Gesamtjahr 2015: BMW Group unangefochten Weltmarktführer

News | 12.01.2016 von 2
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Premium-Absatz im Jahr 2015: Die BMW Group verteidigt ihre Rolle als weltweit erfolgreichster Anbieter von Premium-Automobilen. Es folgen Mercedes und Audi.

In der globalen Betrachtung des Premium-Segments hat sich die BMW Group mit ihrem fünften Rekord-Jahr in Folge auch 2015 auf der – vor nunmehr über einem Jahrzehnt erreichten – Spitzenposition des Weltmarktführers erfolgreich behaupten können. Der Abstand zum Zweitplazierten – in 2014 Audi, in 2015 Mercedes – betrug dabei unverändert wie im Vorjahr 376.000 Fahrzeuge.

Einen deutlichen Dämpfer hinsichtlich der immer wieder geäußerten Ambitionen auf die Führungsrolle im Premiumsegment musste im abgelaufenen Jahr die Marke Audi hinnehmen. Man verlor nicht nur Rang zwei, sondern kassierte auch ein Anwachsen des Rückstandes auf Leader BMW mit mehr als 444.000 Fahrzeugen. Die in den Vorjahren mit hohem Wachstum verwöhnte Marke konnte in 2015 mit 3,6 Prozent oder 62.000 Einheiten nur noch eine geringe Steigerung des Volumens realisieren.

Die exakten Zahlen stellen sich für den Dezember und das gesamte Jahr 2015 wie folgt dar:

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Der für Audi bedeutsamste Wachstumsmarkt auf dem chinesischen Festland entwickelte sich für die Ingolstädter in 2015 erstmals rückläufig. Während die BMW Group dort mit +1,7% gerade noch die Kurve bekam, gelang es Daimler mit knapp 30% Zuwachs (+87.000 Einheiten) den Rückstand gegenüber den anderen deutschen Premiummarken quasi zu halbieren. Wohin der Weg in China in 2016 führen wird ist gerade nach den Verwerfungen seit Jahresbeginn nicht zu prognostizieren. Zwar ist Audi im Land der Mitte immer noch deutlicher Marktführer – das Momentum liegt jedoch klar bei den Stuttgartern.

Europa war im abgelaufenen Jahr 2015 aus regionaler Sicht der Wachstumstreiber für die BMW Group. Ziemlich genau eine Million Einheiten brachte BMW dort in die Märkte und konnte somit Daimler (894.000 Einheiten) und Audi (799.000) deutlich das Nachsehen geben. Für das mit 9,4 Prozent klar überdurchschnittliche Wachstum von BMW zeichneten insbesondere die 2er Typen Active Tourer und Gran Tourer sowie die Mini-Fahrzeuge verantwortlich. Auch Daimler gelang in Europa ein großer Sprung – mit fast 15 Prozent fiel dieser noch dynamischer als bei den Münchnern aus. Klar abgeschlagen auch hier – mit nur rund 4,5 Prozent Wachstum – der ehemalige European Leader Audi.

Die prestigereiche ‚US Luxury Crown’ ging – wie schon per November prognostiziert – auch in 2015 an BMW. Zusammen mit Mini – die Marke bleibt gemäß US-Definition bei der Luxury Crown außen vor – dominiert die BMW Group den US-Markt und damit auch Nordamerika im Premiumsegment klar. Für das kommende Jahr scheint man mit der Kapazitätserweiterung des Werkes Spartanburg für das boomende US Light-Truck Markt-Segment bestens gerüstet.

Mehr als einen Achtungserfolg konnte BMW i in 2015 für sich verbuchen. Fast 30.000 Fahrzeuge konnten weltweit abgesetzt werden. Über 24.000 davon waren i3-Modelle, was einem Zuwachs von 50 Prozent zum Vorjahr entspricht und Rang 3 unter den meistverkauften Elektroautos einbrachte. Mit der Einführung der angekündigten Reichweiten-Vergrößerung im Jahr 2016 sollte der i3 weiteren Rückenwind erhalten.

Die BMW Group als den weltweit führenden Premiumhersteller 2016 zu tippen – diese Prognose dürfte für den Premiummarkt noch diejenige mit dem höchsten Wahrscheinlichkeitsgrad sein. Für alle deutschen Premiumhersteller stehen aber auf dem volatilen chinesischen Markt mittlere 6-stellige Absatzgrößenordnungen im Feuer. BMW wird zwar einen sicherlich vielbeachteten 100. Geburtstag feiern können – mit Ausnahme der 5er-Einführung spät im Jahr stehen jedoch keine größeren Produktanläufe in den nächsten 12 Monaten an.

Daimler wird sich an seinem Erfolgsjahr 2015 messen lassen müssen – die Hürden, sprich Basiseffekte, sind entsprechend hoch und hinter China stehen, zumindest bei einem Wachstumstreiber des Vorjahres, doch einige Fragezeichen. Prestige und Stückzahlen könnte die Neuauflage der zuletzt doch arg schwächelnden E-Klasse mit sich bringen.

Vor den größten Herausforderungen dürfte im Jahr 2016 Audi stehen. Die Auswirkungen von ‚Diesel-Gate’ werden noch für einige Turbulenzen im Hause sorgen. Die Neuauflage des A4 muss verlorenes Terrain zurückgewinnen – andere in die Jahre gekommene Bestseller wie Q5 oder A6 warten noch auf potentielle Nachfolger. In Ingolstadt ist man jedenfalls mit den Ankündigungen vergleichsweise zurückhaltend und äußert sich eher retrospektiv. Vorstandschef Stadler stellte zum Verkaufsjahr 2015 fest: „Mit 1,8 Millionen Verkäufen liegen wir 300.000 Autos über der Zielmarke von 1,5 Millionen, die wir uns im Rahmen der Strategie 2015 gesetzt haben. 2015 hat gezeigt, dass Audi wetterfest aufgestellt ist und wir ein Jahr vielfältiger Herausforderungen sehr erfolgreich meistern können.“

Im gesamtwirtschaftlichen Interesse ist Audi – wie auch der gesamten deutschen Automobilindustrie – diese Widerstandskraft auch in 2016 sehr zu wünschen.

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