BMW i3: Tacho-Video zeigt Slalom, Beschleunigung und Rekuperation

BMW i, BMW i3 | 14.10.2013 von 13
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Nachdem in unserem BMW i3 Fahrbericht Teil 1 die grundlegenden Eigenschaften und Besonderheiten des ersten Elektroautos von BMW im Fokus standen, soll es an dieser …

Nachdem in unserem BMW i3 Fahrbericht Teil 1 die grundlegenden Eigenschaften und Besonderheiten des ersten Elektroautos von BMW im Fokus standen, soll es an dieser Stelle vor allem um die Fahrdynamik des i3 gehen. Im Vorfeld wurde viel darüber geredet, ob sich mit den verhältnismäßig dünnen Reifen überhaupt so etwas wie Fahrspaß erleben lässt und auch wir sind skeptisch an die Sache herangegangen.

Ein Blick auf das Format der Reifen ist in der Tat gewöhnungsbedürftig: Auf unserem Testwagen in Solar Orange arbeiten vorn Bridgestone-Gummis im Format 155 / 70 R19, an der angetriebenen Hinterachse sind kaum breitere Reifen im Format 175 / 60 R19 montiert.

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Entsprechend vorsichtig haben wir die ersten Kurven in Angriff genommen, schließlich war es am ersten Tag unserer Testmöglichkeit auch noch durchgehend nass. Schon nach wenigen Kurven gewinnt man allerdings immer mehr Vertrauen in den BMW i3 und realisiert, dass der tiefe Schwerpunkt, das niedrige Gesamtgewicht, die ausgeglichene Gewichtsverteilung und die von Antriebseinflüssen befreite Lenkung auch in diesem Auto hervorragende Zutaten sind.

Selbst auf nassem Untergrund lenkt der i3 erstaunlich zackig ein und profitiert dabei von den großen Lenkwinkeln, die die schmalen Vorderräder im Radhaus realisieren können. Wer meint, schon bei etwas zügigerer Gangart mit nervigem Untersteuern konfrontiert zu werden, wird genau wie wir schnell vom Gegenteil überzeugt.

Ganz klar: Der BMW i3 ist kein M3 und will es auch nicht sein. Aber was die Ingenieure und Entwickler an Fahrdynamik aus den dünnen Reifen herausgeholt haben, verdient Respekt. Auf dem Gelände der Driving Academy Zandvoort konnten wir uns nicht nur vom extrem kurzen Wendekreis und der damit einhergehenden Handlichkeit in Innenstadt-Szenarien überzeugen, sondern auch einen relativ engen Slalom mit dem i3 absolvieren.

Trotz Nässe zeigt unsere Aufzeichnung mit der BMW M Laptimer App, die direkt per USB mit dem Auto verbunden ist und die von DSC & Co. ermittelten Daten ausliest, eine maximale Querbeschleunigung von 0,79g. Wie unsere Fahrten am folgenden Tag bei Trockenheit – allerdings ohne angeschlossene App – gezeigt haben, dürften die Werte auf trockenem Asphalt zumindest subjektiv nicht dramatisch höher ausfallen.

So oder so befindet sich die Querdynamik aber auf einem Niveau, das die allerwenigsten Kunden des Stadtflitzers tatsächlich ausschöpfen dürften – schließlich geht der i3 nicht mit dem Anspruch an den Start, ein waschechter Sportwagen zu sein. Sein blau umrandetes BMW-Logo darf er unserer Meinung nach mit Stolz tragen, denn verstecken muss er sich keineswegs.

Neben diesen Slalom-Fahrten ist in unserem Tacho-Video zum BMW i3 auch die Beschleunigung und die Bremswirkung der Rekuperation auf dem digitalen Tacho hinter dem Lenkrad zu sehen – wir haben von 0 auf 100 km/h beschleunigt, uns von der Generator-Wirkung des Elektromotors und ohne Einsatz des Bremspedals wieder bis zum Stillstand verzögern lassen und anschließend erneut mit “Vollgas” bis auf Landstraßentempo beschleunigt:

Der 170 PS und 250 Newtonmeter starke Elektromotor zeigt sich in jeder Lebenslage souverän und hat seine Kraft sowohl bei Trockenheit als auch bei Nässe sicher auf die Straße gebracht. Wer es darauf anlegt, kann das Heck zu einem winzigen Ausfallschritt bewegen – da sich DSC allerdings nicht komplett deaktivieren lässt, greifen die Regelsysteme spätestens jetzt wieder ein.

Im Stadtverkehr gehört der BMW i3 dank des permanent anliegenden Drehmoments jederzeit zu den Schnellsten. Da keine Schaltpausen nötig sind und ein Anfahren mit erhöhter Drehzahl nicht möglich ist, fahren selbst Laien bei Bedarf zügig los. Wer da mithalten möchte, muss in einem gut motorisierten Auto sitzen und wirklich Gas geben, ansonsten sieht er vom i3 sprichwörtlich nur die Rücklichter.

13 responses to “BMW i3: Tacho-Video zeigt Slalom, Beschleunigung und Rekuperation”

  1. B3ernd says:

    I like it! Scheint ganz gut nach vorne zu gehen.

    Als das Video startete, dachte ich, dass meine Lautsprecher im “mute” Modus waren….ich muss mich erstmal an dies (fast) geräuschlose Kulisse gewöhnen. 🙂

  2. […] aber für Fragen bezüglich der Stabilität sorgen. Doch Sorgen sind unbegründet, wie Benny von Bimmertoday schreibt: “Schon nach wenigen Kurven gewinnt man […] immer mehr Vertrauen in den BMW i3 und […]

  3. dorijan says:

    konntet bzw könntet ihr mal testen ob man die Steckdose zwingend für den i3 benötigt oder ob es ausreicht wenn man den i3 mit Range Extender kauft und den Wagen nur via Extender und Rekuperation “läd”

    • Benny says:

      Der BMW i3 ist ein Elektroauto.
      Der Range Extender ist eine Art Reservekanister und nicht als Antriebsquelle bzw. als primäre Ladeeinrichtung gedacht.
      Möglich ist die beschriebene Vorgehensweise trotzdem, sie ist aber alles andere als effizient.

  4. […] eingespeist und nicht direkt zum Laden des Fahrzeugs verwendet, in der CO2-Bilanz kann man seinen BMW i3 auf diese Art aber CO2-neutral […]

  5. Erarich says:

    Ich hatte am letzten Freitag die Gelegenheit einen i3 ausgiebig zu fahren. Gut über das Design und die Innenraummaterialien lässt sich sicher diskutieren.
    Aber die Fahreigenschaften haben mich überrascht. Beim Kickdown zieht er richtig ab und wenn man das Pedal loslässt bremst er wieder relativ stark ab. Die Bremse wird wirklich nur in Ausnahmefällen benötigt, was sich auf Dauer sicherlich positiv auf die Wartungskosten auswirkt.
    Positiv ist mir auch noch der kleine Wendkreis aufgefallen und der große Bildschirm, den es momentan in der Einführungsphase kostenlos dazu gibt.

  6. […] Besonders interessant ist, was Jeremy Clarkson zum BMW i3 zu sagen hat – das Elektroauto ist für ihn nicht nur der Sieger in der Kategorie “Elektroautos und Hybride”, es könnte auch der “Game-Changer” sein, der Elektromobilität endlich für ein größeres Publikum attraktiv macht – und zwar genau deshalb, weil es mehr Gründe als nur den elektrischen Antrieb für den Erwerb gibt: Der BMW i3 macht Spaß. […]

  7. […] Wie sich der BMW i3 fahrdynamisch schlägt, klären wir im zweiten Teil unseres Fahrberichts. […]

  8. […] Kernwerte der Marke und vor allem die Freude am Fahren hat man dabei nicht aus den Augen verloren: Der BMW i3 fährt sich so, wie ein echter BMW fahren […]

  9. […] und vielen anderen Daten wird die BMW M Laptimer App genutzt, die wir unter anderem bei unserer Testfahrt mit dem BMW i3 zum Auslesen der Querbeschleunigung genutzt […]

  10. […] mit einem Desaster für den BMW i3 gerechnet hat, dürfte ähnlich überrascht sein wie wir nach unserer Slalom-Fahrt bei Nässe: Mit einer Ausweich-Geschwindigkeit von 73 km/h gehört der BMW i3 nicht etwa zum Mittelfeld, […]

  11. […] Benny Hiltscher – BimmerToday […]

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