Nokia Here: BMW, Audi und Mercedes kaufen Kartendienst

News | 21.07.2015 von 10
BMW-Nokia-Here-Audi-Mercedes-Kartendienst

BMW, Audi und Mercedes übernehmen den Kartendienst Nokia Here und sichern sich mit den Navigations-Daten eine zentrale Grundlage für selbstfahrende Autos

Auf der Suche nach optimalen Karten-Daten für die selbstfahrenden Autos der Zukunft sind die deutschen Premium-Autobauer BMW, Audi und Mercedes in Finnland fündig geworden. Wie das Manager-Magazin berichtet, konnten sich die drei Autobauer im Bieter-Wettstreit um Nokia Here durchsetzen und somit einen der umfangreichsten und exaktesten Satz von Geo-Daten erwerben.

Mit der Übernahme befreien sich die Premium-Anbieter aus einem Abhängigkeitsverhältnis gegenüber anderen Kartenbesitzern wie Google und haben außerdem eine perfekte Grundlage, um in Zukunft noch genauere Kartendaten zu sammeln. Der Kaufpreis für Nokia Here liegt laut Manager-Magazin bei rund 2,5 Milliarden Euro, was den Wert der Daten für die Autobauer eindrucksvoll unterstreicht.

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Marcus Thielking von der Telenav GmbH schätzt die Übernahme wie folgt ein: “Mit der Übernahme sichert sich das deutsche Automobilkonsortium eine Schlüsseltechnologie im Rennen um das Zukunftsthema ‘autonomes Fahren.’ BMW, Daimler und Audi kontrollieren nun eine der vier wichtigsten Karten weltweit – neben Google Maps, TomTom und OpenStreetMap. Allerdings zu einem hohen Preis, denn die Aktualisierung der Kartendaten erfordert große laufende Ausgaben.
Die Autohersteller halten sich mit dem Erwerb von Nokia HERE Google vom Leib. Google hat zwar ebenfalls gute digitale Karten, wird mit seiner Vision vom autonom fahrenden ‘Google-Auto‘ aber als Wettbewerber gesehen. So einem möchte man in Stuttgart, München und Ingolstadt natürlich keinen Zugriff auf systemkritische Komponenten im eigenen Produkt gewähren.
Die deutschen Autohersteller haben ihre ortsgebundenen Dienste seit Jahren beinahe ausschließlich auf Basis von HERE-Karten entwickelt. Einen Verlust dieser Kartenquelle an einen Wettbewerber wollte man unbedingt vermeiden – erst recht, da sich mit dem Fahrtvermittler Uber auch eine direkte Google-Beteiligung im Bieterrennen befand.”

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