Am Anfang des aktuellen Jahrtausends schien die Reihenfolge unter den deutschen Autobauern mehr oder weniger in Stein gemeißelt: Bei den Premium-Marken stand Mercedes-Benz an der Spitze, BMW folgte mit etwas Abstand und um Audi musste man sich in Stuttgart noch keine Sorgen machen. Mittlerweile hat die Ingolstädter VW-Tochter den ehemaligen Primus hinter sich gelassen, BMW hat die Schwaben schon vor einigen Jahren vom Thron der Premium-Anbieter verdrängt.

Im Gespräch mit der Börsen-Zeitung sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche nun erneut, bis zum Jahr 2020 wieder an der Spitze der Premium-Hersteller stehen zu wollen. Hierfür sollen der Rückstand in China verkürzt und die Produktpalette ausgebaut werden.

Der Mercedes-Manager gibt dabei unumwunden zu, mit den Zahlen auf dem Wachstumsmarkt China unzufrieden zu sein – kein Wunder angesichts der Tatsache, dass die Stuttgarter 2012 teilweise unter den Werten des Vorjahres blieben, während die bayerischen Wettbewerber zeitweise um mehr als 60 Prozent zulegen konnten. Eine neue Vertriebsstruktur soll Mercedes nun auch in China auf Kurs bringen.

Weiteren Rückstand hat Zetsche bei der Produktpalette ausgemacht, weshalb die Schwaben vor allem in der Kompaktklasse angreifen wollen. Neue Modelle wie die seit 2012 erhältliche A-Klasse, das kleine viertürige Coupé Mercedes CLA, dessen praktischer Ableger CLA Shooting Brake und ein SUV auf A-Klasse-Basis (GLA) sollen die Verkaufszahlen kräftig ankurbeln und Mercedes wieder zur größten Premiummarke der Automobilbranche machen.

Geht es nach Dieter Zetsche, muss der geplante Überholvorgang übrigens keineswegs bis zum Ende der laufenden Dekade dauern: Gerne würde er Mercedes noch unter seiner Führung an die Spitze bringen. Derzeit läuft sein Vertrag bis Ende 2013, eine Verlängerung um weitere drei Jahre gilt als relativ sicher.

(Bild: Mercedes)

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  • quickjohn

    Knapp 400′ Fahrzeuge wird der Rückstand von Daimler per Jahresende 2012 auf BMW betragen – eine Menge Blech.

    Daimlers Wachstumspotentiale – weniger die Ertragspotentiale – liegen mit Sicherheit im Segment der neuen A-Klasse nebst Derivaten. Ob diese jedoch zum Schliessen des Gap’s ausreichen?

    Auch in China ist der Rückstand aufgrund der schlechten Aufstellung des Vertriebs gross – die A-Klasse wird dort eher weniger helfen, denn die Chinesen stehen auf big, was für USA unisono gilt.

    Es gilt also abzuwarten ob sich die hohen Absatzerwartungen des A-Segmentes – seit Monaten durch lautstarkes Verkünden des Bestellungseinganges weiter angeheizt – erfüllen lassen. Die Schwäche des Europa-Marktes und die starken Wettbewerber-Modelle lassen einen schweren Weg erahnen …..

    • Pro_Four

      …zumal die A-Klasse bei weitem noch nicht die Verkaufszahlen des 1ers erreicht! Ich denke auch das China hier zwischen Audi und BMW ausgetragen wird. In den USA ist es wiederum Mercedes und BMW. Wie man sieht ist in den großen Märkten immer BMW beteiligt und kann “noch immer” sein Händlernetz ausbauen. Ich gibt noch genügend Länder wie Indien die stark im Aufschwung sind und wo viel Potentiale stecken.

    • r8v8

      sehe ich auch so. noch eine anmerkung zu den großen drei: audi hat in den usa die schwierigkeit, dass es schwer ist dort ein image hochzuziehen auf basis einer marke die bekannt ist, jedoch früher nicht mit premium assoziert wurde. es ist ein langsamer prozess der nun schon seit ende der 70er Jahre anhält. in absehbarer zeit wird audi deshalb dort nicht zu bmw aufschliessen können. lexus hat hingegen in europa und china und im nahen osten das problem, dass marken ohne tradition (anders als in den usa) einen schweren stand haben, auch hier sind die möglichkeiten also limitiert. das nun wiederum ist gut für mercedes, denn was man sich da in den letzten jahren geleistet hat (kein wunder wenn die besten ingenieure an chrysler ausgeliehen sind) hätte jeder anderen automarke das genick gebrochen. will sagen: das image von mercedes hat zwar gelitten, ist aber immer noch stark genug um alte höhen zu erklimmen. der grund warum bmw vorne liegt, ist, das sie in den letzten jahren alles richtig gemacht haben, liegt aber auch in der schwäche von mercedes, dessen führung in den letzten zwei dekaden desaströs war und in der tatsache, dass audi erst sehr spät zum alten premiumkonzept der vorkriegszeit zurückfand (seit 80er, 90er) und diese rückstand folglich bei aller anstrengung nur schwer wird aufholen können. d. h. die aussichten für bmw sind bestens und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie weiterhin die führende premiummarke (nicht der führende premiumanbieter, denn das ist der vw konzern) weltweit sein werden. dazu müssen aber, denke ich, auch die kooperationen greifen, z. b. mit toyota. das ist meine sichtweise.

  • rorret

    Ich wünsche Daimler ein schönes und erfolgreiches Jahr 2013 und zwar ohne Dieter Zetsche und sein Gefolge!! Mittlerweile kann ich Mercedes nicht mehr verstehen. In den letzten Jahren ist viel zu wenig erreicht worden, ausserdem kann man als Aussenstehender manches einfach nicht verstehen. Das fängt bei der Namensgebung, bzw. den Namensänderungen an, geht bei den fehlenden Innovationen weiter und hört irgendwann bei den fehlenden, bzw. mangelhaften Infotainmentsystemen (Fahrerassistenzsysteme mal ausgenommen) auf. Wer so ein “Qualitätsprodukt” kauft, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein reicher Rentner, der sein ganzes Leben nur Stern gefahren ist, und nichts anderes kennt, bzw. nicht vor hat was anderes kennen zu lernen. Da kommt irgendwann keine Kundschaft mehr dazu.

    Ein guter Beitrag findet man in der Online Ausgabe vom Manager Magazin.

    Hier wird auf mehreren Seiten deutlich, in welcher Misere die Schwaben stecken.
    Ich hab in den letzten Jahren schon einige Beiträge mit dem Titel “fallenden Stern” gelesen und es wird definitiv nicht besser!!!

    Manager Magazin online:

    Falling Star:

    manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,869313,00.html

    In dem Sinne, „das Beste oder nichts“

    Gruß aus Bayern

    (Edit: das war Versuch Nr. 2)

  • Pro_Four

    …die D-Verkaufszahlen sind heute veröffentlicht worden. Der Markt schrumpft ja enorm, wahnsinn!!

    http://www.autohaus.de/fm/3478/Neuzulassungen%20Dezember%202012.pdf

  • Geraderücker

    Dear Benni,

    Audi ist nicht die Nr. 2, im Premiumsegment, zumindest substanziell nicht. Ja, man verkauft ein paar Kleinwagen (A1, A3) mehr als Mercedes aber umsatzmässig liegt Audi immer noch weit abgeschlagen hinter Mercedes an 3. Stelle. Audis Modellmix ist ein ganz anderer als der von Mercedes oder BMW. Man fischt im großseriennahen Low-Premiumsegment. Imagemässig ist Audi weltweit immer noch weit von dem der beiden anderen Marken entfernt. Ja, einige Politprommis in Deutschland fahren diese Kisten, aber sonst? Die von Audi, und nur von ihnen, ins Spiel gebrachte Nr. 2 ist ein Marketing Bluff. Ich kann mich nur wundern, das Mercedes diesen Vergleich nicht mit entsprechenden Zahlen gerade rückt.

    • Cherry

      Gerade substanziell hängt Mercedes doch BMW und Audi inzwischen meilenweit hinterher. Was bringt mir ein höherer Umsatz wenn unterm Strich deutlich weniger überbleibt?

      • Geraderücker

        Mit “substantiell” meine ich nicht die Profitabilität,sie ist eine situative, flüchtige Größe ist. Ich meine die Produktsubstanz, der Premiumanteil, und nicht zuletzt das Image als weichen Faktor. Audis Profitabilität ist, da sind sich alle Fachleute einig, geborgt, d.h. Audi wird über die konzerninternen Leistungsbeziehungen von der Mutter VW quersubventioniert, um schön auszusehen. Man holt Audis Gewinn über den Gewinnabführungsvertrag wieder zurück. Wie sonst kann Audi mit 1,2 Mio. Fahrzeugen (2011) den nahezu gleich großen Gewinn machen wie Rest-VW mit 7,2 Mio. Fahrzeugen.

        • r8v8

          “Imagemässig ist Audi immer noch weit von den anderen Marken entfernt”
          - in den USA ja
          - in Westeuropa nein
          - in China nein
          Es handelt sich bei deiner Aussage um eine Unifferenzierte.
          “Audis Modellmix ist ein ganz anderer als der von Mercedes oder BMW”
          - richtig ist: BMW macht pro Auto mehr Umsatz
          - falsch ist der Modellmix ist ein ganz anderer: Liste einfach sämtliche Modelle der drei Hersteller auf, und da kommt dann raus: der Modellmix der drei ist zwar nicht deckungsgleich, aber allzugroß sind die Unterschiede nicht
          “Ja, einige Politpromis fahren diese Kisten, aber sonst?” Ja, also, ich zum Beispiel fahre auch so eine “Kiste”. In diesem Fall sogar eine, die im Modellmix von BMW gar nicht vertreten ist. Wenn du dir schon den Anschein der Seriosität und des Fachwissens geben willst, dann halte es bitte auch durch. Mit dieser AUssage disqualifizierst du dich nämlich. Wir Audifahrer sind also alles Idioten die es nicht besser wissen, ja? Die Autotester die – nicht nur in Deutschland, in letzter ZEit gerade in den USA Audis im echten Premiumsegment (A6 A7 A8 und S Derivate) zum Siger kühren sind also auch alles Idioten oder gekauft oder lassen sich von Marketinggewäsch einlullen?
          “Audis P., da sind sich die Fl einig, geborgt, d.h. Audi wird von der Mutter VW quersubventioniert”. Aha. Wenn du damit meinst, dass beide Firmen eng miteinander verknüft sind um gemeinsam das maximale an Umsatzrentabilität rauszuholen, dan stimmt das. Aber wieso wird immer so getan, als wäre das eine Einbahnstraße. Sehr viele teschnische Entwicklungen kommen von Audi und werden VW (müssen teilweise auch) zur Verfügung gestellt. Das nämlich ist die andere Seite der Medaille. Es gibt einige BEispiele: zwei große im Motorenbau. Sowohl die Direkteinspritzer Diesel als auch die Direkteinspritzer Benziner wurden von Audi entwickelt. Ja, in der großen Krise hat Audi die Modellpalette von VW im Allgeingang auf die Räder gestellt: Polo 1, Passat 1 waren umgelabelte Audis. Der Golf 1 war im Grundsatz eine Audikonstruktion. Die V8 Motoren werden VW zur Verfügung gestellt. Der W12 auch (nein, dasist keine VW-Enticklung). Umgekehrt, und das ist ja unbestritten kommt sehr viel Technik auch von VW Marke zu Audi, vieles wird auch gemeinsam entwickelt. Warum wirfst du nicht Porsche vor, den Cayenne 1 mit Vw (und später Audi) entwickelt zu haben? Ein Großteil des Gewinns dieser Jahre wurde mit diesem Fahrzeug gemacht. Wieso erwähnst du nicht, dass Audi für die gesamten SUV des Konzerns entwicklungstechnisch verantwortlich zeitgt, mithin für den gesamten Längsbaukasten? sowie VWmarke für den Querbaukasten verantwortlch ist. Es ist ein geben und nehmen.
          “um schön auszusehen” Audi ist eine Ertragsperle im VW-Konzern. Natürlich profitiert Audi vom Anschluss an das riesige NEtzwerk VW-Konzern. Was soll daran falsch sein? Was den Gewinnabführungsvertrag angeht: es ist nur gerecht, dass Audi vom Netzwerk VW-Konzern profitiert, da der Gewinn ja sowieso an die Mutter abgeführt werden muss. Es gab Zeiten da hat nur Audi Gewinn gemacht, und VW-Marke Verlust. Audi hat damals den Laden über Wasser gehalten.
          Abschliessend: Audi ist, nimmt man die Verkaufszahlen her, sehr wohl die Nummer zwei hinter BMW. Nichts anderes sagt Mercedes. Und es stimmt. Wenn ich hingegen den Umsatz heranziehe, sieht die Sache anders aus. Das tut Zetsche aber nicht. Er wird seine Gründe haben und es wird Gründe geben warum alle Autohersteller die Zahl der verkauften Wagen heranziehen um ihre Größe zu defnieren. Audi hat diesen Parameter nicht aufs OPodest gehoben, er war schon vorher Usus.
          Insgesamt: deine Darstellung ist undiffernziert, tendenziös und in einigen Punkten schlicht falsch.
          mfg ein ex-bmw fahrer der mit seiner “kiste” sehr zufrieden ist.
          Ps: und komme mir jetzt bitte nicht mit der r8audi-lamborghinimär. ich kenne die geschichte lamborghinis, und ich habe in diesem forum bereits umfassend dargelegt wer hier technisch wie von einander profitiert/hat.

          • r8v8

            wieso zum geier, behält discuss nicht meine absätze bei?

          • r8v8

            postscriptum: also die profitabilät ist eine flüchtige größe. und der umsatz nicht, und image nicht, und der premiumanteil nicht? nun vielleicht nicht gerade flüchtig, aber doch variabel. wie man am aufstieg von audi und lexus sehr schön sehen kann.

            • r8v8

              und am abstieg von jaguar.

              • r8v8

                und cadillac, und peugeot (galt mal als der mercedes frankreichs) und citröen (galt mal als die avantgarde der welt), und Lancias (klinisch tot), und Alfas, und – in teilen – auch von mercedes benz. bedaulicherweise sind die imagewerte von benz nämlich gefallen und im wachstum (stückzahl, umsatz) haben sie bedauerlicherweise auch verloren. weil diese firma unter den zwei vorgängern von zetschte nämlich heruntergewirtschaftet wurde.