BMW 2er Active Tourer F45: Fahrwerks-Technik im Detail

BMW 2er Tourer | 23.07.2014 von 8

Trotz Frontantrieb bietet der BMW 2er Active Tourer ein durchaus dynamisches Fahrerlebnis, das neben neuen Kunden auch langjährige BMW-Fahrer für das Konzept begeistern soll. Auch …

Trotz Frontantrieb bietet der BMW 2er Active Tourer ein durchaus dynamisches Fahrerlebnis, das neben neuen Kunden auch langjährige BMW-Fahrer für das Konzept begeistern soll. Auch wenn die Fahrdynamik des Vans naturgemäß nicht mit den heckgetriebenen Kompaktsportlern aus München mithalten kann, setzt sie im direkten Wettbewerbsumfeld neue Maßstäbe.

Dafür gibt es eine Reihe von technischen Ursachen, auf die der Leiter Gesamtfahrwerksabstimmung Klaus Huber im folgenden Interview genauer eingeht:

BMW-2er-Active-Tourer-Klaus-Huber-Leiter-Gesamtfahrwerksabstimmung

Der Name Active Tourer suggeriert BMW-typische Charaktereigenschaften. Wie viel Fahrspaß können die Kunden vom ersten frontgetriebenen BMW erwarten?
Klaus Huber: Genau den Fahrspaß, der die Faszination eines BMW ausmacht. Die BMW-typischen Fahreigenschaften hatten bei der Entwicklung höchste Priorität. Für uns Techniker war es denn auch eine große Herausforderung, beim ersten frontgetriebenen BMW das geräumige und funktionale Konzept mit der Freude am Fahren optimal zu kombinieren.

Wie haben Sie das umgesetzt?
Klaus Huber: Grundsätzlich handelt es sich hier nicht um einen „weichgespülten Van“ sondern um eine charakterstarke Ausprägung eines raumfunktionalen Fahrzeugs. Beispielweise stand bereits in der Grundauslegung ein neutrales Eigenlenkverhalten im Fokus. In Abstimmung mit Motor- und Chassismanagement wurde ein sehr agiles, BMW-typisches Fahrverhalten realisiert. Das Auto macht aufgrund seiner Leichtfüßigkeit unheimlich viel Spaß, ist aber trotzdem sehr komfortabel.

Es steckt sehr viel BMW Knowhow sowohl in der Fahrdynamikregelung als auch in der Hardwareabstimmung. Können Sie dafür ein Beispiel beschreiben?
Klaus Huber: Bei der Fahrwerksauslegung waren die Vorgaben unter anderem eine sehr gute Spurführung und hohe Agilität. Dafür wurde eine neue Eingelenk-Federbein Vorderachse entwickelt, die sich in der Elastokinematik und auch in der Kinematik deutlich von der Konkurrenz unterscheidet. Die Mehrgelenk-Hinterachse ist auf hohe Sturzsteifigkeit ausgelegt, die Elastokinematik auf maximale Querdynamik.

Heißt das, dass auch bei den anderen Komponenten BMW Gene den Charakter prägen?
Klaus Huber: Natürlich. Eine sehr wichtige Rolle spielt die Lenkung. Wir haben ein Single-Pinion Lenkungskonzept mit elektromechanischer Unterstützung. Diese Lenkung zeichnet sich durch eine sehr geringe innere Reibung aus, zudem wurde die frontantriebstypische Störanfälligkeit mittels neuentwickelter Funktionen fast egalisiert. Dadurch erhält der Fahrer des Active Tourer ein sehr feinfühliges Lenkgefühl mit hoher Zielgenauigkeit, Präzision und bestmöglicher Rückmeldung.

Bei einem Active Tourer erwarten die Kunden Fahrdynamik, ohne auf Komfort zu verzichten.
Klaus Huber: Deshalb wurde in die Auswahl der Abstimmkomponenten (Federung, Dämpfung, Stützlager) viel investiert. Es wurden aufwändige Dämpfer mit hochwertigen Ventilsystemen gewählt, natürlich gehören auch Dreifachstützlager dazu, um den bestmöglichen Kompromiss aus Fahrdynamik und Komfort darstellen zu können. Die Herausforderung war, auch in dieser Klasse die Standards in Sachen Fahrdynamik zu setzen. Bei letzten Messungen haben wir Querbeschleunigungen und Durchfahrzeiten bei Spurwechseltests erzielt, die auf dem hohen Niveau von heckgetriebenen Fahrzeugen liegen.

Wie waren die Reaktionen bei den Testfahrten?
Klaus Huber: Durchweg positiv. Der Fahrer hat ja die Wahl zwischen drei Stabilitätsmodi – DSC-Vollmodus, einen traktionsoptimierten Modus DTC mit mehr fahrdynamischem Potenzial und dem DSC off für den konsequent puristischen Fahrstil. Bereits mit dem DTC-Modus kann der Active Tourer auch übersteuernd gefahren werden. Entwicklungspartner sind nach Fahrten auf dem Handlingkurs begeistert ausgestiegen. Und Rundenzeiten auf der Nürburgring Nordschleife deutlich unter neun Minuten mit dem Topmodell 225i sprechen für sich.

(Interview: BMW)

8 responses to “BMW 2er Active Tourer F45: Fahrwerks-Technik im Detail”

  1. Coyote says:

    Warum dann nicht ganz auf Heckantrieb verzichten, wenn doch Frontantrieb nahezu identische Werte liefert? Bald verkaufen die uns noch einen 5er mit Frontantrieb wegen dem tollen Fahrwerk, wenn das so weitergeht. Man sollte nicht seit Monaten versuchen den Frontantrieb schönzureden sondern einfach dazu stehen, dass man ein Rentner- und Familienfahrzeug gebraucht hat, um Umsätze und Marktanteile zu generieren. Das kann jeder nachvollziehen und sich seinen Teil denken. Ich bin sei jeher KEIN Kritiker der aktuellen BMW Modellpolitik, aber dieser Van schlägt selbst mir auf den Magen.

    • MDriver says:

      Genau. So ist es.

    • der_ardt says:

      ach da spricht ja auch nichts gegen, “zudem wurde die frontantriebstypische Störanfälligkeit mittels
      neuentwickelter Funktionen fast egalisiert.”
      Mit etwas weniger Fachausdrücken hätte mich das Interview im Postillon nicht überascht.

  2. der_ardt says:

    Gleich die ersten beiden Sätze blanke Lügen:
    “Genau den Fahrspaß, der die Faszination eines BMW ausmacht. Die
    BMW-typischen Fahreigenschaften hatten bei der Entwicklung höchste
    Priorität”

    Das muss echt bitter sein wenn man als Konstrukteur so ein Fahrzeug als sportlich verkaufen muss.

  3. Lerge says:

    Was werdet Ihr jammern der BMW Mini hat auch Frontantrieb und lässt sich sportlich fahren, da meine Frau den neuen hat. Also was soll dieser Scheiß da dieses Fahrzeug noch nicht mal auf den Markt ist, oder hat in schon einer von Euch gefahren.

    • B3ernd says:

      Du missverstehst wohl die anderen User oder hast keine Erfahrung mit einem RWD Fahrzeug. Fakt ist, ein PS starker FWD Wagen macht einfach keinen SPaß. Mini Cooper S – ich kenne den Wagen und wenn es trocken ist, zieht und zerrt es ohne Ende in der Lenkung – bei regen dreht ein Rad immer durch und das ESP regelt am Maximum.

      Dann reden wir hier von einem V A N !!! Einem richtig sportlichen Van(wer ironie findet darf sie behalten) Wie sportlich soll dieser Van sein – allein FWD und der hohe Schwerpunkt grenzen den Spaß schnell ein.

      Das Interview mit Hr. Huber ist Marketing-Verarsche feinster Güte!

      Sportlichkeit definiert jeder anders – Für den einen ist dieser Van sportlich, für den anderen erst ein M4. Dass der Wagne schnell auf der Geraden ist, ist für mich kein Kriterium der Sportlichkeit

      • Lerge says:

        Ich fahre seit über 25 Jahren RWD Fahrzeuge, also müsste ich genug Erfahrung haben, nur mir macht der Mini meiner Frau auch Spaß. Mir ist schon klar das ein VAN ein anderes Auto ist nur mich nerven halt gewisse Dinge da dieser VAN von BMW noch nicht mal vorgestellt wurde und schon wird der überall Madig gemacht. Siehe auch AMS oder AB.

    • der_ardt says:

      Lies doch einfach das Interview mal durch und mach dir dann bewusst wieviel höher der Schwerpunkt und das Gewicht beim AT gegenüber dem Mini sind und dass der Wagen zu allem Überfluss als 2er angeboten wird. Sofern BMW da nicht was revolutionäres an Reifenmischung und Fahrwerk konstruiert hat, sollten da rudimentäre Physikkenntnisse für eine grobe Einschätzung reichen.

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