MINI: Verbrauch nicht erreichbar, US-Kunden vor Entschädigung

MINI | 28.10.2014 von 17

Verbrauchs-Ärger für MINI USA – wegen zu optimistischer Verbrauchsangaben muss MINI Angaben korrigieren und getäuschte Kunden finanziell entschädigen

Update: Nach aktuellem Stand wird MINI in den USA keine Entschädigung zahlen. Da es sich bei den falschen Verbrauchsangaben nur um eine Meile pro Gallone Kraftstoff gehandelt hat, scheint eine Ausgleichszahlung nicht notwendig zu sein.

Nach einigen anderen Autobauern muss nun auch die BMW-Tochter MINI die Verbrauchswerte einzelner Modelle in den USA nach oben korrigieren. Betroffen sind insgesamt vier aktuelle Modelle, der amerikanische Normverbrauch muss dabei künftig – umgerechnet – bis zu 0,7 Liter auf 100 Kilometer höher angegeben werden.

Außerdem müssen Kunden, die ihr Fahrzeug mit einem niedrigeren Verbrauchsversprechen gekauft haben, finanziell entschädigt werden – wie hoch diese Entschädigung ist, wollte BMW weder gegenüber dem Wall Street Journal noch gegenüber dem Manager-Magazin verraten. Andere Autobauer wie Hyundai zahlten je nach Fall über 700 US-Dollar, um die getäuschten Kunden zu besänftigen. In Summe ergab sich für die Koreaner ein Schaden von mehreren hundert Millionen Dollar.

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Wie beim europäischen Fahrzyklus mit allen denkbaren Mitteln getrickst wird und warum dieses Vorgehen in den USA nicht funktioniert, erklärt der ausführliche Artikel beim Manager-Magazin sehr anschaulich.

In Deutschland wird der aktuelle MINI Cooper S F56 je nach Getriebe mit einem EU-Verbrauch von 5,4 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer angegeben, in der meist sportlicher gefahrenen Praxis verbrauchen viele Kunden den einen oder anderen Liter mehr.

Zwar wird in der EU derzeit an einem neuen, realitätsnäheren Fahrzyklus gearbeitet, der Widerstand der Autobauer ist allerdings groß. Das ist auch mit Blick auf die immer strenger werdenden CO2-Vorgaben kein Wunder, schließlich würde ein praxisnäherer EU-Zyklus das Erreichen geplanter CO2-Grenzwerte dramatisch teurer machen – in Paris rechnete VW-Chef Winterkorn jüngst vor, dass jedes eingesparte Gramm CO2 fast 100 Millionen Euro Forschung und Entwicklung kostet.

17 responses to “MINI: Verbrauch nicht erreichbar, US-Kunden vor Entschädigung”

  1. iQP says:

    ja wo sonst geht das außer dort …
    Die Verbrauchsangaben ralisitisch zu gestalten halte ich zwar für sinnvoll aber die Vorgaben zur CO2 Rezuzierung werden dadurch immer extremer, da wird nix daran vorbei führen den Hybridantrieb attrakiver zu machen. Damit man sich die großen Spritfresser in der Flotte noch leisten kann, müssen die anderen noch sparsamere Motoren haben
    F30 LCI mit 3-Zylinder … ich frag mich ob man sich damit wirklich sprit spart oder nur Produktionskosten

    • Fagballs says:

      Gegen realistische Verbrauchsangaben hätte sicher niemand was, es kommt ja aber auch wirklich auf die Fahrweise an. Ein 1er Diesel schafft seine 1000km aus einer Tankfüllung relativ problemlos im Eco Pro, wenn man auf der Autobahn Richtgeschwindigkeit mit Tempomat fährt. Wenn man natürlich mit Balkantempomat fährt, bei Gas- und Brems-Pedal nur “An” und “Aus” verwedent, der muss sich nicht wundern, wenn er das doppelte verbraucht (nicht nur Sprit, auch Reifen und Bremsbeläge).

      Schlimmer sind wirklich die CO2 Vorgaben, die komplett an der Realität vorbei gedacht sind. Natürlich lassen sie sich mit einem Hybrid erreichen, für den dann Batterien und deren Rohstoffe durch die ganze Welt geschippert werden. Ob dann über die gesamte Lebenszeit des Autos tatsächlich die CO2 Bilanz besser wird, will ich mal ganz stark bezweifeln, schließlich überlebt keine Batterie so lange wie es ein klassischer Verbrenner tut.

      Auch Downsizing und Zwangsbeatmung sehe ich mit gemischten Gefühlen. Die Motoren halten nicht mehr so lang, es müssen zusätzliche Teile und Elektronik verbaut werden, was alles kaputt gehen kann und ersetzt werden muss, weil Reparatur nicht lohnt. Auch hier stellt sich die Frage, ob es wirklich umweltfreundlicher ist oder das Problem nur verlagert.

      • B3ernd says:

        Problemverlagerung trifft es sehr gut!

      • BMW_550i says:

        Was ist ein Balkantempomat?

        • der_ardt says:

          na komm, nicht persönlich nehmen 😉
          Ich kenne den Ausdruck zwar nicht, aber gemeint ist sicher das Anpassen der Geschwindigkeit vorzüglich durch Vollgas/-bremsung, wie es nunmal auffällig oft Menschen mit osteuropäischem Migrationshintergrund anwenden.

          • BMW_550i says:

            Ahso, nein. Ich stamme zwar vom Balkan, kenne diesen Ausdruck allerdings nicht. Daher wollte ich eine Erklärung, da ich dazulernen wollte 🙂

            Grüße.

        • Fagballs says:

          Ziegelstein aufs Gaspedal
          🙂

          • BMW_550i says:

            Hahahaha 😀 Okay, weiß schon =DD

            Wo man früher aus Deutschland in den Balkan reiste oder die Türkei – war schon ein Muss, der Fuß schläft sonst ein bei 20 Stunden Durchfahren 😀

      • der_ardt says:

        zum letzten Absatz: Ob es umweltfreundlicher ist fragt sich kein Mensch. Es kurbelt -erfolgreich- die Konjunktur an, darum gehts.

        • Fagballs says:

          Es kurbelt auch die Konjunktur an, jedes Jahr ein Handy, jedes zweite Jahr ein neues Notebook, einen Fernseher und ein Tablet, jedes dritte Jahr ein neues Auto zu kaufen. Nur haben wir auch ohne den ganzen Elektroschrott schon ein Müllproblem, weil tendenziell Zeug auf den Berg kommt statt ordentlich recyclet zu werden. Einfach weil in vielen Fällen neu machen auch für den Hersteller billiger ist als Recycling. Da fehlt es dann gerade noch, wenn man Dinge, die sich langlebiger gestalten lassen als Verbrauchsgegenstände, so baut, dass sie eben ein gezieltes Verfallsdatum kurz hinter dem Ende der Garantiezeit haben.

          Zum Glück gibt es mit Project Ara an der Gadget Front gerade Entwicklungen in eine Richtung, die weniger Müll verursacht. Aber sorry, ich hole gerade sehr weit aus…

          • der_ardt says:

            Ara ist echt gut, wenn es davon eine Version ohne zu erwartende Kinderkrankheiten gibt, wird das auch mein nächstes Smartphone, nette Ausschweifung 😉

            Und darauf wollte ich im Grunde hinaus: Die Politik arbeitet nunmal im 4-Jahrestakt und unter Druck der Lobby und da ist es auch nicht verwunderlich, dass Wachstum gefordert wird. Dass Wachstum im Konsum auch Wachstum beim Verschleiß von in absehbarer Zeit wertvoller Ressourcen scheint aber niemanden so recht zu interessieren momentan.

            • Fagballs says:

              Da fällt die Weltwirtschaft dieses Jahrhundert noch mächtig auf die Schnauze, aber Hauptsache nicht während “meiner” Legislaturperiode

  2. Shinguin says:

    Die KFZ Steuer wird nach dem CO² Ausstoß, also letztlich nach dem Verbrauch bemessen. Deshalb kann mein nächstes Auto gerne mit 20% des tatsächlichen Verbrauchs angegeben sein. Ich bin in der Lage mich über den tatsächlichen verbrauch zu informieren und kann so Geld sparen. Manchmal muss man das lächerliche System auch ausnutzen…

    • der_ardt says:

      Es gibt Menschen die den Normverbrauch für bare Münze nehmen und nicht auf die Idee kommen mal im Netz zu forschen (bzw. dabei nichtmal auf Spritmonitor stoßen).

      • cisi says:

        das müssen aber schon sehr naive Leute sein….
        Sorry aber der angegebene verbrauch ist seit eh und je “falsch”.
        Das ist doch schon seit ich lebe so, dass der verbrauch der angegeben wird bestenfalls mit Tempo 80 im höchsten Gang und Tempomat erreichbar ist , auf einer ebenen Straße.
        Das ist doch “nur” ein verbrauch bei optimalen Bedingungen. Das beste was man hinkriegen könnte….

        • der_ardt says:

          Kann ich nur eingeschränkt bestätigen. Seit eh und je ist der Verbrauch falsch, das stimmt, jedoch seit dem es den EU-Zyklus gibt wesentlich extremer als zuvor. 20% ist ja eher normal als die Ausnahme. Bei meinem “normalen” Fahrstil ist der Norm-Verbrauch nicht schaffbar, das stimmt. Über Land ist das jedoch durchaus machbar, wenn man sich ans Tempolimit hält und vorausschauend fährt. Ob man dabei Spaß hat ist eine andere Sache..

  3. Andreas says:

    Gut das der Beschiss mit den Verbrauchsangaben mal auf den Tisch kommt!
    Mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln ist es technisch kein Problem die reellen Durchschnittsverbräuche zu ermitteln und diese anzugeben bzw. in die Berechnung neuer Fahrzeuge einfließen zu lassen.
    Mit der jetztigen Lösung profitiert der, der bei der Verbrauchsermittlung am besten trickst. Das kann nicht im Sinne des Kunden sein.
    Gleiche – faire – Regeln für alle!

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