CO2-Ziele 2021 verursachen Kosten in Milliarden-Höhe

News | 10.07.2014 von 21

BMW-Chef Norbert Reithofer hat in einem ausführlichen Interview mit Automotive News Europe zu einer ganzen Reihe von Themen Stellung genommen und liefert uns so einige …

BMW-Chef Norbert Reithofer hat in einem ausführlichen Interview mit Automotive News Europe zu einer ganzen Reihe von Themen Stellung genommen und liefert uns so einige interessante Einblicke.

So beziffert Reithofer auch erstmals die Kosten, die auf einen Autobauer wie die BMW Group durch die immer strengeren Vorgaben hinsichtlich der CO2-Emissionen zukommen: Um das Ziel von 100 Gramm CO2 pro Kilometer als Durchschnittswert für die gesamte Fahrzeugflotte erreichen zu können, reichen Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro demnach nicht aus – es geht um mehr als eine Milliarde Euro, um die verbleibenden 33 Gramm (im Vergleich zum aktuellen Flottenverbrauch) zu realisieren.

BMW-CO2-Ziele-2021-Kosten-durch-Verbrauchsreduzierung

Reithofer bestätigt in diesem Zusammenhang, dass die neuen CO2-Ziele der EU auch Premium-Anbieter verstärkt ins Kleinwagen-Segment drängen, weil die CO2-Vorgaben allein mit großen Fahrzeugen nicht zu schaffen seien. Seiner Meinung nach wird die Situation für die auf Kleinwagen spezialisierten Hersteller aus anderen Ländern Europas durch diese neue Konkurrenz nicht einfacher.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs geht Reithofer auf den Dreikampf um die Premiumspitze ein und erklärt die Schärfe des Wettbewerbs in Deutschland und Europa. Aus Sicht der BMW Group mache es dabei Sinn, auf den Verkauf von ein paar tausend hochrabattierten Einheiten in Europa zu verzichten und diese Fahrzeuge anderenorts zum gewünschten Preis zu verkaufen.

Abschließend bestätigt Reithofer erneut die Nutzung von Carbon in der nächsten 7er-Reihe und kündigt den Einsatz des Leichtbau-Materials indirekt auch für den BMW 5er G30 an. Das komplette Interview gibt es direkt bei Automotive News Europe.

21 responses to “CO2-Ziele 2021 verursachen Kosten in Milliarden-Höhe”

  1. Chris35i says:

    Mehr Hybrid-Fahrzeuge (vgl. 335i Hybrid) produzieren – so wird der Verbrauch auf dem Papier locker auf 100g CO2 pro km gesenkt und in der Masse (100k + Elektromotoren mit 20-35PS) kosten die Dinger kaum was. Dann verbraucht selbst ein 320i oder 328i in der Stadt nach dem ECE-zyklus 5,x-6,x l/100km.

    • quickjohn says:

      Nun – das sind ja hervorragende Ratschläge an die BMW-Führung dank derer sich das Unternehmen sicherlich spielend in eine glänzende Zukunft führen lässt!

      • Chris35i says:

        Stehe auf dem Schlauch – Ironie nehme ich an? Was gibts an Hybrid zu meckern? Aus Marketingsicht macht das Sinn, erbrauch geht auch runter und billiger als Carbon ist es allemal. Besonders in Verbindung mit Turbomotoren gibts hier viel Potential (Torque Filling etc.).

        • quickjohn says:

          Ironie – ja völlig richtig!

          Du kommst so rüber als ob ein (plug-in-)Hybrid die einfachste Lösung (“Verbrauch wird locker gesenkt, 100 kg Mehrgewicht, kostet kaum was, Verbrauchszyklus”) für eine ökologisch, technologisch und ökonomisch schwierige Problemstellung sei.

          Du weißt sicherlich genau, daß keines Deiner Statements – ohne mehr oder weniger große Einschränkungen – zutreffend ist. Ganz so simpel ist Unternehmensführung in der Automobilindustrie zu Beginn des 21. Jhr. halt doch nicht ………

          • Chris35i says:

            100k+ bedeutet die Stückzahl, nicht das Mehrgewicht.

            Erstens, ein Plug-In Hybrid führt zu einem Minderverbrauch (zumindest auf dem Papier) und die 100g CO2 zu erreichen, ist nunmal vorrangig ein Papierziel. Zweitens, es gibt schon den 3er und 5er Active Hybrid und mit der i-Sparte hat BMW in diese Richtung auch schon ein gewisses Know-How aufgebaut – beste Voraussetzungen dieses auch in die Breite umzusetzten.
            Drittens, über hohe Stückzahlen können die Kosten für die Elektromotoren in einem akzeptablen Rahmen gehalten und mittels cleveren Marketings auch die Zahlungsbereitschaft bei den Kunden abgeschöpft werden.

            Auf die kurze und mittlere Frist (5-10 Jahre) damit eine Option, die man durchaus in Erwägung ziehen kann, besonders in Kombination mit Turbomotoren.

            Sicher ist das alles nicht einfach, aber ich schreibe hier nur einen Kommentar und nicht die Lösung für einen Case, den sich einen Unternehmensberatung teuer bezahlen lässt (das hier ist ein BMW-Fan Blog und keine Innovation-Plattform bzw. kostenlose Beratung für den BMW Vorstand).

            • quickjohn says:

              Na dann – zumindestens nach Deinem letzten Absatz – ist ja auch alles klar, auch wenn es im Orginaltext anders rüber kam…..

              Jetzt fehlt es nur noch an der Bereitschaft der Kunden diese Active-Hybrids auch zu kaufen oder besser gesagt zu bezahlen – wie das Interesse an den entsprechenden 3er u. 5er Modellen ja zeigt.

              Apropos Mehrgewicht – offenbar von mir falsch verstanden. Dennoch ein Fakt zumal 100 kg nicht reichen werden!

  2. F11 says:

    133g auf 100g sind fast 25%. Wenn auch nur die Hälfte der Einsparung auf dem Papier in der Realität ankommt ist 1 Milliarde ein Schnäppchen… ca. 150 Millionen pro Jahr bis 2021. Das ist für BMW nicht wirklch viel. Aber die heilige Marge würde natürlich etwas sinken.
    Aber wenn sich unser aller Mutti Angela nach ein wenig Gejammer sofort auf den Weg nach Brüssel macht um Auto-Lobbyistin zu spielen, dann kann man das ja mal probieren. So sehr ich BMW von der technischen Seite mag. Die Einstellung und das Gejammer von Reithofer sind beschämend… das der anderen deutschen Autokonzerne nachtürlich ebenfalls.

  3. digger says:

    er soll nicht heulen, er hat 2,5 mrd. für die i-sparte rausgeballert.

  4. Alme says:

    Wieder zeigt sich die wirtschaftliche Fehlsteuerung.

    BMW verkauft im Jahr 2 Mio Fzg.. Fahren die 15.000km pro Jahr und sparen dann durch das Investment 33g CO2 pro km, so ergibt sich bei den neuen Autos pro Jahr eine Einsparung von rund 1 Mio Tonnen CO2/Jahr.

    Diese würden die “normale” Industrie im Emissionshandel im Moment 5 Mio Euro kosten. Autohersteller müssen sie jedoch mit 150 Mio. Investment “erkaufen”.

    Albern.

    • moehre says:

      Dann wird es Zeit die Preise im Emissionshandel mal ein wenig noch oben zu korrigieren.
      Ist natürlich die Frage ob das ganze dann rekursiv läuft, weil ja z.B. die Zulieferer auch Energie verbrauchen.

  5. quickjohn says:

    Also ich verstehe die Statements von Reithofer nicht als Jammern sondern als konkreten und richtigen Hinweis auf die entstehenden Kosten. Und ich kann mich auch an keine Aussage erinnern daß deswegen die Rendite-Ziele eingedampft würden.

    Einen Hintergrund gibt es allerdings – die Ziele sind für alle Hersteller gleich und deshalb für Klein- und Mittelklasse-Hersteller ala VW, Renault, Peugeot, Fiat, Opel, Ford etc.. ungleich leichter zu erreichen. Will sagen, diese Hersteller werden nicht bis an die Grenze des Machbaren gezwungen!

    Und wenn man sieht wie weichgespült der aktuelle Verbrauchsnorm-Zyklus ist, dann wird hier doch Vieles zu Lasten der Umwelt verschenkt.

    • B3ernd says:

      “Einen Hintergrund gibt es allerdings – die Ziele sind für alle Hersteller gleich und deshalb für Klein- und Mittelklasse-Hersteller ala VW, Renault, Peugeot, Fiat, Opel, Ford etc.. ungleich leichter zu erreichen. Will sagen, diese Hersteller werden nicht bis an die Grenze des Machbaren gezwungen!”

      Absolut korrekt. Genau das ist doch der Sinn des Ganzen! Die Hersteller von PS starken Autos, sollen eben kein Gewinn auf Kosten der Gemeinschaft und der Umwelt machen. BMW wird auch nicht gezwungen das Kerngeschäfft mit 300PS auffärtz zu betreiben(gleiches gilt für Audi, Benz und Co – bevor es wieder einen Aufschrei gibt) So müssen sich Hersteller von V12 Maschinen eben Gedanken machen, wo sie an anderer Stelle einsparen können. Die Gewinne der Konzerne steigen von Jahr zu Jahr, trotz Milliarden Investitionen – oder gerade deswegen.

      Es wäre doch auch ein leichtes für BMW eine Art Ford Ka zu bauen – obwohl, motorentechnisch wird es ja bereits teilweise getan. Aber einen 60PS BMW Kleinwagen wollen sie nicht bauen, ergo, BMW(Audi, Porsche und Co.) müssen eben dafür zahlen – in Form von F&E oder “Strafzahlungen”. Die Kosten werden auf das Produkt umgelegt und der Kunde zahlt. Am Ende freut sich Reithofer und Co. da der Gewinn weiterhn von Jahr zu steigt, trotz Milliarden Investitionen.

      • Kr1s says:

        Ganz so ist es ja zum Glück nicht. Soweit ich informiert bin wird ja das Flotten-Fahrzeuggewicht in die Berechnung des zulässigen Flotten-Verbrauches eingebunden. Somit ergeben sich für unsere “Premium”-Hersteller höhere Grenzwerte.
        Chris

        • quickjohn says:

          Wie so häufig bei bimmer zu beobachten werden Argumente in die Diskussion geworfen die – mit Vorsatz oder auch nicht – falsch interpretiert werden.

          Hier geht es um das Thema der angeblich höheren Grenzwerte für Premium-Hersteller die es in der EU-Verordnung so nicht gibt. Das EU-Ziel für 2020 sind durchschnittlich (!) 95 g/km. In diese Durchschnittsberechnung werden die Fahrzeuggewichte miteinbezogen – grob gerechnet ändern sich je 100 kg Abweichung von Durchschnittsgewicht die Grenzwerte um 5g/km – nicht als Bonus oder Malus sondern als Teil des Berechnungsmodells. Das nur als komprimierte Kurzfassung des Modelles.

          BMW kalkuliert vor diesem Hintergrund also mit für sich zu erreichenden 100 g/km im Jahr 2020. Momentan liegt man bei 133 g/km und damit deutlich unter den Stufenzielen der EU-Verordnung für 2014.

          Der zuvor geschilderte Sachverhalt ändert nun nichts – aber auch gar nichts – an der von mir getroffenen Aussage daß Klein- und Mittelklasse-Hersteller von der EU-Verordnung nicht wirklich gefordert werden. Dabei geht es da – europaweit – wirklich um Maße und es ist ein technologischer Treppenwitz wenn z.B. Fiat in 2020 dann 93 g/km emittieren darf.

          • Pro_Four says:

            …daher kann sich auch ein Ferrari oder andere Sportwagenhersteller einen v12 oder v10 Motoren leisten, weil unter dem Dach von Fiat und co., ganz richtig, meine Rede!!!

  6. B3ernd says:

    AUtos wie der i8(Prius, A8 Hybrid etc) sind nicht umweltfreundlicher als normale Ottomoren ohne E-Antrieb. Abbau, Veredelung und Produktion von Lithium, Kupfer, Alu in großen Mengen machen “Hybride” nur zu Blendern. Die CO² Verpesstung wird einfach umgelagert. Der Auspuff bleibt sauber, die Industriemaschinen qualmen dafür doppelt viel.

    Leider brüsten sich Konzerne damit, wie innovativ sie sind, machen die Augen vor der CO² Umlagerung zu. Wie die Umweltvorschriften in CHina, Chile oder Peru ausschauen, kümmert ihr niemanden!

    Erst kürzlich gab ein Professor zu diesem Thema im Radio ein Interview. SO fährt z.B. ein Prius die ersten 100.000km nur, um das zusätzlich erzeugte CO² bei der Produktion einzusparen. Erst danach spart er CO² ein. Leider hält ein Prius(oder ein Auto) allgemein keine 200.000km im Schnitt. Und die ENtsorgung der Batterien geht los. (ich versuche etwas darüber zu finden – das interessiert vielleicht auch andere)

    In 30 Jahren kommt der nächste Aufschrei….”Die Kupfervorkommen neigen sich dem Ende” und die Odysee beginnt von vorn – nur mit einem anderen Rohstoff

    • simons700 says:

      Und wass können da die Hersteller dafür?

      • Kr1s says:

        Stell dir vor, es würde als eine der Folgen aus dem ganzen CO2-Wahn z.B. keine Umweltzonen geben – die Menschen könnten dann weiterhin ihr altes Auto fahren…
        Das Interesse der Industrie an immer mehr Einschränkungen ist also durchaus vorhanden. Lobbyismus nennt sich das, glaube ich.
        Chris

    • der_ardt says:

      Prius sind sehr zuverlässige Autos, auch wenn sie gerne schlechtgeredet werden. Die Batterien lassen sich zu einem guten Teil recyclen, dennoch natürlich mies für die Umwelt, stimmt.
      Wenn die Politik wirklich Interesse am CO2 Einsparen hätte würde man die Industrie dahingehend stärker beeinflussen, statt medienwirksam zu lächerlich hohen Kosten mit diversen Schlupflöchern im EU-Zyklus im Millionen Tonnen-Maßstab (was bestenfalls den Tropfen auf den heißen Stein darstellt).

      • B3ernd says:

        Absolut, zumal der PKW Anteil in Dtl. ca. 13% am Gesamt CO² Ausastoß ausmacht. Insgesamt also ein winziger Teil. Kraftwerke, Industrie etc. könnten deutlich einfacher und günstiger CO² einsparen

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