Automarkt Deutschland: BMW mit wenigen Eigenzulassungen

Sonstiges | 8.02.2016 von 2
BMW-Niederlassung-Berlin-2014-Vertrieb-Umstrukturierung

Eigenzulassungen sind ein seit vielen Jahren bewährtes Mittel der Autobauer, um die eigenen Verkaufszahlen besser aussehen zu lassen und den Verkauf ausgewählter Modelle zu fördern. Wenn Hersteller …

Eigenzulassungen sind ein seit vielen Jahren bewährtes Mittel der Autobauer, um die eigenen Verkaufszahlen besser aussehen zu lassen und den Verkauf ausgewählter Modelle zu fördern. Wenn Hersteller ihre Neuwagen nicht direkt an Kunden, sondern zunächst an Händler und Niederlassungen verkaufen, können die eigentlichen Kunden wenig später attraktive Schnäppchen machen: Die häufig als Tageszulassung beworbenen Modelle sind deutlich günstiger als ein Neuwagen, obwohl sie im Grunde brandneu sind.

Auf dem Automarkt Deutschland liegt der Anteil dieser Eigenzulassungen mittlerweile bei 30,6 Prozent, fast ein Drittel aller Neuwagen wird demnach zunächst an einen Autohändler verkauft. Je nach Hersteller werden dabei unterschiedliche Strategien gefahren, denn natürlich entspricht die Förderung des Verkaufs von Tageszulassungen einer Subventionierung, die den Verkauf von Neuwagen zum Listenpreis erschwert.

BMW-Eigenzulassungen-2015-niedrig

Laut einer Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen sinkt der Preis eines Fahrzeugs allein durch die Eigenzulassung um 10 bis 15 Prozent, so wird der Verkauf an tatsächliche Kunden deutlich leichter. Ganz nebenbei lassen sich mit den Eigenzulassungen auch die Verkaufszahlen beschönigen, denn das Kraftfahrtbundesamt unterscheidet nicht zwischen Neuwagen-Verkäufen an echte Kunden und solchen an Händler oder Niederlassungen.

Mit einem Eigenzulassungs-Anteil von 23,9 Prozent gehört BMW zu jenen Herstellern, die ihrem Absatz am wenigsten unter die Arme greifen. Unter allen deutschen Herstellern lassen die Münchner die wenigsten Neuwagen auf sich selbst zu, Mercedes liegt laut CAR bei 25,6 Prozent und Volkswagen mit 30,7 Prozent ziemlich genau im Durchschnitt des deutschen Markts. Mit einer Eigenzulassungs-Quote von 23,1 Prozent liegt nur der Ford-Konzern noch unterhalb von BMW.

Die vergleichsweise wenigen Eigenzulassungen gehören zur Strategie der BMW Group, möglichst wenige Fahrzeuge mit hohem Rabatt zu verkaufen. Dass dabei die Verkaufszahlen auf einzelnen Märkten leiden und rabattwilligere Wettbewerber hier mehr Autos absetzen können, ist vor dem Hintergrund der weltweiten Verkaufszahlen verschmerzbar und nützt letztlich der Rendite, schließlich können viele Modelle auf anderen Märkten mit weniger Rabatt als in Deutschland verkauft werden.

  • moehre

    Trotzdem sind 23,9% ne echte Hausnummer und das allgemeine Niveau scheint mir gefühlt sehr hoch. Das ist ja immer noch fast ein Viertal aller Zulassungen!

  • quickjohn

    Ich glaube das Thema ist schon ziemlich komplex und muß nicht unbedingt immer negativ belegt sein.

    Zweifellos handelt es sich auch um ein übliches Vertriebsinstrument – Eigenzulassungen auf die Zielsetzung ‘Verkaufszahlen pushen’ zu reduzieren scheint mir aber eher etwas zu kurz gesprungen.

    Man kann z.B. mit Eigenzulassungen bei gut gehenden Modellen – auch die gibt es – die Rabatte bei Normalverkäufen schonen. Will sagen – mit einem höheren Rabatt aus einer Tageszulassung kommt man nicht gleich als Rabatthai in Verruf. Dieser Rabatt ist ja dann (scheinbar) nicht mit einem Neuwagen-Rabatt ‘vergleichbar’.

    Bei BMW sind z.B. Eigenzulassungen oft sehr opulent ausgestattet – dort stimmt vielleicht die Rechnung dann auch für den Hersteller wieder wenn der Kunde das eine oder andere Extra mehr mitnimmt das er sonst nicht geordert hätte.

    Wie auch immer – irgendwann kommt jede Tageszulassung in den Markt und in der Bilanz taucht sie ohnehin auf.

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