DTM: “Timo, schieb ihn raus” als Spielberg-Aufreger Nr. 1

Motorsport | 2.08.2015 von 7

Der Aufreger des DTM-Wochenendes in Spielberg kam per Boxenfunk: “Timo, schieb ihn raus!” sprach Audi Motorsport-Chef Dr. Wolfgang Ullrich ins Mikrofon, nur Sekunden später schob sein …

Der Aufreger des DTM-Wochenendes in Spielberg kam per Boxenfunk: “Timo, schieb ihn raus!” sprach Audi Motorsport-Chef Dr. Wolfgang Ullrich ins Mikrofon, nur Sekunden später schob sein Schützling Timo Scheider zwei Mercedes-Piloten vor ihm auf regennasser Strecke ins Kiesbett. Zwar bemühten sich alle Beteiligten im Anschluss, den Vorfall herunterzuspielen – nicht nur bei Mercedes ist man aber stinksauer über das hochgradig unfaire Vorgehen.

Trotz des Doppel-Ausfalls von zwei Kontrahenten in den Punkterängen gab es für BMW Motorsport am Sonntag in Spielberg nichts zu holen: Antonio Félix da Costa, Marco Wittmann und Martin Tomczyk kamen als beste BMW-Piloten auf den Rängen 11 bis 13 ins Ziel, auch für Timo Glock, Bruno Spengler, Augusto Farfus und Maxime Martin gab es auf den Rängen 15, 16, 19 und 20 keine Punkte. Tom Blomqvist schied nach 28 Runden aus.

Update: Der Deutsche Motorsport-Bund DMSB hat Timo Scheider nach Auswertung aller Daten disqualifiziert und dazu folgende Stellungnahme abgegeben: “Nach Ansicht der Sportkommissare muss aufgrund der Telemetriedaten und der vorliegenden Videoaufnahmen davon ausgegangen werden, dass die Kollision absichtlich herbeigeführt wurde.” Der “Funk-Vorfall” wird vom Berufungsgericht des DMSB untersucht, bis dahin bleibt das Ergebnis des 2. Laufs unter Vorbehalt.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Sport-Chef): “Das war natürlich kein schönes Ende eines sonst tollen Rennens. Was mit Timo gemacht wurde, war nicht die feine Art. Aber es war ganz sicher auch nicht unsere Absicht, dass Robert (Wickens) und Pascal (Wehrlein) im Kiesbett landen. Dass ich in der ersten Emotion am Kommandostand gerufen habe: ‚Timo, schieb ihn raus’, tut mir leid. Ich funke während des Rennens nicht mit den Fahrern und wusste nicht, dass der Funk offen ist. Es war auf gar keinen Fall eine Anweisung an Timo. Ich kann mich bei Mercedes für diesen Spruch nur entschuldigen. Eine solche Äußerung drückt nicht mein Verständnis von Motorsport aus, sondern war allein dem Adrenalin in diesem Moment geschuldet. Ich bin ein Racer und war wütend, wie mit Timo umgegangen wurde. Schade ist, dass durch den Zwischenfall ein Schatten auf der makellosen Leistung von Mattias und der ganzen Audi-Mannschaft liegt. Unser Audi RS 5 DTM war hier sowohl im Trockenen als auch im Regen das stärkste Auto.”

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): „Dies war für uns insgesamt ein sehr schwieriges Wochenende. Schon im Trockenen haben wir es am Samstag nicht geschafft, das Optimum aus unserem Gesamtpaket herauszuholen, und nur Augusto Farfus und Marco Wittmann in die Punkte gebracht. Heute war nach einem schwierigen Qualifying nur über die Strategie noch ein gutes Ergebnis möglich. Dazu hätten wir auch ein Safety Car gebraucht. Das kam nicht. So blieb Platz elf als bestes Ergebnis. Damit können wir natürlich nicht zufrieden sein. Das Wochenende in Spielberg markiert den Schlusspunkt einer ersten Saisonhälfte, die für uns sportlich nicht nach Wunsch verlaufen ist. Der Höhepunkt waren natürlich unsere herausragenden Siege in Zandvoort. In den weiteren Rennen haben wir jedoch gesehen, dass wir im Vergleich zu unserer starken Konkurrenz nicht dort stehen, wo wir stehen möchten. Bisher waren wir in den drei Saisons nach unserem DTM-Comeback konstant erfolgreich und haben sechs von neun möglichen Titeln gewonnen. 2015 ist nun für uns bisher ein schwieriges Jahr. Die vergangenen Rennen haben gezeigt, wie sensibel das Kräfteverhältnis in der DTM ist. Die kleinsten Details können den Ausschlag darüber geben, ob man um den Sieg kämpft oder im Mittelfeld unterwegs ist. Jetzt werden wir hart arbeiten, um uns in der zweiten Hälfte der Saison stärker zu präsentieren. Für die Fans war es ganz sicher eine spannende erste Saisonhälfte mit vielen Highlights und positiven Entwicklungen. Das neue Rennformat mit jeweils einem Lauf am Samstag und Sonntag ist ein voller Erfolg. Das belegen die konstant guten Einschaltquoten im TV genauso wie der hohe Zuspruch der Zuschauer an der Strecke.“

António Félix da Costa (BMW Team Schnitzer, So.: 11. Platz, Sa.: 13. Platz): „Wir haben das Beste aus unserem Speed gemacht. Ich habe mir nur einen kleinen Fehler geleistet, der mich ein paar Sekunden gekostet hat. Aber alles in allem habe ich mich nach vorn gearbeitet. Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen. Die Bedingungen da draußen waren bei dem Wetter ziemlich hart.“

Marco Wittmann (BMW Team RMG, So.: 12. Platz, Sa.: 9. Platz): „Letztlich muss man aus dem heutigen Tag das Positive herausziehen. Unsere Strategie, früh zu stoppen und sich aus unnötigen Zweikämpfen herauszuhalten, ist aufgegangen. Dadurch konnten wir einige Plätze gutmachen. Leider wurden wir nicht mit Punkten belohnt. Aber es ist natürlich schwierig, vom 21. Startplatz in die Top-10 zu fahren. Insgesamt war es ein schwieriges Wochenende für uns. Das ist schade, denn ich mag die Strecke und hatte bisher gute Rennen hier. Jetzt müssen wir die Köpfe zusammenstecken und sehen, was wir für Moskau verbessern.“

Martin Tomczyk (BMW Team Schnitzer, So.: 13. Platz, Sa.: Ausfall): „Die Bedingungen waren heute entscheidend. Unser Auto war bei diesen Bedingungen sehr schwierig zu fahren. Das hat sich vor allem in der Mitte des Rennens gezeigt. Am Anfang und am Schluss ist es recht gut gegangen, aber wir haben mit stumpfen Waffen gekämpft. Es ist natürlich schade, aber wir geben nicht auf. Nun müssen wir analysieren, woran es gelegen hat, die nötigen Schlüsse daraus ziehen und hoffen, dass es beim nächsten Mal besser wird.“

Timo Glock (BMW Team MTEK, So.: 15. Platz, Sa.: 19. Platz): „Im Vergleich zu unserem wirklich schwachen Qualifying war das Rennen deutlich besser. Von der Pace her wären vielleicht sogar Punkte möglich gewesen, allerdings sind mir zwei Fehler unterlaufen. Ich bin ins Kiesbett gerutscht und habe wertvolle Sekunden verloren. Teilweise war die Sicht richtig schlecht. Das war nicht unser Wochenende. Nun heißt es hart arbeiten, damit es in der zweiten Saisonhälfte besser läuft.“

Bruno Spengler (BMW Team MTEK, So.: 16. Platz, Sa.: 15. Platz): „Bei diesen Bedingungen mit dem Regen und der Gischt war es schwierig, etwas zu sehen. Allerdings muss man auch sagen, dass uns grundsätzlich in Spielberg eindeutig der Speed gefehlt hat. Wir waren auf der Strecke unentwegt am Kämpfen. Wir müssen jetzt schauen, was wir aus diesem Wochenende lernen können, damit wir uns für die nächsten Rennen in Moskau verbessern.“

Augusto Farfus (BMW Team RBM, So.: 19. Platz, Sa.: 6. Platz): „Wir hatten unter diesen Bedingungen einfach nicht den Speed, um mit der Spitze mithalten zu können. Viel mehr gibt es zu diesem Rennen eigentlich nicht zu sagen. Insgesamt habe ich mit meinem sechsten Platz am Samstag fast alle Punkte für BMW in Spielberg geholt. Das ist natürlich nicht unser Anspruch.“

Maxime Martin (BMW Team RMG, So.: 20. Platz, Sa.: 14. Platz): „Es war ein sehr schwieriges Rennen heute. Schon allein, auf der Strecke zu bleiben, war alles andere als einfach. Alle BMW Fahrer hatten im Regen zu kämpfen. Bei jedem Bremsmanöver ist das Auto irgendwo ausgebrochen. Es war wirklich unberechenbar. Jetzt kann man nur hoffen, dass wir uns in Moskau wieder stärker präsentieren können.“

Tom Blomqvist (BMW Team RBM, So.: Ausfall, Sa.: 17. Platz): „Das war überhaupt nicht mein Rennen. Die Sicht war richtig schlecht, und ich hatte die gesamte Zeit zu kämpfen. Es fällt mir schwer, eine Erklärung zu finden. Jetzt werden wir uns ganz genau anschauen, woran es gelegen hat. Dieses Wochenende war wirklich zum Vergessen.“

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