BMW Retail Online: Verkauf über das Internet nimmt Fahrt auf

News | 1.12.2015 von 5
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Die Revolution des Automobilvertriebs schreitet mit großen Schritten voran: Als erster Autobauer wird BMW die komplette Modellpalette für den Online-Verkauf über das Internet zur Verfügung …

Die Revolution des Automobilvertriebs schreitet mit großen Schritten voran: Als erster Autobauer wird BMW die komplette Modellpalette für den Online-Verkauf über das Internet zur Verfügung stellen. Das BMW Retail Online genannte System geht zunächst in England an den Start, dürfte später aber auch in anderen Märkten Verwendung finden. Nach dem Angebot asugewählter Modelle beim Online-Versandhändler Amazon geht die BMW Group damit den nächsten Schritt zum Autokauf im Internet, der in den nächsten Jahren nach Überzeugung zahlreicher Experten eine immer größere Rolle spielen wird.

BMW Retail Online ermöglicht es, den Autokauf in einem Zeitraum von rund zehn Minuten und natürlich rund um die Uhr abzuwickeln. Während und nach der Auswahl und Konfiguration des gewünschten Fahrzeugs kann der Kunde Beratung via Live-Chat in Anspruch nehmen, neben der Finanzierung des Neuwagens können auch Aspekte wie die Inzahlungnahme des aktuellen Fahrzeugs online vereinbart werden.

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Obwohl der Fahrzeugkauf mit BMW Retail Online komplett von zu Hause aus durchgeführt werden kann, bleibt der Händler Dreh- und Angelpunkt des Vertriebs. Er übernimmt weiterhin den Verkauf am Ende und die Beratung während des Entscheidungsprozesses, natürlich können die Kunden auch Probefahrten mit Hilfe des lokalen Händlers vor Ort durchführen.

In einer ausführlichen Erprobungsphase hat sich BMW Retail Online bei Kunden und Händlern bewährt. 95 Prozent der englischen BMW-Händler haben daraufhin beschlossen, ihren Kunden die Möglichkeit eines Online-Autokaufs anzubieten. Hier geht es direkt zu BMW Retail Online für den britischen Markt.

Dr. Ian Robertson (Vorstandsmitglied der BMW AG für Vertrieb und Marketing BMW und Vertriebskanäle der BMW Group): “Wir sind der erste Automobilhersteller, der online eine digitale Vertriebslösung für die gesamte Produktpalette und den vollständigen Kauf- und Leasingprozess anbietet. Jetzt können Kunden in Großbritannien bequem und komfortabel von zu Hause aus bestellen. Die Einbindung des BMW Product Genius per Live-Chat und die Dialogfunktionen für Verkäufer, mit denen der Kunde in der Lage ist, individuelle Unterstützung in Echtzeit zu erhalten, machen dieses System so einzigartig und setzen neue Maßstäbe in der Automobilindustrie.”

Nigel Hurley (Sytner Group BMW Divisional Managing Director, nahm als Händler an vorhergehenden Tests teil): “Das Projekt bietet ganz neue Möglichkeiten für die Handelsorganisation. BMW Retail Online ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kundenorientierung und macht das Leben für den Kunden leichter. Wir sehen den Onlinevertrieb als immer wichtiger werdenden Kanal für die Zukunft an.”

5 responses to “BMW Retail Online: Verkauf über das Internet nimmt Fahrt auf”

  1. El Barto says:

    Wie meine Ahnen es schon seit Jahrhunderten praktizieren, konfiguriere ich das Auto meiner Wünsche zunächst online. Dann drucke ich meine Konfi auf blattförmigen Zellstoff, gemeinhin Papier genannt, und fahre damit zum Verkäufer meines Vertrauens. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren, deswegen nennt er mich Eric und ich nenne ihn Klaus. Wir gehen meine Konfiguration gemeinsam durch, ich kann dumme Fragen stellen und ggf. Änderungen vornehmen. Eine ausgiebige Probefahrt konnte ich schon beim letzten Servicetermin machen. In der letzten Phase unseres Gesprächs setze ich mein nachdenkliches Gesicht auf und spreche das Thema Nachlass an. Er setzt sein ernstes Gesicht auf und nennt mir eine Zahl. Meist werden wir uns irgendwann einig und ich unterschreibe den Kaufvertrag. Dann schüttle ich noch meine Faust und meckere ich über die unverschämten Überführungskosten.

    Mal ganz im Ernst, wo liegt der Vorteil beim Onlinekauf? Das, was man früher mühsam mit dem Wälzen von Preislisten und Prospekten machen musste, nämlich die Zusammenstellung der Wunschausstattung, ist heute bei fast jedem Hersteller bequem über den Konfigurator möglich. Selbst Finanzierungs- und Leasingraten kann man sich zumindest annähernd ausrechnen lassen. Alles andere (Probefahrten, Durchchecken des Altfahrzeuges, Abholung des Neuwagens usw.) muss doch auch beim Onlinekauf In-Store erfolgen. Der einzige Unterschied scheint zu sein, dass man kaum noch persönlichen Kontakt zum Verkäufer hat und einen Kauf-Button drückt, anstatt die Hände zu schütteln und einen Vertrag zu unterschreiben.

    Aber ein Auto ist doch kein Buch oder ein Fön. Das will man doch gesehen, gefühlt, gefahren haben. Nicht nur, weil es eine der größten Ausgabenpositionen im Leben ist, sondern weil doch gerade der ganze Prozess vor dem eigentlichen Kauf Spaß macht.

    Aber vielleicht steht die neue Kundengeneration auf Sound aus der Retorte und Autokauf bar jeglicher Emotionen…

    • Chris35i says:

      Ich sehe den Vorteil nicht im BMW-Online-Portal, aber bei solchen von Drittanbietern, die mir 15%+ Rabatt ohne Verhandeln geben und bei denen der ganze Prozess locker flockig von zu Hause abläuft. Konfigurieren kann ich selber, Hilfe brauche ich beim Kauf keine (bei Detailfragen steigen die Verkäufer meistens selber aus, da lese ich lieber im Forum) und das nette Getue kann sich der BMW-Händler sparen. Zumal man mit Casual-Outfit teils echt schräg angeschaut wird und nahezu höfflich fragen muss, ob man auch was kaufen darf. Ist bei VW/Audi nicht anders, schlimm diese Überheblichkeit.

      Probefahren geht auf die Schnelle in der BMW Welt oder gegebenfalls bei Sixt/Europcar/etc. Wenn ich mich wirklich für ein Fahrzeug interessiere, dann sind mir die paar Kröten übers Wochenende das Wert. Natürlich geht’s auch beim Händler, auch wenn man dort nicht kauft, das überlebt der im Zweifel schon. Wenn Neuwagen privat, dann nur noch online. Lohnt sich aber meistens eh nicht, daher lieber nen gebrauchten Jahreswagen oder gleich über die Firma.

      • El Barto says:

        Ok, von der Seite aus hatte ich es nicht betrachtet. Autohäuser sind oft wirklich Servicewüsten, die Bandbereite reicht von desinteressiert bis hin zu arrogant. Hier einige O-Ton-Auszüge:

        “Die Probefahrt ist kein Problem…sobald Sie den Kaufvertrag unterschrieben haben.” (BMW)
        “Mit diesem Fahrzeug können wir Ihnen erst eine Probefahrt anbieten, wenn Sie über 25 sind, aber wenn Sie den Wagen kaufen, mache ich Ihnen ein Wochenende mit einem SL klar.” (Mercedes) ca. 10 Jahre her
        “Was wollen Sie?” Begrüßung bei Audi am Empfang, als ein Freund einen Neuwagen abholen wollte.
        “Wenn Sie Nachlässe wollen, gehen Sie zu BMW oder Mercedes, wir haben das nicht nötig.” (Audi) Dazu gibts eine Vorgeschichte, es wurde nicht einfach plump nach Rabatten gefragt.

        oder

        30 Minuten Flanieren durch den Verkaufsraum zwecks Kaufinteresse an einem 1er, gut gekleidet, ca. 6 freie Verkäufer, die sich hinter dem Computer, einer Zeitung oder gar nicht versteckt haben und trotzdem nicht aus ihren Büros kamen. Danach das Gebäude wieder verlassen.

        Es gibt auch durchaus gute bis sehr gute Verkäufer, aber die scheinen handverlesen zu sein, weil es tatsächlich Headhunter gibt, die versuchen, diese Verkäufer ggf. aktiv abzuwerben. “Meinen” Verkäufer habe ich kennengelernt, da war er noch im Teileservice. Später wurde ging er dann in den Verkauf und eins ergab das andere. Würde er die Marke wechseln, würde ich vermutlich sogar mitwechseln…

  2. Wombat says:

    Also ich kann diese Entwicklung nur begrüssen. Allerdings gibt es solche Möglichkeiten über Drittanbieter wie meinau**.de und andere schon länger. Über die habe ich z.B. letztes Jahr in ein paar Minuten meine Neuwagenkonfig aus dem BMW-Konfigurator online eingegeben und mit geschmeidigen 18% Nachlass einen gut ausgestatteten F10-Neuwagen gekauft. Auslieferung in der Welt. Den ausführenden Händler (das Portal ist ja nur Vermittler) habe ich nie gesehen oder betreten. BMW ist halt jetzt der erste Hersteller, der den Online-Vertrieb direkt startet.

    Und genau hier sehe ich das Problem: Ich gehe mal stark davon aus, daß der Online-Verkauf sauber zum Listenpreis erfolgt. Somit ist es dann nicht mehr möglich, so wie heute üblich, 12-18% Nachlass rauszuhandeln. Bei den Preisen ein gutes Sümmchen… 🙂

    Grundsätzlich aber geht das in eine interessante Richtung, besonders, da es leider immer noch – auch unter dem Dach BMW – nicht wenige Händler gibt, die sich sehr “passiv” und hochnäsig Kunden gegenüber verhalten, die zwar bereit sind, mal eben 60-70k Euro auf den Tresen zu legen, aber halt die Frechheit besitzen, einfach so in Jeans und T-Shirt in die heiligen, glänzenden Hallen zu spazieren. So ganz ohne Hemd und Krawatte…
    Da habe ich einige Händler verschiedener Hersteller schon komplett verwirrt gesehen. Ich bin es aber dermassen leid und habe einfach keine Lust mehr, mich in solchen Situationen als Kunde dauernd durch Äusserlichkeiten bewerten zu lassen. Das Internet tut das nicht… 🙂

    • Chris35i says:

      Ich bin da ganz bei dir. Die Händler haben in Sachen Willkommenskultur & Service einen großen Nachholbedarf. Da wird der Autokauf eher zur Anstrengung, keine Emotion oder Freude, höchstens, wenn du unterschreibst, aber dann auch nur gespielt. Dann lieber bequem am PC und ohne viel Gequatsche 15-18 % rausholen.

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