BMW Design: Karim Habib verspricht mehr Differenzierung

News | 28.10.2014 von 5
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BMW Design soll künftig eine stärkere Differenzierung zwischen den einzelnen Modellen bietet – das kündigt Designchef Karim Habib in der Autocar an

Trotz aller unbestreitbaren Unterschiede hört man immer wieder, dass sich moderne Autos im Vergleich zu früheren Zeiten viel zu ähnlich sehen. Nicht nur die Premium-Marken versuchen, ihre Kunden mit einem unverwechselbaren Markengesicht an sich zu binden und ihre Fahrzeuge über alle Baureihen hinweg klar als Familienmitglied erkennbar zu machen.

Für manchen Betrachter fällt es da schwer, einzelne Baureihen auseinanderzuhalten. Habe ich im Rückspiegel einen 3er oder 5er? Ist das ein A3 oder doch ein A6? Steht dort eine C- oder eine S-Klasse? Diese und ähnliche Fragen haben sich viele Autofahrer schon gestellt – und gefühlt passiert dies heutzutage deutlich häufiger, auch wenn die Unterschiede zwischen einem 5er E34 und einem 7er E32 ihrerzeit ebenfalls nicht riesig waren.

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Gegenüber der britischen Autocar hat BMW-Designchef Karim Habib nun angekündigt, künftig mehr Unterschiede zwischen den einzelnen Baureihen in die Formensprache einfließen zu lassen. Gerade mit Blick auf die ständig steigenden Stückzahlen und das BMW Group-Absatzvolumen von rund zwei Millionen Fahrzeugen jährlich sei eine klare Unterscheidung zwischen den Baureihen notwendig.

Für einen BMW 3er dürfte das künftig einen noch stärkeren Fokus auf Dynamik bedeuten, die 7er-Reihe soll noch mehr Luxus und Prestige ausstrahlen. Der 5er verkörpert wie bisher einen Mittelweg, während andere Fahrzeuge wie i3 oder i8 ihren ganz eigenen Weg gehen dürfen.

Neue Freiheiten erhalten die Designer auch vom technischen Fortschritt, wobei insbesondere die Lichttechnik eine Rolle spielt. Während früher große Bereiche von Front und Heck für Scheinwerfer und Rückleuchten reserviert waren, lässt sich dank LED- und Laser-Technik auch mit kleineren Scheinwerfern arbeiten.

Allerdings: Entsprechende Auswirkungen auf das Design kann die Lichttechnik nur haben, wenn sie serienmäßig zum Einsatz kommt und nicht je nach Ausstattung für völlig verschiedene Frontpartien sorgt. Wahrscheinlich ist beispielsweise, dass der nächste BMW 7er G11 ausschließlich mit Voll-LED und Laser-Licht erhältlich sein wird, den Platz für Xenon- oder Halogen-Scheinwerfer müssen die Designer in diesem Fall also nicht einplanen.

Ähnlich sieht es beim BMW 5er G30 aus, während LED-Scheinwerfer in der 3er-Reihe in den nächsten Jahren noch nicht zum Serien-Umfang gehören dürften. Das komplette Gespräch mit Karim Habib gibt es direkt unter autocar.co.uk. Einen Ausblick auf das Design der Ende 2015 kommenden BMW 7er-Reihe G11 lieferte bereits vor ein paar Monaten die Studie BMW Vision Future Luxury.

5 responses to “BMW Design: Karim Habib verspricht mehr Differenzierung”

  1. Polaron says:

    Richtig so. Bevor es soweit wie bei Audi kommt und es selbst Automobil-Kenner schwer haben, im Straßenverkehr anhand der Fahrzeugfront zwischen Kompaktklasse (A3) und oberer Mittelklasse (A6) zu unterscheiden, sollte man frühzeitig gegensteuern und wieder mehr Wert auf Differenzierung legen. Mehr optische Eigenständigkeit beim Exterieur- und Interieur-Design der Baureihen wird auch durch die weitere Produktauffächerung mit den sog. Nischenmodellen immer wichtiger. Grenzwertig finde ich bei BMW aktuell z. B. die 3er-/4er-Reihe, wo sich die einzelnen Derivate (3er-Limo und -Touring, 3er GT, 4er Coupe, 4er GC) einfach viel zu ähnlich sehen. Andere Heckleuchten und kleinere Unterschiede bei der Karosserie (z. B. Konturierung der Motorhaube, minimal andere Nieren-Proportionen oder etwas geänderte Front- und Heckschürzen sind da m. M. n. zu wenig für eine Premiummarke). Sicherlich haben da die Fahrzeug-Designer keine leichte Aufgabe vor sich, aber die ist im Endeffekt durch eine immer größere Fahrzeugpalette auch hausgemacht.

  2. Fagballs says:

    Meine ganz persönliche Meinung: Bei BMW finde ich die Gesichter noch recht gut zu unterscheiden, außer bei 3er und 4er, sowie X5 und X6, die ja aber auch irgendwie zusammen gehören. Gewisse Dinge gehören einfach in ein BMW Gesicht: Nieren und Doppelscheinwerfer. Dahingehend habe ich mit den beiden i auch schon so mein “Problem”.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, dass so wie “unsereins” die BMWs auseinander halten können, ein Audi-Fan die ganzen Uniframe Gesichter unterscheiden kann, wo ich selbst manchmal nur noch denke: “Joa, isn Audi.” Gerade wenn selbst das Tagfahrlicht nicht an ist, fehlt mir die letzte Unterscheidungsmöglichkeit.

    Es gibt aber auch bei BMW so Punkte, beispielsweise beim 3er Touring und 5er Touring muss ich dreimal hinschauen, oder sie müssen nebeneinander stehen, damit ich sie auseinander halten kann.

  3. stupid_man_suit says:

    V.a. im Interieur sehr wünschenswert, gerade die Gleichheit 1er bis 4er finde ich sehr schade, sind ja doch unterschiedliche Segmente. Oder aber auch die angebliche Höherpositionierung von 2er und 4er im Gegensatz zu deren Basis, die ist im Innenraum nicht erlebbar.

    Bei Mercedes freut es die C-Klasse-Fahrer sicher, dass sie für eine S-Klasse gehalten werden, aus Prestigegründen, die bei den S-Fahrern sicher nicht selten eine größere Rolle spielen ist das jedoch markenpolitisch wirklich zweifelhaft.

  4. GH3 says:

    Neue Autos sollten vor allem optisch schlanker daherkommen. Die meisten aktuellen Autos – nicht nur die von BMW – wirken einfach aufgeblasen und haben zu große Abmessungen.

  5. KaiA says:

    Das ist schon einmal versucht worden. Ab 2001 hat man auf Biegen und Brechen dafür gesorgt, dass die Baureihen sich nicht mehr ähneln. Ist aber voll in die Hose gegangen. Was unter Bangle entstand war schlichtweg grotesk und häßlich wie die Nacht finster.

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