BMW i3 REx Roadtrip Teil Drei: “Kein Problem” in Saverne

BMW i, BMW i3 | 15.09.2014 von 5
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Im dritten Teil unseres 1.600 Kilometer langen Roadtrips mit dem BMW i3 REx fahren wir auf einer Staumauer hin und her, verzweifeln vor dem Centre …

Im dritten Teil unseres 1.600 Kilometer langen Roadtrips mit dem BMW i3 REx fahren wir auf einer Staumauer hin und her, verzweifeln vor dem Centre Pompidou und genießen diese magischen Worte: „Alles kein Problem“.

Etappe 3: Von Lultzhausen nach Saverne

Eigentlich ist es gar nicht so schlecht, dass wir im Zimmer unseres Hostels am Seeufer des Lac de la Haute-Sûr kein Internet haben. Das erspart einem die nervösen Klicks auf die BMW i Remote-App, die anzeigt, ob unser BMW i3 nun grade lädt oder nicht. Schließlich hat uns der Herbergsleiter bereits beim Einchecken darauf aufmerksam gemacht, dass man die Stromleitungen im alten Haupthaus besser nicht unnötigem Stress aussetzt. So aber finden wir uns ohne i Remote recht schnell mit dem gewissen Reichweiten-Risiko ab und werfen erst wieder beim morgendlichen Gang zum Frühstücksraum einen gespannten Blick auf das Auto. Glück gehabt! Der Akku, den wir vorsichtshalber nur mit der geringsten Stromstärke geladen haben, ist zu 80 Prozent voll.

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Lautlos und zufrieden verabschieden wir uns kurz später aus Lultzhausen und überfahren nach nur wenigen Kilometern die spektakuläre Hauptstaumauer des Trinkwassersees – so oft, bis schließlich die optimale Kameraposition auf einem Fels gefunden ist und sowohl i3 als auch Staumauer auf ein Foto passen. Nervös schauen wir nach dem ausgedehnten Foto-Halt auf das Navigationssystem. Der Großteil dieser mit 240 Kilometern längsten Etappe unseres Roadtrips liegt noch vor uns. Die intelligente Reichweitenspinne, die uns den möglichen Bewegungsradius im Elektro-Modus anzeigt, spinnt ihr Netz jedoch längst nicht bis in die schöne Stadt Saverne im Elsass.

In weiser Voraussicht haben wir einen Zwischenhalt in Metz geplant, wo sowohl wir als auch der BMW i3 unsere eigenen Interessen verfolgen können. Heißt: Spannung für das Elektroauto, Entspannung für uns im spektakulären Centre Pompidou, einem Ableger des berühmten gleichnamigen Museums in Paris.

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BMW i3 REx vor dem Trinkwasser-Stausee Lac de la Haute-Sûr

„Wollen wir eigentlich wirklich blind irgendeiner französischen Karte vertrauen, die uns bei der Planung eine Ladesäule in der Nähe des Museums angezeigt hat?“, fragt die Begleiterin irgendwo vor Metz. Wir sind durch unsere bisherigen Lade-Erlebnisse vorsichtig geworden und beschließen einhellig, die letzten 35 Elektro-Kilometer für den Notfall aufzusparen. So können wir, wenn alle Stricke reißen, immer noch bequem mit dem Range-Extender bis nach Saverne fahren.

Eine dreiviertel Stunde später stehen wir auf einer Bushaltstelle vor dem wirklich schicken Museum. Blicke für den Bau mit seiner kuppelartigen Holzkonstruktion haben wir kaum übrig. Die Stricke sind gerissen. Laut Ladesäulensuche auf dem Navigationssystem liegt die nächste Möglichkeit, unserem i3 schnell Strom zuzuführen, irgendwo in Deutschland. Unendlich weit weg. Von hinten kommt ein Hybrid-Bus, der Fahrer hupt und gestikuliert wild. Das Radio spielt Electro-Swing. Sehr witzig.

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Dunkle Wolken ziehen auf: Kein ChargeNow in Frankreich

Wir rufen über BMW Connected Services im Auto die Hotline an, fragen nach der nächsten Lademöglichkeit und bringen unschöne Neuigkeiten in Erfahrung. In Frankreich gibt es kein ChargeNow. Unsere Chipkarte zum Einleiten und Bezahlen des Ladevorgangs wird also nicht funktionieren, bis wir wieder in Deutschland sind. „Die Franzosen haben ein anderes Bezahlsystem“, sagt uns der freundliche Mann am Telefon.

Ganz konventionell und stromlos parken wir kurz später in einer nahen Tiefgarage, setzen uns in den Außenbereich des Museumscafés und diskutieren. Sicher, noch ist grenzübergreifende Elektromobilität kein großes Thema in Europa – die Reichweitenspinne vom Navi lässt grüßen. Aber schon in wenigen Jahren wird sich die Akku-Technik so weit entwickelt haben, dass auch längere Ausflüge und Reisen mit dem Elektroauto Alltag werden. Schnellstmöglich sollten also die nötigen Standards geschaffen werden, damit man das ständig wachsende Netz von Schnellladesäulen auch tatsächlich vollständig nutzen kann!

Für ein paar Stunden vergessen wir anschließend im Innern des Centre Pompidou Reichweitenprobleme und Ladehemmungen, machen uns erst um kurz nach Vier wieder auf den Weg zu unserem Etappenziel. Der Range Extender ist Gold wert. Überanstrengt man den kleinen Zweizylinder-Motorradmotor nicht mit unnötigen Autobahn-Eskapaden und fährt, so wie wir, über Landstraße, schnurrt die superbleifreie Sicherheit im Heck friedlich vor sich hin.

Je näher wir dem Elsass kommen, desto schöner wird die weitläufige Landschaft. In der Abendsonne fotografieren wir den i3 Rex an einem kleinen See. Die herrliche Atmosphäre söhnt uns aus mit den Anstrengungen vom Mittag und wir erreichen schließlich Saverne über ein paar großzügige Serpentinen.

Im weiß-bläulichen Licht der energiesparenden LED-Scheinwerfer taucht unser Hotel auf. Wir melden uns an der Rezeption, fragen nach einer Steckdose – und bekommen diese eine kurze Antwort, die jeden noch so langen Roadtrip-Tag vergessen macht: „Alles kein Problem!“. Nur die Restaurants in der Innenstadt, die haben leider schon geschlossen…

Jonas Eling

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Zum Nachlesen – Die Etappen unseres BMW i3 Roadtrip:

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