BMW X4 F26: Interview mit Produktmanager Richard Jacobi

BMW X4 | 4.08.2014 von 2
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Im Rahmen unserer ersten Ausfahrt mit dem BMW X4 F26 in Bilbao hatten wir auch Gelegenheit, uns ausführlich mit Produktmanager Richard Jacobi zu unterhalten. Das …

Im Rahmen unserer ersten Ausfahrt mit dem BMW X4 F26 in Bilbao hatten wir auch Gelegenheit, uns ausführlich mit Produktmanager Richard Jacobi zu unterhalten. Das kompakte SUV-Coupé auf Basis des X3 verfolgt ein ähnliches Konzept wie der äußerst erfolgreiche X6, unterscheidet sich aber auch in einigen Punkten vom großen Bruder.

In unserem Interview spricht Jacobi über die Nähe zum X6, die Technik des X4, die wichtigsten Motoren und Hauptmärkte sowie mögliche Erweiterungen der Motorenpalette – auch mit Blick auf besonders sportlich positionierte Wettbewerber wie den Porsche Macan.

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Richard Jacobi am BMW X4 mit M Performance-Zubehör

BimmerToday.de: Mit dem BMW X3 kommt eines der weltweit erfolgreichsten Kompakt-SUV aus ihrem Haus, nun erweitern Sie das Angebot im Segment um eine weitere Variante. Was sind die Gründe für das neue Modell?
Richard Jacobi: Dafür haben gleich mehrere Gründe gesprochen: Zum einen gehen wir davon aus, dass dieses Segment weiter wachsen wird, zum anderen gibt es unserer Meinung nach einen Trend zu einzigartigen Fahrzeugkonzepten. Und natürlich spielt auch eine Rolle, dass wir mit dem X6 sehr positive Erfahrungen gemacht haben. Da gab es ja zu Beginn auch den einen oder anderen Skeptiker, aber mittlerweile haben wir über eine Viertelmillion Fahrzeuge verkauft – das unterstreicht, dass der X6 ein sehr begehrtes Fahrzeug und durchaus auch ein Brandshaper im Bereich der X-Fahrzeuge ist. Dieses Erfolgsrezept wollen wir nun mit dem X4 in der Premium-Mittelklasse wiederholen.

BimmerToday.de: Die Nähe dieser Konzepte ist auch rein optisch klar erkennbar, wenn beide Fahrzeuge nicht direkt nebeneinander stehen…
Ja, aber der X6 ist natürlich in allen Dimensionen deutlich größer, präsenter und luxuriöser. Eine gewisse konzeptionelle Ähnlichkeit ist bei zwei viertürigen Sports Activity Coupés natürlich nicht von der Hand zu weisen.

BimmerToday.de: Die Befürchtung, mit dem X4 künftig X6-Kunden abzuwerben, steht nicht im Raum?
Nein, dafür sind die Fahrzeuge aus unserer Sicht zu unterschiedlich.

BimmerToday.de: Während sich das Exterieur deutlich vom X3 abgrenzt, bleibt im Innenraum auf den ersten Blick alles beim Alten. Wieso gibt es kein eigenständigeres Cockpit?
Der X4 unterscheidet sich für den Fahrer durch die tiefere Sitzposition und die zum Serienumfang gehörenden Sport-Features von der Sportautomatik mit Paddles am Lenkrad über die Sportlenkung bis hin zur Performance Control und dem tieferen Schwerpunkt durchaus deutlich vom X3. Optisch findet die Haupt-Differenzierung zum X3 in der Tat im Fond statt: Mit der optischen Zweisitzigkeit und dem dynamisch abfallenden Dach betonen wir den Coupé-Charakter hier besonders deutlich.

BimmerToday.de: Wie ist es um die Kopffreiheit im Fond bestellt?
Die Kopffreiheit ist geringer als beim X3, aus unserer Sicht aber noch immer sehr gut. Wir haben sowohl im Dachbereich als auch beim Sitz dafür gesorgt, dass die Kopffreiheit für dieses Konzept sehr gut ausfällt – ich bin 1,87 Meter und kann hinten bequem sitzen.

BimmerToday.de: Wie unterscheidet sich der X4 technisch vom X3, welche Komponenten versprechen ein höheres Maß an Fahrdynamik?
Sämtliche sportliche Features, die für den X3 optional erhältlich sind, sind beim X4 Serie. Performance Control, Sportlenkung und Sportautomatik harmonieren sehr gut mit dem tieferen Schwerpunkt und der tieferen Sitzposition, auch das Fahrwerk wurde neu abgestimmt. In Summe sorgen diese Maßnahmen dafür, dass der BMW X4 ein deutlich dynamischeres Fahrerlebnis als der X3 bietet.

BimmerToday.de: Ist die Performance Control im X4 mit dem mechanischen System des X6 vergleichbar oder ist sie auf eine Bremsfunktion beschränkt?
Das sind unterschiedliche Systeme, im X4 arbeiten wir mit einem elektrischen System und haben nicht die Option, Kraft ans kurvenäußere Rad zuleiten. Wir können aber das kurveninnere Rad abbremsen und so einen ähnlichen Effekt erzielen.

BimmerToday.de: Auf den ersten Blick ist der Preisunterschied zwischen X3 und X4 relativ hoch, wie rechtfertigt sich diese Differenz von mehreren tausend Euro?
Wenn man in Deutschland guckt, liegt der Preisunterschied bei den Grundpreisen zwischen 3.800 und 4.500 Euro. Wenn wir allerdings die Serienausstattung des X4 in den X3 hineinrechnen, da kommen neben den schon genannten Performance-Optionen beispielsweise auch die automatische Heckklappe, PDC hinten, 18“ Rädern, Xenon-Scheinwerer und die im Verhältnis 40:20:40 klappbare Rückbank hinzu, bleiben als ausstattungsbereinigte Differenz zwischen X3 und X4 weniger als 1.000 Euro. Wir gehen davon aus, dass die Kunden den Preis des X4 als angemessen empfinden werden.

BimmerToday.de: Mit dem X6 hat BMW vor einigen Jahren Neuland betreten, offenbar sehr erfolgreich. Bei den großen SUV-Modellen kommt grob gesagt ein X6 auf zwei X5, rechnen sie mit einem ähnlich hohen Anteil für den X4?
Wir wären nicht überrascht, wenn sich die Verteilung ähnlich gestalten sollte, aber das muss man natürlich abwarten.

BimmerToday.de: Wo sehen Sie die Haupt-Märkte für den X4?
In Summe gehen wir von einer guten Ausbalancierung zwischen Europa, den USA und Asien aus. Größter Einzelmarkt dürfte China vor den USA, Deutschland und Italien sein.

BimmerToday.de: Gibt es da Unterschiede zum X3?
Wenn wir uns X5 und X6 ansehen, stellen wir durchaus lokale Präferenzen für das eine oder andere Konzept fest. Beispielsweise mögen die Amerikaner tendenziell eher die SAV-Modelle, auf anderen Märkten wie beispielsweise Russland werden mehr X6 als X5 verkauft. Da gibt es also durchaus lokale Unterschiede, die bei X4 und X3 zu ähnlichen Verteilungen führen könnten.

BimmerToday.de: Schon zum Marktstart gibt es zwei Modelle mit über 300 PS, aber für welche Motoren erwarten Sie einerseits weltweit und andererseits in Deutschland die größten Marktanteile?
Weltweit wird der BMW X4 xDrive35i mehr Kunden finden als der xDrive35d, schon weil der Benziner in den USA sehr stark ist. In Europa wird der Fokus genau wie bei X3, X5 und X6 auf den Dieselmotoren liegen, wobei der X4 xDrive20d die größte Rolle spielen wird. Wir rechnen aber insgesamt mit einem etwas leistungsstärkeren Motorenmix als beim X3.

BimmerToday.de: Mit dem Porsche Macan gibt es einen Wettbewerber, dessen Motorenpalette schon jetzt bis 400 PS reicht. Ist ein Gegenspieler in Form eines BMW X4 M denkbar?
Der Porsche Macan ist konzeptionell kein direkter Wettbewerber des X4, der X4 ist als SUV-Coupé in dieser Klasse einzigartig. In der Kundenwahrnehmung ist der ebenfalls mit den Schwerpunkten Performance und Sportlichkeit entwickelte Macan sicherlich die wahrscheinlichste Kaufalternative. Über mögliche zukünftige Antriebe werden wir aber erst zu einem späteren Zeitpunkt reden.

BimmerToday.de: Ein BMW X4 M ist also keinesfalls ausgeschlossen?
Langfristig ist nichts ausgeschlossen.

BimmerToday.de: Haben Sie ein persönliches Highlight beim BMW X4?
Was aus meiner Sicht sehr gut gelungen ist und dem Fahrzeug sehr sehr gut steht, ist das M Sportpaket. Beim Exterieur-Design mit den speziellen Schürzen und Felgen betonen wir damit sehr gut die sportliche Positionierung des Fahrzeugs.

BimmerToday.de: Herr Jacobi, wir bedanken uns für das informative Gespräch!

2 responses to “BMW X4 F26: Interview mit Produktmanager Richard Jacobi”

  1. DoNuT says:

    In der Tat: klare Antworten und weniger Marketinggewäsch, als man es von einem Mann in der Position erwarten könnte.

    Ad Preisdifferenz: da mag er vielleicht Recht haben, aber dass ein Basis-X3 kein PDC und auch keine dreigeteilte Rückbank hat, ist schon etwas geizig. Da könnte man von “Minderausstattung” beim X3 sprechen.

    Durch den Wegfall der Basismotoren (18d z.B.) liegen bei den Listenpreisen (in Ö) dzt. 10.000€ zwischen dem kleinstmöglichen X3 und X4.

  2. PHoel says:

    Der X4 ist unnötig, Leute für die so ein Auto interessant ist, kaufen sich einen X6. Mal davon abgesehen das das Konzept eigentlich sinnlos ist, denn ein SUV kann nicht sportlich sein, schon vom Gewicht und der Höhe angefangen. Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele Modelle, niemand braucht eine 1er Limusine, einen X4, einen 2er AT, oder ein 4er/ 6er GC, und auch keinen 3er/ 5er GT. BMW sollte sich lieber mal auf die Hauptmodelle, 1er 2er 3er 4er 5er etc. konzentrieren als dauernd neue Modelle vorzustellen.

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