Fahrbericht BMW X4 xDrive35i F26: Auf der Flucht vor der Normalität

BMW X4, Fahrberichte | 27.05.2014 von 23

Als der BMW X6 auf den Markt kam, wurde er von vielen Beobachtern belächelt. Wer braucht schon ein SUV mit der Dachlinie eines Coupés? Die …

Als der BMW X6 auf den Markt kam, wurde er von vielen Beobachtern belächelt. Wer braucht schon ein SUV mit der Dachlinie eines Coupés? Die Frage des Brauchens dürfte sich auch heute noch ganz ähnlich beantworten lassen wie seinerzeit von der Konkurrenz und vielen Beobachtern vermutet, allerdings gibt es keine Zweifel am Vorhandensein eines relevanten Marktes für entsprechende Fahrzeuge mehr.

Noch bevor das Mercedes M-Klasse Coupé und die zweite Generation des X6 auf den Markt kommen, geht man in München den nächsten Schritt: Schon im Juli feiert der BMW X4 F26 seinen Marktstart, wir durften das zweite SUV-Coupé von BMW nun in Bilbao zum ersten Fahrbericht besuchen.

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Wie schon zur Weltpremiere auf der New York Auto Show vor wenigen Wochen betont BMW auch nun die sportliche Seite des X4: Mit der auffälligen Lackierung in Melbourne Rot, dem M Sportpaket und dem 306 PS starken Reihensechszylinder unter der Haube tut der BMW X4 xDrive35i auch jenseits seiner schnittigen Dachlinie alles, um sich von einem gewöhnlichen Kompakt-SUV abzugrenzen.

Im Innenraum findet sich diese Abgrenzung allerdings nur bedingt wieder: Zwar sitzt man 20 Millimeter näher am Asphalt, wirklich spürbar ist dieser Höhenunterschied aber nur beim direkten Umsteigen aus einem X3. Die Sitzposition bleibt auch beim X4 SUV-typisch hoch, die Übersicht ist für ein Fahrzeug mit diesen Abmessungen gut und auch beim Schulterblick in Richtung C-Säule fordert der X4 keine größere Umgewöhnung.

Armaturenbrett und Instrumente entsprechen dem Stand des BMW X3 Facelift – sie sind ohne Zweifel spürbar besser als vor dem Facelift, dürften aber bei bisherigen Kritikern keine Begeisterungsstürme auslösen. Erstaunlich großzügig fallen Kopf- und Beinfreiheit im Fond aus, trotz der stark abfallenden Dachlinie ist hier kaum weniger Platz als im X3 vorhanden. Der Kofferraum bietet mit 500 bis 1400 Liter Stauraum jede Menge Platz, die Rückbank lässt sich mit zwei Handgriffen umlegen.

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Erfreulich groß fallen die Unterschiede aus, wenn der BMW X4 xDrive35i mit M Sportpaket einmal in Fahrt ist. Dank der für den X3 optional erhältlichen, beim X4 aber serienmäßig verbauten Fahrdynamik-Helferlein wie der Performance Control mit bedarfsgerechter Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern, sportlicher Fahrwerksabstimmung und variabler Sportlenkung fällt das Fahrverhalten spürbar direkter aus, der X4 lenkt williger ein und wird unter Last regelrecht aus den Kurven herausgedrückt.

Gut erleben lässt sich dabei die Kraft des bestens bekannten Reihensechszylinder-Motors N55, der auch im X4 für Kraft in so gut wie jeder Drehzahlregion steht. Die schon ab 1.200 U/min anliegenden 400 Newtonmeter Drehmoment erleichtern der Achtgang-Sportautomatik den Job, die Schaltwippen am Lenkrad braucht man im Alltag praktisch nie – will man allerdings etwas mehr Spaß haben, laden sie zum manuellen Schalten ein und können so für die von Zeit zu Zeit gewünschte Extra-Portion Grinsen im Gesicht sorgen.

Günstig ist dieser Spaß freilich nicht, denn der von uns gefahrene BMW X4 xDrive35i mit hochwertiger Ausstattung ist von seinem Grundpreis (58.000 Euro) fast so weit entfernt wie von einem gewöhnlichen Kompakt-SUV der Brot-und-Butter-Liga. Schon das M Sportpaket erhöht den Preis um 2.900 Euro, dazu kommen zahlreiche weitere Annehmlichkeiten vom Head-Up Display (1.100 Euro) über Ledersitze (1.210 Euro) und LED-Scheinwerfer (1.900 Euro) bis hin zum Navigationssystem Professional (2.390 Euro).

Zwar hat der BMW X4 keinen direkten Vorgänger, er tritt aber dennoch in große Fußstapfen: Seine Verkaufszahlen dürften stets mit denen des X6 verglichen werden. Ob der X4 ähnlich beeindruckende Zahlen abliefern kann, kann nur die Zeit zeigen: Von 3,2 Millionen X-Modellen, die seit dem Marktstart des ersten X5 im Jahr 1999 verkauft wurden, trugen über 250.000 den Schriftzug des erst seit Anfang 2008 verkauften BMW X6 am Heck. Nun hofft man in München, dass die als SAC (Sports Activity Coupé) vermarktete Rezeptur des viertürigen SUV-Coupé auch eine Liga unterhalb des X6 funktioniert. Nach unseren ersten Fahreindrücken können wir sagen: Die nötigen Zutaten hat der BMW X4 F26 an Bord!

23 responses to “Fahrbericht BMW X4 xDrive35i F26: Auf der Flucht vor der Normalität”

  1. v10 says:

    Unglaublich hässlich meiner Ansicht nach. Viel zu viele und viel zu große Kühleröffnungen, am allerschlimmsten diese runden Frontleuchten. Der Name ist auch furchtbar.

  2. 650xi says:

    Potthäßlich

  3. franz says:

    Tolles Auto – da ist BMW ein weiterer Kracher gelungen – bravo!

  4. Ricksupertrick says:

    Zu den Absatzzahlen: Ich glaube die X Fahrzeuge werden in Deutschland wie Blei in den Regalen liegenbleiben, da die Versicherungsprämien in den letzten 3 Jahren nahezu explodiert sind. Das betrifft vor allem Leasingfahrzeuge mit VK/TK Kombi. Für die VK/TK Rate eines X6 z.B. könnte man fast drei 650i versichern (!!!)

    • jonni says:

      wer “schön” sein will muss leiden…das kümmert aber erst die klientel, die sowas aus 3. hand finanziert und die falschen hühner laufen hat.

      produktionsentscheidung verdanken wir wohl mehr dem us-markt…früher galten deren karren mal als bäh.

    • bmwdriver says:

      Er hat recht 😀
      Bei mir kam für den X6 xdrive 40d jährlich 4644,79€ (!) raus!
      Dafür kann ich meinen 130i 4,3 mal versichern, nicht schlecht oder?

    • MC says:

      Ich gebe zu bedenken, das viele von den Fahrzeugen Firmenwagen sind, welche über Firmenversicherungen pauschal laufen. Ich denke daran im Winter den neuen X6 zu bestellen und zahle dann incl VK und TK mit 300SB ca. 70-80 € im Monat Versicherung pauschal über die Firma unabhängig vom Auto.

      • Ricksupertrick says:

        Bei einem durchschnittlichen Flottentarif von 30% (Mittelständler) kostet der X6 in der Versicherung immer noch 273€ im Monat. So viele Riesenflotten die dann eine so hohe Reduktion der Prämie zulassen gibt es wahrscheinlich nicht viele.

        • jonni says:

          na gott sei dank.
          wenn sich die ride-my-pimp-kästen noch weiter häufen, kauf ich mir aus imagegründen nen dacia.
          euer nutzerprofil tät mich mal interessieren.

        • MC says:

          Da gebe Ich dir recht, ich denke wir habe in D so ca. 1000 Autos Manger & Sales (nur grob geschätzt, kann da auch daneben liegen),

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  8. […] und vor allem auch die neue Linie oberhalb des hinteren Radhauses, die schon beim kleineren BMW X4 F26 die Hinterräder betont und für einen stämmigeren Auftritt sorgt. Offiziell enthüllt wird der […]

  9. […] hat seinen Fahrbericht BMW X4 xDrive35i F26: Auf der Flucht vor der Normalität betitelt und auch Lisa hat ihre Eindrücke der Test Probefahrt mit dem BMW X4 xDrive35i schon […]

  10. […] Die Preise für den BMW X4 xDrive30d F26 beginnen in Deutschland bei 55.100 Euro, die Achtgang-Sportautomatik mit Schaltwippen am Lenkrad kommt serienmäßig zum Einsatz. Durch das M Sportpaket erhöht sich der Preis um 3.500 Euro. Auf den Straßen rund um Bilbao durften wir den BMW X4 xDrive35i mit 306 PS starkem Benziner kennenlernen – zum Fahrbericht hier entlang. […]

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  12. […] BMW X4 xDrive35i (zum Fahrbericht) dürfte allerdings nicht lange der stärkste Benziner für das SUV-Coupé sein – ein M […]

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  14. […] einen BMW X4 F26 (zum Fahrbericht) sein Eigen nennt, schenkt dem Thema Design besonders viel Aufmerksamkeit. Aus der grauen Masse der […]

  15. […] Meinung gefällig? Auch kein Problem! Wie wäre es BMW Blogger Benny? Oder Lisa? Meine Meinung kann ich diesmal nicht einfließen lassen, aber Jan war noch so nett und […]

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