BMW-Großaktionäre spenden an CDU: Wer lenkt die Politiker?

News | 15.10.2013 von 23

Dass deutsche Politiker ein vitales Interesse an einer florierenden deutschen Industrie haben, liegt in der Natur der Sache. Aber wie weit darf der Schutz der …

Dass deutsche Politiker ein vitales Interesse an einer florierenden deutschen Industrie haben, liegt in der Natur der Sache. Aber wie weit darf der Schutz der heimischen Industrie gehen – und wie beeinflussbar sind die deutschen Politiker dabei? Diese Fragen beschäftigen seit wenigen Stunden tausende Deutsche, denn offenbar hat die CDU vor wenigen Tagen drei Geld-Spenden in beträchtlicher Höhe erhalten. Nicht von irgendwem, sondern von Susanne Klatten sowie Stefan und Johanna Quandt – allesamt Großaktionäre der BMW Group, Deutschlands größtem und erfolgreichstem Premium-Autobauer.

Gerade die Premium-Marken sind es, die mit ihrer Modellpalette und vielen leistungsstarken Modellen Probleme mit den kommenden EU-Grenzwerten für den CO2-Ausstoß bekommen werden – und denen von Merkel & Co. nun eine Atempause verschafft wurde, weil die Bundesregierung in Brüssel einen Aufschub der geplanten Grenzwerte erstritten hat.

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Darüber, ob die Spende in einer Gesamt-Höhe von 690.000 Euro wirklich dazu beigetragen hat, dass sich die Bundesregierung nochmals verstärkt für einen Aufschub der CO2-Grenzwerte eingesetzt hat, kann zwar nur spekuliert werden – die Zeitpunkte legen einen Zusammenhang aber zumindest nahe: Eingegangen sind die Spenden an die CDU am 9. Oktober 2013, schon am Wochenende darauf war von einer möglichen deutschen Blockade für die CO2-Ziele der EU die Rede.

Unstrittig ist, dass den deutschen Autobauern und auch BMW ein Aufschub schärferer CO2-Grenzwerte in die Karten spielt. Diskutiert wird auch eine stärkere Anrechnung von Elektroautos durch sogenannte Supercredits, die lokal emissionsfreien Autos wie dem BMW i3 gleich eine mehrfache Anrechnung bei den Flotten-Emissionen erlauben sollen.

Was die Opposition vom Vorgehen der BMW-Großaktionäre und dem anschließenden Handeln der Bundesregierung hält, fasst Jürgen Trittin bei Twitter zusammen:

23 responses to “BMW-Großaktionäre spenden an CDU: Wer lenkt die Politiker?”

  1. MFetischist says:

    Danke Benny. =)

  2. BMW-Fan/a says:

    Da wird man sich im Hause Audi freuen, dass die diese Drecksarbeit nicht leisten mussten. Wenn nicht mehr dahinter steht als wir jetzt villeicht vermuten kann man nur sagen – völlig bescheuert. Da macht BMW total auf Öko (weg vom 6-Zyl.), Elektrokarre usw. und genau die wollen einen CO2 Aufschub. Bei Audi habe ich so etwas noch nicht gehört – die sprechen nur von ihren rs-modellen, dem neuen quattro, dem neuen Lambo usw. Sollen die doch zu sehen wie sie bei diesen CO2-Vorgaben das alles auf die Straße bekommen!

    • v10 says:

      Das ist Herstellerunabhängig, alle dt. Hersteller sind sich einig und sprechen darüber miteinander. Keiner hat ein Interesse an zu harten CO2 Vorgaben. BMW genausowenig wie die anderen. Das beweisst doch nur, das was ich sage: i ist ein Feigenblatt, ein Marketinginstrument. In dem Metier in dem Audi, BMW, Mercedes und vor allem Porsche unterwegs sind, kann Umweltverträglichkeit immer nur die zweite Geige spielen. Geht nicht anders. Ich mache BMW da keinen Vorwurf und den anderen auch nicht. Was mich stört ist, dieser Riesenbohai um i, die, wenn wir die anvisierten Stückzahlen betrachten, praktisch keinerlei Auswirkungen auf die tatsächliche CO2Belastung durch Automobile von BMW haben wird.

    • der_ardt says:

      Ich sehe kein generelles Problem in Grenzwerten zum Verbrauch, nur sollten die Messwerte realistisch ermittelt werden und dementsprechend die Grenzwerte ausgelegt sein. Der derzeitige Zyklus begünstigt nur lange Übersetzungen, drehunwillige Motoren mit früh anliegendem Drehmoment und ggf. Hybridtechnik. Real haben da die wenigsten Kunden einen Nutzen außer in minimalstem Umfang eine Vergleichsmöglichkeit

    • Hans says:

      Ach quatsch.
      Quandt=größten Anteilseigener von BMW, aber können mit ihrem privaten Geld machen was sie wollen.

      Schaut euch mal die Statistiken an. BMW/Quandt gehörten schon immer zu den größten Parteispendern Deutschlands.
      BMW/Daimler spenden sehr viel Geld in Deutschland für die Parteien (dazu gehören auch die Grünen, daher sollte man dort nicht die Klappe ganz so weit aufreissen).

      Ich finde die CO2 Gesetze gut. ich bin bei einem deutschen Zulieferer beschäftigt, welcher ohne die neuen Grenzwerte und die in Technologien zum Einsparen von Sprit keinen Arbeitsplatz in Deutschland mehr hätte. In jedem Billiglohnland kann man ein “low-tec”-Bauteil herstellen.

    • Politiker says:

      Die Sache ist einfach. Audi versteckt seine großen Modelle hinter den kleinen Wagen im VW-Konzern. Sie sind also von dieser Regulierung (in der kurzen Zeit) nicht direkt betroffen. Betroffen ist hauptsächlich Mercedes und BMW.

      Qunadts Spende hat mit Sicherheit nichts zu tun mit Altermeiers Vorstoß in Brüssel. Merkel weilß genau: wenn die Regelung käme, wären 1000de Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet. Produktionen m ü ß t e n ausgelagert werden .Freuen würden sich die Kleinwagenproduzenten in Italien und Frankreich.

      IN Brüssel sind leider viele Traumtänzer unterwegs, die sich gar nicht vorstellen können, was für Konsequenzen ihre Beschlüsse haben. Daher war es richtig von Merkel rechtzeitig gegenzuhalten.

      • v10 says:

        Was die Parteispende angeht, gebe ich dir recht. Mit Bestechung hat das nichts zu tun. Merkel kämpft nicht gegen die Verschärfung der CO2 Werte, weil ihre Partei etwas Geld bekommen hat, sondern weil sie den Verlust an Arbeitsplätzen fürchtet. Für die Umwelt ist das schlecht, für die Deutsche Industrie und ihre Beschäftigten, also für Deutschland gut.
        Ganz so einfach läuft das mit dem Verstecken im VWKonzern aber nicht.

        • Pro_Four says:

          …ich find das immer wieder reizend wie du die Fahne von VW inkl. Audi, Bentley etc. hoch hältst, herrlich!!

    • Seppl says:

      Ja die bößen Audianer, meine Fresse schalte doch einmal dein Hirnkastl ein bevor du hier so einen populistische Schwachsinn schreibst.

  3. SicK says:

    Dann versucht BMW halt die CDU “umzulenken” ….. besser als nochmehr unnötiges Downsizing…

  4. 135iCoupe_N55 says:

    Mir soll jedes Mittel recht sein um diese wahnsinnigen EU-Grenzwerte aufzuweichen! Eine grauenhaft Vorstellung irgendwann mal keinen Reihensechser mehr unter der Haube zu haben…

    PS: Wobei ich zugegebenermaßen für einen V8, V10 oder V12 natürlich eine Ausnahme machen würde ;D

  5. BUB says:

    also meine Antwort auf die traurigste Frage aller Zeiten lautet ganz klar: DAS GELD lenkt die Politiker… es geht ja wohl kaum offensichtlicher aber ganz ehrlich lieber soll mal die Automobilindustrie die Leute schmieren anstatt z.B. die Lebensmittelindustrie *KOTZ* da geht es noch viel schlimmer zu! da verreck ich lieber an den heißgeliebten Abgasen anstatt am Chemie-vollgepumpten-Essen Danke!!!

  6. Pro_Four says:

    …proftieren werden alle 3 davon, obwohl gerade BMW in Sachen Elektro hier mit dem i3 den Anfang macht. Ich glaube das wenn schon BMW dies aufweichen will, Mercedes und Audi noch größere Probleme beim erreichen der Brüssel-Ziele haben wird!!

    Naja, mir solls recht sein, dann werden diese utopischen Ziele halt nach hinten verschoben und ich kann mein seidig-klingelden Reihensexer noch weiter paar Jahre genießen und evt. erlebt dies noch mein Sohn.

    • der_ardt says:

      Wenn es wirklich hart auf hart kommt, wird Audi sich bei VW bedienen und eine Reihe untermotorisierter Fahrzeuge anbieten, um den Flottenverbrauch zu senken. Es sieht aber momentan ja nichteinmal so aus als würde VW die kommenden Grenzwerte einhalten.

      • v10 says:

        VW wird vergleichsweise kleine Schwierigkeiten haben die Grenzwerte einzuhalten. Schwieriger wird es für die Premiumhersteller, allen voran Porsche. Audi kann wenn es knapp wird problemlos den A3 und den A1 als E-Auto anbieten, da die Technik im MQB ja da ist (A1 Polo ist noch nicht MLQuer aber die nächste Generation wird es sein). Sicher werden sie keine untermotorisierten Fahrzeuge anbieten, die Basismotorisierung eines A1 liegt heute bei 86 PS. Die Basismotorisierung eines A4 bei 120PS. Sie werden Feigenblatt_EAutos bringen und die üblichen PluginHybride. Bei BMW und Benz, Porsche läuft es nicht anders, bzw. wird es nicht anders laufen.

        • der_ardt says:

          86 PS in einem Auto wie dem A1 fnde ich z.B. für einen Premiumhersteller wenig (Mini One, ich weiß..). Ansonsten genau das was ich meinte!

      • mb81 says:

        Jep – erstes Beispiel ist dieser völlig untermotorisierte A6 mit 115 Diesel PS (der immernoch mehr CO2 ausstößt, als ein 518d)

  7. dicker says:

    die wähler haben die macht, wer sonst???? mann, seid ihr naiv. alles verschwörungen…^^

    ihr wolltet die mutti, ihr bekommt die mutti. facesitting vom feinsten…BAH!

  8. BMWFan says:

    Mit solchen Geschäften, die wenigstens die Wirtschaft nicht schädigen und Arbeitsplätze gefährden, komme ich tausend mal besser zurecht als sich von Pädophilie unterstützenden Klugscheißern mein Leben bestimmen zu lassen

  9. cisi says:

    zum Glück wird das gestoppt, sonst bekommen wir noch mehr downsizing und komische i Modelle die keiner braucht. (und ich rede nicht von i3)

  10. MarkusS says:

    Eigentlich widerspricht sich das. I- Marke entwickeln und pushen und gleichzeitig um einen CO2 Aufschub bitten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass BMW (genaugenommen haben ja nur Privatleute gespendet und nicht BMW) mit dieser Spende einen Aufschub forcieren wollte. Gerade jetzt, wo man mit E-Mobilität gegenüber der Konkurrenz punkte könnte.

    Jede Parteienspende kann man als Bestechung oder Einflußnahme interpretieren. Es bleibt dann nur ein Ausweg. Parteispenden verbieten.

    Wie dem auch sei. Der Spendenzeitpunkt ist in jedem Falle äußerst ungünstig.

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