BMW M1: Alpina lag Angebot zur Fortsetzung der Produktion vor

BMW M | 10.11.2015 von 7

Als die Produktion des BMW M1 im Jahr 1981 nach kaum mehr als drei Jahren eingestellt wurde, ahnte vermutlich niemand dass das Erstlingswerk der BMW …

Als die Produktion des BMW M1 im Jahr 1981 nach kaum mehr als drei Jahren eingestellt wurde, ahnte vermutlich niemand dass das Erstlingswerk der BMW Motorsport GmbH auch über 30 Jahre später keinen Nachfolger haben würde. Der bis heute einzige Supersportler der BMW-Historie gehörte zu den schnellsten Autos seiner Zeit und genoss auch dank der Procar-Serie im Rahmenprogramm der Formel 1 ein überragendes Ansehen. Die eigentlich geplanten Motorsport-Erfolge blieben allerdings weitgehend aus, weil Reglement-Änderungen viele geplante Einsätze des M1 vereitelten.

Doch wie Car & Driver nun berichtet, hätte die Geschichte des BMW M1 nicht zwingend im Jahr 1981 enden müssen: Mit Bezug auf Alpina-Gründer Burkhard Bovensiepen berichten die Amerikaner, dass BMW seinerzeit auf Alpina zuging und dem Hersteller exclusiver Automobile aus Buchloe die Fortsetzung der M1-Produktion anbot.

BMW-M1-E26-Supersportler-1978-14

Doch bei Alpina war man sich der Schwächen des BMW M1 als Serienfahrzeug sehr bewusst und stellte fest, das vor einer Fortsetzung der Produktion einige technische Änderungen notwendig wären. Um einen größeren Kundenkreis anzusprechen, sollten Sitzposition und Langstrecken-Komfort durch einen verlängerten Radstand erheblich verbessert werden.

Außerdem hätte Alpina den 277 PS starken Reihensechszylinder des M1 durch ein eigenes Turbo-Triebwerk ersetzt, um dem M1 eine brachialere Motorisierung zu verpassen und das Fahrerlebnis so noch spektakulärer zu gestalten. Der große Kühlluftbedarf der Turbo-Motoren hätte allerdings ein neues Kühlkonzept mit entsprechend geänderter Aerodynamik erfordert, was die Kosten weiter in die Höhe getrieben hätte.

Genau wie beim einige Jahre später aus München eingehenden Angebot zur Produktion des BMW ItalDesign Nazca C2 lehnte Alpina schließlich dankend ab, weil die Kosten in keinem Verhältnis zu den möglichen Einnahmen gestanden hätten.

BMW ItalDesign Nazca C2:

7 responses to “BMW M1: Alpina lag Angebot zur Fortsetzung der Produktion vor”

  1. M54B25 says:

    Sehr interessanter Artikel, Danke Benny!

    Die Änderungen bzgl. Radstand und Sitzpositionen sind noch nachvollziehbar, die Frage nach der Aerodynamik nicht mehr ganz. Rennversionen des M1 hatten bis zu 850PS und auch keine allzu gravierenden Umbauten der Karrosserie zur Folge. Wenn Alpina mit einer Serienleistung von 500PS gerechnet haben sollte, hätte sich das durch entsprechende Lüftungsauslässe im Motorraum und ggfs. aktive Ventilation doch einigermaßen realisieren lassen – zumal das Auto ja mit mehr Radstand auch mehr Platz hätte haben sollen. Andere handwerklich fragwürdige Leistungen würde ich von Alpina auch nicht erwarten, aber einen “gravierenden” Umbau?

    Wie steht Alpina eigentlich zum i8? Da könnte man doch mal Neuzeit-Kompetenz beweisen und einen R4 reinplanzen für ein noch “spektakuläreres” Fahrerlebnis – scheiter aber vermutlich auch wieder an den Umbauten für die Kühlung 🙁

    • Neutrum says:

      i8 fände ich interessant mit V8 und Elektronikzeug raus- ob es überhaupt geht weiss ich nicht. Der Sinn des i8 wäre sicher dann ein anderer…

      • M54B25 says:

        Nachdem ein S85B50 in einen 1er reinpasst (http://www.bimmertoday.de/2015/11/02/bmw-150i-smith-performance-quetscht-v10-in-den-bmw-1er/) oder auch in einen E30 geht vieles. Dürfte aufgrund des Mittel/Heckmotor-Konzepts eher auch ein thermisches Thema sein, gerade bei sportlicher Dauerfahrweise.

        Beim Sinn gab es ja schon heiße Diskussionen ob nun Sportwagen oder Eco-Car. Mit einem “schnödem” V8 wäre dem BMW i8 keine größere Aufmerksamkeit gewiss. Für mich nimmt BMW mit den i Modellen die Standard-Fahrzeuge die uns in 10 Jahren vorgestellt werden voraus. Momentan hat kein Mitbewerber ähnliche Fahrzeugkonzepte die nun schon seit 2 Jahren auf unseren Straßen herumfahren.

    • B3ernd says:

      “doch mal Neuzeit-Kompetenz beweisen ”

      Ich sehe Alpina eher als Chiptuner. Beim E46 hat man noch wirklich was am Motor gemacht, heute wird doch in den meisten Fällen nicht mal mehr die Hardware geändert – Chip rein, fertig. Alpina macht tolle Fahrzeuge – Brabus, MTM oder G-Power spreche ich da allerdings mehr Motorenkompetenz zu, was man auch an diversen klassischen Motorenubauten sieht – bei Alpina kenne ich nichts dergleichen.Vielleicht liege ich da auch mangels Infos falsch…..

  2. quickjohn says:

    Diese Absichten seitens BMW waren mir bislang auch nicht bekannt.

    Nun – für eine Radstand-Verlängerung hätte man in jedem Fall einen neu konzipierten Gitterrohrrahmen gebraucht. Allein der konstruktive Aufwand dafür hätte in der Pre-CAD Zeit enorme Kosten gebracht – von den Fertigungsanlagen ganz zu Schweigen.

    Der, mittels Turbo-Aufladung in der Gruppe5-Version, erzielten Leistung von über 800 PS lag allerdings bereits ein anderes Aerodynamik-Konzept zu Grunde als bei der hier abgebildeten Procar (Gruppe4) Sauger-Version.

    Die ab Ende der 70ziger Jahre verfügbaren 3,5 ltr. 2-Ventiler Turbos von ALPINA leisteten max. 330 PS und waren bezgl. ihrer Dauerhöchstleistung schon in 5er/6er-Umgebung thermisch am Limit (deshalb wohl auch das ‘Dampfrad’). Durchaus wahrscheinlich daß für eine weitere Leistungssteigerung die unveränderte M1-Aerodynamik größte thermische Probleme mit sich gebracht hätte.

    Das Grundproblem damals war wohl, daß das M1-Programm kostenmäßig völlig aus dem Ruder gelaufen war und BMW nichts mehr zuschießen wollte (konnte).

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