigen Mentalität. “Wir müssen etwas tun, jetzt!”
          Ja, müssen wir. Elektroautos zu fördern ist allerdings nicht das richtige.
          Wie wäre es, eine Langzeithaltbarkeit zu fördern? Das Umweltschonendste Auto ist eines, das schon gebaut wurde. Wie wäre es, eine günstige Wartung zu ermöglichen? Wie wäre eine Steuer auf Neufahrzeuge, muss ja nicht jede 3 Jahre ein neues geleast werden?
          Das lässt sich auf viele weitere heutige, technische Produkte anwenden.
          Nicht alles was neu ist, muss besser sein als das alte.

          Das fördern von Elektroautos ist die übliche Heuchelei. Die Industrie verdient, die Leute (Autofahrer) werden gemolken, die Regierung weiterhin gewählt.
          Der wirkliche weg zum senken von CO2 ist einer, mit dem kein Geld verdient werden kann. Da liegt das Problem.

          • Hans

            Hallo, ich wollte niemand persönlich angreifen!
            Ich finde e-Autos momentan auch nicht sinnvoll, wie so vieles. Mir ging es wirklich darum, dass nicht wir entscheiden was sinnvoll ist, sondern Andere. Gesetze regeln das wirtschaftliche, Argumente über Umwelt und Nachhaltigkeit werden über Medien nachgereicht. Fertig ist die Welt so wie sie leider funktioniert.
            Je mehr C02 in der Luft, desto mehr Pflanzenwachstum, desto mehr Sauerstoff…also alles gut 😉 Aber der Großteil der ersten Welt denkt das C02 Gift ist!

        • Hans

          stimmt, Quatsch ist nicht gefallen sondern quatsch 😉 -> Siehe erster Satz

          • M54B25

            Quatsch in Bezug auf E-Fahrzeuge war gemeint. Das das Thema Gesetze und Medieneinfluss Quatsch sind -also deren Einflussnahme auf die Bevökerung- haben wir ja nun gut ausdiskutiert. Also alles gut.

            Das Thema CO2 ist ja nur ein Aspekt der Problematik Schadstoffaustoß, wie gerade beim VW-Skandal ersichtlich, werden ja alle möglichen Überbleibsel der Verbrennung gerade in einen Topf geworfen. Und um es mit Deinen Worten versuchen auszudrücken, denken die meisten (Gut)Menschen in Deutschland sehr eindimensional und höchstens 2 Schritte weit. Also belassen wir es und warten mal ab, wie sich die Verkaufszahlen für E-Fahrzeuge in 1 bis 3 Jahren entwickeln.

      • Fagballs

        “Was quatsch ist entscheidest aber nicht Du, sondern unsere Regierung!!!”

        Der war gut 😀

  • 2erGTFan

    Es wird also ein Abwägen der Käufer stattfinden zwischen Höhe der Förderung und der mit dem Auto bis dahin erzielbaren Reichweite. Mit anderen Worten kann es ein Jahr später besser sein, auf 500 EUR zu verzichten und dafür ein Auto mit höherer Reichweite (besserem Wiederverkaufswert) zu erhalten.
    Das Fördermodell ist ein guter Anfang, aber noch verbesserungswürdig – soll es in großer Zahl zu den gewünschten Effekten kommen. Nicht zu vergessen, dass auch die Probleme der lange blockierten “Tankstellen” gelöst werden müssen.

    • M54B25

      “Blockierte Tankstellen” – Du meinst sicherlich Ladestellen für E-Fahrzeuge?!

      Habe gerade mal versucht rauszufinden, wie viele Ladestationen es derzeit in Deutschland gibt. Bei https://de.chargemap.com/stats finden sich derzeit ca. 4400 Ladestationen. Gehen wir mal optimistisch von den 1.000.000 E-Fahrzeugen in 2020 aus und einem moderaten Wachstum der Ladestationen von 25% jährlich sind wir 2020 bei ca. 16.800 Ladestationen. Dann haben wir glaube ich noch ganz andere Probleme als blockierte Ladestationen (bei 50% jährlichem Wachstums sind es auch nur 50.000)!

      Falls die zukünftigen Käufer von E-Fahrzeugen nicht gerade zufällig zu Hause (Haus, fester Stellplatz) und/oder auf Arbeit die Möglichkeit haben nachzuladen, wird Deutschland das klassische Henne/Ei Problem bekommen – lass jeden E-Auto Käufer ein oder zweimal im Jahr mit leeren Batterien stehengeblieben oder nicht zeitnah fahrbereit sein, sind die 5000€ kein wirklicher Anreiz auf diese Form der Teil-Mobilität.

      • El Barto
        • M54B25

          Genial -Danke für den Link&Beitrag! Also gleich mal einen alten Prtischenwagen gekauft, 4 Notstromaggregate von OBI installiert und ein Gewerbe anmelden. Ja das ist nicht nur eine Marktlücke sondern eher eine von der Bundesregierung planbare Alternative zum sonst “alternativlosen” Ausbau der Ladestationen. Und löst auch das Problem der blockierten Ladestellen….

          • El Barto

            Der ADAC hat bestimmt schon $- bzw. €-Zeichen in den Augen 😉

      • Fagballs

        Das war im Prinzip auch mein Gedanke: 15.000 Ladestationen bei 1.000.000 Autos, zumal ja auch die Wagen nicht in 5 Minuten voll sind, sondern tendenziell einen Vormittag (Arbeit) oder eine Nacht (Schlafen) da dran hängen. Da wird kein Schuh draus.

        • M54B25

          Naja vielleicht haben ja auch die M2 Controller die Bedarfs-Finanzierungsanalyse zum Umweltbonus für die Bundesregierung ausgerechnet (http://www.bimmertoday.de/2016/02/29/bmw-m2-lieferprobleme-sorgen-fur-frust-bei-vielen-kunden/)

          Spaß beiseite – zu erkennen ist, das der Bürger mal wieder selbst handeln darf, wenn er denn die Ziele der Bundesregierung unterstützen darf. Es wird wohl in den nächsten Jahren vorerst den Hausbesitzern vorbehalten sein, ein für seine Bedürfnisse geeignetes E-Fahrzeug auszuwählen und zu kaufen. Sprich “tägliche Pendelstrecke < Reichweite + 15%" als Kapazitätsanforderung stellen und hoffen, dass die Akkus 5 Jahre durchhalten und dann die Kiste für 15% vom Neupreis abstoßen, damit jemand anderes sich neue Nachrüstbatterien für Neupreis/2 kaufen kann… In diesen 5 Jahren ist dann Laden zu Hause angesagt.

          Persönlich finde ich das ein ganz spannendes Thema, das sowohl Automobilhersteller, potentielle Kunde und auch die Regierung fordert mal 10 bis 15 Jahre in die Zukunft zu denken. Bei herkömmlichen Verbrennern sind Restpreise gut berechenbar, der Verbrauch ist mit gesundem Verstand (NEFZ *1,5) berechenbar und auch weitere Folgekosten lassen sich gut kalkulieren, klassische Tankstellen gibt es genug – bei E-Fahrzeugen befinden wir uns auf "Neuland" – aber besonders da kennt sich unsere Bundesregierung ja hervorragend aus, siehe Datenautobahn für schnelles Internet… Deswegen git es ja auch Gemeinden, die ihre eigenen Gräben zum Verlegen von Kabeln buddeln, weil der Herr Dobrindt auch diese "Autobahnen" nicht in den Griff bekommt – Kompetenzbeweise per Exzellenze fortlaufend. Aber im nächsten Jahr nach der Bundestagwahl wird ja eine andere Sau durchs Dorf – äh ins Amt getrieben…

  • Martin

    @Benny: Wie siehts für Mitarbeiter bei BMW aus?
    Bekommen die die 5.000€ Prämie und zusätzlich noch den normalen Mitarbeiterrabatt? Wenn ja, macht das den 330e und 225xe zu verdammt attraktiven Modellen für Mitarbeiter.

  • cisi

    Gilt diese grandiose Idee für jedes Auto?
    Dann würde ich mir wie gesagt als Spaß auf Staatskosten 2 Renault Twizy, einen für mich und einen für meine Frau nehmen.

    • El Barto

      Ich fand die Idee auch ganz witzig und hab mal auf Renaults Website geschaut. Es gibt mehrere Twizy-Versionen. Am güstigsten ist der Twizy 45 Life (2-Sitzer) mit 5 PS für 6.950 EUR. Es folgt der Twizy Life (2-Sitzer) mit 18 PS für 7.650 EUR und als Intens für 8450 EUR. Die preise für den einsitzigen Cargo liegen bei 7.980 EUR (5PS) sowie 8.680 EUR (18 PS). Auf diese Listenpreise gibt es bei Renault bis zum 30.04.2016 2.000 EUR “Elektrobonus”. Dieser Bonus als Renault-Rabattaktion (beim Zoe z.B. 5.000 EUR) dürfte wohl auch keine Fortsetzung mehr finden, weil dann ja in absehbarer Zeit die die staatliche Förderung anläuft. Also müsstest du mindestens 1.950 EUR zuzahlen. Die zwingend vorgeschriebene Batteriemiete liegt übrigens zwischen 30 und 70 EUR pro Monat je nach Vertragsdauer und Laufleistung.

      • cisi

        1950 € für so einen 2 sitzer……. kann das echt sein? ich bin echt gespannt ob das hinhauen wird oder ob da noch Restriktionen kommen.

        • M54B25

          Na machen wir es doch einfach nach amerikanischem Vorbild mit einem zum Schluß eingefügten Zusatzparagraphen:

          “§ 23a Erweiterte Förderungsbedingungen

          (a) Das zu fördernde Fahrzeug ist von einem Autombilhersteller mit deutschem Stammsitz bzw. mit einer Steuerabfuhr von mindestens 50% der gesamten Unternehmensgewinne nach Deutschland in den Verkehr zu bringen.
          (b) Ausnahmen von dieser Regel bedürfen der schriftlichen Genehmigung des amtierenden Bundeskanzlers/In und erstrecken sich nur auf individuelle Fahrzeuge der in Deutschland hausenden VIP-Schicht (Anm. d. R: der sogenannte “Promibonus”).”

          Und Tschüß Renault, Toyota, Nissan, Honda und alles nicht passende…

      • der_ardt

        bevor man sich sowas wie den Twizzy antut kann man besser die gute alte Simson rausholen. Abgesehen von Gestank und nicht vorhandenem Wetterschutz kann die absolut alles besser, billiger, langlebiger und sehr wahrscheinlich umweltschonender.

        • El Barto

          Wieso Gestank? Das ist der Duft der Freiheit für Generationen von Jugendlichen und Junggebliebenen 😉

          Eigentlich wollte ich dir ja entgegnen, dass der Twizy das urbane Fortbewegungsmittel der Zukunft ist: kompakt, statusfrei und günstig in der Anschaffung. Aber dann fielen mir wieder die größeren und kleineren Probleme ein, die man in der Stadt so hat. Das fängt ja schon beim Parkraum und den Lademöglichkeiten an. Lediglich der Preis ist sehr attraktiv, vor allem wenn man ihn beispielsweise mit den 15.000 EUR für einen C Evolution vergleicht. Btw, werden Elektrozweiräder wohl auch gefördert?

          • der_ardt

            Ah, der gute Kettensägengeruch an der Ampel, ja, da gebe ich dir recht!

            Elektrische Zweirräder fördern für Städter fände ich super. Wenn man sich so umguckt sind gerade große Autos meist nur einzeln besetzt. Ich denke aber, die meisten, die jetzt Auto fahren werden das auch aus Bequemlichkeit weiter tun. Diese Förderungen bringen eben nur temporär was (siehe Abwrackprämie). vermutlich fahren drei Jahre nach Auslaufen der Elektroautoförderung weniger Elektroautos rum als als kurz nach der Einführung :-/

            • El Barto

              Das wird die Zukunft zeigen. Ich sehe die Förderung nicht ausschließlich als staatliche Subvention für eine eine noch nicht ausgereifte Technologie mit fehlender Infrastruktur. Sie ist auch ein Instrument, um die Hemmschwelle zum Kauf eines E-Mobils zu senken und die Leute an die neue Technologie heranzuführen. Wenn die Vorteile die Nachteile langfristig überwiegen, wird sich E-Mobilität durchsetzen, auch ohne Förderung. Und falls nicht, dann war es halt ein lehrreiches Kapitel auf dem langen Weg zum nachhaltigen Antrieb.

  • gigaset

    Wohuuu da springe ich ja gleich mal bei BMW oder Mercedes vorbei… not… Wie kann eine Regierung… ach halt… Lobbyverband nur so etwas beschließen? Da war wieder jemandem ganz schön langweilig in Berlin oder wahlweise in Brüssel. Die 5.000€ Kaufanreiz sind ja schön und gut, allerdings helfen diese mit Sicherheit nicht, die großflächige Elektrifizierung im Straßenverkehr voranzutreiben. Schaut man sich heute an, wer Hybrid oder gar Elektroautos nutzt, so sind es wohl überwiegend Firmenkunden. Firmenkunden, die ihren Fuhrpark etwas “grüner” machen wollen, damit der Bigboss weiter ohne Reue V12 fahren kann. Banken, Versicherungskonzerne, Pharmarießen… also alles Firmen denen die Umwelt eh völlig egal ist.

    Interessant wird es, wie diese 5.000€ Einfluss auf die Leasingrate haben (wohl wird die Rate vom abgezogenen Preis errechnet). Denn kaufen tut sich sowas doch im Moment noch kein normaler Mensch? Bzw. man muss schon ziemlich weich in der Birne sein, wenn man sich für irgendwas um die 45.000€ einen i3 in die Garage stellt. Und das kostet er effektiv, wenn man nicht mit einem fahrenden E-Rollstuhl unterwegs sein will.

    Aktuell gibt es keinen Grund ein Elektroauto zu kaufen. Aber auch gar keinen Grund. Man braucht weder einen i3 noch einen X5 40e. Augenwischerei. In der Stadt habe ich z.B. noch nie ein Auto gebraucht und auf Überlandfahrten sind diese Fahrzeuge nutzlos. Es macht sich auch keiner Gedanken wo die Energie für diese Fahrzeuge erkommt und wie man die hochgiftigen Akkus am Ende des Lebenszyklus entsorgt.

    Wer aktuell mit überschaubaren Kosten von A nach B kommen möchte, kauft sich einen kleinen Diesel oder einen neuartigen Benziner und lernt vernünftig damit zu fahren. Alles andere ist teure Technikspielerei die sich auf absehbare Zeit kaum durchsetzen wird.

    Das der Anfang in die Richtung alternative Antriebe gemacht werden muss steht außer Frage. Ich frage mich aber vermehrt, ob ein reiner Elektroantrieb wirklich die Antwort auf alle Fragen in der Autoindustrie ist. Am Ende bleibt es eine teure Übergangslösung.

    • El Barto

      “… damit der Bigboss weiter ohne Reue V12 fahren kann.”

      Wenn der “Bigboss” V12 fahren möchte, dann soll er das um Himmels willen auch tun, davon geht die Welt nicht unter. Stellt sich auch die Frage, ob du dich auf das Privat- oder das Geschäftsfahrzeug beziehst. Ich kenne in unserer Gegend mindestens ein großes Unternehmen, das die Geschäftsfahrzeuge für seinen Vorstand auf die obere Mittelklasse gedeckelt hat. Was die Leute privat machen, ob sie im Latexanzug durch ihren Garten hüpfen oder V12 fahren, bleibt ihnen überlassen. Daher würde ich das auch immer losgelöst von der Firmenflotte betrachten. Wenn sich hier nachhaltige Einsparungen erzielen lassen, dann ist das zumindest nicht negativ.

      “Interessant wird es, wie diese 5.000€ Einfluss auf die Leasingrate haben (wohl wird die Rate vom abgezogenen Preis errechnet).”

      Vermutlich wird bei Abschluss des Kaufvertrages ein Antrag auf Förderung ausgefüllt. Die 5.000 EUR werden dann wahrscheinlich wie eine LSZ oder ein Nachlass in entsprechender Höhe behandelt. Die Rate verringert sich dann beispielsweise bei 36 Monaten irgendwo im Bereich um 140 EUR.

      “Man braucht weder einen i3 noch einen X5 40e. Augenwischerei.”

      Es wurde hier ja schon mehrfach festgestellt, dass es bei diesen Fahrzeugen weniger um die deutschen oder europäischen Befindlichkeiten geht. Sonst hätten wir wohl mehr Dieselhybride.

      “In der Stadt habe ich z.B. noch nie ein Auto gebraucht und auf Überlandfahrten sind diese Fahrzeuge nutzlos.”

      Es gibt ja auch ländliche Gegenden mit schlechterer Verkehrsinfrastruktur, wo man auf das Auto für kurze bis mittlere Entfernungen angewiesen ist. Für die Wege zu Kindergarten, Schule, Einkauf und ggf. zum Pendeln ist ein E-Auto doch ganz nett, wenn man mal die angesprochenen Probleme außer Acht lässt oder davon ausgeht, dass diese mittel- bis langfristig gelöst werden.

      • gigaset

        Also meine Anmerkung bezüglich dem V12 war einzig und allein auf Geschäftskunden und deren Geschäftsfahrzeuge bezogen. Dafür kenne ich mindestens drei große Firmen wo ich dir mit Sicherheit sagen kann, dass diese bis vor kurzem noch mit V12 gefahren sind bzw. immer noch fahren werden. Da wird nichts gedeckelt. Gerade im Bankensektor wo ggf. einige noch meinen sie bräuchten gepanzerte Fahrzeuge. Hier versucht man seit Jahren den Flottenverbrauch auf dem Papier zu senken. Dann eben auch dadurch, dass die Sekretärin einen i3 fährt…

        Natürlich kenne ich auch deutsche Unternehmen bei denen es z.B. nur noch 5er oder A6 als Chaffeurfahrzeuge gibt. Ist dann immer ganz witzig zu sehen, wenn der Beifahrersitz ganz vorne ist und die Lehne fast am Armaturenbrett kratzt 😉

        Ob am Ende 140€ dabei rauskommen mag ich bezweifeln. Gut… gerade beim i3 wäre es für BMW wünschenswert. Die Kaufanreize für Firmenkunden, die nicht auf irgend ein Greenlabel aus sind, sind nämlich eher gering.

        Jemand der in einem ländlichen Gebiet wohnt, wird sich kaum ein Elektroauto leisten. Entweder er gehört zur guten Mittelschicht – diese fahren was vernünftiges – oder eben nicht… dann fährt er den 15 Jahre alten Diesel oder die schlechten Öffis. Klingt hart… aber das ist halt auch kein Argument für einen Elektrozwerg.

        Und “nett” als Zweitwagen trifft es auf den Punkt 😛 Mehr als nett sind die Fahrzeuge derzeit nicht. Einzig Tesla versucht sich aktiv zu beweisen.

        Wenn du jetzt darauf ansprichst, dass ein Hybrid z.B. für den US Markt und den dort herrschenden Abgasnormen entwickelt und gebaut wurde… nun gut. Da mag was dran sein. Insbesondere bei BMW und Mercedes Geländewagen. Aber die Amis werden es auf Dauer auch nie verstehen, dass dieses Land eigentlich das einzige ist, wo man die Vorteile eines sauberen (gibt es das überhaupt 😀 ) Diesel ausnutzen kann. X5 30d, Q5 3.0d oder GLE 350d müssten sich da drüben eigentlich verkaufen wie warme Semmeln. Gerade auf den leeren Highways zwischen den Bundesstaaten ein Traum. Da sind Verbräuche mit einem 5 vor dem Komma keine pure Träumerei.

        • El Barto

          Jepp, selbst mit dicken Benzinern kann man in den USA bei Überlandfahrten erstaunliche Verbräuche erzielen. Aber der Amerikaner und der Diesel sind so eine Geschichte für sich…und VW hat da natürlich nicht gerade geholfen.

          Bzgl. der Rate hatte ich die 5000 EUR Förderung einfach mal stur durch 36 Monate geteilt. Im Konfigurator kommt bei den i-Modellen im Moment eine Fehlermeldung, da könnte man das sonst mal grob eingeben.

          “Entweder er gehört zur guten Mittelschicht…”
          An sowas hatte ich ehrlich gesagt gedacht. Der oftmals kompakte Zweitwagen, der ja oft für Kurzstreckenfahrten genutzt wird, wird dann durch ein E-Auto ersetzt. Die Ladeinfrastruktur wäre beim Eigenheim vorhanden bzw. kann relativ leicht eingerichtet werden. Es muss ja kein i3 sein, den finde ich persönlich für das Gebotene einfach zu teuer. Aber wie du oben schon sagtest, irgendwo muss der Anfang ja gemacht werden.

          • gigaset

            Finde ich schwierig ein Elektroauto als kompakten Zweitwagen… Ich kenne auch genügend Leute denen es finanziell nicht schlecht geht, von der Firma z.B. einen X5 fahren – diesen dann der Frau geben und selbst einen alten Mini oder Golf fahren. Einfach weil der Zweitwagen laufen muss um in der Früh vom Haus zum P+R zu kommen. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig. Und gerade im Falle von Elektroautos ohne Range Extender sehe ich noch ein weiteres Problem… wenn da jemand vergisst da Teil abends zu laden und man muss doch morgens mal 40km fahren, hat man halt gelitten. Keine Möglichkeit diesen Vorgang zu beschleunigen.

  • Fagballs

    Hmpf, was soll ich sagen? Das ist doch wieder halbgar. Meines Erachtens sollte ein Hybrid nur den halben Bonus bekommen, weil er ja nur ein halbes Elektrofahrzeug ist. Vor allem sind 5000€ auch nicht die Welt. Bei i8, 740e und X5 40e ist das doch ein Betrag, den man locker rausverhandeln kann. 5000€ senken aber den Preis von einem 330e unter den Preis eines 330i und dann wird es interessant, aber auch nur für Leute, die ohnehin gerade an einem Neuwagen Interesse haben. Es zieht jetzt keiner los, weil die Wagen gerade so günstig sind. Insofern wird das wieder ein Strohfeuer wie einst bei der Abwrackprämie. Die Leute, die sich jetzt ein Auto kaufen, tun es dann nächstes Jahr nicht und so weiter.

    Ein anderes Thema aber: Nehme ich einen Twizy in Vollausstattung (mit Türen UND Fenstern) bedeuten 5k€ mindestens die Hälfte des Preises. Ist nur die Frage, ob das dann auch gilt. So ein Flitzer wäre aber wirklich als das von mir so oft beschworene Zweitauto geeignet, preislich, räumlich und inhaltlich. Ist nur die Frage, ob das wirklich gilt. Vielleicht hat Renaults Aktienkurs nicht ohne Grund seit dem 24. Februar deutlich zugelegt 😉

    • cisi

      am Ende steckt es sich noch BMW komplett ein 🙂
      Die streichen den Rabatt oder kürzen ihn massiv.
      “Aber sie bekommen ja 5000 € vom Staat”.
      Das wär mal geil.

      • Fagballs

        Dat sagst du so flapsig. Aber selbst ohne Gemogel wird das sicher ein Druckmittel bei Preisverhandlungen (“Sie bekommen doch noch 5000€ vom Staat dazu”).

      • El Barto

        Bei dem Renault-Beispiel ist es ja bereits so. Die teils erhebliche interne “Förderung”, die es ja jetzt noch bis Ende April für die E-Modelle gibt, wird mit Sicherheit nicht mehr fortgesetzt und durch die staatliche Förderung ersetzt.

        Ein halbwegs geschickter Verkäufer bei BMW wird sicherlich auch versuchen, Rabattwünsche abzubügeln: “Sie erhalten die 5000 EUR Förderung und von mir nochmal 2,5% oben drauf, das kriege ich bei meinem Chef schon irgendwie durch. Leider haben wir kaum Ermessensspielraum bei unseren innovativen Elektro- und Hybridmodellen. Aber auf den Umweltschutz kann man schließlich kein Preisschild kleben, oder?” So oder so ähnlich 😉

    • der_ardt

      Twizzy ist als Zweitauto aber auch gerade mal für städtischen Verkehr geeignet, wo man jedoch selbst ohne Prämien stressfreier mit Rollern oder Mopeds oder gar diesen gedrosselten Mofa-Autos unterwegs ist, weil man viel mehr Reichweite hat. In dem Twizzy hat man ein bisschen Regenschutz, das wars dann aber auch an Vorteilen. Im Winter ist das Ding genauso kalt wie ein Roller (und ich hasse Roller ^^)

      • Fagballs

        Gibt’s den Quatsch nicht mit Fenstern? Dann hätte man zumindest so ein bisschen Wetterschutz, aber ohne Heizung wird’s im Winter natürlich etwas ätzend. Da haste recht.

        • der_ardt

          Fenster kosten Aufpreis 😉 und selbst mit ist das eben dennoch nur ein Zweisitzer ohne Kofferraum. Das kann ein Moped eben genauso gut, zumal viele davon auch wenn man sie zweiselt mal etwas schneller laufen können. Dazu Reichweite und viele andere Faktoren. Twizzy ist ein ganz lustiges Spielzeug, mehr nicht. Wer den ernsthaft kauft weil er ihn für die beste Alternative hält.. naja..

          • Fagballs

            Ich persönlich finde halt sowas spannender als ein Moped, weil erstens vier Räder und zweitens ein Dach. Ich mag, wenn ich mal von A nach B kurz düsen will, nicht mit Helm und Nierenwärmer und Jacke und was weiß ich nicht alles unterwegs sein. Klar, geht auch ohne Handschuhe und Co, aber ich bin da bisschen übervorsichtig, ich steige auch nicht ohne Helm und Handschuhe aufs Rad und nicht ohne Knie- und Ellenbogen-Panzer in Inliner. In den Twizy kannste mit ner winddichten Jacke und Handschuhen auch bei einstelligen Graden reinspringen und mal zum Laden am anderen Ende der Stadt, ins Fitnessstudio oder so düsen. Nur für sowas fänd ich den witzig, wo ich immer ein schlechtes Gewissen hab, für 1-2 km den Diesel anzuwerfen 😉

  • R. Schreck

    Wir werden in Zukunft elektrisch fahren. Was denn sonst? Die Frage ist wann wir mit dieser Zukunft anfangen. Am Anfang ist nichts so richtig toll aber anfangen muss man halt trotzdem irgendwann. Mich stört bei der Förderung vor allem, dass da auch Hybristinker mit gefördert werden. Das sind auch nur getarnte Verbrenner. Die werden schon so lange mit den Elektroautos in einen Topf geworfen, dass mir klar ist, dass im Jahr 2020 Hybrid- und Elektroautos zusammen gezählt werden und alle sind glücklich, dass wir uns mal wieder selbst angelogen haben. Ich für meinen Teil habe einen ZOE bestellt und wir werden dann, zusammen mit unserem Twizy, keinen Stinker mehr benötigen, auch nicht für den Urlaub. Dann könnt Ihr Schlechtredner und Neinsager Euch fleisig weiter alles schön reden. Die Welt sieht so aus wie sie ist, weil wir gemacht haben was wir gemacht haben. Folglich ändern wir nichts und alles wird gut! Seltsame Logik.

  • R. Schreck

    Schaut Euch mal auf lemnet: http://lemnet.org/map/?hl=de&destination=amsterdam – Amsterdam an, da seht Ihr wieviele Ladestationen man völlig problemlos mal “für den Anfang” in einer Stadt unterbringt. Und zum Vergleich in München: http://lemnet.org/map/?hl=de&destination=m%C3%BCnchen.

  • R. Schreck

    Ich hab mal den Taschenrechner rausgeholt.
    1000000 Fahrzeuge. An einem Ladepunkt werden den Tag über 4 Fahrzeuge aufgeladen. Ich denke das ist realistisch machbar. Ergibt 250000 benötigte Ladepunkte. 2 Ladepunkte pro Station (ist konservativ gerechnet). Sind noch 125000 benötigte Ladestationen. Da können wir noch eine beliebige geschätzte Zahl abziehen für die jenigen die zu Hause oder in der Firma laden. Wir werden also bis 2020 nicht ehr als 100000 Ladestationen benötigen. Das sind auf 800 Einwohner eine Ladestation. Auf die Fläche verteilt wären das in München ca. 6 Ladestationen pro km². Ich sehe da nichts unmögliches.

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