Wenn in den letzten Monaten bei einem Autobauer aus dem Premium-Segment von Wachstum die Rede war, ging es äußerst selten um Europa. Fast alle Anbieter haben speziell in Süd- und Westeuropa seit langem mit rückläufigen Verkaufszahlen zu kämpfen und sehen sich einem massiven Preisdruck ausgesetzt, weil viele Kunden nicht ohne hohe Rabatte zum Kauf bereit sind.

Im Gespräch mit der Börsen-Zeitung sagte BMW-Chef Norbert Reithofer: “Wir versuchen, Preisnachlässe so weit wie möglich zu vermeiden und zugleich unsere Marktanteile zu halten.” Letzteres ist besonders wichtig, weil es extrem teuer sei, verlorene Marktanteile später zurückzugewinnen. Daher könne sich auch die BMW Group dem Preiskampf in Europa nicht völlig entziehen.

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Mit einer Entspannung der Situation und einem Aufwind für die Automärkte Westeuropas rechnet man in München nicht vor Mitte 2014. Betrachtet man die weltweiten Verkaufszahlen der BMW Group sind die Rückgänge des Europa-Anteils in den letzten fünf Jahren unübersehbar. Während China und die USA weiterhin wachsen, befinden sich die Märkte der Euro-Zone im Rückwärtsgang: Vor der Finanz-Krise stand Europa für 60 Prozent des BMW-Absatzes, im ersten Halbjahr des laufenden Jahres wurden nur noch 46 Prozent aller BMW, MINI und Rolls-Royce auf dem Heimatkontinent verkauft.

Große Einbrüche gab es vor allem in Italien, Spanien und Frankreich, aber auch der deutsche Markt entwickelt sich seit Jahren rückläufig. Immerhin konnte BMW in Deutschland, genau wie die Premium-Wettbewerber Audi und Mercedes, im ersten Halbjahr 2013 den Marktanteil trotz eigenem Absatz-Minus ausbauen, weil der Gesamtmarkt noch stärker schrumpfte als die eigenen Verkaufszahlen.

Betrachtet man das Gesamtbild der letzten Jahre, ist unübersehbar: Die Europa-Verkaufszahlen der BMW Group haben sich vom Tief im Jahr 2009 erholt und befinden sich inzwischen wieder auf dem Niveau von 2008. Im gleichen Zeitraum wurden die Verkäufe in Asien allerdings um 328.000 Einheiten und in Amerika um 70.000 Einheiten gesteigert.

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