Automarkt China 2015: Vom Phänomen zum Sorgenkind?

News | 25.03.2015 von 3

In den letzten Jahren konnten sich Autobauer wie BMW immer auf einen Umstand verlassen: Was auch geschah, auf dem Automarkt China hatte man stattliches Wachstum im …

In den letzten Jahren konnten sich Autobauer wie BMW immer auf einen Umstand verlassen: Was auch geschah, auf dem Automarkt China hatte man stattliches Wachstum im deutlich zweistelligen Prozentbereich so gut wie sicher. Die in den letzten Monaten mehrfach gehörten Warnungen vor einer Normalisierung des Automarkts China scheinen sich nun endgültig zu bewahrheiten, denn die Verkaufszahlen zum Jahresauftakt 2015 liegen nur knapp über dem Vorjahresmonat.

Der Gesamtmarkt wuchs im Januar um 7,56 Prozent, im Februar waren es sogar nur 6,42 Prozent. Sind die Zeiten des rasanten Wachstums nun vorbei?

BMW-Werk-Shenyang-Jubilaeum-2015-China-Produktion-03

Zwar ist der Premium-Markt nicht im gleichen Maß wie der Gesamtmarkt betroffen, doch auch die deutschen Vorzeigemarken müssen sich mit deutlich kleineren Zuwächsen als in den Jahren zuvor anfreunden. Bedingt durch die immer größere Basis ist eine Verlangsamung des prozentualen Wachstums zwar normal, aber auch die Margen pro verkauftem Fahrzeug normalisieren sich in China zusehends – längst greifen auch die Chinesen gerne zu günstigen Varianten von MINI und BMW 1er, luxuriös ausgestattete 7er spielen längst nicht mehr die Rolle wie vor einigen Jahren.

Im Jahr 2014 war China mit einem Absatz-Volumen von 456.732 Fahrzeugen der größte Einzelmarkt der BMW Group, das Vorjahr wurde um 16,6 Prozent übertroffen. Auf den weiteren Rängen der wichtigsten Einzelmärkte folgen die USA (396.961 / +5,4%), Deutschland (272.345 / +5,1%) und Großbritannien (205.071 / +8,4%).

Vergleichsweise verhalten stellt sich der Start ins Autojahr 2015 dar: Im Januar verkaufte die BMW Group 40.081 Fahrzeuge und lag damit 7,9 Prozent über Vorjahr, 31.089 Einheiten im Februar 2015 entsprechen sogar nur einer Steigerung um 2,7 Prozent. Sicher scheint schon jetzt: Auch in den kommenden Monaten ist nicht mit überschwänglichen Erfolgsmeldungen aus China zu rechnen.

Anlässlich der Bilanzpressekonferenz vor wenigen Tagen äußerten sich auch Dr. Norbert Reithofer und Dr. Friedrich Eichiner relativ ausführlich zur Situation in China:

Dr. Norbert Reithofer (Vorsitzender des Vorstands der BMW AG): “China war 2014 unser größter Einzelmarkt. Wir haben jedoch schon immer gesagt: Der chinesische Markt wird sich weiter normalisieren.
Die Regierung selbst spricht von einer neuen Normalität. Wenn die Wirtschaft langsamer wächst, dann wirkt sich das auch auf den Automobilmarkt aus. Wir berücksichtigen dies in unseren strategischen Planungen.
[…] Es existieren viele Ungewissheiten. Wichtige Märkte wie China verlieren an Schwung. Die BRIKT-Märkte entwickeln sich heterogen. Es gibt politische Unsicherheiten und Krisenherde in der Welt. All das wirkt sich auf die Entwicklung der Automobilmärkte aus. Anders gesagt: Volatilität ist die neue Konstante – in der gesamten Geschäftswelt.”

Dr. Friedrich Eichiner (Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen): “Wirtschaftsexperten rechnen in diesem Jahr mit einem moderaten Wachstum der Weltkonjunktur. Die Tendenz des globalen Aufschwungs dürfte weiter anhalten. Dabei ist in der Eurozone eher mit einem leichten Wachstum zu rechnen. Der Aufschwung in den USA sollte sich wie bisher dynamisch fortsetzen. In China ist mit einem Wirtschaftswachstum von rund 7% zu rechnen.
Sollte der Aufschwung verhaltener ausfallen, könnte dies unsere Geschäftsentwicklung beeinflussen.
[…] Stabile Rahmenbedingungen vorausgesetzt erwarten wir bei den Automobilauslieferungen eine solide Zunahme gegenüber dem Vorjahr. In Nordamerika rechnen wir aus heutiger Sicht mit einer positiven Entwicklung im Premiumsegment. Für China sehen wir mittel- und langfristig Wachstumspotenzial. Die Normalisierung des Marktes wird auch in diesem Jahr weitergehen, gefördert von politischer Regulierung und begleitet von erhöhtem Wettbewerbsdruck. Auf den europäischen Märkten dürfte sich der leichte Erholungstrend fortsetzen.”

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