BMW M235i USA Roadtrip Teil Eins: Unterwegs in Seattle

BMW 2er, News | 14.12.2015 von 3
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USA Roadtrip Reportage 2015: Mit dem BMW M235i erkunden wir die Westküste von Seattle bis San Francisco und erleben das 2er Coupé dabei von allen Seiten.

Genau ein Jahr ist es nun her, da waren wir mit dem elektrischen BMW i3 unterwegs auf einem Roadtrip durch sieben Länder Europas. Höchste Zeit also für ein neues Projekt. Und während im letzten Sommer vor allem das Auto mit seiner stets knappen Reichweite für Spannung gesorgt hat, suchen wir das Abenteuer dieses Mal in den endlosen Weiten Amerikas. In neun Tagen wollen wir mit dem BMW M235i Coupé von der Hipster-Metropole Seattle bis in die legendäre Hippie-Hauptstadt San Francisco fahren. Ein Roadtrip auf der Suche nach Freedom, Fast Food und einem Platz für die Nacht. Zwischen dichten Wäldern, verlorenen Seen und den kurvigen Landstraßen der Westküste – eine perfekte Szenerie, um außerdem die letzten Stunden des M235i als Topmodell der Zweier-Reihe gebührend zu feiern, bevor ihm der neue M2 diesen Rang streitig macht.

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Hanna, wo bist du? Ich drehe eine weitere Runde durch den Abholbereich des Flughafens Seattle und manövriere den BMW M235i vorsichtig entlang der wartenden Pick-ups und Maximal-SUVs. Doch meine Roadtrip-Begleiterin scheint zwischen Gate und Kofferband verschollen zu sein. „Anhalten, Einsteigen, Weiterfahren!“. Die automatische Ansage mahnt zur Eile. Mit einem kräftigen Gasstoß befreie ich mich aus dem Chaos der Wartenden und überlasse das alpinweiße Coupé widerwillig dem Parkhaus.

Zwei Telefonate und einen Kaffee später ist meine Begleiterin schließlich samt Koffer und Fototasche wohlbehalten im Auto verstaut, und wir verlassen den Flughafen in Richtung Downtown Seattle. Begeistert erzähle ich auf dem Highway vom 326 PS starken Reihen-Sechser und lobe die smarte Achtgang-Automatik unseres Gefährts, doch auf dem Beifahrersitz macht sich, noch bevor unsere Reise richtig begonnen hat, eine gewisse Skepsis breit. „Der Wagen hat kein Navi, oder?“, fragt Hanna und zeigt auf den kleinen iDrive-Bildschirm, der uns in den nächsten Tagen wohl hauptsächlich über den gewählten Modus des Fahrerlebnis-Schalters und den aktuell gespielten Song informieren wird. Stille. „Das wird ziemlich abenteuerlich, oder?“. Wir einigen uns jedoch schnell darauf, dass Navigieren nach Karte nun echt kein Problem darstellen sollte – und dass wir uns im Notfall einfach per Smartphone ans Ziel lotsen lassen können.

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Alle Zweifel sind ohnehin vergessen, als schließlich hinter einer langgezogenen Highway-Kurve die Skyline von Seattle mit ihren klar gezeichneten Hochhäusern und der berühmten „Space Needle“ auftaucht. Die Strahlen der Septembersonne brechen sich im glatten Wasser der Bucht und tauchen die Stadt in ein goldenes Fotolicht. Tatsächlich werden Seattle bis zu 300 Regentage im Jahr nachgesagt – im Storyville Café am Pike Place Market, unserer ersten Foto-Location, will man davon jedoch nichts wissen. „Das ist hier immer so“, sagt der so junge wie bärtige Bar – Tender mit einem zwinkernden Grinsen, als wir ihn auf das herrliche Sommerwetter ansprechen. Willkommen in Amerika. Willkommen in der Hauptstadt aller Hipster mit ihren legendären Thrift Shops, ihren feinen Kaffee-Röstereien und den rund um den Stadtkern gruppierten Szenevierteln. Besonders am Public Market, wo wir uns zu Fuß auf Erkundungstour begeben, spürt man den Trend zum Individuellen. Kleine Läden mit lokal produzierten, einzigartigen Produkten und Tafeln mit Sprüchen wie: „Wir haben keine Karte, wir kochen was wir wollen“ waren hier schon beliebt, bevor es cool war. Und sie leben alle längst nicht nur vom Tourismus. Auch die erste Starbucks-Filiale versteckt sich – stets erkennbar an der langen Warteschlange – zwischen Käseläden mit beeindruckender Cheddar-Auswahl und Fischgeschäften, die ihren frischen Hummer binnen 48 Stunden ins ganze Land versenden.

Wer gut zu Fuß ist und dem in der Innenstadt recht gut ausgebauten Busnetz vertraut, kann Seattle auch ohne Auto erwandern. Doch Amerika verteidigt tapfer seinen Ruf als Auto-Nation: am komfortabelsten lässt sich die Stadt auf vier Rädern erkunden – im Idealfall mit Allradantrieb. Angesichts der steilen Straßen mit unglaublichen Neigungswinkeln sind auch wir froh, dass sich unser M235i mit xDrive in den überall brüchigen, von Schlaglöchern zerfressenen Asphalt krallt. Wer am Wochenende einen Wanderausflug in die nahen Berge unternehmen will, oder, wie wir, auf der anderen Seite der Bucht im beschaulichen Stadtteil Alki Beach untergebracht ist, kann auf einen eigenen Wagen ohnehin nur schwer verzichten.

Hanna möchte die letzte Nachmittagssonne nutzen, um am Gelände der Weltausstellung ein paar Fotos zu machen. Immerhin hat diese Weltausstellung der Stadt 1962 die futuristische „Space Needle“ und eine nicht minder beeindruckende Monorail-Bahn beschert. Im Komfort-Modus schwimmen wir mit dem aufkommenden Berufsverkehr von Block zu Block. Muscle-Cars mit älteren Herren am Steuer liefern sich stumme Ampel-Duells mit stolzen Prius-Piloten, ganz gemächlich und streng am Tempolimit. Freundlich winkend lässt uns die Fahrerin eines monströs hochgelegten Pick-ups Platz für einen verspäteten Spurwechsel („Hanna, mach doch mal das Handy-Navi an…“). Hochmotorisiert sind hier alle – und dabei meist äußerst entspannt. Nur ganz selten hört man einen mächtigen HEMI-V8 aufheulen oder erschrickt, weil ein Tesla lautlos vorbeischießt. „Auto und Turm müssen auf ein Bild“, die Fotografin hat gesprochen. Mit dem von Frank O. Gehry entworfenen EMP-Museum und seiner purpurnen, geschwungenen Fassade finden wir schließlich den passenden Hintergrund, bevor uns der Jetlag mit bleierner Schwere nach Alki Beach (schön englisch aussprechen – dann passt’s) auf die andere Seite der Bucht treibt.

Hannas Cousin Alec erwartet uns bereits vor seinem Lieblingsmexikaner. Vorsichtig parken wir den M235i, der auf Park-Piepser als Manifest europäischer Besiedelungsdichte gekonnt verzichtet, hinter seinem weißem Toyota Tacoma Pick-up. Bevor morgen unser Roadtrip in Richtung Lost Lake beginnt, wollen wir uns noch ein paar Tipps zu den Verkehrsregeln auf und abseits der Highways holen. „Fahrt bloß nicht über doppelt durchgezogene Linien, haltet euch an die Tempolimits und achtet auf die Highway Patrol“, erklärt Alec und schaut auf unser Coupé. „Die Geschwindigkeit auf den gelben Schildern vor Kurven ist übrigens nur eine Empfehlung. Ihr werdet echt Spaß haben!“.

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Auf Alecs Rat hin fahren wir nach dem Essen noch ein Stück die Alki Avenue herunter und umrunden die Spitze der kleinen Halbinsel. Majestätisch schiebt sich die Skyline am anderen Ufer der Bay ins Blickfeld. Ein hell erleuchtetes Panorama aus Wolkenkratzern, links begrenzt von der filigranen Space Needle, rechts vom Stadion der stadtweit verehrten Seattle Seahawks. Groß, pompös und doch längst nicht so übertrieben wie New York oder Los Angeles. Seattle ist Amerika in einer europaverträglichen Dosis. Schon zur Weltausstellung 1962 haben sie hier nach der Zukunft gesucht – eine Aura, die sich die Stadt bis heute bewahrt hat. Neben Boeing hat übrigens Microsoft seinen Hauptsitz in Seattle und spendiert ein kostenloses Wlan-Netz. Weltbuchhändler Amazon, ebenfalls hier verwurzelt, liefert seine Pakete sogar inzwischen testweise mit einer achtmotorigen Drohne aus (geht sogar mit Bier, sagt Alec). Zu gerne würden wir noch länger bleiben, alles erkunden, mehr Latte Americano trinken, nach Alki Beach ziehen… Stopp. Unwirsch scharrt der BMW mit seinen Rädern, als wir unseren Blick von der blitzenden Silhouette der Stadt abwenden. Wer hier länger bleibt, bleibt für immer. Besser kann ein Roadtrip doch kaum beginnen.

Text: Jonas Eling
Fotos: Hanna Coco

Morgen im zweiten Teil unseres Roadtrips: Bimmer mit Ausblick
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