Tesla Model III: BMW 3er im Visier von Elon Musk

BMW 3er, BMW i, BMW i3 | 16.07.2014 von 22

Die Karten in der Premium-Mittelklasse werden in den nächsten Jahren offenbar völlig neu gemischt. Konnten BMW 3er, Mercedes C-Klasse und Audi A4 den Markt bisher …

Die Karten in der Premium-Mittelklasse werden in den nächsten Jahren offenbar völlig neu gemischt. Konnten BMW 3er, Mercedes C-Klasse und Audi A4 den Markt bisher weitgehend dominieren, kündigen sich nun immer mehr ambitionierte Wettbewerber an.

Bereits vor ein paar Tagen berichteten wir über den neuen Jaguar XE 2015, für den im Vorfeld der Premiere sogar mit getarnten BMW 3er F30, Mercedes C-Klasse und Audi A4 Limousinen geworben wird. Ein ähnlich harter Gegner könnte ab 2017 aus den USA kommen, denn die Elektroauto-Spezialisten von Tesla zielen mit ihrer nächsten Baureihe voll auf die deutsche Konkurrenz.

Tesla-Model-III-2017-BMW-3er-Gegner-Elektroauto-Mittelklasse-Limousine

Gegenüber Auto Express kündigte Elon Musk das neue Tesla Model III offiziell an und machte dabei keinen Hehl aus den großen Plänen, die seine Firma mit diesem Modell verfolgt. Während der Tesla Roadster und das Tesla Model S noch eine relativ überschaubare Zielgruppe ins Visier nahmen, schrauben die Amerikaner mit dem für 2015 angekündigten SUV Tesla Model X und erst Recht mit dem Model III auch ihre Absatz-Ziele nach oben.

Genau wie die ersten Fahrzeuge soll auch das Tesla Model III 2017 mit einem rein elektrischen Antrieb an den Start gehen. Mit einem angekündigten Preis von circa 35.000 Dollar in den USA befindet sich das Model III auf einem Niveau mit Fahrzeugen wie dem BMW 320i F30, der BMW i3 ist auf dem US-Markt ab 41.350 US-Dollar erhältlich.

Trotz des für ein Elektroauto niedrigen Preises kündigt Tesla-Chef Elon Musk sportliche Fahrleistungen und eine realistische Reichweite von circa 200 Meilen (rund 320 Kilometer) mit einer Batterieladung an.

Abzuwarten bleibt, wie sich das Wettbewerbsumfeld bis 2017 entwickelt hat. Neben diversen Limousinen mit Plug-in Hybrid-Antrieb könnte bis dahin auch ein weiteres Modell von BMW i auf dem Markt sein, vielleicht unter dem Namen BMW i5. Klar ist: Die etablierten Hersteller sind gewarnt und dürften Tesla den Markt für Mittelklasse-Limousinen mit Elektroantrieb kaum so kampflos überlassen, wie sie es im Fall des höher positionierten Model S getan haben.

22 responses to “Tesla Model III: BMW 3er im Visier von Elon Musk”

  1. quickjohn says:

    Bislang ist Tesla für m.E. vor allem ein Innovations-Katalysator für die etablierten Anbieter. Und für diesen Speed muß man Herrn Musk dankbar sein.

    Dennoch braucht es – für die Großserie – noch Vieles zu verbessern. Das Modell S prägt derzeit die Marke – auch wenn es nicht nur sympathische Fehler – zum Verzeihen – hat.

  2. JohnVI says:

    Das könnte eine Zeitenwende werden. Tesla, Jaguar, Maserati und Alfa Romeo – alle drängen immer mehr in das Premiumsegment, das bislang von deutschen Herstellern dominiert wird. Für mich eigentlich verwunderlich, dass es so lange gedauert hat, denn eigentlich boten die Hersteller in der letzten Zeit doch genug Angriffsfläche. Bei Mercedes mangelt es an Qualität und Produktivität, bei Audi an Innovationen bei Design und Technik und BMW entfernt sich zunehmend von seinem sportlichen Markenkern. Hinzu kommt bei allen deutschen Herstellern einen Preispolitik, die sich nur noch durch eine sehr starke Marke umsetzen lässt.

    Ein gutes Image besitzt Tesla gerade in den USA heute schon und hinzu kommt eine gewisse Müdigkeit bei Kunden über die immer gleichen deutschen Autos. Der Wunsch nach mehr Abwechslung ist nicht nur bei mir schon längst vorhanden, es hat nur bislang immer an einem konkurrenzfähigen Produkt gemangelt.
    Wenn Tesla das Model III tatsächlich für um die $35k auf den Markt bringt, dann wird die Luft für BMW enger. Ich glaube zwar nicht, das Tesla in absehbarer Zeit wirklich große Stückzahlen produzieren wird, aber es dürfte reichen, um BMW das Wachstum zu nehmen, denn das ist in absoluten Zahlen gar nicht so hoch und dann wäre die Krise schon da. Wenn Jaguar und Maserati noch hinzukommen, fehlen den deutschen Herstellern schnell einige zehn- bis hunderttausend Fahrzeuge jährlich.

    Ich würde sagen, dass BMW von den deutschen Herstellern noch am besten aufgestellt ist, insbesondere, weil man mit BMW i auf Tesla reagieren kann. Trotzdem ist reagieren schon schlecht… ich denke BMW muss alles tun um hier Marktführer zu werden und der Forerunner für die E-Technik wird. Diese Position muss man Tesla abnehmen. BMW braucht eine elektrische Business Limousine und die Preise für BMW i Modelle müssen konkurrenzfähiger werden.
    Bei den konventionellen Modellen würde ich mir wieder etwas mehr Mut beim Design wünschen, um die aufkommende Langeweile dieses Einheitslooks von 3er/5er/7er zu brechen.

    • der_ardt says:

      Der mittelfristige Erfolg der Konkurrenten wird vermutlich schon am dünnen Händlernetz scheitern. Bis das aufgebaut ist hat BMW genug Zeit zu reagieren.

  3. Der_Namenlose says:

    35 tausend? Wenn Tesla III zu diesem Preis auf den Markt kommt, dann wird er in den USA wie eine Bombe einschlagen und in Norwegen kauft dann auch noch jeder einen Tesla III, sofern Tesla mit der Produktion nachkommen kann. Aber dieser Preis ist eigentlich nicht möglich, obwohl Tesla’s Interieur auf dem Niveau von B-Movie-Ausstattungen liegt. Mal abwarten, was die Kunden dann erwartet und welche Variante tatsächlich die 200 Meilen schafft. Für den i3 wird es aber sehr schwer werden.

    Jaguar hat es einmal probiert und ist gescheitert. Wir hatten ein X-Type in der Firma und ich fuhr auch ab und zu damit herum. Die Automatik war eine Katastrophe und die Bedienung über Touchscreen war noch schlechter. Und die BMWs und Alfas wirkten definitiv hochwertiger als der Jaguar. Es sind über 10 Jahre vergangen und die neuen Modelle scheinen wirklich besser geworden zu sein.
    Als Jaguar-Fan (deswegen auch der X-Type damals) wünsche ich Jaguar mehr als nur einen Achtungserfolg.
    Gleiches wünsche ich auch Alfa. Wir hatten auch zwei Alfas in der Firma und waren äußerst zufrieden. Und das Design von Alfa war über jeden Zweifel erhaben.
    Maseratis Chancen kann man glaube ich nicht richtig einschätzen.
    Insgesamt aber wächst der Markt für sogenannte Premiumautos zurzeit. Es werden eher mehr als weniger BMWs, MBs und Audis verkauft werden, selbst wenn andere dazu kommen.

    • der_ardt says:

      du weißt schon, dass Jaguar inzwischen Tata Motors gehört, oder?

      • Der_Namenlose says:

        Ja, hab ich unten geschrieben:)
        Sieht Du es positiv oder negativ? Meiner Meinung nach geht es Jaguar besser, seit sie bei Tata sind.

        • der_ardt says:

          Sorry, hab den Kommentar unten zu spät gelesen 😉
          Klar geht es der Marke Jaguar dadurch besser weil längerfristige Investitionen getätigt werden können, aber an sich finde ich es immer schade wenn solche Konzerne nicht mehr selbstständig agieren. Vor diesem Hintergrund bin ich auch bereit BMW die ganzen Massenmarkttendenzen zu verzeihen.

          • Der_Namenlose says:

            Das ist aber großzügig von Dir:)
            Sehe ich aber genauso wie Du.

            • der_ardt says:

              ja, ich bin ein großzügiger Mensch. Hab letztens sogar einmal nicht gehupt als ein anderer Verkehrsteilnehmer nicht geblinkt hat beim Einfahren in den Kreisel

  4. quickjohn says:

    Daß von Seiten Jaguar sowie Maserati/Alfa bei konventionellen Automobilen noch wirkliche Konkurrenz droht glaube ich auch auf längere Sicht (wie lange gibt es noch konventionell?) eher nicht.

    Die Gründe sind bei allen Dreien die Gleichen – sie sind mit ihren geringen Stückzahlen meilenweit von jeglicher wettbewerbsvorteilhaften Größenordnung entfernt:
    Jaguar bei ca. 50′ wenn man RangeRover außen vor läßt
    Maserati bei ca. 15′
    Alfa bei 0′ (weil es keines der künftigen Modelle bereits gibt!)
    d.h. für Alle kann der nächste Technologiesprung schon der Letzte sein.

    Tesla macht mit dem Model S derzeit die Pace – ohne wirklich einen technologischen Vorsprung zu haben. Man schraubt halt einen riesigen Akku (88 kwh) ins Auto – 4x mal so groß wie im i3 – zwar aktuell unique, aber ohne wirklichen Wettbewerbsvorteil.

    Der Vorteil von Tesla ist aber aktuell die Geschwindigkeit im time-to-market und die bewusst selektive Marktbearbeitung (Cal, Norwegen). Das treibt die Platzhirsche zu höherem Speed und das ist Gut. Erreicht ist für Tesla allerdings noch Garnichts.

    • Der_Namenlose says:

      Jaguar gehört zu Tata, Maserati und Alfa zu Fiat. Hinter allen steckt also ein großer Konzern.
      Fiat und Chrysler dürften genügend technologisches Know-How und Ressourcen haben, um sowohl reine Elektrofahrzeuge als auch Hybride auf die Beine zu stellen. Aktuell gibt es da z.B. den Fiat 500e. Inwieweit Tata in diese Richtjung experimentiert, weiß ich nicht, aber man kann davon ausgehen, dass auch sie, wie quasi alle Hersteller, mit Elektroautos/Hybriden experimentieren bzw. welche entwickeln. Daher würde ich nicht davon ausgehen, dass schon “der nächste Technologiesprung schon der Letzte sein” wird.
      Tesla sehe ich ebenfalls wie Du. Tesla profitiert zurzeit von einem Hype und bekommt viel “Vorschusslorbeeren”. Die Langzeitqualität und zwar unter weltweitem Einsatz muss sich erst noch beweisen. Sobald Tesla nennenswerte Stückzahlen produziert, wird der Glanz wie bei allen Herstellern, verblassen und man wird kritischer hinschauen.

      • quickjohn says:

        Kurz noch etwas zu Tata:
        Ein regelrechter Gemischtwarenladen (ca. 100 Gesellschaften) zu dem sogar Hotelgruppen, Getränkehersteller und Chemie gehören – in Summe aber immerhin 96,8 Mrd. US-Dollar Umsatz, im Motors-Bereich ca. 37 Mrd. $.

        Der eigene Tata-Autobereich floppte mit dem Kleinwagen Nano (Preis ca. 4.000 $), dazu überwiegend Nutzfahrzeuge der untersten Preisklasse (Lkw Fahrer-Kabinen aus Holz!).
        Zur Zeit Cash-Probleme – ca. 15 Mrd. $ Schulden.

        Und Fiat/Chrysler:
        Low Tec bei den Namensgebern – Geld kommt z.Z. aus den USA – die Ferrari-Gruppe als Perle. Über solide finanzielle Potenz verfügt die Gruppe nicht gerade. Die Alfa-Zukunft existiert derzeit nur auf dem Papier.

        Das soll nicht heißen dass diese Gruppen nicht überleben können – nur langfristige Investitionen in neue Technologien werden nur schwerlich zu finanzieren sein.

        • Der_Namenlose says:

          John, wo wir doch über Fiat und Chrysler gesprochen haben. Hasst Du das schon gelesen? Bald verfügt Fiat wohl über VW-Technik:) (ich glaube es aber nicht):

          http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-piech-will-fiat-chrysler-uebernahme-a-981513.html#js-article-comments-box-Pager

          • quickjohn says:

            Kann man sich in der Tat nur schwerlich vorstellen – das wäre Stoff für eine umfassende Diskussion.

            Jedenfalls zeigen die Verlautbarungen der letzten Tage daß die Probleme in WOB doch um Einiges größer sind als bislang bekannt. Wirklich verwundern darf dies allerdings nicht – es gibt unzählige Beispiele dafür daß Unternehmen nach starken Wachstumsphasen auch Zeit für reorganisatorische Maßnahmen brauchen.

            Eine Liasion mit FCA zum jetzigen Zeitpunkt dürfte kontraproduktiv sein! Oder?

            • Der_Namenlose says:

              Ehrlich gesagt, eine Liaison mit welchem Hersteller auch immer erscheint mir im Falle von VW wie ein Zeichen der Hilflosigkeit. Ich verstehe auch den Sinn dahinter nicht, der größte Autohersteller der Welt sein zu wollen, zumal dies auch nur durch Zukäufe erreicht werden soll. Das was VW werden möchte, schafft Toyota quasi mit der Kernmarke alleine (Lexus etc. spielen zumindest bei den Absatzzahlen keine so große Rolle).

              Die VW- Verantwortlichen sind in meinen Augen eindeutig größenwahnsinnig und versuchen, irgendwelche Komplexe zu kompensieren, obwohl das was VW bereits erreicht hat, mehr als bewundernswert ist.

              • quickjohn says:

                Die FAZ hat diese Gerüchte gestern auch kommentiert und endet mit den Sätzen:

                “Aber im Hintergrund lauert ja Ferdinand Piëch. Und der ist immer für ein Tor gut – und sei es ein Eigentor.”

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